Die Frage, was es mit der „Leberverfettung“, die er bei der Ultraschall-Untersuchung festgestellt hatte, auf sich habe, beantwortete der Arzt heute nur mit dem Hinweis, es sei eine allgemeine Wohlstandserscheinung. D.h. er ließ die Frage, die auf mögliche gesundheitliche Auswirkungen sich bezog, unbeantwortet. Seine Antwort unterstellte, daß Normabweichungen Schuldgefühle hervorrufen, daß diese hier aber unerheblich seien, da es sich um eine allgemeine Erscheinung handle (die Leberverfettung ist nur medizinisch eine Normabweichung, nicht aber gesellschaftlich). – Welche Vorstellung haben diese Ärzte eigentlich von ihren Patienten, und welche Erfahrungen machen sie mit ihnen: kann es sein, daß es den Patienten heute vorrangig um den Abbau von Schuldgefühlen geht und nicht um das Menschenrecht, über ihre gesundheitlichen Probleme informiert, sachgemäß therapiert und am Therapieprozeß selber beteiligt zu werden? Und konvergiert das nicht mit der Absicherung des Interesses von Ärzten, den Patienten aus der Therapie herauszuhalten, ihn auf die reine Objektrolle zu fixieren, vom Therapiebedürfnis abzulenken, um dann umso ungestörter dem Eigeninteresse an einer möglichst umfassenden Nutzung aller abrechnungsrelevanten Untersuchungen, die sich aus der Symptomlage ableiten lassen, nachgehen zu können?
Die Unterscheidung von Ding und Sache (Grund der modernen europäischen Sprachen und Institutionen) ist durchs kirchliche Christentum (durch Dogma und Bekenntnislogik) vermittelt. Im Lateinischen waren beide noch ungeschieden in der res enthalten (wie im Griechischen im pragma). Liegt nicht das kantische Ding an sich in der Linie der Konsequenz der mittelalterlichen katholischen Eucharistie-Verehrung (und diese in der opfertheologischen Umformung der res publica)? Läßt nicht das Spezifische der Hegelschen Logik an der zentralen Stellung des Dingbegriffs in ihr (und seiner Beziehung zur Logik des Dogmas) sich entfalten? Zum Verhältnis von Ding und Eigenschaft (zum hypostasierenden, verdinglichenden Denken) gibt es weder in der griechischen Philosophie noch in der lateinischen Theologie eine Entsprechung. Die logische Ableitung dieses Verhältnisses, deren Voraussetzung die kantische Erkenntniskritik als Transzendentalphilosophie geschaffen hat, war erst im Kontext der Hegelschen Logik möglich, die durch den Dingbegriff den Rahmen einer bloßen Urteilstheorie gesprengt, zugleich aber den mit der Opfertheologie in der Theologie selber initiierten Säkularisationsprozeß zu Ende geführt hat.
Hat das „dritte Bewußtsein“ (Ph.d.G., S. 399) etwas mit der dritten Leugnung (dem Eindringen der Umstehenden, der Welt, auf Petrus) zu tun? Ist das Ziel der Aufklärung das Wissen fürs dritte Bewußtsein (Beweislogik und Zeugenschaft): ein Wissen, dessen Subjekt die Welt ist (Begriff der Wissenschaft)?
Bekenntnislogik
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18.02.94
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11.02.94
Verteidigendes Denken ist das Gegenteil des apologetischen Denkens: Ihr Gegenstand ist keine bestehende Gemeinschaft, keine Institution, kein Dogma, kein Bekenntnis, sondern es tritt ein für die Opfer, die Benachteiligten, die Unterdrückten, die Ausgebeuteten. Nur apologetisches Denken ist Front- und Feinddenken (und gehorcht der Bekenntnislogik).
Die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele verhält sich zu der Lehre von der Auferstehung der Toten wie das Gericht zur Barmherzigkeit (wie das Weltgericht zum Jüngsten Gericht).
Die Asymmetrie der Beziehung von Ich und Du ist der Grund er Unterscheidung von Gericht und Barmherzigkeit.
Bild und Fernsehen, oder über das Verhältnis von Bild und Herrschaft: Durch das Bild werde ich zum Herrn über das Abgebildete. Darin gründet das biblische Bilderverbot. Das Fernsehen ist die Idolatrie des Bestehenden (wie hängt das Bild mit den Grenzen der Beweisbarkeit, mit dem logischen Ort der Gemeinheit, zusammen?). Ist das Fernsehen der Greuel am heiligen Ort?
Kant hat die Welt als das mathematische (und Natur als das dynamische) Ganze der Erscheinungen definiert: Hat er damit den Ursprung des Weltbegriffs (in Astronomie und Mathematik) nicht aufs genaueste bezeichnet? Beziehung der Mathematik zur Sprache: Die Mathematik ist die gekreuzigte und gestorbene Sprache, die Natur die Leiche im Grab. Das rührt an den logischen Grund von Joh 129, an den Sinn des Wortes von der „Sünde der Welt“.
