• 21.02.94

    Kontrafaktische Urteile sind seit je Mittel der nationalistischen Geschichtsschreibung gewesen. Daher die Neigung zur Paranoia, deren Opfer dann die Linken, die Juden, die Verräter (von Judas bis zur Dolchstoßlegende) waren.
    Nach Hegel (vgl. Enz., Anm. zu ? 143) gehören kontrafaktische Urteile zum Scharfsinn des leeren Verstandes.
    Unterm Bann des Inertialsystems gibt es zum Nationalismus keine Alternative.
    Offene Wunde Vergangenheit, das kreisende Flammenschwert oder die Trennung des Planetensystems vom Tierkreis (die Benennung der Tiere und der Schrecken der Tiere).
    Der Tempel war nicht das Haus Gottes, sondern das Haus seines Namens. Gott selber: Der Himmel ist sein Thron und die Erde der Schemel seiner Füße. Hat Kopernikus Gott entthront?
    Das Wort vom Binden und Lösen: Bezieht es sich nicht auf den Staat und den Begründungszusammenhang von Staat und Astronomie (und Bekenntnistheologie)? Und sind die „ehernen Gesetze“ der Astronomie nicht die Kehrseite der Wasser oberhalb des Firmaments (der Wasser, aus denen die Philosophie mit Thales aufgetaucht ist, und die seitdem als Staat die Erde wie den Meeresboden bedecken)? Gehört dazu nicht das Wort: Ich bin gekommen, Feuer vom Himmel zu bringen, und ich wollte, es brennte schon (Grund und Gegenstand einer Theorie des Feuers)?
    Wer sind die Noah, Daniel und Hiob bei Ezechiel (wann sind die Bücher Daniel und Hiob entstanden)?

  • 20.02.94

    Die „an sich seiende Wirklichkeit“, auf die sich das Handeln bezieht, ist „eine absolute Vielheit der Umstände, die sich rückwärts in ihre Bedingungen, seitwärts in ihrem Nebeneinander, vorwärts in ihren Folgen unendlich teilt und ausbreitet. – Das gewissenhafte Bewußtsein ist dieser Natur der Sache und seines Verhältnisses zu ihr bewußt …“ (S. 472) Die Umstände bilden demnach eine Fläche, keinen Raum: Das Oben ist durchs Selbstbewußtsein besetzt, unten ist das Objekt.
    Zur Geschichte des Empirismus gehört es, daß das Bewußtsein, das in der Erkenntnis dabei sein will (Hegel: Enzyklopädie, S. 38, 64), am Ende daraus verschwindet, nachdem die Welt (Hegel: die Substanz) zum Subjekt der (vergesellschafteten) Erkenntnis geworden ist.
    Das Tauschprinzip verwandelt die Gesellschaft in eine anorganische Natur (ohne die es eine „organische Natur“ nicht gibt) und begründet so die Erkenntnis der „anorganischen Natur“, das Inertialsystem.

  • 19.02.94

    Muß Hegel nicht den göttlichen Zorn leugnen (Ph.d.G., S. 564), um das Weltgericht begründen und rein herausarbeiten zu können (um nicht sehen zu müssen, daß das Jüngste Gericht nicht das Weltgericht ist, sondern das Gericht der Barmherzigkeit über das gnadenlose Weltgericht, dem auch Hegels Philosophie verfallen ist, und der göttliche Zorn eine Manifestation dieser Barmherzigkeit)?

