Zu Mt 532 und 199: Hängt diese rigorose Eheauffassung nicht mit der Stellung der Gesamtlehre Jesu zum Weltbegriff (mit dem Prinzip der „Übernahme der Sünden der Welt“) zusammen? Wenn die ganze Schöpfung seufzt und in Wehen liegt: wenn die Frau gleichsam diese ganze Schöpfung vertritt, dann ist in der Tat eine Scheidung nicht mehr möglich. (Daß Paulus ein Christ und ein Theologe war, beweist seine Kosmo-Theologie: die Lehre von den Archonten und der Satz, daß die ganze Schöpfung seufzt und in Wehen liegt. Hängt das nicht zusammen mit der Geschichte von der Befreiung der Maria Magdalena von den sieben unreinen Geistern?)
Hat Jesus etwas mit den „Sünden der Mutter“ und der „Schuld der Väter“ zu tun? Bezieht sich die Übernahme der Sünden der Welt auf die Sünden der Mutter (vgl. die problematischen Beziehungen Jesu zu seiner Mutter, die jedoch selber „alles, was geschehen war, in ihrem Herzen bewahrte“), und ist das Verschwinden Josefs und seine Hypostasierung des Vaters darin begründet?
Hängt das Trinken des Kelchs mit der „Schuld des Vaters“ zusammen?
Zu Joh 129 vergleiche Jes 537.12.
Die Zweideutigkeit des konziliaren Aggiornamento ist vor allem in Deutschland wahrzunehmen: Anstatt für die prophetische Aktualität hat die deutsche Theologie sich für die Anpassung an die Welt entschieden. Ist nicht die entsetzliche Verwirrung insbesondere in der katholischen Theologie ein Produkt der Übermacht der Welt, vor dem sie jetzt kapituliert hat?
Weshalb unsere Justiz auf dem rechten Auge blind ist: Der Exkulpationsdruck, der sich des Staats bedient, um die Schuld verdrängen zu können, mit der niemand mehr glaubt leben zu können, ist das Energiepotential, das das Strafbedürfnis erzeugt und sein Maß bestimmt, das heute zugleich in Haß gegen die Linke und gegen die Fremden explodiert. Die Justiz gehört zu den Abfuhrinstanzen dieses Exkulpationsdrucks, sie löst ihn nicht auf.
Hat dieser Exkulpationsdruck nicht etwas zu tun mit der Schuld der Väter und den Sünden der Mutter? Zu den Mechanismen seiner Erzeugung und Verwertung gehört das sprachliche Element und die Sprachgeschichte der Bildung des Neutrums (des ne-utrum als Entlastung von der Schuld der Väter und den Sünden der Mutter). Diese Geschichte hängt zusammen mit der des Ursprungs des Weltbegriffs, der Philosophie und des Rechts, sie wurde mit einer Theologie abgesichert, zu der essentiell die Christologie, die Opfertheologie, das Konzept der Schöpfung (und Entsühnung) der Welt gehört.
Der Sündenfall, das Substantiv und die Geschlechter der Nomen: Ist im Begriff des Substantivs nicht das Bewußtsein erreicht, daß die Substanz (das substare) ein Produkt der projektiven Gewalt (Struktur) des Denkens ist, ist der Staub (aus dem Adam gemacht ist und zu dem er wieder werden wird, und den die Schlange frißt) das Substrat der Neutrumsbildung? Damit hängt es zusammen, wenn der Objektbegriff die benennende Kraft der Sprache zerstört, den Namen zum Begriff neutralisiert.
Gibt es einen sprachlichen Zusammenhang zwischen bereschit und berith, bara, Abraham und den Hebräern, und den Barbaren?
„Möget ihr, in der Liebe festgewurzelt und gegründet, fähig werden, mit allen Geheiligten zu begreifen, was es ist um die Breite und Länge, die Höhe und Tiefe der Liebe Christi, um sie zu erkennen, die erhaben ist über alle Erkenntnis, damit ihr die ganze Gottesfülle mit ihrem Reichtum in euch erfahret.“ (Eph 317ff) Ist in dieser Raummetaphorik nicht die vollständige Umkehr angesprochen? Aber ist die Metapher der Höhe und Tiefe nicht obsolet geworden durch ihr restloses Aufgehen in die Herrschaftsmetaphorik (zu der es nach der kantischen Lehre von der Form der äußeren Anschauung fast keine Alternative mehr gibt)? Sie wäre aufzulösen nur noch im Kontext einer herrschaftskritischen Theologie: der Kritik des Weltbegriffs und des Begriffs. Vergleiche hierzu den Baaderschen Hinweis auf den Zusammenhang von Hochmut und Niedertracht, sowie den Begriff der Empörung im Zusammenhang der Konstituierung des moralischen Urteils (was entspricht dieser „Empörung“ im Bereich der theoretischen Vernunft? Gibt es ein Bekenntnis ohne Empörung? Und war es nicht die Selbstverblendung durch Empörung, die das „Bekenntnis des Namens“ zum „Glaubensbekenntnis“ verhext hat: zum Ersatz für die Umkehr? – Wer ist der Fürst dieser Welt?).
Was hat es der Erkenntnis der „Tiefen Satans“ (Off 224, Schreiben an die Gemeinde Thyatira) auf sich?
Begriff und Name sind durch die Idee der Umkehr, objektiv durch die Idee der Auferstehung aufeinander bezogen: durch die Rücknahme des projektiven Elements, durch die Ergänzung der Klugheit der Schlange durch die Arglosigkeit der Tauben, durchs Gebot der Feindesliebe und das Verbot zu richten.
„… und schließlich ist das Ziel erreicht: wenn er Gott, dem Vater, das Reich übergibt, nachdem er jede Herrschaft, jede Gewalt und jede Macht entmachtet hat. Denn er muß herrschen, bis Gott ihm alle Feinde unter die Füße gelegt (Ps 1091) hat. Als letzter Feind aber wird der Tod entmachtet (Jes 258): denn alles hat Er ihm zu Füßen gelegt (Ps 87). Wenn es heißt, alles sei ihm zu Füßen gelegt, dann offenbar alles außer Dem selbst, der ihm alles zu Füßen legte. Wenn ihm aber einmal alles unterworfen ist, dann wird auch der Sohn sich Ihm unterstellen, der ihm alles unterworfen hat. damit Gott alles in allem sei.“ (1 Kor 1524ff) Ist das nicht die genaue Beschreibung dessen, worauf sich das Wort vom Lösen bezieht?
„Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 2540): In den Geringsten seiner Brüder leidet Er; was wir denen tun, das tun wir ihm, damit machen wir uns zu den Tätern der Kreuzigung. Da hilft keine projektive Abfuhr mehr, wie im kirchlichen Antijudaismus (die „Gottesmörder“ sind wir). Von hier her läßt sich präzise begründen, daß das Wort „Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ in erster Linie sich auf uns, auf die Kirche bezieht. (Vgl. hierzu den letzten Satz aus dem Buch Jonas: die Antwort auf die Bitte Jesu?)
Zur Logik des Inertialsystems, zur Konstituierung seiner metrischen Struktur, gehören die sogenannten Erhaltungssätze (der Erhaltung der Materie und der Energie). In dieser Logik gründet auch die Einsteinsche Äquivalenzgleichung E = m.c2. Aber dazu gehören auch das Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit (ein den Maxwellschen Gleichungen korrespondierender Erhaltungssatz) und die daraus abzuleitenden Konstanten der Mikrophysik: das Plancksche Wirkungsquantum, die elektrische Elementarladung sowie die damit wiederum zusammenhängenden Erhaltungssätze (Parität, Spin etc.). Was hier gleichsam von Natur (unabhängig von der Willkür der Menschen) vorgegeben ist, bedarf im Bereich der Geldwirtschaft des aktiven politischen Handelns, insbesondere die Aufgaben der Geldpolitik: Hier sind die die Gesamtprozesse regulierenden (berechenbar machenden) Erhaltungssätze (Regulierung der Geldmenge, Erhaltung der Geldwertstabilität) nicht naturgegeben, sondern durch geld- (und wirtschafts-) politische Maßnahmen sicherzustellen (die Zentralbanken als Garanten des gesamtwirtschaftlichen Inertialsystems). Die Sicherung dieser „Erhaltungssätze“ ist nur über Wachstumsraten möglich und unterliegen damit den konjunkturzyklischen Prozessen und den tendentiellen gesellschaftlichen Naturkatastrophen der Modernisierungsschübe.
Die Kostenseite des wirtschaftlichen Gesamtprozesses (das projektive Sparen: das „Sparen“ aus den Taschen der anderen) verknüpft die Entstehung des Reichtums zwangslogisch mit der Erzeugung der Armut, und zwar
– über den Druck auf die Welthandelspreise für Rohstoffe (Export der Armut nach draußen) und
– über den Druck auf die Lohnkosten (Rationalisierung, Arbeitslosigkeit, „industrielle Reservearmee“, Kürzung der Sozialausgaben: Reimport der Armut nach innen).
Der Reimport der Armut ist (wie die „politische Stabilität“ in den Ländern, in die die Armut exportiert wird) nur über das Vorurteil abzufangen: durch die Erzeugung des Faschismus (Fremdenhaß und Antisemitismus).
