Bekenntnislogik

  • 15.4.1995

    Wenn die Attribute Gottes Attribute des Handelns und nicht des Seins sind, liegt dann nicht die „entsühnende“ Kraft des „Opfers“ in der Identifikation mit einem Gott, der seinen Sohn straft, um die Welt zu entsühnen? Wird hier nicht der eigene Sado-Masochismus durch Vergöttlichung legitimiert? Die Opfertheologie enthält in der Tat eine Schuldgefühle-Neutralisierungs-Automatik; aber deren Resultat ist nicht identisch mit der Befreiung von Schuld. Ist das nicht ein Teil der gleichen Desensibilisierung, der die gesamte Natur durch die Naturwissenschaften unterworfen wurde, durchs Inertialsystem. So verweist der Ursprung des Inertialsystems auf die Geschichte der Opfertheologie.
    Der Heilige Geist: Das ist das Leuchten Seines Angesichts; und dieses Licht wird das Antlitz der Erde erneuern.
    Persönlichkeit in der Verwaltung: Wer „persönlich“ angesprochen wird, wird als einer angesprochen, der am Mana der Macht teilhat. In der Regel werden Chefs „persönlich“ angesprochen; „Mitarbeiter“, die „persönlich“ angesprochen werden, setzen sich dem Verdacht aus, bestechlich zu sein.
    Hat nicht die Einführung des Personbegriffs der Theologie eine Wendung gegeben, durch die sie insgesamt ins Maskuline verhext worden ist. Das drückt bei Tertullian in der Vorstellung sich aus, daß Frauen, wenn sie in den Himmel kommen, dort zu Männern werden. Zum Personbegriff gehört der Bekenntnisbegriff: Confessor aber ist ein dem männlichen Heiligen vorbehaltenes Attribut. Diese Verhexung betrifft insbesondere die Lehre vom Heiligen Geist, dessen Personalisierung die Neutralisierung der prophetischen Tradition zwangsläufig nach sich gezogen hat. Nur so konnte der Heilige Geist zum Garanten kirchlicher Machtansprüche werden. Die Vorstellung, daß der Geist am Ende die Erde erfüllen wird, wie die Wasser den Meeresboden bedecken, ist im Kontext der verdinglichten Trinitätslehre nicht mehr nachvollziehbar. Und das „Emitte spiritum tuum, et renovabis faciem terrae“ ist gegenstandslos geworden, ebenso wie die Vorstellung, daß in dem Neuen Bund keiner den andern mehr belehren wird, weil alle Gott erkennen. Die Personalisierung des Heiligen Geistes ist ein Reflex des steinernen Herzens.
    Ist nicht die ecclesia triumphans eine Zwangsvorstellung, ein Produkt wirrer theologischer Machtphantasien?
    Gehört nicht auch zur Ursprungsgeschichte des Neutrums und zur Geschichte der Vergegenständlichung der Zeit der Ursprung des reflexiven Moments (der reflexiven Formen der Konjugation) in der Sprache? Zu den Manifestationen der Reflexion gehört das apologetische Moment, die Rechtfertigung, das Bewußtsein des Selbst, auch der Personbegriff, der Ursprung des Objektbegriffs, in dem die Reflexion sich vergegenständlicht. (Gehören in diesen Zusammenhang im Griechischen der Aorist und das Medium?) Dieses reflexive Moment ist der sprachliche Grund der Verräumlichung der Dinge (der Sprachgrund des Inertialsystems), es hat mit der Neutralisierung der Kraft des Namens die Sprache insgesamt verhext. Die reflexiven Strukturen im Bereich der Verben sind die Grundlage der Begriffsbildung und ein Reflex der Herrschaftsgeschichte. Man begreift die hebräische Sprache und Grammatik erst dann, wenn man ihre Differenz zum Griechischen (zu den indoeuropäischen Sprachen) begreift. Das Subjekt dieser Grammatik ist nicht die Einzelperson (das Subjekt der Psalmen ist nicht die historische Person David, sondern Israel); die Bildung theophorer Personennamen in der israelischen Geschichte hängt damit zusammen (und der blasphemische Charakter des „Ich bin’s“).
    Die reflexiven Formen der Sprache lassen sich vom projektiven Begriff der Erkenntnis (vom Vorrang des Sehens und von der Konstituierung des Wissens) nicht trennen, sie vergegenständlichen die Natur und begründen die Welt (während Gott die Erde gründet und den Himmel aufspannt). Die Sprachlogik des Hebräischen ist dagegen eine Logik des Hörens (und dessen Subjekt ist Israel: Höre Israel).
    Wie verhält sich das reflexive zum symbolische Denken?
    Wenn die Vision mit dem Traum verglichen wird, so darf die Differenz nicht vergessen werden: Die Vision ist ein Taggesicht, der Traum ein Nachtgesicht. Es ist nicht unwichtig zu unterscheiden, wer Visionen und wer Träume hat. Der Prophet hat ein Gesicht, Träume haben die Herrscher. Wie zeigt sich die Beziehung von Gesicht und Traum in der Apokalypse? Und was hat es zu bedeuten, wenn im NT über Träume Weisungen erteilt werden (an Joseph und Petrus)? Wie verhält sich das Gleichnis zum Gesicht, gibt es in der hebräischen Bibel Gleichnisse?
    Bei Gott ist kein Ding unmöglich: Der Satz, daß die Attribute Gottes im Imperativ stehen, ist eine Anleitung zur Gotteserkenntnis. Das Gebot, das ich im Kontext der Gotteserkenntnis erkenne, wird durch die Frage, ob es erfüllbar ist oder nicht, nicht berührt. Ob die Erfüllung des Gebots möglich ist oder nicht, ist für seinen Anspruch unerheblich. Nicht unerheblich aber ist die Erkenntnis der Kluft, die das Gebot von seiner Erfüllung trennt; sie heißt Gottesfurcht und ist in der Tat der Anfang der Weisheit.
    Ist nicht die Geschichtsschreibung die Finsternis über dem Abgrund (der Vergangenheit): die Austreibung der Gottesfurcht aus der Erkenntnis der Vergangenheit?
    Alles Lebendige strebt nach dem Licht: Aber wenn das an den Blumen sich manifestiert, ist dann nicht unser Auge, das ihre Farben wahrnimmt, ein Teil dieses Lichts, schließt dann nicht das Streben nach dem Licht auch das Streben, von einem Auge gesehen zu werden, mit ein? Die Blume: der Beweis, daß das Aufdecken der Blöße auch mit dem Schein der Unschuld zusammengehen kann. Und verweist nicht das gleichzeitige Auftreten der Blüten und der Säugetiere in der Evolutionsgeschichte auf einen hochsymbolischen Zusammenhang (ähnlich wie das gleichzeitige Auftreten der Bäume und der Primaten)?
    Die darwinsche Evolutionstheorie war sowohl eine Bestätigung als auch eine Widerlegung der Hegelschen Philosophie: die Bestätigung des „organischen“ (am Prinzip der Selbsterhaltung sich orientierenden) Geschichtsverständnisses und die Widerlegung des Satzes, daß die Natur den Begriff nicht halten kann (nach Hegel dürfte es eigentlich keine verschiedenen Arten geben).
    Haben nicht Horkheimer und Adorno durch ihr Wirken in Frankfurt der Nachkriegsgeschichte in Deutschland nur eine Atempause verschafft?