Die Totalitätsbegriffe Wissen, Natur und Welt bezeichnen jeder das Ganze, das Adorno zufolge das Unwahre ist: sie bezeichnen es als ein dreifaches. – Im „Stern der Erlösung“ erscheinen Wissen und Natur als Nichtwissen von Mensch und Gott (und nur die Welt als Nichtwissen von der Welt).
Dogmatische Theologie ist die Heiligsprechung des verdinglichten Bewußtseins (das steinerne Herz der Welt, das am Ende gegen ein fleischernes ausgetauscht wird). -
10.02.94
Christologie und Trinitätslehre:
– der Vater oder die Theorie des Namens: die benennende Kraft der Sprache (der logos) bildet sich nur im Angesicht Gottes (im Kontext der Gottesfurcht),
– der Sohn oder die Theorie des Angesichts: er hat Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen und wurde gekreuzigt,
– der Geist oder die Theorie des Feuers (abgestiegen zur Hölle): Erinnerung seiner Beziehung zum Totenreich, zur Natur.
Die benennende Kraft der Sprache ist ohne Schuldreflexion, ohne das metaphorische Element und ohne den Begriff des Realsymbolischen nicht zu rekonstruieren. – Gehört das Realsymbolische zur Theorie des Angesichts, das Metaphorische zur Theorie des Namens und die Schuldreflexion zur Theorie des Feuers?
– Theorie des Angesichts: Kritik der Seele und der Person,
– Theorie des Namens: Kritik des Begriffs und des Objekts (der Urteilsform),
– Theorie des Feuers: Kritik des Tauschprinzip und des Trägheitsgesetzes (der Mathematik, der Formen der Anschauung und des Inertialsystems).
Die Frauenfeindschaft gehört zur Bekenntnislogik als Folge ihrer Beziehung zum Ursprung der Begriffe Natur und Materie: als ein Teil ihrer Beziehung zur Herrschaftslogik, zum Weltbegriff.
Juden, Heiden und Ketzer sind die Nachfahren der Barbaren im Christentum: durch das Urschisma sind die Christen selber zu Juden, Heiden und Ketzern geworden, der Projektionszwang war eine Folge des Rechtfertigungszwangs.
Zur Theorie des Feuers:
– schamajim;
– „Ich bin gekommen, Feuer vom Himmel zu holen, und ich wollte, es brennte schon“;
– Fegefeuer, die Feuer der Hölle; Pfingsten;
– das Plancksche Strahlungsgesetz und das Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit: das Gericht der Barmherzigkeit über das gnadenlose Weltgericht, oder die Grenze zwischen Sprache und Mathematik.
Ist nicht die Trunkenheit die innersprachliche Entsprechung des Feuers?
Hängen der Weinbau und das noachidische Nahrungsgebot, die Erlaubnis, Fleisch zu essen, mit der Entdeckung der Astronomie (Tierkreis und Planetensystem) und dem Ursprung der Mathematik zusammen; sind der planetarische Teil der Astronomie und die in ihm wurzelnde Mathematik der Kelch und die Trunkenheit?
– Könnt Ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde?
– Vater, wenn es möglich ist, so laß diesen Kelch an mir vorübergehen.
Zum Tierkreis vgl. die Benennung der Tiere durch Adam, die Herrschaft über die Tiere und den „Schrecken der Tiere“ und den prophetischen Tierfrieden.
Erschaffen wurde nur das Licht (und dann von der Finsternis geschieden), der Tag und die Nacht. Dagegen entspringen die Farben erst mit dem Bogen in den Wolken nach der Sintflut, als Zeichen, daß es eine zweite Sintflut nicht mehr geben wird (fire next time). Gehört das nicht zusammen mit:
– der Arche für die Tiere (und dem Opfer der reinen Tiere),
– dem neuen Nahrungsgebot (und der Erlaubnis, Fleisch zu essen, nach dem vegetarischen Nahrungsgebot des sechsten Tages),
– dem Schrecken über die Tiere (nach der Benennung der Tiere durch Adam, den jetzt die Sünde der Welt als Subjekt ersetzt, aus der am Ende der Schrecken des Tieres folgt),
– dem Beginn des Weinbaus (und der ersten Trunkenheit),
– dem Aufdecken der Blöße (der Instrumentalisierung der nach der Vertreibung aus dem Paradies entsprungenenen Scham) und dem Ursprung der Knechtschaft (der Delegation der Arbeit, der Herrschaft von Menschen über Menschen: durch Instrumentalisierung der Schuld).
Nach der Sintflut der Turmbau zu Babel und die Verwirrung der Sprachen. – Was hat es dann mit Eber auf sich, nach dem die Menschheit sich teilte (seine Söhne erscheinen in verschiedenen Genealogien: Joktan in Gen 1025ff und Peleg in 1116ff)? -
08.02.94
Der schlimme Satz der Karen Armstrong: „Cohens Gedanken wurden von Franz Rosenzweig (1886 – 1929) bis zur Unkenntlichkeit weiterentwickelt.“ (S. 510, Hervorhebung vom mir): Muß man das eigene Unverständnis gleich als „Unkenntlichkeit“ in die Sache projizieren?