  • 18.02.94

    Die Frage, was es mit der „Leberverfettung“, die er bei der Ultraschall-Untersuchung festgestellt hatte, auf sich habe, beantwortete der Arzt heute nur mit dem Hinweis, es sei eine allgemeine Wohlstandserscheinung. D.h. er ließ die Frage, die auf mögliche gesundheitliche Auswirkungen sich bezog, unbeantwortet. Seine Antwort unterstellte, daß Normabweichungen Schuldgefühle hervorrufen, daß diese hier aber unerheblich seien, da es sich um eine allgemeine Erscheinung handle (die Leberverfettung ist nur medizinisch eine Normabweichung, nicht aber gesellschaftlich). – Welche Vorstellung haben diese Ärzte eigentlich von ihren Patienten, und welche Erfahrungen machen sie mit ihnen: kann es sein, daß es den Patienten heute vorrangig um den Abbau von Schuldgefühlen geht und nicht um das Menschenrecht, über ihre gesundheitlichen Probleme informiert, sachgemäß therapiert und am Therapieprozeß selber beteiligt zu werden? Und konvergiert das nicht mit der Absicherung des Interesses von Ärzten, den Patienten aus der Therapie herauszuhalten, ihn auf die reine Objektrolle zu fixieren, vom Therapiebedürfnis abzulenken, um dann umso ungestörter dem Eigeninteresse an einer möglichst umfassenden Nutzung aller abrechnungsrelevanten Untersuchungen, die sich aus der Symptomlage ableiten lassen, nachgehen zu können?
    Die Unterscheidung von Ding und Sache (Grund der modernen europäischen Sprachen und Institutionen) ist durchs kirchliche Christentum (durch Dogma und Bekenntnislogik) vermittelt. Im Lateinischen waren beide noch ungeschieden in der res enthalten (wie im Griechischen im pragma). Liegt nicht das kantische Ding an sich in der Linie der Konsequenz der mittelalterlichen katholischen Eucharistie-Verehrung (und diese in der opfertheologischen Umformung der res publica)? Läßt nicht das Spezifische der Hegelschen Logik an der zentralen Stellung des Dingbegriffs in ihr (und seiner Beziehung zur Logik des Dogmas) sich entfalten? Zum Verhältnis von Ding und Eigenschaft (zum hypostasierenden, verdinglichenden Denken) gibt es weder in der griechischen Philosophie noch in der lateinischen Theologie eine Entsprechung. Die logische Ableitung dieses Verhältnisses, deren Voraussetzung die kantische Erkenntniskritik als Transzendentalphilosophie geschaffen hat, war erst im Kontext der Hegelschen Logik möglich, die durch den Dingbegriff den Rahmen einer bloßen Urteilstheorie gesprengt, zugleich aber den mit der Opfertheologie in der Theologie selber initiierten Säkularisationsprozeß zu Ende geführt hat.
    Hat das „dritte Bewußtsein“ (Ph.d.G., S. 399) etwas mit der dritten Leugnung (dem Eindringen der Umstehenden, der Welt, auf Petrus) zu tun? Ist das Ziel der Aufklärung das Wissen fürs dritte Bewußtsein (Beweislogik und Zeugenschaft): ein Wissen, dessen Subjekt die Welt ist (Begriff der Wissenschaft)?