  • 13.4.1995

    Im Kontext ihrer Beziehung zum Licht ist die Scham ein sprachliches, dialogisches Phänomen. Sie gehört zur Logik der Rechtfertigung (und hat die Abstraktion von der Intention auf Änderung zur Grundlage). Scham ist herrschaftsbegründend und -stabilisierend.
    Die Gravitationstheorie hat den Himmel zum Verschwinden gebracht, die Elektrodynamik das Licht.
    Wenn der Ort die äußere Begrenzung eines Körpers ist, dann ist die spezielle Relativitätstheorie Einsteins der Ort des Lichts.
    Die Äquivalenz von Masse und Energie ist der Reflex des Prinzips der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit in der Materie.
    Horror vacui: Das Vakuum ist die Parodie des Lichts.
    Hodie, si vocem eius audieritis. Liegt darin nicht die Erinnerung an den Satz: Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor …? Wie hier die Erde „Seine Stimme hört“, so sollen wir es heute (deshalb ist der Mensch aus Erde geformt: Adam). Der Himmel und die Meere, die nichts selber hervorbringen, sondern nur als Medien begriffen werden, in die hinein Gott die großen Seetiere, die Fische und die Vögel des Himmels erschafft, sind nicht fähig (würdig?), „Seine Stimme zu hören“. Die Sterne hat Er gemacht und an die Feste des Himmels geheftet.
    Die Eliminierung des teleologischen Moments aus dem Begriff der Erkenntnis hat ihren Ursprung in der Enttäuschung der Parusie-Erwartung, in der Hellenisierung der Theologie, in der Geschichte des Ursprungs des Dogmas. Sie war in ihrem Ursprung ein Reflex des Caesarismus in der Theologie.
    Was bedeutet es für das Verhältnis der Sprache zur Welt, wenn heute „rein sachliche“ Erörterungen auf Empfindlichkeiten treffen und als Beleidigung erfahren werden können? Ist hier nicht ein Problem angezeigt, das nur noch durch die Hereinnahme von Joh 129 ins Nachfolgegebot sich lösen läßt? Es ist der Zustand der Welt selber, der die Rechtfertigungszwänge begründet, unter denen die Menschen heute stehen, Folge der Unfähigkeit, das anklagende Prinzip, das die Welt durchherrscht, zu begreifen. „Wenn die Welt euch haßt“: Das bezieht sich nicht mehr nur auf die Lieblosigkeit einzelner, sondern auf die innere, durch den Zustand der Welt selber determinierte Verfassung der Sprache heute.
    Die Bekenntnislogik ist eine Scham-Bedeckungs-Logik (die Logik des Feigenblatts).
    Ist nicht die Kollektivscham der Kern und das Prinzip des Tiers? (Ist nicht die Tiergattung ein Produkt einer „ursprünglichen“ Kollektivscham? Und sind die Tiere nicht durch eine Art Scham in die Gattung gebannt? Diese Gattungsscham, die auf eine genetische Beziehung des Tiers zum Licht verweist, ist der Grund der Unfähigkeit, die Welt zu reflektieren, aus ihrem Bann herauszutreten.)
    Auch der Ausdruck „Etwas mit gleicher Münze heimzahlen“ gehört zu den Konnotationen des Tauschprinzips.
    Kanthers Vorschläge zur Reform des öffentlichen Dienstes:
    – Leistungszulagen setzen ein Beurteilungswesen (mit entsprechenden Ermessensfreiräumen) voraus, das den ohnehin paranoischen Zustand der Verwaltungen weiter fördern wird. Keiner der von der Gewährung der Zulagen Ausgeschlossenen (und das dürfte die Mehrheit sein), der nicht anfällig wäre für den Verdacht, hier würden andere Dinge honoriert als Leistung. Angeheizt werden Konkurrenzdruck, Neid, Gerede, Mobbing, insgesamt ein Betriebsklima, das alles mögliche fördern mag, nur nicht Leistung. Leistungszulagen, die nicht an objektive, nachprüfbare Kriterien gebunden sind, sind Öl ins Feuer der Paranoia. Und ausbaden muß es das Gemeinwesen, das möglicherweise diese innere moralische Korruption der Verwaltung für die Lösung der Probleme hält, die sie eben damit hervorbringt und verschärft.
    – Das Instrumentarium, das Kanther vorschlägt, scheint eher eines der Disziplinierung als eines zur Förderung der Leistung zu sein (es paßt in den Zusammenhang des Konzepts der Privatisierung öffentlicher Einrichtungen wie die Faust aufs Auge). Es befördert die Radfahrermentalität, mit absehbaren Folgen nach innen wie nach außen. Aber war von einem Mann wie Kanther etwas anderes zu erwarten? Geht es ihm nicht ohnehin mehr um die Außenwirkung, um den Eindruck, den er damit bei seinen Anhängern macht, als um eine produktive und konstruktive Veränderung? Hier scheint der Punkt erreicht, an dem es nicht mehr darum geht, ob eine Maßnahme dem angestrebten Ziel angemessen ist und greift, sondern nur noch darum, daß sie bei denen, die ohnehin glauben, Beamte seien Faulenzer, sie lebten von „unsern Steuergeldern“ und ließen sich nur ungern in ihrem Büroschlaf stören, den Eindruck erweckt: Hier greift einer durch.
    Andreas und Philippus: Die Bedeutung des Namens Philippus liegt offen: Sie liegt in der Tradition des Makedoniers Philippos, der der Vater des großen Alexander war, dessen Taten vorbereitet hatte. Aber worauf bezieht sich der Name Andreas (Bruder des Simon Petrus)?
    Wirft es nicht ein Licht auf die Bedeutung sowohl der Musik als auch der Dreidimensionalität des Raumes, wenn Edgar Morin zufolge die Musik im Film primär die Aufgabe hat, das flächenhafte bewegte Bild zu verräumlichen, ihm den Schein der Tiefe und des Gewichts: des Plastischen, Dreidimensionalen, Körperlichen, der Materialität zu geben? Ebenso wichtig ist eine zweite Wahrnehmung Edgar Morins: Der Schein der Realtität wird im Zuschauer fundiert und verstärkt durch das Arrangement des Zuschauens, die ihn in eine Situation bringt, die den Trieb, in die Handlung einzugreifen, schon im Keim erstickt. Mit seiner Ohnmacht aber werden die Quellen des Selbstmitleids (des Sentiments) und der Identifikation eröffnet und gefördert. Durch die Reduzierung seiner Handlungsfähigkeit aufs Weinen und Lachen wird er – wie der Rohstoff in den Prozeß der industriellen Produktion – als passives Objekt (als träge Masse) in die Handlung mit hereingezogen, die ihn, ohne daß er eine Chance hätte, sich dessen bewußt zu werden, verändert, für den Zustand der Welt, in dem es das Kino gibt, konditioniert.
    Durch die Verinnerlichung der Scham und durchs Selbstmitleid – die beide auf die Ursprungsgeschichte der modernen Naturwissenschaften zurückweisen – ist das moderne Drama (und in seiner Folge der Film) zum Liebesdrama geworden, während die antike Tragödie an die Sphäre des Gerichts gebunden war. Aber ist nicht das Liebesdrama das Produkt der Subsumtion der Liebe (der Barmherzigkeit) unters Gericht (bedingt durch das Verhältnis des Gerichts zur Form der Anschauung)? Und rührt nicht daher seine Affinität zur Hysterie?
    Schuldig wird man durchs Urteil der Andern, die man im Schuldgefühl als Richter anerkennt: schuldig wird man im Anblick der Welt. Sündig wird man durch die Tat: durch die Verletzung des göttlichen Gebots; sündig wird man im Angesicht Gottes. Im Anfang der Sünde steht die Tat. Und die „Sünde der Welt“ bezeichnet die weltbegründende Tat Adams, in deren Bann wir so lange stehen, wie wir unfähig sind, sie auf uns zu nehmen.
    Die Fichtesche Tathandlung begründet den Ursprung der modernen Ontologie.
    Im Ursprung der Welt steht die Tat, aber das Wort entspringt dort, wo „das Lamm“ (und in seiner Nachfolge die Menschen) diese „Sünde der Welt“ auf sich nimmt. Dieses Lamm ist „würdig, die sieben Siegel zu lösen“ (und hatte die Kraft, Maria Magdalena von den sieben unreinen Geistern zu befreien).

  • 12.4.1995

    Das Tier, die Sexualmoral und der Fundamentalismus: Die Fixierung auf die Sexualmoral ist das Instrument der Verdrängung der Herrschaftskritik. Das Entscheidende an der Geschichte von Sodom und Gomorrha ist nicht die sogenannte Sodomie, sondern die Xenophobie, die Fremdenfeindschaft, die dann freilich, nämlich in ihrem politischen Kontext, zu einer Art von Sodomie, von Unzucht mit dem Tier, geworden ist.
    Der Fundamentalismus ist das Produkt einer Beziehung zur Sprache, deren sexualmoralische Wurzeln im Begriff der Welt liegen.
    Bezieht sich das Wort im letzten Teil des Johannes-Evangeliums; Wenn ich will, daß er bleibt, bis ich wiederkomme, auf die Johannes-Apokalypse?
    Die den „subjektiven Formen der Anschauung“ zugrunde liegende Vorstellung des Raumes als Behälter, „in“ dem die Dinge unabhängig von unserer Wahrnehmung, unserem Denken und Erkennen enthalten sind (das Kelchsymbol), ist von der Vorstellung der Zeit als Behälter, die eigentlich nur für die Vergangenheit zutrifft, durch die subjektive Form der inneren Anschauung (dem Vorrang der Vergangenheit in der Zeitvorstellung) auf die Zukunft übertragen wird, nicht zu trennen.
    Hängt nicht der Bruch in der Nachkriegstheologie (der Bruch, der mit dem Paradigma Auschwitz zu benennen ist) mit dem Bruch im Eucharistieverständnis zusammen? Der „Leib des Herrn“, der nach katholischer Tradition in der Eucharistie gegenwärtig ist, hat etwas mit den in Auschwitz ermordeten Juden zu tun. Und Auschwitz hat so, wie es u.a. den kannibalischen Aspekt am sakramentalen Eucharistieverständnis in Bewußtseinsnähe gerückt hat, die Verdinglichungsautomatik, die die gesamte Orthodoxie beherrscht (den Statthalter des Weltbegriffs in der Theologie), erstmals reflexionspflichtig und -fähig gemacht. Die Theologie und ihre kirchlichen Institutionen sind in die europäische Herrschafts- und Bewußtseinsgeschichte verflochten. In der Schrift hat dieser Sachverhalt im Kelchsymbol seinen angemessenen und deutlichen Ausdruck gefunden.
    War Saulus nicht ein V-Mann (zunächst der Hohepriester, der Sadduzäerpartei, dann, in durchaus realistischer Einschätzung der Machtverhältnisse, der Römer (der Mord an Stephanus, die „Bekehrung“ und der Namenswechsel)? Und hängt nicht die Logik des Ermittlungs-, Fahndungs- und Anklageapparats (Bundesanwaltschaft und BKA) mit dem Stand der verdrängten Logik des christlichen Dogmas (mit dem gegenwärtigen Stand der Bekenntnislogik) zusammen? Paulus war der erste Agent des Weltgeistes, als dieser – herrschaftsgeschichtlich bedingt – vom offenen zum konspirativen Handeln (vom Handeln im Angesicht zum Handeln hinter dem Rücken: zur Geschichte der „vollendeten Tatsachen“) überging. Der Welt, die der Inbegriff dieser vollendeten Tatsachen ist, hat das etablierte Christentum das Überleben ermöglicht und gesichert.