Durch den Faschismus ist aus der Bekenntnislogik endgültig die Logik der Komplizenschaft (gnoseologischer Grund des Fundamentalismus) geworden, und das ist sie dann geblieben.
Die Quantenphysik: das Stottern des durchs Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit korrigierten Inertialsystems. -
16.01.94
Zur Beziehung von Scham und Blut sh. Vermes, Anm. 31, S. 260: Rabbi Nachman ben Isaak: „Wer seinen Nächsten in der Öffentlichkeit beschämt (erröten läßt), der ist, als hätte er Blut vergossen.“
Anwendung von Mt 634: „Darum sorgt nicht für den anderen Morgen, denn der morgige Tag wird wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß jeder Tag seine eigene Plage hat“, auf die Schöpfungsgeschichte, das Sechstagewerk, und auf den „Tag des Herrn“. Geza Vermes rührt, ohne es zu bemerken, an den Grund der Prophetie, wenn er dazu darauf hinweist, daß Jesus „ein Mensch (war), für den die Gegenwart, das Hier und Jetzt, von einmaliger und unendlicher Wichtigkeit war“ (S. 264).
Zur Bestimmung des Staubs (zu dem Adam wird, und den die Schlange frißt): Das Heideggersche „Man“ ist eine Emanation der Welt: die präziseste Bestimmung dessen, was die Propheten Unzucht nannten. Bezeichnend, daß das unpersönliche Man dann doch als männlich (und als Verkörperung des Universalen) erfahren wird.
Das Geschwätz ist eine Erfahrungsverhinderungsmaschine (es gehorcht der dem Rechtfertigungszwang unterworfenen Bekenntnislogik).
Wenn Israel der Augapfel Gottes ist, ist dann nicht der Antisemitismus (wie vor ihm der kirchliche Antijduaismus) ein Versuch, Gott blind zu machen: daß er’s nicht mehr sieht?
Wenn der Antisemitismus Gott erblinden macht, hat dann das Christentum Ihn gelähmt? Drückt sich das darin aus, daß der erhöhte Jesus „zur Rechten des Vaters“ sitzt?
Die Botschaft Jesu an den Täufer im Gefängnis („Blinde werden sehend und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote werden auferweckt und und Armen wird die frohe Botschaft verkündet, und selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt“, Mt 115) ist apokalyptisch (Zusammenfassung der Lösung der sieben Siegel und e contrario eine spiegelbildliche Beschreibung des apokalyptischen Weltzustandes).
Als Zedekia, der letzte (vom König von Babel eingesetzte) König der Juden, nach Babel verbracht wurde, „schlachtete man (die Söhne Zedekias) vor seinen Augen; den Zedekia aber ließ er blenden und in Ketten legen. So brachte man ihn nach Babel“ (2 Kön 257). Hat diese Geschichte etwas mit Auschwitz zu tun: Ist „der König der Juden“ seitdem geblendet und in Fesseln, blind und lahm? Vgl. auch die „Blinden und Lahmen“ bei der Eroberung Jerusalems (2 Sam 56ff) und in der Botschaft Jesu an den Täufer („Die Blinden werden sehend, die Lahmen gehen, …“ Mt 115). -Ist hier die Richtung bezeichnet, in der das mit dem Lösen Gemeinte gesucht werden muß?
Es gibt keine Erkenntnis, die nicht auch in Beziehung zur Gotteserkenntnis steht, und hier gilt der Satz: Der liebe Gott (und nicht der Teufel) steckt im Detail.
Zu Geza Vermes: Der Nachweis, daß die Lehre der Kirche mit der Lehre Jesu nicht übereinstimmt, reicht nicht mehr. Zu ermitteln und herauszuarbeiten wäre die reale historische Beziehung beider zueinander; eine hierher passende Bemerkung zu den Elefanten: Ist nicht das Langzeitgedächtnis, soweit es von der Erinnerungsfähigkeit zu unterscheiden ist, und d.h. das Langzeitgedächtnis, dessen Objekt man nur ist, Ausdruck einer sehr tiefen Verletzung?
Zur Unterscheidung von Mythos und Aufklärung: Wenn das Schicksal, nach der Benjaminschen Definition, der Schuldzusammenhang des Lebendigen ist, ist dann die Welt (und das wäre ebenfalls eine Definition) der Schuldzusammenhang des Toten (aber dieser Schuldzusammenhang ist einer, der in dem des Lebendigen gründet, und dessen realsymbolische Widerspiegelung das apokalyptische Tier ist)? Für uns sind nicht mehr die Götter unsterblich, sondern unsterblich ist nur noch die Sterblichkeit der Sterblichen: der Tod. Darin gründet der Naturbegriff.
Vornehm und anständig, oder der Kern des Verblendungszusammenhangs: Der Vornehme spiegelt sich im Blick von unten, der Anständige im Blick von oben. Gemeinsam verstellen sie der Erkenntnis den Weg. Wenn die Vornehmen mit den Anständigen sich verbünden, siegt die Natur, wird die Welt gemein.