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07.07.93
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06.07.93
Gründet nicht jede Verführung in der Täuschung über den Zweck oder das Ziel einer Handlung, und betrifft der Hegelsche Begriff der List nicht präzise einen Zustand, der durch eine eingebaute Verführungsautomatik (durch die „List der Vernunft“) sich definieren läßt (Systemgrund des Inertialsystems und des Kapitalismus: das Trägheitsprinzip und die Lohnarbeit)? – Vergegenständlichung der Verführung in den Naturwissenschaften (Begriff des Schuldzusammenhangs). Gründet nicht die Kritik der Teleologie und die Etablierung des Kausalprinzips (Trennung von Freiheit und Natur, die durch das liberum arbitrium und die Ausbildung der Raumvorstellung unkenntlich gemacht worden ist) in diesem Sachverhalt, und sind nicht alle Herrschaftsstrukturen Verführungsstrukturen (mit der Grundlage jeglicher Verführung in der Verwirrung)? In der Instrumentalisierung vollendet sich die Verführung (biblischer Begriff des Staubs: die staubfressende Schlange), wird sie zugleich unaufhebbar und undurchschaubar.
Kant, der die Autonomie und den Grundsatz, daß man Menschen niemals nur als Mittel, sondern immer zugleich auch als Zweck ansehen müsse, ins Zentrum seiner Philosophie gestellt hatte, hätte den hegelschen Begriff einer „List der Vernunft“, der die Menschheit zum Material der Weltgeschichte macht, niemals akzeptiert. Aber schließt nicht der kantische Begriff der Autonomie, so gesehen, die Gottesfurcht und die emphatische Idee der Auferstehung der Toten, die Idee einer Sprengung des Naturbegriffs, mit ein?
Ist der Hinweis Jesu, daß dem Opfer die Versöhnung mit dem Bruder vorauszugehen habe, nicht eine Hilfe und ein Schutz gegen die Vorstellung des Sühneopfers, gegen das projektive Element in der traditionellen Opfervorstellung?
Zur Kritik der Wirtschaftswissenschaften: Die Beschränkung der Wirtschaftswissenschaften auf den instrumentalen Aspekt, deren Modell die Naturwissenschaften sind, reduziert die Realität auf den Blickwinkel des Eigeninteresses, verdrängt die Kehrseite der Medaille: die Verachtung der Armen und den Fremdenhaß.
Die Theologie wird erst dann vom Bann befreit, wenn sie die Aktualität der (christologisch verdrängten) Prophetie zurückgewinnt.
Der Schrecken Isaaks und der Schrecken um und um (Jer): Unterscheiden sich nicht Philosophie und Prophetie dadurch, daß die Philosophie versucht hat, aus der Objektseite dieses Schreckens (des „Schicksals“) herauszutreten und sich zu seinem Subjekt hat machen wollen (Ursprung des Weltbegriffs), während die Prophetie auf der Objektseite verharrt, dem Schrecken (der Gottesfurcht) standzuhalten trachtet.
Bezeichnet das Symbolon nicht die Bruchstelle, an der sich der Weltzustand auf die Erlösung (die Erde auf den „Himmel“) bezieht, und läßt sich diese Bruchstelle heute nicht erstmals näher bestimmen als Todesgrenze (Grenze der Gegenwart zur Vergangenheit)? Ist diese Todesgrenze nicht (ähnlich wie im Stern der Erlösung das Nichts) als dreifache Grenze zu bestimmen:
– Der Raum oder das Inertialsystem,
– das Geld und der Klassenkampf als logische Kategorie sowie
– der Begriff, das Bekenntnis oder die hegelsche Logik,
als Verblendungs-, Schuld- und Herrschaftszusammenhang.
Der Kelch von Gethsemane: ist das nicht die Übernahme der Schuld der Welt? Und ist das nicht der gleiche Kelch, zu dem Jesus die Jünger zunächst fragt, ob sie ihn werden trinken können, dann aber sofort bestätigend anfügt, daß sie ihn trinken werden.
Theodor Haecker: Tag- und Nachtbücher:
– Die Revolution, die das Christentum gebracht hat, ist die des Wie. (S. 17) Dazu: Gottes Offenbarung ist eine Revolution der Mittel, die der Mensch anwenden soll, um zum Heil zu kommen. (S. 21)
– Bemerkenswerter Hinweis auf die – heute fast irreversibel um sich greifende – falsche Sprachwendung „Sich irren“. Man kann „sich täuschen“ (oder sich schämen und sich verirren) und man kann irren, aber man kann nicht „sich irren“. (S. 25) Wer sagt: ich habe mich geirrt, wählt den schuldneutralen, exkulpierenden Ausdruck (Grund für Heideggers Satz „Wer groß denkt, muß groß irren“?). Das „Sich täuschen“ macht die mangelnde Einsicht zur einer selbst zu verantwortenden Tat (und ist die Grundlage der kantischen „selbstverschuldeten Unmündigkeit“, zu der es im Deutschen keine Alternative gibt). Das Sich Irren hingegen ist Ausdruck einer Ich-Fremdheit, die das Ich selber (als transzendentales Subjekt) als Moment im allgemeinen Schuldzusammenhang erkennt. Wo Gewalt in Wissenschaft und Politik aus immanenten logischen Gründen die Logik zerstört, ist das transzendentale Subjekt nicht mehr zu halten: da kann „ich mich irren“ (weil es ein Ich, das sich täuschen könnte, nicht mehr gibt, sondern nur noch vergesellschaftete, subjektlose Subjekte)! Nirgend ist die unaufgearbeitete Vergangenheit deutlicher zu erkennen als in solchen sprachlichen Konstrukten. -Aber kann die Wendung „Ich habe mich geirrt“ nicht auch bedeuten, daß heute vom Irrtum das aktive, schuldhafte Moment, das Moment der Zurechenbarkeit, nicht mehr wegzuwischen ist? Es gibt für den Irrtum wie für alle anderen -tümer (Christen-, Heiden-, Juden-, Volks-, Reichtum) keine Entschuldigung mehr. Das alles sind Irrtümer, die zum Bereich der kantischen „selbstverschuldeten Unmündigkeit“ gehören und nicht mehr exkulpationsfähig sind. Die Möglichkeit, Schuld durch Naturalisierung abzuwälzen, hat ihre Grenze erreicht. Die Unschuldsfalle ist zugeschnappt (das Substantiv ist der Greuel am heiligen Ort).
– Nach Theodor Haecker ist Deutschland das Land, in dem Lächerlichkeit nicht tötet, sondern nur stur macht. (S. 32) Deutlicher kann man die Wirkungslosigkeit des Kabaretts in D. nicht bezeichnen. Aber wo liegt der Grund dieses Phänomens?
– Die rechte Unterscheidung zwischen echter Schuld und Nichtschuld ist eine große und unumgängliche Aufgabe der Zukunft. Das Ausgeben von Naturnotwendigkeiten für Schuld kann soviel Unheil anrichten wie das umgekehrte Ausgeben und kann zu Leugnung von Schuld überhaupt führen. Man muß einräumen, daß wir in einer großen Unwissenheit und Unsicherheit leben. (S. 33, Hervorhebung H.H.)
– Propaganda: Die Dinge dieser Welt können trotz einer ungeheuren Belastung mit Lügen erstaunlich lange Zeit weiterlaufen, ohne zusammenzubrechen, ja sie scheinen gestärkt zu werden. Das ist unheimlich und eine große Versuchung für den Geist, an der entscheidenden Bedeutung der Wahrheit für das Geschehen in der Welt zu zweifeln. Aber es ist doch nur eine Versuchung: im Innersten des Geistes ist eine Gewißheit, daß die Lüge einen Menschen und also auch ein Volk vernichtet. (S. 43)
– Was einem am kältesten ans Herz greift, ist der geistige Zustand und das Gebaren der deutschen Richter. Sie verurteilen einen Menschen, der einem Polen ein Glas Bier bezahlt hat, zu Gefängnis. Das ist furchtbar. (ebd.)
– Die deutsche Herrgott-Religion (S. 47 u.ö.).
– Der Zustand dieser Welt ist ohne das Böse, und zwar dessen Macht, gar nicht zu verstehen. (S. 53)
– Die Religion des deutschen Herrgotts ist die Religion des steinernen Herzens. (S. 55)
– Die Deutschen werden nicht durch Menschenkraft besiegt werden, Sie sind das stärkste und furchtbarste Volk der Erde. Sie werden von Gott selber besiegt werden, ach, wahrscheinlich ohne es zu merken. (S. 73)
– Der „Terror“ ist eine Erfindung abgefallener Geister. (S. 103)
– So würde ich im Augenblick ganz gerne wissen, wann eigentlich zum erstenmal die „Geschichte“ als richtende Gottheit angerufen wurde. … Ehe es soweit kommen konnte, mußte etwas passiert sein. Was war das? (S. 137) -
05.07.93
Der Aktualitätsbezug der Theologie wäre zu begründen aus dem Jesus-Wort „Das Gottesreich ist mitten unter euch“ (hä basileia tou theou entos hymon estin – Lk 1721).
Es gibt keine sprachliche Äußerung, kein Gespräch, ohne Beziehung zur Schuld. Das entlastende Gespräch unterscheidet sich vom befreienden (Philosophie und Wissenschaft von der Prophetie) dadurch, daß es auf den Gebrauch von Projektionen nicht verzichten kann, nur zur Selbstentlastung ihnen ein Höchstmaß an Objektivität zu sichern versucht, die allein der Begriff und die Mathematik ihnen zu geben vermag. Wird nicht die Grenze zwischen beiden Formen der Sprache durch die Todesgrenze des Begriffs und der Mathematik definiert: durchs Gesetz der Objektivation und Verdinglichung (durch Konkretismus und Personalisierung)?