  • 15.02.94

    „Im Denken bin ich frei.“ (Ph.d.G., S 156) Genau darin gründet der Schein der Hegelschen Philosophie, während im Kontext der Erkenntnis wirkliche Freiheit in der Fähigkeit zur Schuldreflexion gründet (als Freiheit von Rechtfertigungszwängen).
    „Das unglückliche Selbstbewußtsein entäußerte sich seiner Selbständigkeit und rang sein Fürsichsein zum Dinge heraus.“ (S. 260) – Ist das nicht die präzise Beschreibung des Ursprungs des Dingbegriffs in der mittelalterlichen Eucharistieverehrung und des Zusammenhangs des Dogmas (Trinitätslehre, Christologie und Opfertheologie) mit dem Ursprung des modernen Ding- und Objektbegriffs?
    Hegels Philosophie war nur auf der Grundlage einer vom Tauschprinzip durchdrungenen und beherrschten Welt möglich: einer auf der Grundlage des Eigentumsprinzips organisierten Welt (und d.h. einer staatlich organisierten Welt).
    Fällt die Unterscheidung von Welt und Natur nicht schon in die Hegelsche Philosophie: als Unterscheidung von An sich und Für uns?
    Aufgrund der Beziehung des Seins zum Seinen ist die Fundamentalontologie unausweichlich nationalistisch und antisemitisch zugleich. Sie verkörpert den Anspruch: „Denn heute gehört uns Deutschland, und morgen die ganze Welt.“
    War nicht das Seiende, der Gegenstand der Philosophie seit ihrem Ursprung, seit je „herrenloses Gut“, durch Philosophie anzueignen (und zu zivilisieren)?
    Es bezeugt den verworfenen Zustand der Theologie, wenn es bis heute keinem Theologen aufgegangen ist, was es mit dem Hegelschen Verständnis des Christentums und der Trinitätslehre (wie sie zuerst in der Gestalt des unglücklichen Bewußtseins sich ausdrückt) auf sich hat.
    Beschreibt nicht die Philosophie den Flucht- und Aggressionsweg der Angst vor den im Mythos verkörperten Ängsten vor der Offenbarung? Und endet dieser Weg nicht wieder im (fundamentalontologischen) Mythos: in der objektlosen Angst und der antwortlosen Frage Heideggers?
    Tiere sind Verkörperungen der Instrumentalisierung (des Weltbegriffs) und der davon nicht zu trennenden Rücksichtslosigkeit. Deshalb orientiert sich die Artenbildung an den Prinzipien der Flucht und des Angriffs. Die Rücksichtslosigkeit ist ein Sinnesimplikat des Organischen (auch in der Gesellschaft).
    Wie hängt das Auf-dem-Bauche-Kriechen mit dem Staubfressen (und das Staubfressen der Schlange mit dem Feuerspeien des Drachens) zusammen?
    Weshalb ist die Schlange das klügste aller Tiere, und war sie nicht (neben Bileams Esel) das einzige Tier der Bibel, das sprechen konnte? (Haben die Evangelien nicht mehr mit dem Bileam zu tun, als man auf den ersten Blick erkennt, und ist das etablierte Christentum nicht an der Sünde Bileams erkrankt?)
    Die Philosophie sind die Wasser, die den Meeresboden bedecken, und die Elohim haben die großen Meeresungeheuer geschaffen. Der Engel Elohims hatte Abraham aufgefordert, seinen einzigen Sohn zu opfern, der Engel JHWHs hat ihn dann von der Ausführung der Tat abgehalten.

  • 13.02.94

    Grund der Unterscheidung von „Kraft und Verstand, Erscheinung und übersinnliche Welt“ in der „Phänomenologie des Geistes“ ist die von Hegel undurchschaute Beziehung der Begriffe Natur und Welt.
    „Mit dem Ineinanderfallen aber verlieren die Gesetze ihre Bestimmtheit; das Gesetz wird immer oberflächlicher, und es ist damit in der Tat nicht die Einheit dieser bestimmten Gesetze, sondern ein ihre Bestimmtheit weglassendes Gesetz gefunden; wie das eine Gesetz, welches die Gesetze des Falles der Körper an der Erde und der himmlischen Bewegungen in sich vereinigt, sie beide in der Tat nicht ausdrückt.“ (Ph.d.G., S. 121) Hier (wie generell in seiner Naturphilosophie) unterschätzt Hegel die Gewalt des Inertialsystems, die er nicht wahrhaben darf, ohne seiner eigenen Philosophie den Grund zu entziehen: den Weltbegriff als Grund des Absoluten.
    Wäre nicht die Wirkung des newtonschen Gravitationsgesetzes: die Gleichnamigmachung des Ungleichnamigen, endlich an der politischen Ökonomie des modernen Staats, in der sie gründet (und dessen Begriff mit der Trennung von Ding und Sache entspringt), zu demonstrieren?