Zur Raumvorstellung: Oben und unten bezeichnen das Verhältnis von Schöpfung und Auferstehung, rechts und links das von Gericht und Barmherzigkeit, und vorne und hinten das von Im Angesicht und Hinter dem Rücken. -
03.01.94
Welt und Natur sind die elliptischen Brennpunkte des Herrschafts-, Schuld und Verblendungszusammenhangs.
Der Rechtspositivismus macht den Satz, daß Gemeinheit kein strafrechtlicher Tatbestand ist, zu einem Rechtsprinzip.
So wird auch das Dogma zum Feigenblatt, zum Alibi, das die Sünden zudeckt, wenn man es als Dogma versteht, wenn man es aus dem Kontext der Umkehr herauslöst: durch Positivismus. Im Kontext der Umkehr jedoch sind der Satz, daß Gott die Welt erschaffen hat, wie auch die Opfertheologie nicht mehr zu halten.
Wenn es von Propheten heißt, Gott habe sie vom Mutterleibe her berufen, hat das dann etwas mit der realsymbolischen Beziehung der Gebärmutter zur Barmherzigkeit zu tun? Welche Bedeutung hat dann die Radikalisierung des Symbols, wenn Jesus vom Heiligen Geistes empfangen ist?
Ist die Redensart, daß „gut gemeint“ eine Steigerung von gemein ist, christlichen Ursprungs, Produkt der Bekenntnislogik, wonach das Erwischtwerden schlimmer ist als die Tat? Bezieht sich nicht hierauf das Wort am Kreuz: Herr vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun? Und hängt das Sakrament der Buße nicht mehr mit diesem Wort (nämlich als Einübung in diesen Satz) als mit dem Satz vom Binden und Lösen zusammen? Sündenvergebung ohne Umkehr ist keine. Das andere Wort: Denen ihr die Sünden nachlassen werdet, denen sind sie nachgelassen, ist mehr als eine administrative Ermächtigung.
In der Vorstellung einer unendlichen Vergangenheit wird das Nichts zitiert, daß mit der Subsumtion der Zukunft unter die Vergangenheit Macht über die Zukunft gewinnt.
Hängen die drei Bücher des ersten Teils des Sterns der Erlösung (Gott, Mensch, Welt) nicht mit den drei Dimensionen des Raumes zusammen, haben sie darin nicht ihren empirischen Grund?
Der Säkularisationsprozeß und der historische Objektivationsprozeß beginnt mit der Trinitätslehre und der Opfertheologie, er endet mit den subjektiven Formen der Anschauung Kants.
Treibt Jesus nicht zusammen mit den Geldwechslern auch die Taubenhändler aus dem Tempel? Sie gilt nicht nur der Herrschaft des Tauschprinzips allgemein, sondern insbesondere der Subsumtion des Heiligen Geistes unters Tauschprinzip.
Physik: Die Identifizierung der Außenwelt mit der gemeinsamen stummen Innenwelt aller.
Kant und die Metaphysik: Ist nicht der aristotelische Gott bei Kant zum transzendentalen Subjekt, ins Ich denke, das alle meine Vorstellungen muß begleiten können, zusammengeschnurrt? Hegel hat versucht, ihn wieder daraus hervorzuzaubern, während Gott in der kantischen Philosophie (im Kontext von Unsterblichkeit und Freiheit) auf die jüdisch-christliche Tradition zurückweist (die Hermann Cohen dann darin auch wiedererkannte).
Bezeichnet der Turm von Babel, der bis an den Himmel reicht, nicht einen sprachlichen Sachverhalt: das Konstruktionsprinzip der indogermanischen Grammatik, in der die Vergangenheit Macht über die Zukunft gewinnt (Bedingung der Bildung des Neutrum, das in der Schrift durch die Schlange symbolisiert wird)? Verweist die Ziegelherstellung (wie später im Sklavenhaus Ägypten) auf diese Neutrumsbildung?
Israel kommt aus Ägypten. Aber zu dieser Herkunft gehört der Exodus und der Durchzug durchs Rote Meer (auch ein Sprachsymbol?).
Wird Gott die Toten erwecken, wenn es uns gelingt, ihn zu erwecken? -
20.12.93
Kann es sein, daß, abgesehen von der Teflon-Pfanne, die technischen Errungenschaften der sogenannten Weltraum-Forschung allesamt darauf hinauslaufen, Arbeitsplätze zu vernichten (Herstellung von Labor-Bedingungen und Produktion des Vacuums als gesamtgesellschaftlicher Prozeß, in dem die Naturwissenschaften nur ein Teil sind)?
Ist nicht Joh 129 („Seht das Lamm Gottes, …“) der Schlüssel zu Off 5 (59: „Würdig bist du …“)?
Was bedeutet in Joh 2115ff die Reihenfolge:
– Weide meine Lämmer,
– Hüte meine Schafe und
– Weide meine Schafe?
Sind die letzten Christen, nachdem die ersten Lämmer waren, endgültig zu Schafen geworden, die zuerst nur gehütet wurden, dann aber geweidet werden müssen? Hat diese Stelle etwas mit der Geschichte der drei Leugnungen zu tun?