Vergangenheit und Herrschafts-, Schuld- und Verblendungszusammenhang: Zusammenhang von Wissen und Vergangenheit, Begriff und Projektion ins Vergangene, Verdinglichung und Tod (Rosenzweigs „Todesangst“ und die drei „Nichtse“ im Stern der Erlösung).
Wenn Heideggers Fundamentalontologie den Geburtsfehler der Philosophie zu ihrem einzigen Inhalt macht und die Philosophie mit dem Thalesschen „Alles ist Wasser“ beginnt, ist dann nicht die Ontologie das innerphilosophische Äquivalent der Sintflut? Und ist nicht die Philosophie in der von der Philosophie, d.h. vom Begriff und vom Gesetz der Instrumentalisierung überschwemmten Welt das am fünften Tag erschaffene „große Meeresungeheuer“? (Haben das Tier aus dem Wasser und das Tier vom Lande etwas mit Natur und Welt zu tun? Und ist das Tier aus dem Abgrund (Off 118), das war und nicht ist und wieder sein wird (ebd. 178), der in der unbekehrten Kirche überlebende Mythos? – Bedeutung der Dialektik der Aufklärung für die Theologie.)
Wie hängt das Gefallen (lt. Kluge eine Präfigierung von „fallen“ – „und den Menschen ein Wohlgefallen“) mit dem Fall (mit der Assoziation an das Fallen des Würfels, den Zufall) zusammen („Die Welt ist alles, was der Fall ist“)? -
01.07.93
Bezeichnet nicht das liberum arbitrium die Freiheit von Privateigentümern (die freie Verfügbarkeit über das Eigentum und die freie Wahl der Ziele und der Mittel), und gründet diese Freiheitsvorstellung nicht in den (drei) „Freiheits“-graden des Raumes?
Waren die alten Schriftsprachen Alltagssprachen, gesprochene Sprachen? Unverkennbar ist im Hebräischen wie im Griechischen und Latein das konstruktive, systematische Element, etwas, das eher an die Rationalität der Technik als an das, was die Moderne Empfindung, Gefühl, Emotion nennt, erinnert und in erheblichem Umfange als künstlich erfahren wird. Die Flexionen (Konjugation und Deklination), die je nach Kontext unterschiedlich sich auskristallisieren, sind gleichsam Formen der technischen Durchorganisation, und deren Medium waren die Elemente der Artikulation (die in der Schrift sich vergegenständlichenden Konsonanten und später auch Vokale) und dann die Prä- und Suffixe (die Nachfolger der sumerischen „Determinanten“: War insbesondere die sumerische außer in Verwaltung und Religion je eine gesprochene Sprache?). Je nach Kontext: Kann es sein, daß in der strukturell (und nicht biologisch-genetisch, gar rassisch) begründeten Unterscheidung der semitischen von den indogermanischen Sprachen unterschiedliche Stellungen zur Objektivität sich ausdrücken, die in der frühgeschichtlichen Gesellschaftsgeschichte (Ursprung der Städte, der Religion und des Opferwesens, des Königtums und der Geldwirtschaft) ihre Wurzeln haben und insbesondere in der Differenz von Philosophie und Prophetie erkennbar werden? Sind die Geschichten von der Sintflut und vom Turmbau von Babel nicht Hinweise hierauf?
Ist nicht die Stadt die Keimzelle sowohl des Privateigentums und der Geldwirtschaft als auch der Sprachentwicklung, und ist beides nicht zusammengefaßt in dem Symbol des Turmbaus zu Babel?
Bezeichnet im bereschit bara elohim et haschamajim we’et ha’arez das schamajim den Konstruktionsraum der Sprache (nicht zufällig ist mit dem Verschwinden des Himmels auch die benennende Kraft der Sprache erloschen)? Und gewinnt nicht vor diesem Hintergrund das Wort am Ende des Buches Jona von den Menschen, die Rechts und Links nicht unterscheiden können, eine ungeheure Bedeutung; verleiht sie nicht dem „Raumproblem“ überhaupt erst sein metaphysisches Gewicht?
schamajim oder die Sintflut und der brennende Dornbusch: das Desiderat einer Theorie des Feuers (Dornen und Disteln, das Jesus-Wort „Ich bin gekommen, Feuer vom Himmel zu bringen“, die indogermanischen und die semitischen Sprachen).
Im Namen des Himmels verbinden sich nach kabbalistsicher Tradition das Wasser und das Feuer. Nach der Sintflut: next time fire. Gibt es eine Beziehung des Feuers zum Blut und zur Scham? Sind nicht die Übernahme der Sünde der Welt und die Aufopferung der Sünde andere Bezeichnungen für das Feuer (daß Jesus vom Himmel bringen wollte, und er wollte, es brennte schon)?
Ist nicht die Sintflut die Subsumtion der Zukunft unter die Vergangenheit, und das Feuer die Erinnerung an die vergangene Zukunft? Im Feuer verbrennt die Sünde der Welt, wird die vergangene Zukunft befreit. So steht das Feuer in Beziehung zur Idee der Auferstehung der Toten (nur unter dem Bild des Wassers sind die Toten tot). Welche Bedeutung hat der Regenbogen nach der Sintflut?
Gibt es einen Zusammenhang der deutschen Namen Himmel und Gott mit den hebräischen Namen der Himmel und Gottes (schamjim, Elohim und JHWH)?
Wenn die Sprache die Morgengabe des Schöpfers an die Schöpfung ist, ist dann darin nicht die Idee der Auferstehung bereits mit einbegriffen?
Hodie, si vocem ejus audieritis: Hat nicht das Hören etwas mit dem Feuer zu tun? – So wie das Sehen mit dem Licht: Im Licht durchdringt das Feuer die Vergangenheit und ihre Finsternis. Im Bogen erscheint der farbige Rand der Grenze von Licht und Finsternis. (Sind nicht die schwarzen Objekte der Physik allesamt realsymbolische Objekte: von der Materie über die die Strahlung des „schwarzen Hohlraums“ bis zu den „Schwarzen Löchern“ der Astronomie, beides Reflexionsbestimmungen des Dunkels im Begriff der Materie, Stufen des projektiven Elements in der Physik, vergleichbar den „Stufen“ in der Entwicklung der drei Leugnungen Petri?)
Kann es sein, daß die von Weizsäckersche Formel für die Energiebilanz der Sonne die richtige Frage ans falsche Objekt stellt: Geht es nicht eigentlich um die „Energiebilanz“ der schwarzen Strahlung und der Schwarzen Löcher?
Im Unterschied zur christlichen war mit der jüdischen und dann der rabbinischen Tradition kein Staat zu machen (mit dem empirischen Beweis durch Sabbatai Zwi).
Erst mit der „Überwindung des Mythos“, mit der Verinnerlichung der Schicksalsidee und des Opfers wurde das technische Konzept, das Konzept der Instrumentalisierung, (von der Philosophie und dem Recht über das Dogma bis zu den Naturwissenschaften) nach draußen verlagert. Den Opfern darußen entsprach die technische Durchorganisation der Sprache, der Verinnerlichung des Opfers die Instrumentalisierung der Welt.
Die arrogante Bescheidenheit der katholischen Theologie (vgl. den neuen Katechismus).
Hat das Rosenzweigsche dreifache Nichts etwas mit der Form des Raumes, mit der Form der Beziehungen der Dimensionen im Raum, zu tun, und gründet die Beziehung des Nichts zum Tode im Konstrukt des Inertialsystems als Todesgrenze? Ist nicht die tote Materie die von uns „fertiggemachte“ Materie (fertiggemacht in dem Sinne, wie ein Ausbilder beim Kommiß einen Rekruten, der sich herausnimmt, selber zu denken, „fertigmacht“: aber ist dieses „Fertigmachen“ nicht der Kristallisationskern aller hierarchischen System, vom Kommiß über die Verwaltungen bis hin zu den Kirchen)?
Die Theologie unterscheidet sich von den Wissenschaft (wie die Prophetie von der Philosophie) dadurch, daß für sie die Vergangenheit nicht nur vergangen ist; Voraussetzung der Wissenschaft ist hingegen die verewigte Herrschaft der Vergangenheit über die Zukunft oder der Weltbegriff. Deshalb kann es eine Theologie, die diesen Namen verdient, ohne Erinnerungsarbeit nicht geben. Sie beantwortet die Subsumtion der Zukunft unter die Vergangenheit mit der Erinnerung der vergangenen Zukunft (Kritik des Raumes und des Weltbegriffs). Schon für Kant war die Frage, „if the future will be like the past“ (die heute jeden Theologen ins Grübeln, wenn nicht in Melancholie versetzen müßte), keine nur empirische Frage. Im Kontext eines Begriffs der Vergangenheit, der deren Unveränderlichkeit mit einschließt, und d.h. im Kontext des modernen Naturbegriffs gibt es keine Entsprechung mehr für die Idee der göttlichen Gerechtigkeit.
Der Weltbegriff macht das Prinzip, wonach die Zukunft wie die Vergangenheit sein wird, zum Apriori der Erkenntnis: Ist das Gesehenwerden der Statthalter der Zukunft im Raum (der Blick der Schlange und der Blick des Hundes)? -
02.07.93
Zum Titel Staatsanwalt: Als „öffentlicher Ankläger“ wäre der Staatsanwalt für sich und nach außen für sein Handeln (Ermittlung und Beweiserhebung) verantwortlich, müßte er die Anklage als Person vertreten, als Staatsanwalt ist er Anwalt des Staates, nur dem Staat, der ihm die Schuld der Anklage und die Last des Subjektseins, der persönlichen Verantwortung abnimmt, verpflichtet. Nicht er ermittelt mehr, sondern durch ihn hindurch der Staat. Dem entspricht mittlerweile deutsche Verwaltungspraxis generell: Das Ich eines Referenten in einem deutschen Ministerium ist nicht der Referent selbst, sondern der Minister.