  • 9.4.1995

    Nehmen die Kerubim in der Paradieses- und Sündenfall-Geschichte und in der Vision des Ezechiel die Stelle ein, die im Schöpfungsbericht die Feste des Himmels einnimmt? (Der Herr der Heerscharen ist der, der auf den Kerubim thront; aber: der Himmel ist sein Thron, die Erde der Schemel seiner Füße.)
    Bei Ezechiel kommt der Name des Himmels nur als Äquivalent der göttlichen Gesichte und als Attribut der Vögel und der Sterne vor (und nicht als der Thron). – Und in der Paradieses- und Sündenfall-Geschichte? Hat die Schlange etwas mit der Feste des Himmels, die die oberen von den unteren Wassern scheidet, und mit den großen Seetieren zu tun (am Ort der Scheidung, am Eingang des Paradieses, lagern die Kerubim)?
    Wenn am Ende der Himmel wie eine Buchrolle sich aufrollt: Ist das das Buch, das der Apokalyptiker ißt, und es ist „im Munde süß, im Magen bitter“? Im Munde süß: Ist das nicht die sapientia?
    Haftet nicht an der Lehre von den vier Elementen (und den vier humores) der Mangel, daß das Bittere und das Süße darin nicht vorkommt (nur die äußeren, quasi physikalischen Qualitäten: trocken und feucht, warm und kalt)?
    Grimm und Zorn sind durch ihre Richtungsdifferenz zu unterscheiden: Was als Zorn nach außen sich kehrt, geht als Grimm nach innen.
    Die Beziehung des Kelches zu den subjektiven Formen der Anschauung gründet in der beiden gemeinsamen Abstraktion von der Gottesfurcht.
    Haben die Verben erschaffen, creare und ktizein (hebr. bara) außer ihrer gemeinsamen Bedeutung auch gemeinsame Konnotationen?
    Habermas: Strukturwandel der Öffentlichkeit – endlich lesen? Reflektiert nicht der Begriff der Öffentlichkeit die Herrschaft des männlichen Blicks (den objektivierenden Bann des Weltbegriffs), und sein „Strukturwandel“ die Geschichte dieses männlichen Blicks? Gründet der habermassche Begriff der Kommunikation, des Diskurses, sein Begriff der Objektivität als Intersubjektivität, nicht in dieser Konstellation, auch seine Weigerung, Natur in die Reflexion mit aufzunehmen? Zugrunde liegt die Neutralisierung der dialogischen Struktur der sprachlich fundierten Objektivität, die Leugnung des Lichts (oder die Leugnung der Scham, der Wurzel der asymmetrischen Struktur des Begriffs der Objektivität, auch der „Öffentlichkeit“: die Scham ist zusammen mit ihrem objektivitätsbegründenden Pendant, dem Weltbegriff, der Grund der Asymmetrie zwischen mir und dem Andern).
    Kritik des Absoluten: Das Eine ist nicht nur das Andere des Anderen. Die Beziehung des Einen zu seinem Anderssein (zu seinem Sein-für-Andere) ist asymmetrisch: Die Scham bezeichnet die Grenze. Die Idee des Absoluten leugnet diese Schamgrenze; sie begründet den Objektbegriff und eröffnet das Reich der Gemeinheit.
    Urbild der Gemeinschaft ist die Schicksalsgemeinschaft: die Volksgemeinschaft. Zu den Gründen jeder Gemeinschaft gehört die Bekenntnislogik; wie diese ist die Gemeinschaft ein Produkt der Vergesellschaftung, kein Ausweg daraus. Die Gemeinschaft transformiert die Asymmetrie der Scham ins Kollektiv: Der schambegründende (und so die Gemeinschaft „zusammenschweißende“) Außenblick wird dingfest im Feindbild (dem stärksten Kitt jeder Gemeinschaftsbildung).
    Die raf hatte diese ungeheure Bedeutung, dem Feind im Innern der Gemeinschaft ein Symbol zu geben. In dieser neuen Konstellation, die die Nachkriegsära kennzeichnet, gehört zur Gemeinschaft als Gegenbild die Bande (Produkt der Externalisierung der Familienbande). – Gehört nicht auch Stammheim zu den Metastasen von Auschwitz (und ist das, was hier geschehen ist, deshalb so schwer aufzuarbeiten)? Fast macht es schon keinen Unterschied mehr, ob die Tode von Stammheim auf Mord oder Selbstmord zurückzuführen sind: Auch der Selbstmord wäre nur als induzierter Selbstmord in einem ungeheuren vorurteils-logischen Konstrukt, das längst beide Seiten ergriffen hatte, zu begreifen. Das dämonische Zwielicht und die dämonische Zweideutigkeit, die diese Ereignisse kennzeichnen (und die es so schwer machen, Taten der raf und das Handeln der Geheimdienst des Staates auseinander zu halten), beherrschen die ganze Nachgeschichte über die Startbahn-Morde bis hin zu Bad Kleinen (über Ingo Herbst zu Steinmetz). Adornos Satz, daß die Welt sich immer mehr der Paranoia angleicht, die sie doch zugleich falsch abbildet, läßt sich an der Geschichte des linken Terrorismus in Deutschland wie an einem Laborfall studieren.
    Umkehrung der transzendentalen Logik: Hat nicht die Bundesanwaltschaft die selffulfilling prophecy (oder auch das double bind) längst zu einem technischen Instrument der Erkenntnisgewinnung (der „Ermittlung“) und der technischen Beherrschung der Strafverfahren gemacht (und das Urteil am Ende zu einem synthetischen Urteil apriori)?
    Was bedeutet es, wenn in der speziellen Relativitätstheorie ein empirisches Moment zu einem apriorischen des Systems geworden ist? In welche Beziehung werden die Kategorien Ding und Ereignis gerückt (Tatsache: der Begriff ist im 18. Jhdt aus dem engl. matter of fact, dieser aus dem lat. res facti entstanden)?
    Beziehung der „Sünde der Welt“ zu den „subjektiven Formen der Anschauung“ (Kritik der Form des Raumes): Den Begriff der Sünde aus dem autoritären Kontext (aus dem Blick des Herrn) herauslösen.