  • 11.02.94

    Verteidigendes Denken ist das Gegenteil des apologetischen Denkens: Ihr Gegenstand ist keine bestehende Gemeinschaft, keine Institution, kein Dogma, kein Bekenntnis, sondern es tritt ein für die Opfer, die Benachteiligten, die Unterdrückten, die Ausgebeuteten. Nur apologetisches Denken ist Front- und Feinddenken (und gehorcht der Bekenntnislogik).
    Die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele verhält sich zu der Lehre von der Auferstehung der Toten wie das Gericht zur Barmherzigkeit (wie das Weltgericht zum Jüngsten Gericht).
    Die Asymmetrie der Beziehung von Ich und Du ist der Grund er Unterscheidung von Gericht und Barmherzigkeit.
    Bild und Fernsehen, oder über das Verhältnis von Bild und Herrschaft: Durch das Bild werde ich zum Herrn über das Abgebildete. Darin gründet das biblische Bilderverbot. Das Fernsehen ist die Idolatrie des Bestehenden (wie hängt das Bild mit den Grenzen der Beweisbarkeit, mit dem logischen Ort der Gemeinheit, zusammen?). Ist das Fernsehen der Greuel am heiligen Ort?
    Kant hat die Welt als das mathematische (und Natur als das dynamische) Ganze der Erscheinungen definiert: Hat er damit den Ursprung des Weltbegriffs (in Astronomie und Mathematik) nicht aufs genaueste bezeichnet? Beziehung der Mathematik zur Sprache: Die Mathematik ist die gekreuzigte und gestorbene Sprache, die Natur die Leiche im Grab. Das rührt an den logischen Grund von Joh 129, an den Sinn des Wortes von der „Sünde der Welt“.
    Die Totalitätsbegriffe Wissen, Natur und Welt bezeichnen jeder das Ganze, das Adorno zufolge das Unwahre ist: sie bezeichnen es als ein dreifaches. – Im „Stern der Erlösung“ erscheinen Wissen und Natur als Nichtwissen von Mensch und Gott (und nur die Welt als Nichtwissen von der Welt).
    Dogmatische Theologie ist die Heiligsprechung des verdinglichten Bewußtseins (das steinerne Herz der Welt, das am Ende gegen ein fleischernes ausgetauscht wird).