Am ersten Tag hat Gott das Licht und nicht das elektromagnetische Feld und den Korpuskel-Welle-Dualismus erschaffen.
Grund jeglicher Scham ist das Sich im Anblick der Anderen Wahrnehmen. Ihr Kernsatz ist der Satz aus der hegelschen Logik: Das Eine ist das Andere des Andern. Das Substrat der Scham ist der objektive Grund der Reflexionsbegriffe, deren Geltung ist die Grundlage der Scham: Die Form des Raumes ist das objektivierte Gesetz der Scham (ein Produkt der Verdinglichung und Instrumentalisierung der Scham).
Steckt nicht in den drei Begriffen Umkehr, Gottesfurcht und Nachfolge – und zwar genau in dieser Reihenfolge – die ganze Trinitätslehre?
Die Trennung des Symbolischen vom Realen (z.B. in dem augustinischen „ad litteram“) ist der Grund der Trennung des Bekenntnisbegriffs von dem der Erkenntnis.
Das Instrument, gleichsam das Schwert, das den Knoten durchschlägt anstatt ihn aufzulösen, ist der Weltbegriff (und dieser das „kreisende Flammenschwert“ des Cherubs, der den Eingang des Paradieses bewacht). Der Weltbegriff schneidet die Sprache von ihrer metaphorischen Wurzel ab, er zerstört die benennende Kraft der Sprache, er ist der Grund des Nominalismus. Auf diesen Bereich, auf das Konzept der kritischen Auflösung des Weltbegriffs, bezieht sich das der Erinnerungsarbeit zugrunde liegende Erkenntnisprogramm, Anwendung des Prinzips „nichts Vergangenes ist nur vergangen“, und das Wort vom Lösen.
Das Wissen bezieht sich auf den Primat der Vergangenheit: Gewußt wird nur das Vergangene (und das Zukünftige nur, soweit es unter die Vergangenheit sich subsumieren läßt); der Glaube unterliegt dem Primat der Zukunft: er bezeichnet real sowohl die Treue zu den göttlichen Verheißungen als auch das homologein, die Nachfolge, die Umkehr und die Gottesfurcht (und nicht das Bekenntnis, das sich der Subsumtion des Glaubens unter das Gesetz des Wissens: unter die Form der Vergangenheit verdankt, und in dieser historischen Folge die Umkehr, die Gottesfurcht und die Nachfolge leugnet).
Zur Ermittlung dessen, was mit den Sumerern bezeichnet wird, den Namen der Chaldäer auflisten.
Gehört es nicht zu den verhängnisvollen Wirkungen der paulinischen Theologie, daß sie das prophetische Element im Gesetz unkenntlich gemacht hat?
Symbol und Allegorie: Die Allegorie ist in der Auseinandersetzung mit der heidnischen Götterwelt entsprungen, sie ist selber dadurch der Remythisierung verfallen: die urallegorische Gestalt ist in der Tat der Teufel. Und durch die Allegorie wurde das Symbol selber verhext. Waren nicht die von der Allegorie beherrschten Zeitalter immer auch Zeitalter der Verfinsterung des Symbols zur Orthodoxie? Das Symbolon lebt vom Bewußtseins des Bruchs, und wichtig sind die Bruchstellen: an ihnen wird sich die Wahrheit des Symbols erweisen. Als symbolische Gestalt der Wahrheit ist das Symbolon eben kein „Bekenntnis“; dazu wird es erst als Dogma im Kontext der Orthodoxie.
Nochmal zur Unterscheidung von Symbol und Allegorie: Die Allegorie ist eine Folge der Hellenisierung der Theologie, der philosophischen Logos-Spekulationen; sie ist an den Begriff gebunden. Das Symbol hingegen bezieht sich auf die Rückbeziehung des Logos zum Namen, seine Befreiung aus der Verstrickung in den Begriff; seinen Grund, seine Wurzel hat das Symbol in der benennenden Kraft der Sprache. – Aber was hat es dann mit der idealistischen Symboltheorie auf sich? -
30.06.93
Hat nicht die Unkenntnis des Blutsymbols, die Verwendung des Begriff „ad litteram“ und die Unfähgkeit zu Kritik des Weltbegriffs und in diesem Falle der Naturwissenschaften (die Rückprojektion unseres heutigen Bewußtseinsstandes in die frühe Christenheit), die Opfertheologie und das Dogma insgesamt verhext?
Die Natur ist die aufgedeckte Blöße der Welt, und die Materie die Scham.
Klingt nicht in dem paradiesischen „Sie waren nackt und sie schämten sich nicht“ die Verklärung an (der Stand vor der Verblendung durch Materie)? Steckt darin wie in dem anderen Satz „Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten, daß sie nackt waren“ nicht die Geschichte des Ursprungs der Materie?
Sind nicht die subjektiven Formen der Anschauung Fixierungen aufs Sehen und die Abstraktion vom Gesehenwerden (Grund des Prinzips: man darf alles, sich nur nicht erwischen lassen)? Die Abstraktion vom Gesehenwerden drückt sich selbst wieder in der Form der inneren Anschauung aus. Hier ist der Zusammenhang mit der Schicksalsidee begründet (Verinnerlichung des Schicksals als Grund des begrifflichen Denkens). Der Begriff der Materie bezeichnet die auf dem Sehen auf der Objektseite korrespondierende Scham. Die Heußsche „Kollektivscham“ hat nicht nur die Aufarbeitung der Vergangenheit blockiert, sie hat die Deutschen in die schicksalhafte Beziehung zur Welt, zum „Ausland“ gebracht, dagegen der Rechtsradikalismus heute so vergeblich wie selbstzerstörerisch aufbegehrt. Und kein Zweifel: Es gibt eine lustvolle Scham, wobei die Lust daher rührt, daß die Scham den Sich Schämenden von Schuldgefühlen befreit, indem es ihn von dem Subjektsein befreit, das den Schuldgefühlen zugrunde liegt. So ist die Scham der Keim des moralischen Trägheitsprinzips. Die Scham macht namenlos („Oh, wie gut, daß niemand weiß, …“), man begibt sich in der Scham außer Reichweite des Hörens.
Ein Papst, der Galilei rehabilitiert und der Inquisition guten Glauben bescheinigt, kann natürlich auch einen Pinochet seiner Freundschaft versichern (FR heute).
Eine Kirche, die sich so in ihrem Schuldverschubsystem verfangen hat, daß sie selber zur Schuldreflexion unfähig geworden ist, ist der Greuel am heiligen Ort.
Entspricht nicht die Beziehung von Kaninchen und Schlange in mancher Beziehung der des Hundes zum Mond: Gibt es diesen bannenden Blick der Schlange, und hat er etwas mit dem berüchtigten Blick Hitlers zu tun?
Während Seiters, Rühe, Hintze, auch Kinkel und Rexroth so aussehen, als könnten sie einen nicht anblicken, hat Schäuble den stechenden Blick.
Beelzebul, der Herr der Fliegen: Verhalten sich nicht die Insekten (Ursprung des Namens der Insekten?) zu den Blüten wie das Inertialsystem zum Licht und zur Materie? Sind die Insekten gleichsam lebendige Verkörperungen des Inertialsystems (ähnlich wie vielleicht die Dornen und Disteln und die Hörner der jüdischen Opfertiere)?
Sind nicht generell die symbiotischen Systeme in der Natur Repräsentanten der Doppelnatur des Lichts?
Bei Elisa (2 Kön?) steht die Geschichte von der Frau, die nach dem Tode ihres Mannes ihre Kinder in Schuldknechtschaft geben muß.
Ist nicht die Geldwirtschaft insgesamt ein System der Schuldknechtschaft, die sich auf die Naturwissenschaft bezieht wie die Trunkenheit Noes auf das Aufdecken der Blöße durch Ham.
Die in der Simson-Geschichte immer wiederkehrende Wendung „Da überkam ihn der Geist Gottes …“ ist sowohl komisch als auch ein noch aufzuklärender Hinweis auf die Beziehung des Geistes Gottes zu den Grundlagen der Gewalt, zu ihrem Naturgrund.
Die Welt ist das fensterlose Haus der Monade: die Isolationshaft des Subjekts. Nur die Kritik des Begriffs und die Wiedergewinnung der benennenden Kraft der Sprache führen heraus. Das „qui tollit peccata mundi“ ist das Ausbruchswerkzeug.
Der Antisemitismus (und sein kirchliches Pendant, der Antijudaismus) ist ein Versuch, sich die prophetische Kritik vom Leibe zu halten, der Verpflichtung des Votums für die Armen und die Fremden sich zu entziehen. -
29.06.93
Die Trinitätslehre gehört zu den Konstituentien des Weltbegriffs (des Objektivations- und Instrumentaliserungsprozesses).
Im orthos im Begriff der Orthodoxie steckt der gleiche Abstraktionsmechanismus, dem auch der Begriff der Orthogonalität sich verdankt. Damit hängt es zusammen, wenn die Geschichte der Orthodoxie sich als die Geschichte der drei Leugnungen begreifen läßt.