Zu den evangelischen Räten:
– Der Gehorsam richtet sich gegen das Inertialsystem (die Mathematisierung),
– die Keuschheit gegen die Bekenntnislogik und
– die Armut gegen die Herrschaft des Tauschprinzips.
Beginnt die Kirchengeschichte mit der Verletzung des Gebotes der Keuschheit, um mit der Verletzung des Gehorsams zu enden?
Die Bekenntnislogik entspringt in der Trennung des Bekenntnisses von der Nachfolge (Ursprung der Kirchengeschichte).
Die Stunde der Theologie: Ist die Selbstverfluchung der Kirche (die Verwerfung der eigenen Tradition) nicht die logische Konsequenz der Dogmatisierungsgeschichte (der Verwerfung der Nachfolge)?
Das Wort des Aristoteles „Alle Menschen streben nach dem Glück“ wäre zu ergänzen durch den Hinweis, daß Glück sich durch den Trieb, den Wunsch, endlich gut sein zu dürfen, definieren läßt. Das aber schließt mit ein, endlich zu begreifen, was dem im Wege steht. Helfen hier nicht Joh 129 und das Wort Adornos: „Heute fühlen sich alle ungeliebt, weil keiner mehr zu lieben fähig ist“ (das verdinglichte Denken und die Herrschaft des Objektbegriffs drücken genau diese Unfähigkeit zu lieben aus)? -
09.12.93
Buße (Umkehr), Gebet und Fasten gehören zu den Grundlagen der Weltkritik: zur Kritik
– des Inertialsystems (Buße, Umkehr, „Gehorsam“),
– der Geldwirtschaft (Fasten, „Armut“) und
– der Bekenntnisreligion (Gebet, „Keuschheit“).
Das Inertialsystem und seine Entsprechungen (Geldwirtschaft und Bekenntnisreligion) sind Verkörperungen des Anklägers (des „Widersachers“): des anklagenden Prinzips, in Deutschland durch den Titel des Staatsanwalts (durch die darin sich manifestierende Staatsmetaphysik) mit der Institution des Staates und dem Gewaltmonopol des Staates verschmolzen. (Hängt Habermas‘ Einwand gegen die Frankfurter, seine Wendung gegen jeden Gedanken an eine Naturutopie, mit seinem „Verfassungspatriotismus“ zusammen?)
Daß im Namen des Menschensohns der Bann der Welt gebrochen ist, manifestiert sich in dem Wort, daß er auf den Wolken des Himmels kommen wird. Im Apokalyptik-Band, S. 301, findet sich der entscheidende Hinweis auf den Gegensatz (und die Beziehung) des messianischen Titels Menschensohn zu den Tiersymbolen und auf den apokalyptischen Grund des Namens.
Wie lautet der aramäische Name des Menschensohns: barnascha, baränasch oder baränascha?
Als Sohn Adams ist der Menschensohn der Sohn dessen, der die Tiere benannt hat (so hat er teil an der „Schöpfung“ der Welt).
Schließt die historisch-zeitgeschichtliche Interpretation der Apokalypse (z.B. die Beziehung der Johannes-Apokalypse zu Nero und Domitian) die Möglichkeit eigentlich aus, die anhand der Vergangenheit gewonnenen Symbole im gegenwärtigen zeitgeschichtlichen Kontext wiederzuerkennen (als Erfüllung des Worts)? Ist das Zeitgeschichtliche der Apokalypse nicht eine Variation und Steigerung des Aktualitätsbezugs der Prophetie? Wird nicht dieser Aktualitätsbezug im philosophischen tode ti, und in jeder Gestalt der „Naturerkenntnis“ seitdem verdrängt, und so die Apokalypse neutralisiert: Ist der Naturbegriff zu diesem Zweck ersonnen worden (und die Philosophie demnach insgesamt ein Mittel zur Verdrängung der Apokalypse, und ihr theologischer Gebrauch seit den Kirchenvätern nicht nur ein Produkt der enttäuschten Parusieerwartung)?
Die Beziehung der Apokalypse zum Traum wird deutlicher, wenn man daran erinnert, daß Nebukadnezar den Daniel auffordert, ihm den Traum selber, und nicht nur seine Deutung, zu liefern (vgl. dagegen die Träume beim Joseph: die eigenen, die des Mundschenk und des Bäckers, und dann die des Pharao: der Pharao kennt seinen Traum, Nebukadnezar nicht). In der Apokalypse bezeichnet der Traum (wie heute, im Kontext der Kritik der Naturwissenschaften, der Begriff der Verdrängung) etwas Objektives, nicht etwas nur Subjektives, Psychologisches. Bezeichnet nicht der Weltbegriff (und der Ursprung des Staats) die Grenzscheide zwischen Prophetie und Apokalypse (mit fließenden Übergängen in der Prophetie und der Benennung der Grenze im Christentum)? Sind die mathematischen Naturwissenschaften nicht auch ein böser Traum von einer Welt, die „an sich“ ganz anders ist, aber einer cum fundamento in re?