  • 8.4.1995

    Waren die Tempel nicht schon in ihrem Ursprung Währungszentralen (Zentralbanken), und damit Institute des Mythos ebenso wie der Aufklärung, oder genauer: der Einheit von Mythos und Aufklärung?
    Barmherzigkeit, nicht Opfer. Dieser Satz ist der genaueste Ausdruck des Bewußtseins, daß die Opfer das nicht leisten konnten, was sie der Intention nach leisten sollten: die Schuld aufzuheben, deren Zentrum die Tempel selber waren. (Nach welchen Kriterien wurden die Opfertiere bestimmt; welche Bedeutung hatte die Auslösung der Erstgeburt?)
    Skylla und Charybdis: Wenn die EU als Währungsunion sich konstituiert, wird sie zum Schwarzen Loch, das das All in sich aufsaugt; wenn es ihr jedoch nicht gelingt, werden sich die destruktiven Kräfte nach innen wenden, wird sie zum Zentrum eines Urknalls.
    Bezieht sich nicht das Anschauen seit der aristotelischen theoria auf den männlichen, den urteilenden Blick (und hat nicht Fichte das reine Sein als das reine Anschauen begriffen)?
    Das kantische Konzept vom ewigen Frieden enthält einen Fehler, der innerhalb der kantischen Philosophie nicht zu beheben ist. Dieser Fehler ist vergleichbar mit dem in den Prämissen der Kant-Laplaceschen Kosmologie. In beiden Fällen wird das bürgerliche Prinzip der Selbsterhaltung (des Selbstinteresses) zugrunde gelegt, dessen Logik sowohl das politische Konzept als auch den Naturbegriff beherrscht, in dem sie durch die transzendentale Ästhetik, durch die subjektiven Formen der Anschauung repräsentiert wird. Raum und Zeit rücken die gesamte Natur in das Licht der Selbsterhaltung, während es erst beginnt interessant zu werden, wenn man fragt, wovon abstrahiert werden muß, um diesen Blick zu etablieren. Eine (in der Gesellschaft wie in der Natur) auf Verfassung und Gesetz gründende Form der Herrschaft hat Herrschaft nicht überwunden, sondern nur ins Unkenntliche (in den blinden Fleck der Subjektivität) verschoben.
    Die der kantischen Philosophie zugrunde liegende Verknüpfung von Selbsterhaltung und Autonomie ist insofern bloßer Schein, als unterm Gesetz des Kapitalismus auch die Selbsterhaltung (durch das Instrument der Lohnarbeit) noch instrumentalisiert worden ist und Autonomie im kantischen Sinne nicht mehr mit einschließt. Übriggeblieben sind von der Autonomie nur noch die Geldwertstabilität und die Sicherung des Standorts Deutschland, die materiellen Grundlagen des Nationalismus.
    Wo liegt das Natur-Äquivalent der Produktivitätssteigerung (der Steigerung der Ausbeutung und Intensivierung der Zwänge), ohne die die Geldwertstabilität nicht zu haben ist? (Welche Bedeutung hat die Gravitationstheorie für die Mechanik? Was verbirgt sich hinter den Erhaltungssätzen der Physik?)
    Waren nicht die Tempel Instrumente zur Etablierung des Tauschprinzips?
    Wäre der naturwissenschaftliche Erkenntnisprozeß nicht so weit vorzutreiben, daß er wieder in sinnliche Erfahrung umschlägt: so daß er erneut die Fähigkeit freisetzt, die Zeichen des Himmels zu erkennen? (Vgl. den Zusammenhang der Wolken des Himmels mit den Vögeln des Himmels, den Sternen des Himmels und den Himmelsheeren. Der Turm von Babel sollte bis an den Himmel reichen.)
    Zur Vision des Ezechiel gehören neben dem Antlitz des Menschen das des Stiers, des Löwen und des Adlers. Hiervon war nur der Stier ein Opfertier, sein Korrelat war der Löwe (zum Bilde des Tierfriedens gehört der Löwe mit dem Rind). Woher stammt das Motiv, das Josef Pieper einmal über eine Sammlung von Thomas-Sätzen gesetzt hatte: Das Auge des Adlers?
    Das noachidische Nahrungsgebot unterscheidet sich vom adamitischen auch dadurch, daß die Tiere (zusammen mit dem Institut des Opfers?) von Adressaten zu Objekten des Nahrungsgebots geworden sind; die Erinnerung daran, daß sie einmal zu den Adressaten gehörten, erscheint nur noch im Verbot des Blutgenusses (das in der frühen Kirche noch erinnert wird, zusammen mit dem Verbot, Opferfleisch oder Fleisch von Ersticktem zu essen). Wann und von wem wurde die vom Apostelkonzil in Jerusalem für die Heiden getroffene Regelung durchbrochen oder aufgehoben?
    Das ungeheure Bild, daß Nebukadnezar am Ende wie ein Tier wird und Gras frißt wie ein Rind, d.h. daß er nicht mehr die Früchte genießt. Hat das nicht mit der Säkularisationsgeschichte, mit der Geschichte der Verweltlichung der Welt, mit dem historischen Objektivationsprozeß, zu tun? Das Rind symbolisiert das Joch, das im Weltbegriff universal wird.
    Das Verbot, mit Rind und Esel gemeinsam zu pflügen, bezieht sich auch auf die paradigmatische Herrschaftssituation, auf das Verhältnis von Hinter dem Rücken und vollendeten Tatsachen. Diese vollendeten Tatsachen sind das Joch, das andern auferlegt wird, durchsichtig zu machen nur, wenn man dieses Joch als Sünde der Welt (als Last) auf sich nimmt, sich selbst als ihren Urheber begreift. Bezieht sich hierauf das Verhältnis der „Welt, die euch haßt“ zum Parakleten, der euch alles sagen wird? Vgl. die Konstellation Rind/Esel und die sie ergänzende Esel/Lamm: Erst im Lamm (das für die Erstgeburt des Esels eintritt und dann würdig ist, die sieben Siegel zu lösen) wird die Stummheit sprachfähig. Ist nicht Joh 129 die Grundlage sowohl des johanneischen Logos als auch des Parakleten?
    Die Vergöttlichung Jesu, das homousia, hat der Nachfolge den Boden entzogen. Nach Hermann Cohen sind die Attribute Gottes keine Attribute des Seins, sondern Attribute des Handelns. Unter diesem Motto steht der Titel Gottessohn.
    Die ganze Schrift ist Prophetie: Prophetie in symbolischem Gewande. Das Symbolische ist hierbei nur ein anderer Ausdruck dafür, daß der Indikativ der biblischen Texte (das Gegenständliche, Historische) zugleich ein Imperativ ist, dessen Erfüllung noch aussteht. Hieraus ergibt sich zwanglos die Bedeutung von Jer 3134, daß unter dem neuen Bund keiner mehr den andern belehren wird, da alle Gott erkennen. Voraussetzung wäre, daß die Gotteserkenntnis von jeder Apolegetik, von allen Rechtfertigungszwängen sich befreit hat (die Arglosigkeit der Tauben).
    Dogma und Inertialsystem: Schulen sind generell der Verführung durch die Bekenntnislogik ausgesetzt. Das gründet darin, daß der originäre Erkenntnisprozeß selber nicht vermittelbar, nicht übertragbar ist. Das gilt insbesondere auch schon für den Erkenntnisfortschritt der Naturwissenschaften (der insoweit mit dem Dogmenbildungsprozeß vergleichbar ist). Der Lichtpunkt in der Entdeckung einer neuen Erkenntnis wird mit seiner mathematischen Formulierung in das Feuer zurückgenommen und hinterläßt die Asche des Ergebnisses, das dann (wie eine Ansteckung) übertragbar ist. Mit dem Dogma, mit der Formel, scheidet sich die Asche vom Licht: Der Objektbegriff ist der Inbegriff dieser Asche (und seine historische Wurzel: die Opfertheologie, das Feuer).
    Die Antinomien der reinen Vernunft bezeichnen genau den Punkt, an dem die Herkunft der Asche aus dem Feuer erkennbar wird (Hegel hat auch dieses Feuer noch instrumentalisiert). – Memento homo, quia pulvis es et in pulverem reverteris.
    Vision: Hat nicht das Gesicht etwas mit dem Angesicht zu tun? Wenn Friede und Gerechtigkeit sich küssen, dann wird das Angesicht zum Gegenstand des Gesichts, dann wird das Angesicht leuchten über uns.
    Das Wissen, das auch aus dem Sehen hervorgeht, terminiert in den subjektiven Formen der Anschauung; das Gesicht (die Vision) terminiert im Angesicht.
    Erinnerungsarbeit, die Errettung der vergangenen Zukunft oder das sprachliche Wesen der Dinge.
    Negative Trinitätslehre:
    – Der Antisemitismus (das Feindbild-orientierte Denken) leugnet den Vater,
    – die Ketzerfeindschaft (die Paranoia, der Verfolgungswahn) leugnet den Sohn,
    – der Hexenwahn (die Frauenfeindschaft) leugnet den Heiligen Geist; aber nur von der Sünde wider den Heiligen Geist heißt es, daß sie weder in dieser noch in der zukünftigen Welt vergeben wird.
    Die negative Trinitätslehre ist der einzige Schutz gegen die Verführung durch projektives Denken und seine Logik, die Bekenntnislogik.