Das metaphorische Element, in dem die benennende Kraft der Sprache gründet, ist im griechischen Mythos, und zwar bereits in seinem Ursprung, im Bilde des Labyrinths (mit dem Minothaurus im Zentrum) vorgestellt worden. In der Metaphorik kann man sich wie im Labyrinth verirren. In der Philosophie wurde dieses Labyrinth von seiner metaphorischen Wurzel abgeschnitten und als Logik des Begriffs (der Begründung und der Reflexion) spiritualisiert. Hier gründet die Verführungskraft der (von ihren Wurzeln in der Schrift abgehobenen) Trinitätslehre. Die Welt des Mythos und der logische Zusammenhang der Philosophie sind zwei Seiten ein und derselben Sache.
Ist nicht die Sintflut und das „Alles ist Wasser“ beim Thales ein Symbol für den Ursprung des Weltbegriffs (mit dem das Ich die Schöpfung überflutet), und die Arche schon ein Prototyp des Turms von Babel?
Der Weltbegriff bezeichnet die Wände der Monade, der Naturbegriff die Spiegelung des Außen im Innern der fensterlosen Monade.
In ihren wesentlichen Gestalten ist die Philosophie ein Versuch des Auftauchens aus dem Meer des Vergessens, in dem das Leben der Gesellschaft sich bewegt. Steckt nicht in diesem Satz die Auflösung des Rätsels der großen Meerestiere?
Der Zusammenhang von Phylogenese und Ontogenese gilt auch für die Sprache und das Bewußtsein. Das Vergangene ist nicht nur vergangen, es steckt noch in uns drin.
Laßt die Toten ihre Toten begraben: In der Geschichtsforschung begraben die Toten die Toten; aber wird so nicht die Auferstehung vorbereitet? Eine Kirche, die an die Auferstehung der Toten glaubt, muß auch die Verantwortung für ihre eigene Vergangenheit übernehmen.
Ist nicht das Modell jenes augustinischen Konstrukts, wonach zum Glück der Seligen im Himmel der Anblick der Leiden der Verdammten in der Hölle dazugehört, die Beziehung von Reichtum und Armut: Zum „Glück“ der Reichen gehört das (unerträgliche und deshalb seit dem Ursprung des bürgerlichen Bewußtseins verdrängte) Bewußtsein der Leiden der Armen (das real ebenso unabänderlich ist wie nach kirchlicher Lehre das Leiden der Verdammten in der Hölle), denn diese Leiden sind die Quellen seines Reichtums, und er genießt sie zusammen mit seinem Reichtum. Verarbeitet wurde dieses Syndrom in der Opfertheologie, in der entsetzlich entstellten kirchlichen Rezeption von Joh 129. Hilft dagegen nicht die ungeheuerlich Wendung im Hebräerbrief (928 im Zusammenhang mit 104 und 11?
Zu Brot und Wein (Melchisedech):
– das Brot vom Himmel, die ungesäuerten Brote und das Gleichnis vom Sauerteig;
– die Beziehung des Weins zur Blutsymbolik (die noachidischen Gebote und die Trunkheit und die aufgedeckte Blöße Noahs), der Kelch (der Kelch des Neuen Bundes und Gethsemane: „Könnt ihr diesen Kelche trinken?“ und „Vater, wenn es möglich ist, laß diesen Kelch an mir vorüber gehn“, der Taumelkelch und der Becher des göttlichen Zorns, der Becher mit dem Unrat in der Apokalypse), Kelch des Segens und Kelch der Dämonen, Wasser, Wein und Blut.
– Sauerteig und Kelch (Ihr werdet ihn trinken, aber das Sitzen zu meiner Rechten oder meiner Linken habe nicht ich zu vergeben), Brot und Wein: Rechts und Links, Barmherzigkeit und Gericht.
Ist die Materie die Scham der Dinge, gleichsam der Erdboden, in den sie versinken möchten: das Sein wie die anderen? Ein Medium, in dem das Selbstsein als Schuld erfahren wird, dessen man sich schämen muß. Ist das Blut die Scham des Lebendigen, Substanz und Medium des Ursprungs und des Mediums des Schuldzusammenhangs des Lebendigen, Grund des Schicksals? (Wenn das Volk sich als Schicksalsgemeinschaft definiert: ist dann ein Volksstaat denkbar ohne das ius sanguinis?)
Der Blutkreislauf wurde in der gleichen Zeit entdeckt, als auch das heliozentrische System: das Kreisen der Planeten um die Sonne (und damit dem Erkenntnisgrunde nach, das Gravitationsgesetz) entdeckt worden ist. Gibt es eine Beziehung des Blutes zum kreisenden Flammenschwert des Kerubs, der den Eingang des Paradieses bewacht? Hat das Blut etwas mit dem Fall zu tun (ist das Blut das Realsymbol des Falles? Gibt es aus deisem Grund keine Sühne ohne das Blut? Und ist das Opfer der Sünde deshalb das Blutopfer? Denn „fast alle Dinge werden mit Blut gereinigt nach dem Gesetz, und ohne Blutvergießen gibt es keine Vergebung“ (Hebr 922), und „Fleisch und Blut können nicht das Reich Gottes ererben“ (1 Kor 1550).
Liegt nicht eine sehr tiefreichende logische Konsequenz darin, daß im Paradies bemerkt wird, daß die Menschen nackt waren, aber sich nicht schämten, während sie nach dem Sündenfall, nachdem ihnen die Augen aufgingen, „erkannten“, daß sie nackt waren: Die Scham selbst wird nicht mehr genannt; sie steckte in dieser „Erkenntnis“.
Ochs und Esel: Der Ochs kennt seinen Eigner, der Esel die Krippe seines Herrn (Jes 13). Was unterscheidet den Eigner vom Herrn? Der Ochse wird ins Joch gespannt und zieht den Ochsenkarren, dem Esel wird die Last aufgebürdet.
Läßt sich der Satz „Man soll dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden“ (Deut 254 und 1 Kor 99) nicht auf den „Umbau des Sozialstaats“ beziehen?
Sind die Billardkugeln, das gegenständliche Paradigma der mechanischen Stoßprozesse, nicht die neutralisierten Bücke des mythischen Zeitalters?
Zur Logik des Raumes: Wir nutzen die verdinglichende, objektivierende und instrumentalisierende Gewalt des Raumes, sind aber unfähig, das in den Beziehungen der Dimensionen versteckte Moment der Reflexion (das Rätsel der Reversibilität und Orthogonalität der Richtungen im Raum) zu begreifen, genauer: wir verdrängen es.
Die mathematische Form des Raumes verdankt sich der Abstraktion von jenem Zeitmoment, das am Ende der Geschichte der Physik im Prinzip der Konstanz der Lichtsgeschwindigkeit gleichsam zwangserinnert wird.
Das Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit klärt die Beziehung von Rechts und Links, von Wein und Brot, von Griechisch und Hebräisch.
Marx, Freud und Einstein: das Geld, das Bekenntnis und der Raum, oder Armut, Keuschheit und Gehorsam. (Die Physik ist nicht der Kloß im Hals, sondern der Stöpsel im Ohr.)
War nicht die Verklärung auf dem Berge Tabor die Antizipation des vollendeten Werks des Opfers der Sünde? Und hier wollte Petrus drei Hütten bauen: dem Moses eine, dem Elias eine und Jesus eine. -
28.06.93
Zur Logik des Raumes: Selbstreferenz und Rückkoppelung sind Momente der Logik der Instrumentalisierung und Subjektivierung der Wahrheit.
Zu Joh 129 vgl. Hebr 928, 104, 1011: In der Einheitsübersetzung wird das anenengkein, aphairein und perielein mit (hin-)wegnehmen übersetzt. Müßte man nicht bei genauerem Hinsehen differenzieren:
– 928: Nur hier ist das Wort auf Christus bezogen, auf seine einmalige Opferung (hapax prosenechtheis, von prosphero), und genau hier müßte es heißen: „die Sünden opfern“, „darbringen“ („anenengkein hamartias“, anenengkein: Inf. Aor. v. anaphero) und nicht: sie „hinwegnehmen“.
– 104 und 1011: Hier heißt es in der Tat „wegnehmen“, aber das nicht im Zusammenhang einer positiven Aussage über das Opfer Christi, sondern von negativen über
. „das Blut von Stieren und Böcken“, das „unmöglich Sünden hinwegnehmen“ könne, und über
. den Priester, der „viele Male die gleichen Opfer dar(bringt), die doch niemals Sünden wegnehmen können“.
Enthält die ungeheure Vorstellung, daß Jesus „die Sünden“ und nicht sich selbst für die Sünden „opfert“ eine sehr präzise Erläuterung zu Joh 129, zum „ho airon tän hamartian tou kosmou“ (ist das tän hamartian nicht ein Singular: das Lamm Gottes, das „die Sünde der Welt aufnimmt“, nicht die Sünden?).
Zu Joh 129 vgl. 1 Joh. 35, lt. Einheitsübersetzung: „Ihr wißt daß er erschienen ist, um die Sünde wegzunehmen …“, wörtlich: …, hina tas harmatias arä. Das arä kommt vom gleichen Verb wie das ho airon in Joh 129 (von airo, nehme auf, ziehe empor, erhebe, hebe auf) und wäre wie dort mit „aufnehmen“, nicht „hinwegnehmen“, zu übersetzen.