Die kopernikanische Theorie und die Geschichte der Naturwissenschaften seitdem war ein Instrument der Vergesellschaftung und Verinnerlichung von Herrschaft. Sie hat den Himmel dadurch aus dem Gesichtskreis der Menschen entfernt, daß sie ihn in den Innenraum ihrer (mathematischen Zwangs-) Vorstellung transportiert hat.
Intersubjektivität ist die Gemeinschaft fensterloser Monaden: am Ende die gemeinsame Isolationshaft aller: ein böser Traum.
Richten, Strafe, Buße, Sühne (oder über die reinigende Wirkung des Mords): In einer Gesellschaft, in der es nur noch Richter, aber keine Verteidiger, keine Gnade, keine Barmherzigkeit mehr gibt, gibt es keine Sühne mehr, die die Ehre des Täters restituiert (nur noch den faschistischen Mord: das perfekte Verbrechen verträgt keine Zeugen). Das Schlimmste ist, wenn einer (wie von Weizsäcker) sich entschuldigt. Die Deutschen sind es leid, „ewig im Büßerhemd herumzulaufen“. Die anderen waren „auch nicht besser“: Dafür müssen heute die Ausländer, die Linken, die Behinderten „büßen“ (aber diese Buße ist ebenso grundlos wie irrational: Sie hat ihren Grund nicht in Handlungen derer, denen die Buße auferlegt wird, sie ist stellvertretende Sühne, die die Untat ungeschehen machen soll, die die Richtenden an ihnen verüben, indem sie prophylaktisch die Erscheinung des Schuldvorwurfs – das Opfer als den zukünftige Zeugen der an ihm begangenen Tat – beseitigt: deshalb haben die Nazis als erstes die Bettler und die Kommunisten ins KZ gebracht). Das perfekte Verbrechen als Vollendung des Rechtsstaats: Letzte Konsequenz aus dem Satz, daß Gemeinheit kein strafrechtlicher Tatbestand ist? Die Gnadenlosigkeit bedarf der Strafe nur noch als Verdrängungshilfe; der Schritt zum faschistischen Mord ist dann nur ein kleiner Schritt.
Die Todesstrafe wurde abgeschafft, als der Staat sie zur eigenen Begründung nicht mehr brauchte: nach endgültiger Durchsetzung des Gewaltmonopols. Aber hat sich damit nicht auch die Gemeinheit (nach Franz von Baader die „Niedertracht“) endgültig durchgesetzt? Ist die Menschheit nicht zum erstenmal wehrlos gegen das perfekte Verbrechen, dessen Alibi die Abschaffung der Todesstrafe ist?
Die Taube ist das einzige nicht gehörnte Opfertier der Juden: Sie ist das Opfer der Armen, der Machtlosen, die Aufhebung des in ihnen erscheinenden Schuldvorwurfs an die Reichen und Herrschenden: so ist sie das Symbol des Parakleten, des Heiligen Geistes.
Hat die physikalische Statistik (zusammen mit der „Gegenständlichkeit“ der Materie, der unlöschbaren Spur des Objektivationsprozesses) ihren Grund im Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit: in der Selbstreferenz, die seit der Hereinnahme eines empirischen Moments ins Inertialsystem aus der mathematischen Naturerkenntnis nicht mehr sich herausbringen läßt. Erst hierdurch entsteht jene quasiorthogonale Beziehung zur Materie, die der Grund der Atomistik und der Quantenstrukturen (des Planckschen Wirkungsquantums) ist. Im Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit enthüllt sich das projektive Moment in der naturwissenschaftlichen Erkenntnis, das den Begriffen der Natur und der Materie zugrundeliegt.
Das „sub specie aeternitati“ meint nicht die Abstraktion von der Zeit, das Überzeitliche, sondern sprengt das Zeitkontinuum: Wiederherstellung der realen Gegenwart: Im Angesicht Gottes. -
06.12.93
Das metanoein, das Umdenken, bezeichnet nicht den Austausch des Inhalts eines Bekenntnisses, eine Änderung der Gesinnung, sondern einen eminent sprachlichen Sachverhalt, genauer: einen sprachbegründenden Sachverhalt: die Umkehr als Erkenntnisbegriff.
Der Objektbegriff ist der Inbegriff der aufgedeckten Blöße; das ihm korrespondierende Subjekt ist das vergesellschaftete Subjekt, die Welt (Intersubjektivität) als Ursprung der Scham.
Zur raf: Handelt es sich hier nicht um einen generationenübergreifenden Schuldzusammenhang, in den beide Seiten verstrickt sind, und aus dem keiner herauskommt, der diesen Schuldzusammenhang nicht begreift? Die Personalisierung gehört nicht zu den Folgen, sondern zu den Ursachen des Konflikts.
Kommen wir dem Punkt nicht immer näher, an dem sich die Prophetie auf den einen Satz zusammenzieht: In vierzig Tagen wird Ninive zerstört?