  • 4.4.1995

    Die Sprache ist in einer Verfassung, in der nicht mehr der Inhalt des einzelnen Urteils und seine Begründung, sondern nur noch die Konstellation, in der beide erscheinen, über die Wahrheit des Urteils entscheidet. Urteile sind heute generell wahr und falsch zugleich. Das gilt für die Wissenschaft wie fürs Recht. Die transzendentale Logik reflektiert genau diesen Zusammenhang: Mit der apriorischen Begründung des Wissens wurde seine Beziehung zur Wahrheit neutralisiert (sind die Dinge, wie sie an sich sind, unerkennbar geworden). Die transzendentale Ästhetik bezeichnet die Gewalten, die diesen Zustand herbeigeführt haben: die subjektiven Formen der Anschauung (zu denen neben Raum und Zeit auch das Geld und die Bekenntnislogik gehören).
    Das Absolute ist der „Schöpfer der Welt“ und der Vater der Lüge. Die noesis noeseos, der aristotelische Ursprung der Idee des Absoluten, ist das Produkt der Anwendung der Orthogonalität aufs Denken (oder die Selbstreflexion der Urteilsform, die selber wiederum der Orthogonalität sich verdankt). Das „Nichts“, aus dem der Theologie zufolge Gott die Welt erschaffen hat, ist das antizipierte Produkt der dreifachen Leugnung (zu deren Geschichte die Opfertheologie und die Bekenntnislogik gehört).
    Die Entfaltung der Raumvorstellung ist ein Vorgang, der seine Entsprechung in der Sprache hat. Hat das etwas mit Japhet zu tun (Raum schaffe Gott dem Japhet, daß er wohne in den Zelten Sems, Kanaan aber sei ihm Knecht – Gen 927)?
    Hängt die Empfindlichkeit der Ärzte (und ihrer Standesorganisation) damit zusammen, daß sie imgrunde wissen, wovon sie abstrahieren und was sie mit dieser Abstraktion anrichten? Und hängt die Tatsache, daß die Professoren in der Rangordnung des öffentlichen Ansehens vom ersten auf den vierten Rang gerückt sind, mit der Deregulation des Wissens zusammen?
    Hat die Beziehung von Sinus und Tangens etwas mit dem Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit zu tun, mit der im Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit sich manifestierenden Beziehung von Raum und Zeit?
    Hat die creatio ex nihilo nicht ihre genau bestimmbaren Objekte (Himmel und Erde, die großen Seetiere und den Menschen, aber nicht „die Welt“)?
    Durch die historische Objektivation wird das Vergangene aus der Zone, auf die allein die Idee der Auferstehung sich bezieht, herauskatapultiert. Nach Jesus ist der „Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs … ein Gott der Lebenden, nicht der Toten“. Ist nicht diese Nacht des Todes, in die wir das Vergangene eintauchen, die Nacht, auf die sich die Gethsemane-Geschichte und der Hahn in der Geschichte von den drei Leugnungen bezieht? Kann es sein, daß die Auferweckung der Toten von Bedingungen abhängt, die auch in unsere Hand gelegt sind? Die christliche Unsterblichkeitslehre hat die Idee der Aufstehung (durch Rückbeziehung aufs Ich) neutralisiert. Wenn es im neuen Weltkatechismus der Kirche heißt, daß Himmel und Erde nur ein mythischer Ausdruck für alles, was ist, sei, wird dann nicht dem Wort vom Binden und Lösen die Grundlage entzogen?
    Die Erinnerung an Auschwitz muß, wenn sie an den Bereich der Wahrheit rühren will, auch das mit einschließen, was durch Auschwitz aus der Erinnerung getilgt werden sollte.
    Auschwitz ist die Erinnerung daran, daß der Tod unser Werk ist („Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“). Und so hängt Auschwitz in der Tat mit dem Ursprung und der Geschichte der Naturwissenschaften zusammen, insbesondere mit ihrem Ursprung in der Opfertheologie.
    Die Idee der Auferstehung ist erst dann wieder denkbar, wenn sie nicht mehr mit der Verdrängung des Bewußtseins, daß der Tod das Schrecklichste ist, verbunden ist. Dieser verdrängte Schrecken kehrt als das Movens des historischen Aufklärungsprozesses, als die Wut der Objektivierung, wieder. Die Opfertheologie war der vergebliche Versuch der Selbstheilung dieser Wut. Sensibilität ist die Fähigkeit, die Schmerzen, die wir durch die Bedienung des Apparats, der unser Leben erhält, anderen zufügen, erfahrungsfähig zu halten. Die Fähigkeit zur Rekonstruktion der Erfahrung der Objekte von Herrschaft (die memoria passionis?) ist der Grund der Fähigkeit, den vergessenen Traum Nebukadnezars zu rekonstruieren und zu deuten (der Grund, aus dem die Apokalypsen hervorgegangen sind). Repräsentant dieser Objekterfahrung ist der Kreuzestod Jesu; die Opfertheologie hat diese Erfahrung durch Instrumentalisierung verdrängt. Ist es zulässig, die Rekonstruktion der Objekterfahrung als den wirklichen Inhalt der Opfertheologie zu bezeichnen (in der Konsequenz des Satzes „Barmherzigkeit, nicht Opfer“)?
    Die Idee der Barmherzigkeit ist ohne die Vorstellung, daß das Vergangene nicht nur vergangen ist, nicht zu halten: Sie schließt die Idee der Auferstehung (und damit die Sprengung des Naturbegriffs) mit ein. Im Licht der Idee der Barmherzigkeit gibt es eine geheime Korrespondenz zwischen der unerlösten Vergangenheit und und den schrecklichen Instrumenten des Todes in der Gegenwart: von den Knästen über die Irrenhäuser, Schulen und Kasernen bis zu den Religionen, die das Haus „leer, gereinigt und geschmückt“ für den Einzug der sieben unreinen Geister vorbereiten: „Und die letzten Dinge dieses Menschen werden ärger sein als die ersten“.
    Ursprung und Ziel: Bewegt sich der historische Objektivationsprozeß nicht bewußtlos und mit wachsender Verblendung auf den Anfang zu, den er zugleich unsichtbar und unkenntlich macht? Und bezieht sich nicht darauf das Wort vom „Greuel der Verwüstung am heiligen Ort“. Die Dialektik der Aufklärung war ein erster Versuch, diesen Greuel der Verwüstung von innen zu begreifen. Hat dieser Greuel der Verwüstung nicht zentral etwas mit dem Zustand der Kirche zu tun, und ist das nicht eine Konsequenz daraus, daß die Kirche selbst das Lösen noch ins Binden mit hereingenommen hat (und so den Punkt, auf den sich das Wort vom Lösen bezieht, sowohl hervortreibt wie auch zugleich auf eine entsetzliche Weise unkenntlich macht)? Das tohuwabohu, ist das nicht der Kern und das Resultat des Objektivationsprozesses? In der Geschichte der jüdischen Mystik wurde es auf die Beziehung von Form und Materie bezogen; heute „erfüllt“ (und enthüllt) es sich im Inertialsystem.
    Ist auf der südlichen Halbkugel die Beziehung von Himmel und Erde invers zu der auf der nördlichen Hälfte der Erde? Steht nicht die Entdeckung der südlichen Halbkugel in Zusammenhang mit der kopernikanischen Wende, und waren beide nicht eine Folge und eine Ausweitung der Erfindung des Neutrum (dem Turmbau zu Babel)?
    Die Philosophie hat den Zeitkern der Wahrheit durch das tode ti, das hic et nunc, das Hier und Jetzt (vgl. die Hegelsche Diskussion hierzu in der Phänomenologie des Geistes) getilgt. Seitdem ist ihr Gegenstand das „Überzeitliche“, das vom Ewigen dadurch sich unterscheidet, daß es unterm Bann der Vergangenheit steht. Das tode ti ist das originäre Instrument der List der Vernunft (die damit am Ende sich selbst überlistet).
    Nach Otto Karrer (Anmerkung zu Joh 15, zu katalabein – fassen, greifen, NT, S. 251f) drückt „das griechische Zeitwort … durch den sog. Aorist das immer Gültige aus, wie in Sprichwörtern“, während „die Medialform … empfangenden Sinn“ hat.

  • 3.4.1995

    Es gibt eine Beziehung der sinnlichen zur sprachlichen Welt, die an der Beziehung des Lichts zu den Dingen sich demonstrieren läßt. Mit dem Licht, mit seiner verborgenen dialogischen Struktur (seiner Beziehung zum Angesicht), ist auch die Sprache erschaffen. Das Angesicht ist die sinnliche Manifestation der Sprache, es schließt nicht nur das „Du sollst nicht töten“ mit ein, sondern das „Liebet eure Feinde“.
    Ist nicht die Scheidung von Freund und Feind ein Werk des Weltbegriffs (ein Grund jeder Kosmologie), und entspringt nicht genau an dieser Stelle der Name des Teufels? Hier gründet die Unterscheidung des Teufels vom Satan, als dessen „Sohn“ er sich fassen läßt: Der Ankläger vor Gott (der Satan) ist für den Angeklagten der Versucher (der Teufel).
    Gott erweist sich daran, daß er nicht die Welt, wohl aber Himmel und Erde erschaffen hat.
    Hat die Wüste (und die Zahl vierzig) beim Exodus und bei der Versuchung Jesu etwas mit dem tohuwabohu im Schöpfungsbericht zu tun?
    Gibt es zur Verinnerlichung des Schicksals, der der Ursprung des Christentums folgt, und zur Verinnerlichung der Scham, die aus der Islamisierung des Christentums hervorgeht, eine dritte Stufe, auf die das Wort vom „Greuel am heiligen Ort“ sich bezieht (und die den Fundamentalismus begründet)?
    Adornos „erstes Gebot der Sexualmoral“ trifft den Fundamentalismus in der Wurzel. Die Sexualmoral ist die durchs Schuldverschubsystem (durch den Weltbegriff) neutralisierte Gestalt der Herrschaftskritik. Deshalb ist jeder Fundamentalismus sexistisch. Ist nicht die Abtreibungsdebatte der letzte (und vergebliche) Versuch, die Sexualmoral als Instrument der Neutralisierung von Herrschaftskritik zu erhalten, und kehren nicht die Elemente der Neutralisierung in der Abtreibungsdebatte wieder? Sie verschiebt die Schuld auf ein Objekt, durch das die Herren, die dieses Instruments sich bedienen, vor der Gefahr sicher sind, sich selbst damit identifizieren zu müssen, die Frauen.
    Das innerkirchliche Produkt der Neutralisierung der Herrschaftskritik war die Bekenntnislogik, mit der Opfertheologie im Kern. Zu den „Nebenwirkungen“ der Bekenntnislogik gehört die Sexualmoral.
    Mit der „Entsühnung der Welt“ wurde Herrschaft freigesprochen. Der kantische Versuch einer Definition der Totalitätsbegriffe Natur und Welt (in der Antinomie der reinen Vernunft) ist in sofern interessant, als Kant hierbei beiden Begriffen bescheinigt, daß sie „gelegentlich ineinanderfließen“, und zugleich die Differenz beider mit den Begriffen des Dynamischen und Mathematischen definiert, deren Ursprung und Anwendung in die transzendentale Logik fällt und hier zu den Konstituentien des Wissens (der Kategorien) gehört.
    Die Schwachstellen der Hegelschen Philosophie:
    – die „List der Vernunft“,
    – der Begriff des Scheins und
    – das Verhältnis der Natur zur Idee (derzufolge die Idee die Natur „frei aus sich entläßt“, wobei diese Natur dann „den Begriff nicht halten kann“: nach Hegel dürfte es – und das rückt seine Philosophie in einen apokalyptischen Zusammenhang – zur Gattung Tier nur eine und nicht verschiedene Arten geben).
    Diabolik: Die Bekenntnislogik hat erste und zweite Natur getrennt: sie hat die erste zu einer Funktion der zweiten gemacht und zugleich die zweite in den Schatten der ersten gestellt. Das war der Grund des Ursprungs des Nominalismus.
    Schall und Rauch: Die Ausbildung der Fähigkeit, mit den Ohren zu denken (das mit dem „Bekenntnis des Namens“ Gemeinte), hätte Hitler seiner Wirkungsmöglichkeit beraubt.
    Binden und Lösen: Ist nicht Odysseus die Imago der Kirche, die den Gläubigen die Ohren verstopft und sich selbst, um dem gehörten Wort nicht folgen zu müssen, an den Mast des Schiffes binden läßt?
    Montevideo liegt auf der anderen Seite der Welt: Ist der Winter die Rückseite des Sommers und der Herbst die Rückseite des Frühlings?
    Mit der Steinigung des Stephanus geht eine Epoche zu Ende: Er war der Letzte, der den Himmel offen sah. Und die neue Epoche beginnt mit Saulus, der später Paulus hieß.
    Hat nicht die raf, als sie glaubte, die strafende Gewalt des Rechts sich aneignen zu können, deren eigene mythische Gewalt, die Gewalt der Institution und deren Macht über die Köpfe der Menschen, unterschätzt (und deshalb verstärkt)?