Daß die Sünden geopfert, und durchs Opfer „gesühnt“, „hinweg-genommen“ werden „wie durch Feuer“, nicht durch Unterwerfung,
– paßt zu dem Wort: „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer“, denn die Barmherzigkeit ist das (Schlacht-, Brand-, Versöhnungs-) Opfer der Sünde;
– macht verständlich, weshalb das Opfer Abels (das Tieropfer) angenommen, das des Kain (die Früchte des Feldes repräsentieren nicht die Sünde) aber zurückgewiesen wird;
– hängt auch mit der Melchisedech-Tradition (in der nicht die Früchte des Feldes, sondern deren Verarbeitungsprodukte: Brot und Wein geopfert werden) zusammen;
– wirft ein neues Licht auf das Passah-Opfer vor dem Auszug aus Ägypten (den Erstgeborenen der Ägypter entspricht das Passah-Lamm, mit dessen Blut die Pfosten der Türen bestrichen werden);
– befreit die Blutsymbolik vom Schein der entsetzlichen „Metzger“-Theologie (zum Blutsymbol vgl. dessen Beziehung zum pflanzlichen Blattgrün und zum kopernikanischen System);
– befreit den Opferbegriff vom Bann des Tauschprinzips.
Entspricht der Verinnerlichung des Opfers nicht das Verständnis des Objektivations- und Verweltlichungsprozesses selber als Opfer, das die Religion von der blasphemischen Tradition ihrer Instrumentalisierung (wie durch Feuer) reinigt?
Durch die Vorstellung einer „Entsühnung der Welt“ (durch die Opfertheologie, die selber Produkt einer Instrumentalisierung ist) wird der Instrumentalismus freigesprochen und die Idee des objektiven Ziels (der Parusie) abgeschnitten: durch die „Entsühnung der Welt“ wird der Himmel zerstört.
Eph 55: „Kein unzüchtiger, schamloser, habgieriger Mensch – d.h. kein Götzendiener – erhält ein Erbteil im Reich Christi und Gottes.“ Hat das „unzüchtig, schamlos und habgierig“ (und insgesamt der „Götzendienst“) etwas mit den drei evangelischen Räten zu tun? Dann müßte „schamlos“ der Kontrapart zum „Gehorsam“ sein. Aber sind nicht „unzüchtig, schamlos und habgierig“ heute die Konstituentien der Welt?
Kol 213: „Gott aber hat euch zusammen mit Christus lebendig gemacht und uns alle Sünden vergeben.“ Hier verknüpft Paulus die Vergebung der eigenen Sünden mit der Auferweckung der anderen! -
27.06.93
Merkwürdige Bileams-Geschichte: Die Verführung durch die moabitischen Frauen: Essen von Götzenopferfleisch und Unzucht (Off 214, vgl. dazu Num 22-24, und 251-3, 318,16, Jos 1322 u.a., 1 Kor 7-10, 2 Petr 215, Jud 111). Besteht ein Zusammenhang mit der anderen Bileams-Geschichte: mit der Weigerung, den Fluch über Israel zu sprechen (und der Rolle des Esels und des Engels in dieser Geschichte)? Gibt es eine Beziehung zur Ruth-Geschichte, die auch eine Moabiterin war, dann in den Stammbaum Davids und Jesu hineingekommen ist
Sind nicht bei den Bewegungen im Raum zu unterscheiden:
– die reine Trägheitsbewegung, die von der Seite gesehen wird (Rechts und Links),
– die Bewegung auf uns zu und von uns weg (im Angesicht und hinter dem Rücken), die uns als Größer- bzw. Kleinerwerden des Objekts erscheint, und auf die wohl primär das Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit sich bezieht (vgl. den Doppler-Effekt), und
– die Fallbewegung (Oben und Unten).
Im Inertialsystem wird die Seitensicht zur Totalen gemacht.
Hat die Geschichte von den drei Leugnungen nicht auch die Bedeutung, daß sie das perspektivische Moment in der Wahrheit hervorhebt, ihre Beziehung zur Reflexion, wobei die dritte Leugnung das Ende der Fallbewegung bezeichnet (den Fall als Grund der Reflexion in die Reflexion mit einbezieht). Aber steht das nicht auch in Beziehung zur Geschichte des Nominalismus, daß diese letzte Stufe, die die der sogenannten Postmoderne ist, das Konzept der Moderne in der Tat destruiert. Dagegen an der Moderne festhalten begründet einen neuen Dogmatismus und führt in die „Neue Unübersichtlichkeit“. Anders als bei Hegel, bei dem die Natur den Begriff nicht halten kann, kann hier der Begriff sein Objekt nicht mehr halten.
Zum Begriff der Welt-Religion: War nicht die christliche Mission, ähnlich wie die islamischen Eroberungen, ein Versuch, das, was wir heute Natur-Religionen nennen, gleichsam auf Welt-Niveau zu heben (die Einheit der Welt durchzusetzen: deshalb war die Mission vom Kolonialismus nicht zu trennen und diese Durchsetzung der Einheit der Welt der Beginn ihrer Selbstzerstörung)?
Wäre es nicht ein fantastisches Programm, die Geschichte der Menschheit insgesamt als Sprachgeschichte zu begreifen (Voraussetzung wäre es, zu begreifen, daß die alten Schriftsprachen alle Kunstsprachen waren, insbesondere das Hebräische, das Griechische und das Lateinische, während erst die modernen Sprachen gesprochene Sprachen, und zwar erstmals reflexions- und deshalb literaturfähige gewordene gesprochene Sprachen sind)? Die Konstruktionsprinzipien der Sprachen sind alle Ausdruck des historischen Prozesses.
Die Geschichte der Mode als eine Geschichte der Scham begreifen.
Zwischentitel:
– Joh 129,
– der kantische Versuch der Definition des Natur- und Weltbegriffs,
– der Weltbegriff und die Bekenntnislogik, die Natur und das Dogma;
– im Angesicht und Hinter dem Rücken;
– die Logik des Raumes (die Logik der Rückkoppelung, selbstreferentielle Strukturen; das Geld und das Bekenntnis; Trinitätslehre und Opfertheologie);
– Maria Magdalena,
– die sieben Siegel der Offenbarung,
– Hören und Sehen,
– der Haß der Welt,
– Rechts und Links,
– alles ist Wasser: Thales und die Sintflut,
– Turmbau zu Babel,
– und es ward Licht,
– als Mann und Weib schuf er sie,
– die drei Leugnungen Petri,
– das Substantiv und der Name,
(bleibt fortzusetzen). -
26.06.93
Mit dem Weltbegriff wurde die Herrschaft der Vergangenheit über die Zukunft etabliert, damit die Quelle des Fortschritts eröffnet und die Erinnerungsfähigkeit domestiziert (abgeschnitten). In diese Geschichte ist das Christentum als Lehre und als Institution solange unheilbar verstrickt, wie es seine eigene Vergangenheit, nämlich die jüdische Tradition, nur in der durchs Dogma entstellten, antijudaistischen Gestalt erinnert.
Bezieht sich das zweite bara in der Schöpfungsgeschichte (die Erschaffung der großen Seeungeheuer) auf den Staat?
Ist die Metzsche Ersetzung der Sensibilität durch die Empfindlichkeit nicht ein Anpassungseffekt?
Die Erweckungsgeschichten: der Jüngling von Naim, die Tochter des Jairus und Lazarus.
Der Begriff der Gesellschaftskritik hatte auch ein Stück Exkulpations- und Alibifunktion: Schuldig waren die, die sich mit dieser Gesellschaft identifizierten, sie repräsentierten; der Gesellschaftskritiker war (wie generell der Empörte) durch seine Kritik (Empörung) ausgewiesen als einer, der der Schuld enthoben war. Auf die Änderung kam es schon gar nicht mehr an.
War nicht die Enttäuschung der Parusieerwartung durch ihre Folgen (durch einen selbstreferentiellen Rückkoppelungseffekt) selber eine der Ursachen der Verzögerung, des Ausbleibens der Parusie? War sie nicht selber ein Teil der Parusieblockade? Und ist nicht das Dogma der Felsen, in den das Grab gehauen war, und der Stein vor dem Grab? Aber am Ende wird sich erweisen, daß das Grab leer ist. Als Petrus und der andere Jünger (Joh 203ff) zum Grab liefen, war der andere Jünger als erster am Grab, aber Petrus ging als erster hinein.
Ist nicht der Begriff einer Enttäuschung der Parusieerwartung nur ein taktvoller Ausdruck für die Verdrängung der Parusieerwartung, und das etablierte Christentum die Erfüllung einer selffulfilling prophecy? Die Christen haben das letzte Wort am Kreuz umgekehrt: Sie vertrauen auf die Vergebung Gottes, indem sie sich bemühen, nicht mehr zu wissen, was sie tun. Wenn auch der neue Katechismus wieder die Barmherzigkeit Gottes in die Sündenvergebung legt, so apelliert er genau an diesen Mechanismus. Begründet ist das ganze in einem Personalismus, der die Schuld verrechtlicht, sie an das Prinzip der Zurechenbarkeit (und damit ans Prinzip des Beweises) knüpft, und dann nach dem Motto lebt, was die Welt nicht weiß, macht mich nicht heiß.
Der Rechtsradikalismus heute hat seine Wurzeln nicht auf der Bekenntnisebene (im „Rassismus“), sondern auf der Verhaltensebene: in Ritualen und Wiederholungszwängen. Das ist es, was die Linken so irritiert, die selber von der idealistischen Vorstellung, daß das Tun in Vorstellungen und Ideen gründet, nicht mehr loskommen. Der Rechtsradikalismus zeichnet sich dadurch aus, daß er die Bekenntnislogik endlich vom Inhalt des Bekenntnisses gelöst, sie auf ihre Identifikationsfunktion reduziert und so zu einer reinen Verhaltenslogik gemacht, damit aber erstmals analysierbar gemacht hat.