Sind die beiden biblischen Nahrungsgebote, das paradiesische und das noachidische, nur Nahrungsgebote (und damit in die Gegenwart übertragbar)? Liegt nicht zwischen den beiden Nahrungsgeboten die Trennung des Baumes der Erkenntnis vom Baum des Lebens und das kreisende Flammenschwert des Kerubs? Hat die dem Fleischessen korrespondierende Herrschaftsgeschichte nicht auch einen sprachgeschichtlichen und einen kosmologischen Aspekt? Gehört nicht das Problem des Ursprungs der Mathematik und der Astronomie (zusammen mit dem Beginn des Weinanbaus, der Trunkenheit und dem Aufdecken der Blöße) sowie des Tieropfers in diese Geschichte mit herein? Hängt damit der Mythos vom Orion und den Plejaden zusammen?
Wenn die Pferde die Nachfahren der Helden sind, sind dann nicht die emblematischen und die Tiere in der Astronomie (die Tiere des Tierkreises) die Vorfahren der Helden? Ist nicht die Benennung der Tiere durch Adam das Modell der Apotheose, und sind die Namen der Tiere real in den Tierkreis einbeschrieben? Kann das als Hinweis verstanden werden, daß der Tierkreis (und die Benennung der Tiere) vor dem Sündenfall, die Planeten (und das kreisende Flammenschwert) nach dem Sündenfall anzusiedeln sind?
Das erste der drei Gestalten des Nichtwissens, das Nichtwissen von Gott, behandelt Rosenzweig unter dem Titel „Metaphysik“. Heißt das, daß sich das Nichtwissen von Gott den Schein des Wissens im Begriff der Natur gibt? – Grund der Ästhetik, Anwendung auf Ethik und Logik? -
28.11.93
Was bedeutet das Täuferwort: „Schon ist die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt“ (Mt 310, Lk 39, beidemale nach dem Wort, daß Gott dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken kann); auf welche Bäume bezieht es sich: Ölbaum, Feigenbaum, Weinstock, Dornstrauch, Baum der Erkenntnis?
Jenseits des Todes heißt nicht nach dem Tod. Jenseits des Todes ist die Liebe, die stark ist wie der Tod. Und jenseits des Todes (aber nicht nach dem Tod) ist das Himmelreich, das Reich Gottes, das etwas durchaus Diesseitiges ist.
Ist der Einsatzpunkt zur Kritik des Weltbegriffs nicht das Motiv aus der Dialektik der Aufklärung über die wechselseitige Verschränkung von Mythos und Aufklärung, die anhand der Beziehung zu den Fremden im Namen der Barbaren und der Hebräer und im Kontext der Geschichte des Ursprungs des Weltbegriffs (und der Begriffe Natur und Materie) sich bestimmen läßt?
Ist die hebräische Schrift nicht auch in dem Sinne eine hebräische, daß sie das Moment der Fremdheit in sich enthält? Wurde die Schrift nicht von den Phöniziern, den Kanaanäern: von „welterfahrenen“ Seefahrern und Händlern, übernommen?
Sind nicht die Werke der Barmherzigkeit und die evangelischen Räte unwiderlegbare Einsprüche gegen die Philosophie?
Das Absolute ist nicht Gott, so wie das Weltgericht nicht das Jüngste Gericht ist. Das Absolute ist der Taumelkelch, auf den die Bitte Jesus in Getsemane sich bezieht, er möge an ihm vorübergehen.
In Mt 16, an einer zentralen Stelle, wird neben Elias auch Jeremias von den Jüngern benannt als einer, für den die Menschen ihn (Jesus) halten. Bezieht sich das nicht auf
– das Verhältnis Babylon/Rom,
– das Gotteswort an Jeremias: Bete nicht mehr für dieses Volk,
– das Wort vom „Grauen um und um“ und auf
– das Wort an das Volk: Betet für das Wohl der Stadt?
Das „Grauen um und um“: Ist das nicht die Innenerfahrung des Taumelkelchs, des Absoluten?
Der kostbare Begriff bei Leonhard Ragaz vom „heiligen Materialismus“.
Diese Welt ist nicht durch den Kreuzestod entsühnt, sondern durch die Übernahme der Sünde der Welt ist nur der Bann gebrochen, in dessen Konsequenz der Kreuzestod als immer noch gültiges Realsymbol der unversöhnten Welt liegt. Die Opfertheologie garantiert als Ideologie einer „entsühnten Welt“ den Fortbestand der unversöhnten Welt.
Das Tier, die Welt und die benennende Kraft der Sprache (Adam hat nur die Tiere benannt): Die Entsühnung der Welt macht den Menschen zum Tier, die Menschwerdung beginnt mit der Übernahme der Sünde der Welt. Das Absolute ist der Behemoth: die Selbstzerstörung der benennenden Kraft der Sprache (der Taumelkelch).
Erst dem spätkapitalistischen Blick verwandeln sich die vergangenen Religionen in Religionen (in ihr Anderssein): in Bekenntnissysteme mit zugehörigen Vorstellungsmassen. Da diese Vorstellungsmassen sich als beziehungslos zu unseren Erfahrungen erweisen, halten wir die vergangene Menschheit für dumm (und werden unfähig, die Erfahrungen und ihre Verarbeitung, die in diesen Vorstellungsmassen enthalten sind, und damit die Genesis unserer eigenen Gestalt der Erfahrung zu begreifen: machen wir uns selber dumm).