  • 31.3.1995

    Schaffen nicht die Law- and Order-Leute die Voraussetzungen dafür, daß alle Widerstände gegen den Ausbruch jugoslawischer Verhältnisse abgebaut werden?
    Welche logischen Widerstände mußten abgebaut werden, um das heliozentrische System zu installieren?
    Das Christentum ist bis heute eine Bekehrungsreligion (die Voraussetzungen dafür hat Paulus geschaffen), aber keine Religion der Umkehr.
    Die Mathematik (und der Begriff des Wissens), Bekenntnislogik (und Naturbegriff), der Staat (und Weltbegriff): In welcher Beziehung stehen diese drei Dinge zu einander? Ist nicht die Gewaltenteilung (Legislative, Exekutive und Judikative) ein Bild der Form des Raumes, seiner Dreidimensionalität, Grund der Unterscheidung von Gesetz, Begriff und Erscheinung in den mathematischen Naturwissenschaften?
    Der Staat hat den Nominalismus begründet, indem er die Stummheit des Helden (Prototyp des platonischen und gnostischen Demiurgen) in die Objektivität hineingetrieben hat.
    Der theologische Ursprung des Rassismus liegt in der Vater-Sohn-Beziehung und in dem „gezeugt, nicht geschaffen“.
    Modell des Relativitätsprinzips war die Äquivalenz und Reversibilität von Geldbewegung und Warenbewegung, begründet im Kreislauf des Geldes nach Subsumtion der Arbeit unters Tauschprinzip (zusammen mit der Eröffnung des unendlichen Raumes und der Konstituierung der Gravitationszentren im Banken- und Kreditwesen). Erst mit der Möglichkeit der wechselseitigen Substitution (der wechselseitigen Vertretung) und der Reversibilität beider konstituiert sich das Tauschprinzip und das Trägheitsgesetz zugleich.
    Ist nicht die Abtreibungsdebatte ein nachgerade apokalyptisches Beispiel des Schuldverschubsystems?
    Bekenntnislogik: An ihren Feinden kannst du sie erkennen (jedes Bekenntnis hat eine Leiche im Keller).
    Exkulpationslogik: Sich über jemanden empören, mit dem man um keinen Preis identifiziert werden möchte (weil man in ihm nicht erkannt werden möchte).
    Apologetik, sakramentale Gnadenverwaltung und Konfessionalismus: die Erbsünden der Theologie. Gegen die Apologetik steht das verteidigende Denken, gegen die sakramentale Gnadenverwaltung das Wort: „Barmherzigkeit, nicht Opfer“, und gegen den Konfessionalismus die Kritik der Bekenntnislogik und das Bekenntnis des Namens.
    Die verhängnisvolle Rolle insbesondere der schelerschen Wertphilosophie lag darin, daß sie die Selbstreflexion der Objektivität abgeschnitten und durch die Mechanismen der Empörung ersetzt hat. Die Empörung liefert der Unmoral den Komfort des moralischen Bewußtseins, auf den keiner mehr verzichten möchte. Hier liegt die Wurzel eines jeden Fundamentalismus.
    Wodurch unterscheidet sich die Entomologie Ernst Jüngers von den Insektenforschungen Reinhold Schneiders (Winter in Wien)?
    Zwei Hinweise auf den Zusammenhang von Sprache und Theologie:
    – Ist nicht die Schlange in der Geschichte vom Sündenfall ein Symbol für die sprachlogische und sprachhistorische Funktion des Neutrum (im Ursprung der indoeuropäischen Sprachen); und
    – hat nicht der Satz Wittgensteins: „Die Welt ist alles, was der Fall ist“ etwas mit dem Sündenfall zu tun?
    Heute fühlen sich alle ungeliebt, weil keiner zu lieben mehr fähig ist: Dieser Satz trifft die Rechtfertigungszwänge, denen alle nach Auschwitz unterliegen, im Kern.

  • 26.3.1995

    Der Name der Erbsünde ist sehr wörtlich zu nehmen: Die Menschen verhalten sich in der Tat so, als hätten sie eine Sünde geerbt, zu der niemand sich zu bekennen wagt. Anders sind die Paranoia und der Rachetrieb, die in Institutionen wie Zucht- und Irrenhäusern (die heute zwar nicht mehr so heißen, es der Funktion nach aber immer noch sind) und Kasernen sich manifestieren, nicht zu erklären. Aber auch der Ursprung der „romantischen“ Liebe, des im Begriff des Subjekt selber verankerten Triebs geliebt zu werden (die Erwartung, durch den Andern erlöst, von der Erbsünde freigesprochen zu werden: eines der Signa der Moderne, struktureller Kern des modernen Dramas), verweist auf diesen Sachverhalt. Die unmittelbaren Repräsentanten dieser Erbsünde sind die subjektiven Formen der Anschauung, die der Barmherzigkeit den Weg zum Objekt versperren: Grund der „kommunikativen“ Selbstbeschränkung (und Selbstzerstörung) der Sprache in der folgenlosen Rede (der folgenlosen „Rede von Gott“). Die Welt ist das Medium, in dem diese Erbsünde sich fortpflanzt (der „Unzuchtsbecher“). Die „Sünde der Welt“ ist nicht „hinweggenommen“, und nur wer sie auf sich nimmt, befreit sich von dieser Last.
    Ist das Wissen der Taumelbecher, die Natur der Kelch des göttlichen Zorns und die Welt der Unzuchtsbecher (und alle drei zusammengehalten durch die „subjektiven Formen der Anschauung“, den Kelch)?
    Hat sich die Frage Rosenzweigs, ob Künstler selig werden können, angesichts einer völlig durchästhetisierten Welt nicht schlicht auf alle ausgedehnt? Aber hat Rosenzweig mit seiner Kritik des All nicht bereits den Grund der Lösung dieser Problems bezeichnet?
    Waldspaziergang (Kritik der deutschen Ideologie): Wenn einer „vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht“, wäre zu fragen, ob es nicht in der Tat wichtiger ist, die Bäume anstatt den Wald zu sehen.
    Gott ist auf keine Weise gegenständlich zu machen. Das drückt sich aus in der Idee des Ewigen, die den Grund der Gegenständlichkeit, die Vergangenheit, von sich ausschließt. Die Objektivation Gottes gehört zu den Ursachen des Kreuzestodes, sie macht die Objektivierenden nachträglich noch zu Tätern. (Der Preis für die Göttlichkeit Jesu war die Vorstellung vom Gottesmord, der dann projektiv auf die Juden verschoben wurde.)
    Wenn die Idee des Absoluten der Schatten ist, den das Subjekt auf Gott wirft, dann hat die Theologie seit den Kirchenvätern in diesem Schatten gestanden. Dieser Schatten wird in den Fundamentalismen heute handgreiflich.
    Verhält sich nicht der Name der Hebräer zu der Logik, zu der der Name der Barbaren gehört, wie das verteidigende zum apologetischen Denken?
    Auch für die Opfertheologie gilt: Barmherzigkeit, nicht Opfer, oder auch: verteidigendes, nicht apologetisches Denken. Die Resultate des apologetisches Denkens gelten ein für allemal (sie gehören zur Logik der Subsumtion der Zukunft unter die Vergangenheit), die des verteidigenden Denkens sind immer neu (sie eröffnen die Zukunft, die jeden Tag neu beginnt).
    Das katastrophische Moment in der Apokalypse ist als Realsymbol der Kritik des Scheins selber Schein, es ist ein Produkt der Logik der Schrift, die in ihm zugleich sich auflöst (nachzuweisen an der Funktion des Traums und des Engels in der Apokalypse).
    Warum kommt am Ende des Ezechiel nur der Osten und der Norden vor (und zwar beide als Orte des Erscheinens der göttlichen Herrlichkeit)? Und worauf beziehen sich hier der Thron und der Schemel (verbinden sie den Osten mit dem Himmel und den Norden mit der Erde)?
    Die „Buße“ Ninives beginnt beim Volk, geht von da zum König, der dann das Vieh mit einbezieht. Aber im Buch Tobias (das die katholische Kirche in den Kanon mit aufgenommen hat) wird Ninive am Ende doch zerstört. – Ist es nicht der gleiche Fisch, der den Jonas verschlingt und wieder ausspeit, der dann im Buch Tobias gefangen und geschlachtet wird, und aus dem die Mittel gewonnen werden, mit denen Sara vom Dämon Asmodei befreit und Tobias von seiner Blindheit geheilt wird? Zugleich wird das Symbolum eingelöst, und zwar durch den Engel Raphael (nicht Gabriel, der nach islamischer Tradition – und nach der Verkündigungsgeschichte – den Heiligen Geist repräsentiert). War das Vermögen des Tobias nicht in Susa deponiert, dem Ort der Esther-Geschichte? – Kann es sein, daß der apokryphe Teil des Buches Daniel (mit der Susanna-Geschichte) dem gleichen symbollogischen Zusammenhang angehört?
    Haben Sara und Asmodei etwas mit der Maria Magdalena und ihrer Befreiung von den sieben unreinen Geistern zu tun?
    Welche Anspielungen und Bezüge stecken in den Namen der Apostel? Gibt es ebenso wie den hellenistischen (Andreas und Philippus) auch einen makkabäischen Bezug (Simon, Judas)? Worauf verweisen Jakobus und Johannes? Welche Väter werden genannt (Simon Barjona, Bartholomäus, Jakobus und Levi, Söhne des Alphäus), welche Mütter (die Mutter der Zebedäussöhne) und welche Schwiegermütter (die des Simon Petrus)?
    War Johannes Scottus Eriugena ein Laie (trägt seine Theologie nicht die Züge einer Laientheologie)?
    Die Theologie hinter dem Rücken Gottes ist durch die Apokalypse auf die Theologie im Angesicht Gottes bezogen.
    „Als Mann und Weib schuf er sie“: Ist das nicht die Besiegelung des vorhergehenden „Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, nach dem Bilde Gottes schuf er ihn“? Hat die Geschlechtertrennung etwas mit der Beziehung des Nomen zum Personalpronomen zu tun?
    „Im Schweiße deines Angesichts“: Bezieht sich das auf Gethsemane? Und haben die Dornen und Disteln etwas mit dem brennenden Dornbusch zu tun?
    Unterm Bann der indoeuropäischen Sprachlogik, die das Inertialsystem antizipiert, ist das Symbolum zum Bekenntnis geworden, hat die Bekenntnislogik sich gebildet.
    In welcher Beziehung stehen die Sünde Adams, die Sünde der Welt und die Sünde wider den Heiligen Geist?
    Die Figur des Kleinbürgers, in der nach Walter Benjamin Teufel und arme Seele konvergieren, ist nicht vergangen, sondern mit dem Faschismus universal geworden. Das war der Modernisierungsschub, der ökonomisch abzuleiten wäre. Wäre nicht aus der Logik des Kapitals, aus der gegenwärtigen Entwicklung ihrer Strukturen, sowohl die gegenwärtige Renaissance der Bekenntniskriege (der Weltanschauungs- und Vernichtungskriege) wie auch die eklatante Unfähigkeit der politischen Institutionen, das was hier vor sich geht, zu begreifen und konstruktiv zu bearbeiten, abzuleiten? Hinweis: Ist nicht alle Ökonomie (aufgrund der Währungshoheit der Staaten) Nationalökonomie, die im Außernationalen ihre „Natur“ vor sich hat, die Hegel zufolge den Begriff nicht halten kann, d.h. der staatlichen Herrschaftslogik sich entzieht? Dringen über die Internationalisierung des Marktes Naturverhältnisse in die Ökonomie ein, die zur Machtanarchie keine Alternative mehr zuläßt? (Paradigma: Hat sich nicht das Militär im Golfkrieg und jetzt in der Jugoslawienkrise als ohnmächtig und hilflos erwiesen, und zwar aus strukturellen, mit institutionellen Mitteln nicht zu behebenden Ursachen?)
    In einer Welt, die ohne Rest von den Marktmechanismen, vom Wertgesetz, so durchdrungen wird, daß sie auch die Politik (und ihre Grundlage: eine funktionierende Öffentlichkeit), wie das schwarze Loch jegliche Strahlung, in sich aufsaugen, wird auch die Sprache in den Strudel mit hereingerissen, die allein fähig wäre, das, was hier sich zuträgt, zu begreifen.
    Privatfernsehen: Wenn Information zur Unterhaltung wird, übernimmt Unterhaltung die Rolle der Information (Politiker wissen das; die Konsequenz, die sie daraus ziehen, heißt Imagepflege).
    Kritik der Wissenschaft ist Kritik der Verwaltungswissenschaft, der Versuch, Erkenntnis hinter dem Rücken in eine im Angesicht zu transformieren.
    Unsterblichkeitslehre: Das Präsens ist die Gegenwart unterm Primat der Selbsterhaltung.
    Gerechter Preis/gerechter Lohn: Woher kommt es, daß Europäer die festgelegten Preise in Schaufenstern, Warenlisten, auf Werbeprospekten nicht nur als vorgegeben und feststehend, sondern auch als „gerecht“ anzusehen geneigt sind, während sie in „orientalischen“ Bazaren, in den gehandelt und gefeilscht wird, das Gefühl nicht loswerden, belogen und betrogen zu werden? Liegt nicht in der kapitalistischen Preisgestaltung (entgegen der Theorie, die außer denen, die sie anwenden, niemand ernst zu nehmen scheint, und deren katastrophische Folgen, nämlich im Falle des Konkurses, genau die trifft, denen man sie permanent ausredet: daß der Preis auf dem Markt, durch Angebot und Nachfrage, sich bestimmt) die Suggestion, die Preise seien kalkulatorisch begründbar: Ausdruck der Erstellungskosten? Darin steckt das Bewußtsein, daß erst mit der Subsumtion der Arbeit unters Tauschprinzip (der differentia specifica des Kapitalismus) für den Preis ein Maß gefunden worden ist, das einer objektiven Überprüfung offensteht. Der Preis entspricht dem „Wert“, und der ist gleiche Weise „objektiv“ wie das Gewicht eines materiellen Dings (dessen Logik in ihm sich reproduziert: Liegt hier, in der Beziehung des Wertgesetzes zur Gravitation, der Grund der logischen Affinität des Staates zur Astronomie?).