Läßt sich nicht die Kritik des verdinglichenden Denkens und die Kritik des Weltbegriffs aus dem „Richtet nicht …“ herleiten?
Steckt die Beziehung des Glaubens- zum Schuldbekenntnis nicht in dem Schein der Schuldbefreiung (der „Rechtfertigung“) durch den Glauben, in der falschen, weil autoritären Plausibilität der Vorstellung, daß Er, wenn ich Ihn als den Herrn anerkenne, mich dafür lieb haben wird? Hier ist nicht mehr die Tat, sondern wie ich angesehen werde: das Erwischtwerden entscheidend (Problem der Scham). Und geht es nicht genau darum in der Geschichte von den drei Leugnungen: repräsentieren die Umstehenden nicht die Welt, die Ursache der Scham?
Auschwitz ist die Frage an Petrus (die Kirche) vor der dritten Leugnung, und die Kollektivscham (der neue Katechismus, mit dem die Kirche der Kollektivscham ausweglos verfällt) die mit der Selbstverfluchung verbundene dritte Leugnung.
Die Sorge um die Zukunft und die Sorge um den andern gehorchen der gleichen Logik.
Auch das „Liebet eure Feinde“ ist (wie die Umkehr und das „Richtet nicht …“) ein erkenntnistheoretisches Prinzip: Es ist ein Sinnesimplikat der Kritik der Verdinglichung. Der Objektbegriff selber ist Repräsentant des Feindes im Objektivierungsprozeß, der von der Unterwerfung des zum Objekt Gemachten sich nicht trennen läßt. Das Urteil gründet im Schuldzusammenhang und konstituiert ihn zugleich; diesen Zusammenhang erstmals in die Nähe der Erkenntnis gebracht zu haben, ist das große Verdienst der kantischen Transzendentalphilosophie. Das Gebot der Feindesliebe ist nicht zu trennen vom Nachfolgegebot und seiner Begründung in Joh 129, von der „Übernahme der Sünden der Welt“. Die dogmenbegründende Opfertheologie perpetuiert das Feindbild und seine Logik (die Bekenntnislogik, die durch das opfertheologische Konstrukt der „Entsühnung der Welt“ und durch das Opfer der Vernunft das Bekenntnis von der Erkenntnis trennt). Sie hat seit je mehr an den Teufel als an Gott geglaubt.
Ist nicht das lateinische ire (gehen) ein reines Infinitivsuffix? Hat dieses ire etwas mit ira (Zorn) zu tun? Was bedeuten Verben wie dare (geben) und fere (tragen), die das Infinitivsuffix nur an einen Vokal binden? Gibt es nicht auch zu den gestae (Geschehnissen) einen Infinitiv gere?
Nochmal zum Sein:
– Ist nicht auch das esse ein reiner Infinitivsuffix? Dann aber diese merkwürdige Folge sum, es, est, sumus estis, sunt, mit gleichen Stämmen
. in der 1. Pers. sing. und der 1. und 3. Pers. pl. (ich, wir und sie) bzw.
. der 2. und 3. Pers. sing und der 2. Pers. pl. (du, er, sie, es und ihr).
Hat das sum, sumus, sunt etwas mit sumere (nehmen) zu tun, das auf die merkwürdige (instrumentalisierende) Beziehung des Seins zum Eigentumsprinzip verweisen könnte?
– Ist das Griechische einai ein durch das -ai suffigiertes Infinitivsuffix -ein? Gibt es das Suffix -ai auch sonst noch im Griechischen, ist es vielleicht Ausdruck einer Hypostasierung (durch Pluralisierung)?
– Im Deutschen sind die Stammbindungen anders verteilt: bin, bist, ist, sind, seid, sind: Verbunden sind das ich und du, dann die Pluralbildung, während die 3. Pers. sing. (und anders die 3. Pers. pl., die rückwirkend auch die 1. Pers. pl. bestimmt: Selbstobjektivierung des wir!) an die entsprechende lateinische Bildung anklingt.
– Im Englischen ist der Infinitiv von Sein (das to be) von den präsentischen Deklinationsformen getrennt (am, are, is, are, are, are, mit der merkwürdigen Identität aller Pluralformen mit der 2. Pers. sing. – Zusammenhang mit dem to be, der Hypostasierung des Präfixes be-?).
Zur Sprachlogik des „Seins“ vgl. auch die Frage der Perfektbildungen mit den Hilfszeitverben haben und sein (im Englischen nur mit have). Ich habe getan, ich bin gewesen (I have been).
Wird der Ausdruck „(diese) Person“ nur von Frauen über Frauen im diskriminierenden Sinne gebraucht? Bei einem Mann ist ein vergleichbarer Ausdruck „(der) Kerl“. Ist im Falle des Personbegriffs nicht gemeint, daß hier eine Frau sich herausnimmt, Person zu sein, was doch nur einem Mann zusteht? Und drückt darin nicht auch sich aus, daß der Personbegriff sich als Produkt einer Projektion begreifen läßt: als Produkt der Personalisierung; indem ich jemand als Person bezeichne, halte ich ihn für sein Tun rechtlich und moralisch verantwortlich. (Vgl. den theologischen Ursprung und Gebrauch des Personbegriffs in der Theologie: bei Tertullian; Grund der urpatriarchalischen Trinitätslehre?)
Mit herauszuhören ist beim diskriminierenden Gebrauch des Personbegriffs auch der Anklang an die Diskriminierung der Prostitution, die weniger an die Verletzung des Sexualtabus (dann müßte die Diskriminierung sich gegen den Mann richten) als an das Problem der Emanzipation (der aktiven Teilnahme von Frauen am Warenverkehr) erinnert. Ist nicht der diskriminierende Personbegriff ein veralteter Ausdruck für das, was heute „Emanze“ heißt? Und rührt das ganze nicht viel mehr an das Problem der Ehe und deren Verstrickung in den historischen Prozeß (und an die politischen Konnotationen der Sexualmoral bei den Propheten)? Kulminiert dieser Konflikt nicht heute in der Werbung, die nicht nur den Tod verschweigt, sondern jeden Genuß auf den der sexuellen Gewalt reduziert (zurückführt)? Wäre nicht anhand der Werbung (und ihrer Vorform: der Propaganda, deren Begriff kirchlichen Ursprungs ist) zu demonstrieren, was heute Keuschheit heißen müßte, zusammen mit der Reflexion des Sachzwangs: Es gibt keine Massenproduktion (weder von Waren, noch von Christen) ohne Werbung. Die Produkte müssen sich (wie Babylon durch den Turm, wie die Christen seit Antiochien) einen Namen machen. Seitdem kann man sich dem Zwang, in jeder sprachlichen Äußerung nur noch herauszuhören, wofür oder wogegen einer ist (der Erkenntnis des Guten und Bösen), fast nicht mehr entziehen kann.
Merkwürdige Beaobachtung beim Scharping (gestern in der ARD): Was hatte es zu bedeuten, wenn er in der Befragung gestern abend beim Wechsel des Fragenden jedesmal mit einer Wendung des Kopfes reagierte, die auszudrücken schien, welche Mühe es ihm bereitete, sich von der vorhergehenden Frage (und dem Fragenden) zu lösen, um der neuen Frage sich zuwenden zu können?
Im Angesicht Gottes, oder wie hängen Sehen und Hören mit einander zusammen? Sind nicht die Blinden und die Tauben, nur beide mit charakteristischen Differenzen, auch von physiognomischen Wahrnehmungen und Erkenntnissen bestimmt? Die physiognomischen Wahrnehmungen des Blinden und seine Art der Aufmerksamkeit unterscheiden sich signifikant von denen des Tauben: Der Blinde lebt vom natürlichen Vertrauensvorschuß, während der Taube dem paranoiden Mißtrauen nur mit großer Anstrengung sich entziehen kann. Ist nicht die Erfahrung des Hasses der Welt eher ein Sinnesimplikat eher des Hörens als des Sehens? Und muß nicht, wer mit den Augen hören lernen will, durch diesen Haß der Welt hindurch? An diesem Haß der Welt habe ich als Sehender größeren Anteil denn als Hörender; er wird auf den begriffslosen Begriff gebracht durch die subjektive Form der äußeren Anschauung: durch die Form des Raumes. Heute vergeht dem wirklich Sehenden das Hören, dem wirklich Hörenden das Sehen. Aber lernen müßten wir, mit den Augen zu hören und mit den Ohren zu sehen. Steckt nicht das in dem Wort: Wer euch angreift, greift meine Augapfel an.
Hat es nicht doch eine ganz anderen metaphysischen, oder genauer prophetischen Hintergrund, wenn heute die Beziehung der Geschlechter nicht mehr im Kern durch die Ehe, sondern durch den Zustand der Welt (der prophetisch im Bilde der Ehe zu begreifen wäre) definiert werden?