Zum Begriff des Lösens: Probleme und Fesseln werden gelöst. Sind Probleme Fesseln (oder werden erst Problemlösungen zu Fesseln)?
Das Gericht der Barmherzigkeit über das gnadenlose Weltgericht ist ein strenges Gericht.
Verweist das apokalyptische Bild, wonach am Ende der Himmel wie eine Buchrolle sich aufrollt, nicht auch auf den Zusammenhang des Ursprungs der Schrift mit den Anfängen der Astronomie (und hat die kopernikanische Wendung und ihre dynamische Begründung durch die Gravitationstheorie diese Schrift ins Buch zurückgestaut)?
Ist die hebräische Schrift nicht notwendig eine Konsonantenschrift, und sind die Konsonanten in der Schrift nicht das Äquivalent der Statuen in den Tempeln (und wie diese Denkmale von Opfern)? Die Vokale haben sich erst mit dem Gesang in der Sprache entfaltet.
Wenn das Recht die staatlich-nationale Organisationsform einer Gesellschaft von Privateigentümern ist (und der Grundbegriff jeden Rechts der des Eigentums ist), was bedeutet dann das Kirchenrecht?
– Deduktion seiner Form und seiner Inhalte;
– Zusammenhang mit dem Bekenntnisbegriff (durch den der Gläubige zum Eigentum der Kirche wird);
– Funktion der Sexualmoral (Verweltlichung der Kirche durch Ausblendung der Welt und Privatisierung der Moral: das versteinerte Herz). -
19.11.93
Der Begriff der Welt (zu dessen logischen Voraussetzungen die Trinitätslehre und die Opfertheologie, das Dogma und das Bekenntnis gehören) ist Ausdruck und die Besiegelung des Aufgebens, der Kapitulation vor der Welt: so konstituiert sie sich als Natur. Dagegen steht das Wort von der Kirche, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwinden werden.
Nachfolge ist das Gegenteil der „imitatio“, der „Nachahmung“ Christi, der falschen Demut. -
16.11.93
Joh 13: panta di‘ autou egeneto, kai choris autou egeneto oude hen. Alles ist durch es selbst (das Wort) geboren/entstanden, und ohne es selbst ist auch nicht eines geboren/entstanden. -Das ginomai/egeneto bezieht sich nicht auf das Erschaffene, auch nicht aufs Gemachte, sondern aufs Erzeugte: auf das Produkt eines Gattungsprozesses, als welcher allein der Ursprung der Welt sich begreifen läßt (nicht die Schöpfung, nicht Himmel und Erde)! Falsch ist auf jeden Fall die Übersetzung des panta egeneto mit allem, was geworden ist: so wäre der logos bloß das Schicksal, Subjekt des subjektlosen Geschehens, fiele er in die Kompetenz der Hegelschen Logik.
Verweist das egeneto nicht auf einen Zusammenhang des Naturbegriffs mit dem des Logos? Ist nicht der Naturbegriff die logische Folge oder das logische Korrelat des „Hinwegnehmens“ (zu Joh 129)?
Rehabilitierung des Wunschdenkens: Wer das Wünschen diskriminiert, ergreift die Partei der gnadenlosen Welt.
Lachen und Weinen gehören (als Grenzbegriffe der Sprache) zur Logik des Angesichts; sie beschreiben die Grenze zwischen Hören und Sehen: das Lachen trennt Hören und Sehen, während das Weinen die Durchlässigkeit der Grenze bezeugt. Haben sie nicht etwas mit den Pforten der Hölle zu tun; ist nicht die Natur die durchs Lachen neutralisierte (gegen die Sprache indifferent gemachte) Schöpfung?
Ist nicht das Ich Produkt der Anklage, das mit dem Rechtfertigungszwang (als das Subjekt des Denkens, des transzendentalen Subjekts Kants) entspringt (sich entzündet)? – Gibt es einen Zusammenhang mit der Genesis und Logik des Materiebegriffs?
Die logische Äquivalenz von Einzelnem und Allgemeinem neutralisiert die Asymmetrie von Ich und Du (und begründet die Insuffizienz der Beweislogik).
physis und kosmos sind Produkte der philosophischen, natura und mundus Produkte der caesarischen Verarbeitung des Mythos. Die philosophische und die caesarische Verarbeitung des Mythos unterscheiden sich wie Erkenntnis und Wissen; deshalb waren die Konstituierung des Objektbegriffs und der Ursprung der modernen Wissenschaften (insbesondere der Naturwissenschaften) nur über die caesarische Verarbeitung des Mythos (und der Philosophie): über die Theologie des Christentums (über das Dogma und die Bekenntnislogik, über Trinitätslehre und Opfertheologie), möglich.
Wenn Freude die Freude am Glück und an den guten Handlungen anderer ist, dann gehört die Fähigkeit, das Glück und die guten Handlungen anderer neidlos sehen zu lernen, dazu.
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