  • 25.3.1995

    Kann es sein, daß alle Häresien als gescheiterte Versuche einer Laientheologie sich begreifen lassen, und die Orthodoxie seit ihrem Ursprung als kirchliche Verwaltungslehre? Das hätte zur Folge, daß Theokratie, die unmittelbare Herrschaft Gottes, zwar nicht als politisches, wohl aber als religiöses Konzept sich begreifen läßt, und zwar als das genaue Gegenteil eines fundamentalistischen Konzepts (vgl. Jer 3134 und das Problem der Bekenntnislogik und des Lehramtes)?
    Der Weltbegriff transformiert alle Dinge aus dem Bereich des Angesichts (und der Sprache) in den hinter dem Rücken (den Bereich der subjektiven Formen der Anschauung, in dem man so über die Dinge redet, als wären sie nicht anwesend). Diese Beziehung läßt sich ebenso am Beispiel des Kindes in der Familie wie auch am Verhältnis des Lichts zum System der Erscheinungen, die mit seiner Fortpflanzung im Raum verbunden sind (und auf die das Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit sich bezieht), demonstrieren. – Deshalb ist die Welt alles, was der Fall ist.
    Der Weltbegriff bezeichnet (zusammen mit dem der Natur und des Wissens) das Unkraut, das vor der Ernte nicht ausgerissen werden darf, wenn man den Weizen nicht mit vernichten will.
    Welt und Tod: Zur Todesfurcht am Anfang des Sterns der Erlösung (und zu seiner Erkenntnisfunktion) wäre zu bemerken, daß diese Todesfurcht an der Erfahrung des Tods der Andern sich entzündet; am Sterben der Andern erfahren wir, daß wir sterblich sind. Diese Konstellation fließt mit ein in den Ursprung der Philosophie, die das auf den Tod der Andern bezogene Moment im Begriff des Todes verdrängt, wenn sie es im Urteil zur (sic, B.H.) die Sterblichkeit aller objektiviert (erst Heidegger hat das Geheimnis ausgeplaudert: in dem Wort vom „Vorlaufen in den je eigenen Tod“, das das Konstrukt der „Eigentlichkeit“ – das „heroische“ Moment in ihm – begründet). Hier wird die Barmherzigkeit aus der Philosophie hinauskomplimentiert und die Philosophie zur Selbstbegründung des Herrendenkens.

  • 24.3.1995

    Wer an dem Satz „Mein ist die Rache, spricht der Herr“ sich ärgert, muß selber den Zorn in sich verdrängt haben, der einen ergreift im Anblick der Geschichte (das Produkt dieser Verdrängung ist die Herrschaftsgeschichte, der Historismus). Wer diesen Zorn verdrängt, erfährt die göttliche Rache als Konkurrenz zum eigenen Herrschafts- und Rachetrieb, an den er gebunden ist und von dem er nicht lassen kann. Der komplementäre Aspekt dazu ist die Habermassche Resignation angesichts der Natur.
    Nur Gott sieht ins Herz der Menschen: Demnach ist das Herz der Ort einer Theologie im Angesicht Gottes.
    Die Apokalypse ist ein Teil des neutstamentlichen Kanons. Aber die Apokalyptiker waren auch seit je Häretiker. Das Rätsel ist nur zu lösen über eine Revision des Verfahrens gegen die Häresie: im Kontext der Kritik des Dogmas und der Bekenntnislogik.
    Die Kollektivscham hat endgültig das Weltgericht an die Stelle des göttlichen Gerichts gerückt. Das Weltgericht ist unfähig, den Menschen ins Herz zu sehen. So wird das Herz rechtlich irrelevant, mit der wahrhaft dämonischen Folge: Die Gesinnung (und damit auch die Gemeinheit) ist kein Gegenstand des Strafrechts; und Barmherzigkeit ist kein Milderungsgrund , wohl aber die Trunkenheit. Im politischen Strafrecht ist Barmherzigkeit, wenn sie zum Grund des Handelns wird, eher Grund einer Strafverschärfung. Mit der geltenden Trunkenheits-Regelung wird Herrschaft apriori exkulpiert, während Barmherzigkeit Herrschaft grundsätzlich in Frage stellt. Dieser Zustand bezeichnet genau das gegenständliche Korrelat des Kelchs, der in Gethsemane die Todesangst Jesu evozierte, in der Nacht, als die Jünger schliefen.
    Flucht und Aggression sind die Signa einer Theorie des Tieres (mit der Zuspitzung im Hund: als Verkörperung eines Triebs, der Flucht in Aggression transformiert; nur dem Lamm sind beide Wege versperrt: es wird stumm zur Schlachtbank geführt). Welches sind die sprachlichen Äquivalente von Flucht und Aggression?
    Ableitung der Orthogonalität: Die mathematische Form des Raumes (Produkt der Verknüpfung der Reversibilität aller Richtungen im Raum mit der Orthogonalität als Norm) ist das Realsymbol der verdrängten Umkehr.
    Kritik der Transzendentalphilosophie und der Fichteschen Wissenschaftslehre: Der Andere (das Nicht-Ich als Gegenstand und Norm) ist das Alibi des Herrendenkens, nur als Fremder ist der Andere das objektive Korrelat des Gewissens.