Anhand der Ehe wäre zu demonstrieren, welche Bedeutung die Sakramente einmal für das „Bestehen der Welt“ (im objektiven, logischen, wie im subjektiven, moralischen Sinne) hatten, und welche Kräfte, Zwänge und Notwendigkeit hier wie auch bei der Säkularisation der anderen „Sakramente“, in der Geschichte des modernen Staates, wirkten und zugleich sich entfalteten, freigesetzt wurden (Ursprung der modernen Staatsmetaphysik). Diese Geschichte steht in Wechselwirkung mit dem Ursprung und der Entfaltung des Inertialsystems: Hier wurden die Sakramente zu den Siegeln (mit dem Nationalismus als säkularisierter Eucharistie: vgl. Bölls Sakrament des Büffels), deren Lösung die Apokalypse beschreibt.
Ist nicht die Säkularisierung der sieben Sakramente beschrieben in Geschichte von den sieben unreinen Geistern? Und bezieht sich das Wort vom Binden und Lösen nicht auf diese sieben Sakramente? Welche Bedeutung hat in der Johannes-Apokalypse (108ff) das Essen des Buches (im Munde süß, im Magen bitter)? Gibt es eine Beziehung zum Trinken des Bechers des Zorns? Ist das nicht die letzte Gestalt der Eucharistie? (Vgl. 1 Kor 1125ff)
Was bedeutet das to arnion to esphagmenon (Offb 512, lt. Einheitsübersetzung: das Lamm, das geschlachtet wurde) wörtlich? Ist nicht das im Katechismus zitierte entsetzliche Lumen gentium-Wort von der „liebenden Zustimmung zur Schlachtung des Sohnes“ eine projektive Verarbeitung der Schuld, ohne die das Amt des Papstes nicht mehr zu ertragen wäre? Es reicht nicht mehr, nur Jesus die Schuld der Welt aufzubürden; auch diese Schuld (der Verdrängung, der zwangshaften und vergeblichen Wiederholung des Opfers) muß noch abgewälzt werden auf Maria: So wird sie zur „Mittlerin aller Gnaden“. Da ist das Stabat mater ehrlicher. Gibt es nicht ein herzzerreißendes und steinerweichendes Weinen?
Diese ungeheure Schwammspinner-Johannistrieb-Natursymbolik? Wann begreifen wir’s endlich?
Bezieht sich die Vertreibung der Geldwechsler aus dem Tempel auf das finster gewordene Geheimnis des Bußsakraments?
Hängt der Patriarchalismus des Christentums mit dem Gebrauch des Personbegriffs in der Trinitätslehre zusammen? Welche Bedeutung hatte hier die Übertragung der Theologie aus der griechischen in die lateinische Sprache (Tertullian)? -
25.06.93
Heute eine Polemik von WoS (Wolfram Schütte) gegen Hans Magnus Enzensberger in der Rundschau, die durch die Enzensberger-Zitate sich selbst den Boden entzieht, und auf die Adornos Satz anzuwenden wäre: daß die Studenten heute nur noch heraushören, wofür oder wogegen einer ist, aber auf eine inhaltliche Diskussion sich nicht mehr einlassen. Hat diese Mode ihren Ursprung nicht in der Habermas-Schule (von Brauckhorst über Metz bis zum Feuilleton der FR), mit der Etablierung bekenntnisartiger Kollektiv-Urteile (durch die man sich als zugehörig ausweisen kann) z.B. über die „Dialektik der Aufklärung“ („veraltet“) und die Postmoderne, durch Tickets, an denen sich die Gruppen-Angehörigen erkennen?
Die durch den Liberalismus verwilderten Wirtschaftsinteressen: Gibt es nicht eine Ähnlichkeit mit dem Naturbegriff der Grünen?
Wir Deutsche kommen von Auschwitz nicht los: Sind nicht die deutschen Krimis (Derrick, Der Alte, Tatort, auch die deutschen Inszenierungen von Eurocops) allesamt Auschwitz-Verdrängungs-Krimis, projektive Exkulpierungs-Veranstaltungen, Ausdruck des nicht mehr auslöschbaren Strafbedürfnisses? Hier geht es nicht mehr um die Aufklärung eines Verbrechens, sondern um die Gewißheit, daß der Verbrecher gefaßt und seiner gerechten Strafe zugeführt wird. Verglichen mit Agatha Christie, Conan Doyle, allgemein dem englischen, auch dem französischen oder italienischen Detektivfilm, die Fragen der Logik oder der Moral lösen wollen, geht es den deutschen Krimi-Serien um den Nachweis, daß der Verbrecher, der in der Regel schon zu Beginn des Films bekannt ist, in jedem Falle erwischt wird, und um das Interesse des Zuschauers, im eigenen Nicht-erwischt-worden-Sein den Schein der eigenen Unschuld zu genießen. Im letzten Krieg, gleichzeitig mit den Verbrechen in Auschwitz, gab es u.a. den Spruch, man habe doch niemanden umgebracht, mit dem man sich vor sich selbst und den anderen der eigenen Unschuld versicherte. -
24.06.93
Die Kritik des Weltbegriffs ist die Grundlage einer Metakritik der Kritik der reinen Vernunft.
Zum Begriff der Lebenswelt: Schicksal ist der Schuldzusammenhang des Lebendigen. Auch die Fachwelt ist eine Lebenswelt, die des Fachidioten. Ist nicht auch der Begriff des Lebens „idiotisch“, und der Weltbegriff ohne den des Lebens nicht zu denken?
Ps 165: „Der Herr ist Teil meines Erbes und mein Becher.“ Was hat das Erbe mit dem Becher, und haben vielleicht beide etwas mit dem Blut zu tun?
Ist nicht die Blutsymbolik, wenn sie nicht, wie in dem Katechismus-Zitat aus Lumen Gentium, zum Kern einer Metzger-Theologie werden soll, eigentlich die Aufforderung, der Entfremdung bis ins Innere der physis nachzuspüren: ein Einspruch gegen die Urteilslogik, gegen die Trennung von Gegenstand und Begriff, Leib und Seele?
Eine Assoziation zu dem Lumen-Gentium-Zitat: Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber; und ist nicht die katholische Marien-Verehrung zum Infektionskeim einer solchen Dummheit geworden?
War nicht der Arbeitstitel „Religion als Blasphemie“ eine Art Forschungsprogramm zum Begriff „Greuel am heiligen Ort“?
Bis auf wenige Ausnahmen scheint es im Hebräischen keine Prä-und Suffixe zu geben (s. die Stichworte Präfigierung und Suffigierung in der Hebräischen Grammatik). Zu diesen wenigen Ausnahmen gehören das b‘, das ha-, das -oth und das -im, die alle auf Nomen und deren genus und numerus sich beziehen. Kann es sein, daß die Konjugationen der Verben, die über die Vokalisierung laufen, unters Bilderverbot fallen (und die hebräische Schrift deshalb eine Konsonantenschrift ist)?
Hat das hebräische b‘, als Orts- oder Zielbestimmung, etwas mit dem Präfix be- (auch dem englischen to be) zu tun (so daß im Enlischen und Deutschen dieses telos-bestimmende b‘ zusammen mit seiner Instrumentalisierung gedacht wird, woraus sich dann zwanglos der Übergang vom englischen to be zum deutschen Sein sich herleiten ließe: Zusammenhang der Instrumentaliserung mit der Umwandlung in anonymes Eigentum, in „Sein“)?
Das Vorhandene ist herrenloses Gut.
Hängt das Sein nicht mit dem „Es gibt“ zusammen, wobei das Es als anonymisierter, vergesellschafteter Gesamteigentümer (Begründung des Nationalismus in der Dinglogik der Geldwirtschaft) zu verstehen wäre (vgl. das Hegelsche System-Programm, das die Substanz als Subjekt zu begreifen sich vornimmt, das dann direkt in die Staatsmetaphysik hineinführt)? Auch der kantische Begriff des „Gegebenen“, der das Sinnliche als ein von außen ans Subjekt Herankommendes vorstellt, erinnert an diesen Zusammenhang. Dieses Es ist seit dem Ursprung der Philosophie als Natur vorgestellt worden.
Ist das Geben nicht eine reine Präfix-Bildung, zusammengesetzt aus ge- und be-, während das dem entsprechende lateinische dare (Dativ) auf das deiktische da- (vgl. das Du und seine Ableitungen und die bestimmten Artikel im Deutschen) zurückweist?
Die subjektiven Formen der Anschauung sind die Mühle, die der gefangene, geblendete und gefesselte Simson im Gefängnis der Philister drehen mußte (Ri 1621).
Liegt hier nicht der Schlüssel für den Namen des ägyptischen Sklavenhauses: Gibt es ein Haus (als Objektivation der Form des Raumes) ohne Sklaven?
Enden nicht die Bücher der Könige damit, daß der Pharao seitdem keinen Kriegszug mehr aus Ägypten heraus geführt hat, nachdem der König von Babel ihm alles genommen hat, vom Grenzbach Ägyptens bis zum Euphrat, und auch Jerusalem erobert und geplündert und die Juden in die Deportation geführt hat.
Ist nicht der Neofaschismus in diesem Land auch ein Reflex auf die ekelhafte Anbiederung an das „Ausland“, die davon ausgeht, daß alles, was die andern Staaten tun, doch auch uns erlaubt sein müsse. Und da scheint Kinkel in der Konsequenz seines vorlaufenden Gehorsams noch den Genscher zu übertreffen. Hat nicht diese Bundesregierung in der „Wiedervereinigung“ nur die Chance des nationalen Gefühls gesehen, aber die praktischen Aufgaben und die Situation, auf die sie konstruktiv hätte reagieren müssen, nicht wahrgenommen, sondern das Land den durch die liberale Wirtschaftspolitik verwilderten Wirtschaftsinteressen überlassen und ausgeliefert.
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