  • 10.02.94

    Christologie und Trinitätslehre:
    – der Vater oder die Theorie des Namens: die benennende Kraft der Sprache (der logos) bildet sich nur im Angesicht Gottes (im Kontext der Gottesfurcht),
    – der Sohn oder die Theorie des Angesichts: er hat Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen und wurde gekreuzigt,
    – der Geist oder die Theorie des Feuers (abgestiegen zur Hölle): Erinnerung seiner Beziehung zum Totenreich, zur Natur.
    Die benennende Kraft der Sprache ist ohne Schuldreflexion, ohne das metaphorische Element und ohne den Begriff des Realsymbolischen nicht zu rekonstruieren. – Gehört das Realsymbolische zur Theorie des Angesichts, das Metaphorische zur Theorie des Namens und die Schuldreflexion zur Theorie des Feuers?
    – Theorie des Angesichts: Kritik der Seele und der Person,
    – Theorie des Namens: Kritik des Begriffs und des Objekts (der Urteilsform),
    – Theorie des Feuers: Kritik des Tauschprinzip und des Trägheitsgesetzes (der Mathematik, der Formen der Anschauung und des Inertialsystems).
    Die Frauenfeindschaft gehört zur Bekenntnislogik als Folge ihrer Beziehung zum Ursprung der Begriffe Natur und Materie: als ein Teil ihrer Beziehung zur Herrschaftslogik, zum Weltbegriff.
    Juden, Heiden und Ketzer sind die Nachfahren der Barbaren im Christentum: durch das Urschisma sind die Christen selber zu Juden, Heiden und Ketzern geworden, der Projektionszwang war eine Folge des Rechtfertigungszwangs.
    Zur Theorie des Feuers:
    – schamajim;
    – „Ich bin gekommen, Feuer vom Himmel zu holen, und ich wollte, es brennte schon“;
    – Fegefeuer, die Feuer der Hölle; Pfingsten;
    – das Plancksche Strahlungsgesetz und das Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit: das Gericht der Barmherzigkeit über das gnadenlose Weltgericht, oder die Grenze zwischen Sprache und Mathematik.
    Ist nicht die Trunkenheit die innersprachliche Entsprechung des Feuers?
    Hängen der Weinbau und das noachidische Nahrungsgebot, die Erlaubnis, Fleisch zu essen, mit der Entdeckung der Astronomie (Tierkreis und Planetensystem) und dem Ursprung der Mathematik zusammen; sind der planetarische Teil der Astronomie und die in ihm wurzelnde Mathematik der Kelch und die Trunkenheit?
    – Könnt Ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde?
    – Vater, wenn es möglich ist, so laß diesen Kelch an mir vorübergehen.
    Zum Tierkreis vgl. die Benennung der Tiere durch Adam, die Herrschaft über die Tiere und den „Schrecken der Tiere“ und den prophetischen Tierfrieden.
    Erschaffen wurde nur das Licht (und dann von der Finsternis geschieden), der Tag und die Nacht. Dagegen entspringen die Farben erst mit dem Bogen in den Wolken nach der Sintflut, als Zeichen, daß es eine zweite Sintflut nicht mehr geben wird (fire next time). Gehört das nicht zusammen mit:
    – der Arche für die Tiere (und dem Opfer der reinen Tiere),
    – dem neuen Nahrungsgebot (und der Erlaubnis, Fleisch zu essen, nach dem vegetarischen Nahrungsgebot des sechsten Tages),
    – dem Schrecken über die Tiere (nach der Benennung der Tiere durch Adam, den jetzt die Sünde der Welt als Subjekt ersetzt, aus der am Ende der Schrecken des Tieres folgt),
    – dem Beginn des Weinbaus (und der ersten Trunkenheit),
    – dem Aufdecken der Blöße (der Instrumentalisierung der nach der Vertreibung aus dem Paradies entsprungenenen Scham) und dem Ursprung der Knechtschaft (der Delegation der Arbeit, der Herrschaft von Menschen über Menschen: durch Instrumentalisierung der Schuld).
    Nach der Sintflut der Turmbau zu Babel und die Verwirrung der Sprachen. – Was hat es dann mit Eber auf sich, nach dem die Menschheit sich teilte (seine Söhne erscheinen in verschiedenen Genealogien: Joktan in Gen 1025ff und Peleg in 1116ff)?

  • 9.2.96

    „Kommt ein Vogel geflogen“: Hatte nicht die Musik in den Volksliedern die Aufgabe, der Phantasie den Inhalt der Lieder präsent zu halten? Und hat nicht die Bilderwelt des Fernsehens diese Aufgabe übernommen (damit aber dem Volkslied die Grundlage entzogen)? – Vgl. auch Edgar Morins Bemerkungen über die Funktion der Musik im Film.
    Das Objekt ist der Statthalter des Subjekts (des Begriffs) in der Außenwelt (und der Begriff die imperiale Besatzungsmacht in den unterworfenen Ländern).
    Waren sind die Reichtümer des Feindes (die ersten Waren waren die erbeuteten Sklaven und Frauen, der Platz, auf dem sie zusammengetrieben und zum Verkauf angeboten wurden, der erste Markt: Ist nicht das KZ ein hybrider Abkömmling des Marktes?).
    Wenn die Distanz zum Objekt vermittelt ist durch die Distanz, die der Herr durch den Beherrschten gewinnt, dann ist die Urform des Objektivationsprozesses der Eroberungskrieg.

  • 08.02.94

    Der schlimme Satz der Karen Armstrong: „Cohens Gedanken wurden von Franz Rosenzweig (1886 – 1929) bis zur Unkenntlichkeit weiterentwickelt.“ (S. 510, Hervorhebung vom mir): Muß man das eigene Unverständnis gleich als „Unkenntlichkeit“ in die Sache projizieren?
    Durch den Faschismus ist aus der Bekenntnislogik endgültig die Logik der Komplizenschaft (gnoseologischer Grund des Fundamentalismus) geworden, und das ist sie dann geblieben.
    Die Quantenphysik: das Stottern des durchs Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit korrigierten Inertialsystems.