  • 23.3.1995

    Prima philosophia: Auch die Ontologie gründet in der Ethik, nur ist diese eine Ethik der in der Ohnmacht gründenden Passivität, eine Ethik der Nicht-Handelnden, der Herren und der Zuschauer.
    Auf das homologein, das die Theologie mit Bekennen übersetzt, bezieht sich das Gleichnis von den Talenten: Das kirchliche Glaubensbekenntnis ist das vergrabene Talent. Dieses Vergraben ist ein anderer Ausdruck für eine Theologie hinter dem Rücken Gottes.
    Mizrajim ist ein Bruder Kanaans, beide sind Söhne des Ham.
    Die Distanz zum Objekt ist vermittelt durch die Distanz, die der Herr durch den Beherrschten gewinnt: Ein Beispiel hierfür ist der Film, die logische Konstellation Regisseur, Schauspieler, Zuschauer, die auf seinen genetischen Zusammenhang mit der Logik der Schrift zurückweist. Gehört nicht zum „Star“ die diesen Zusammenhang konstituierende kopernikanische Konstellation? Der Film gehört in jene „Sphäre“, die Hegel von der des Lichts noch unterscheidet: die seiner „Fortpflanzung im Raum“, die durch die kopernikanische Wende begründet wird.
    „Es gibt einen Stamm, dessen Angehörige sich für unsichtbar halten: Die Ethnographischen Filmer: Wenn sie, mit Maschinen beladen, Kabel hinter sich herschleifend, einen Raum betreten, in dem ein Fest gefeiert wird, in dem Kranke geheilt oder Tote betrauert werden, dann bilden sie sich ein, sie würden nicht bemerkt …“ (Eliot Weinberger: Die Kamera-Menschen, Lettre Heft 28, I. Vj, 95, S. 62): Gehört nicht die ganze zivilisierte Welt zu diesem Stamm; sind nicht Film und Fernsehen ihre Initiationsrituale? Was hier offenkundig wird, die endgültige Trennung der optischen von der sprachlichen Kommunikation, hat mit der kopernikanischen Wende, dem astronomischen Ursprung des Inertialsystems, begonnen. Die Monologisierung der Kommunikation, die mit der Schrift begonnen hat, wird im Fernsehen vollendet. Die Entwicklung vom Leser, der den Dialog mit dem Autor verinnerlichte, zum Zuschauer, der dieses Dialogs nicht mehr mächtig, dem Bild ohnmächtig und hilflos preisgegeben ist, ist ein Beleg für das Hegelsche Theorem vom Umschlag von Quantität in Qualität. Fernsehen ist atheistisch; das „Wort zum Sonntag“ liefert den allwöchentlichen Beweis.
    Das Fernsehen ist ein Instrument der Vergesellschaftung jener Situation, die Edgar Morin einmal so beschrieben (und dann u.a. im Bilde des entwaffneten SS-Manns erläutert) hat: „Die Passivität des Zuschauers, seine Ohnmacht, versetzen ihn in eine verhältnismäßig regressive Situation: …, wir alle werden sentimental, empfindsam, wehleidig, wenn wir unserer Aktionsmöglichkeiten beraubt werden.“ (Der Mensch und das Kino, Stuttgart 1958, S. 109). Zum Film als gesellschaftliches Reflexionsmedium vgl. auch Eliot Weinberger: „Die Kamera-Menschen“ (Lettre Nr. 28) und Christina von Braun „Nicht-Ich“.
    Der Raum exiliert die Dinge aus der Gegenwart, er ist der Feuerofen, in dem das sinnlich Gegenwärtige zur Asche verbrennt.
    Das Freund-Feind-Denken schafft klare Fronten, aber es verwirrt die Urteilskraft. Wer kann noch sicher sein, daß die Freunde wirklich Freunde sind? Das Freund-Feind-Denken ist der Infektionsherd der Paranoia.
    War nicht der Streit um die homousia ein Streit um die Möglichkeit des Selbstbewußtseins in einer imperialen Gesellschaft? Die symbiotische Teilhabe am Caesarismus war der Ursprungspunkt der Geschichte der Vergesellschaftung von Herrschaft. In diesem Kontext ist die Theologie zu einer Phase in der Geschichte der Aufklärung geworden.
    Nicht Gott ist empfindlich, sondern die Gläubigen sind es. Der zweckrationale Kern des Glaubens ist die Idee des Absoluten, das Medium der Hybris in der Theologie.
    Die Kritik der Religion und ihrer Grundlagen ist so weit in die Religion hineinzutreiben, bis sie sich in einer vom Angesicht Gottes erleuchteten Welt wiederfindet. Das wäre zugleich die Lösung des Rätsels der Apokalypse.
    Findet der Blochsche Satz über die Guten und die Bösen am Ende des Geistes der Utopie nicht seine Auflösung in dem Satz vom Binden und Lösen?
    Wenn das Subjekt der Welt das Tier ist, was hat es dann zu bedeuten, wenn die Schlange das klügste aller Tiere ist?
    Die Welt brennt: Sie hat sich an den steinernen Herzen entzündet.
    Memoria passionis: Das heißt unfähig werden, das wahrgenommene Leiden anderer zu verdrängen. Das aber ist der Ursprungspunkt der Sensibilität, nicht der Empfindlichkeit.
    Das Prinzip des Wissens gründet in der Konvertibilität des vergangenen Sehens mit dem Sehen der Anderen. Bezieht sich hierauf nicht der Satz: „Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten, daß sie nackt waren“?
    Durch welche logische Konstruktion wurde das hebräische Perfekt in das griechische Perfekt umgeformt?
    „Denn während Juden Zeichen fordern und Griechen nach Weisheit fragen, predigen wir Christus den Gekreuzigten, für Juden ein Ärgernis, für Heiden aber eine Torheit, für die Berufenen selbst aber, sowohl Juden als Griechen, Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit.“ (1 Kor 122ff) Hat dieses „Ärgernis“ etwas mit den Ärgernissen in Mt 187 u. Lk 171f zu tun? Stehen die Sätze nicht in einer inversen Beziehung zueinander: gilt das Wehe in den Evangelien-Texten dem Wir im Paulusbrief?
    Wodurch unterscheiden sich die Präfixe von den Suffixen? Kann es sein, daß, während die Präfixe auf räumliche Beziehungen sich erstrecken (und mit der Entfaltung der Raumvorstellung sich differenzieren), im Ursprung und in der Funktion der Suffixe die fortschreitende Subsumtion der Zukunft unter die Vergangenheit sich ausdrückt? So werden die indogermanischen Formen der Flexion durch Suffixe ausgedrückt (die in den modernen Sprachen dann weithin durch Hilfsverben ersetzt werden), während die semitischen Flexionsformen in der Vokalisierung sich manifestieren.
    Sein und Haben beziehen sich auf Perfektbildungen (auf die Vollendung der Vergangenheitsform), und zwar das Sein auf die reflexive, das Haben auf die objektbezogene Pefektbildung: Ich bin geworden, und Ich bin gewesen, aber Ich habe getan (und Ich habe gehört und Ich habe gesehen). Vgl. die Sequenz: Ich habe getan, ich bin schuldig geworden und ich schäme mich.
    Die Scham führt in die Isolationshaft des Gesehenwerdens: man erfährt sich als Objekt des Wissens anderer; der Schutz der Privatsphäre ist der Schutz vor diesem Zum-Objekt-des-Wissens-anderer-Werden. Die Materie ist die aufgedeckte Scham der Dinge (sie gehört zu den nackten Tatsachen).
    Ohne Ansehen der Person: Schließt das nicht die Kritik der Person als des Repräsentanten der Welt im Subjekt (dem Äquivalent des Dingbegriffs) mit ein, eine Kritik, die den Vorrang des Angesichts wiederherzustellen sucht.
    Die Entsühnung der Welt, das Hinwegnehmen der Sünden der Welt, steht in der Tradition des Alexander, der den Knoten nur durchschlagen, nicht gelöst hat.
    Die Beziehung der Sprache zum Objekt ist nicht nur eine äußerliche; diese Äußerlichkeit ist vielmehr in sich selber sprachlich vermittelt. Während es in der Philosophie die subjektiven Formen der Anschauung sind, ist es in der Theologie die Bekenntnislogik (und in ihr insbesondere deren opfertheologischer Grund), denen die Trennung beider sich verdankt. (Legitimation des Bestehenden, Theologie hinter dem Rücken Gottes, Konstitution des Weltbegriffs durchs Konzept der „Entsühnung der Welt“, Vorrang der Anschauung, Name und Begriff)

Adorno Aktueller Bezug Antijudaismus Antisemitismus Astrologie Auschwitz Banken Bekenntnislogik Benjamin Blut Buber Christentum Drewermann Einstein Empörung Faschismus Feindbildlogik Fernsehen Freud Geld Gemeinheit Gesellschaft Habermas Hegel Heidegger Heinsohn Hitler Hogefeld Horkheimer Inquisition Islam Justiz Kabbala Kant Kapitalismus Kohl Kopernikus Lachen Levinas Marx Mathematik Naturwissenschaft Newton Paranoia Patriarchat Philosophie Planck Rassismus Rosenzweig Selbstmitleid Sexismus Sexualmoral Sprache Theologie Tiere Verwaltung Wasser Wittgenstein Ästhetik Ökonomie