  • 06.02.94

    Das sic et non kommt der Wahrheit näher als das sic vel non: Im Hinblick auf den Bereich der Wahrheit gelten das Urteil und das Widerspruchsprinzip nur mit Einschränkung.
    Die Geschichte des Weltbegriffs (die hegelsche Geschichtsphilosophie) ist die Geschichte der Stellung des Bewußtseins zur Objektivität. Sie ist ein Teil der Herrschaftsgeschichte, die ihr Zentrum ist.
    Wie hängen die „gegenständlichen“ Begriffe Barbaren, Welt, Natur und Materie, die zum Begründungszusammenhang der Philosophie gehören, mit der Gemeinheit und mit den Grenzen der Beweislogik zusammen? Machen sie nicht durch ihr projektives Moment (durch ihre systembegründende Redundanz) die Grenzen der Beweislogik unsichtbar, und deshalb (als Rücksichtslosigkeit: als Gemeinheit nach außen) umso wirksamer? – Deshalb ist die Justiz (und mehr noch die Polizei) tendentiell ausländerfeindlich. Und deshalb ist sie tendentiell nationalistisch und spricht das Recht „im Namen des Volkes“.
    Gemeinheit ist keine Frage der Zwecke, sondern eine der Mittel: Grundprämisse einer Kritik der Verwaltung (einschl. der verwalteten Ökonomie: auch das Geld reinigt nicht seine Objekte).
    Heute nutzen die Menschen die Schlechtigkeit der Welt, die ihnen aus diesem Grunde wie nichts sonst gelegen kommt, zur Rechtfertigung ihrer eigenen. Hier ist den Medien die neue apokalyptische Aufgabe erwachsen (Lieferung von Drachenfutter).
    Sind Urknall und Schwarzes Loch nicht auch Modelle zur Erklärung
    a. wirtschaftlicher Vorgänge (Stichwort: Export und Reimport der Armut als Grundlage der „Schöpfung und Erhaltung“ von Reichtum, oder: die Selbstzerstörungskräfte des „reinen Marktes“) und
    b. von Einrichtungen der Medien (Urknall: Radio, und Schwarzes Loch: Fernsehen),
    insgesamt: realsymbolische Modelle gesellschaftlicher Naturkatastrophen?

  • 02.02.94

    Was hat der Rechtsstaat mit der Geschichte der Bibelkritik zu tun? Die Beziehung beider zur Wahrheit wird begrenzt durch die Grenzen der Beweislogik: Im Bereich dieser Grenzen aber ist Gemeinheit grundsätzlich nicht auszuschließen. Verstärkt sich nicht der Eindruck, daß der bibelkritische Gebrauch des Begriffs Fundamentalismus sich immer mehr auf die Neutralisierung der Beziehung der Schrift zur Wahrheit zuspitzt?
    Wie ist die Idee der Auferstehung im AT vorgebildet und begründet? Wird sie nicht aktuell im welthistorischen Kontext der Geschichte des Ursprungs des Naturbegriffs?

Adorno Aktueller Bezug Antijudaismus Antisemitismus Astrologie Auschwitz Banken Bekenntnislogik Benjamin Blut Buber Christentum Drewermann Einstein Empörung Faschismus Feindbildlogik Fernsehen Freud Geld Gemeinheit Gesellschaft Habermas Hegel Heidegger Heinsohn Hitler Hogefeld Horkheimer Inquisition Islam Justiz Kabbala Kant Kapitalismus Kohl Kopernikus Lachen Levinas Marx Mathematik Naturwissenschaft Newton Paranoia Patriarchat Philosophie Planck Rassismus Rosenzweig Selbstmitleid Sexismus Sexualmoral Sprache Theologie Tiere Verwaltung Wasser Wittgenstein Ästhetik Ökonomie