Womit die Banken handeln: Ist es nicht schlicht und einfach fremder Leute Geld? Und sind die Banken nicht das Modell der repräsentativen Demokratie: Wie bei den Banken ihr Geld, so geben die Bürger bei der Wahl ihre Stimme ab; was dann mit beiden geschieht, darauf haben sie keinen Einfluß mehr, sie wissen es nicht einmal mehr (vgl. das Verhältnis von Kirche und Bekenntnis).
Was im Planetensystem selbsttätig, nämlich durchs Gravitationsgesetz, zu funktionieren scheint, muß im Geld-Kosmos durch Zentralbanken reguliert werden. Hat der Dopllereffekt etwas mit einer im Kosmos eingebauten Inflationsrate zu tun?
Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn: Die Zuordnung der Planeten zu den Wochentagen entspricht nicht der Reihenfolge ihres Abstands von der Sonne.
Kann es sein, daß die Lösung des Rätsels der sogenannten Venus-Katastrophe in dem Satz liegt: Geld macht sinnlich. Und ist das nicht auch ein Hinweis auf das Verhältnis der Venus zum Merkur? Aber die Sinnlichkeit ist die Quelle der Gewalt und des Kriegs, die dann mit Hilfe des Rechts und des Staats zu domestizieren versucht worden sind. Aber sind diese Fortschritte nicht ebensosehr Rückfälle, Regressionen?
Ist nicht das Schema Hure/Heilige ein Nachklang des astrologischen Verhältnisses von Erde und Venus? Und ist nicht dieses Echo im Namen des Materialismus festgehalten, in dem die mater anklingt, aber auch das Geld, der Egoismus und die Sinnlichkeit, die Sexualität? Merkwürdig, daß Jupiter und Mars eher idealistische Konnotationen mit sich führen: Ist nicht der Gegensatz Idealismus/Materialismus an den Gegensatz von Welt und Natur gebunden?
Ist nicht das Rosenzweigsche Konzept der Umkehr der Versuch, das Ergebnis des Objektivationsprozesses von der Sünde der Instrumentalisierung zu erlösen? Und sind nicht in der Tat die Sünden der Welt die Sünden der Instrumentalisierung?
Das Herrendenken sanktioniert den Schuldzusammenhang, macht ihn zur Natur. Dagegen steht das verteidigende, parakletische Denken, auch im Verhältnis zur Natur: als Kritik und Auflösung des Naturbegriffs.
Mit der Trennung des jüdischen und christlichen Wegs, und der Anerkennung auch des christlichen Wegs, hat Franz Rosenzweig den Christen den Tikkun übertragen. Ist nicht Franz Rosenzweig Christ geworden, als er Jude blieb?
Waren nicht die Schreiber die Herren und Verwalter der Sprache?
Sind die Schafe mitsamt den Schäfern nicht ein entsetzliches Bild der Trägheit, und gehören dazu nicht die Hunde?
Das „Alte Testament“ ist die babylonische Gefangenschaft der Tora. Und hatte Jesus nicht recht, als er sagte, daß eher Himmel und Erde vergehen werden, bevor auch nur ein Jota vom Gesetz vergeht (vgl. Lk 1617): Himmel und Erde sind (mit dem Weltbegriff: dem Konzept der creatio mundi und der Entsühnung der Welt durch den sogenannten Opfertod am Kreuz) vergangen. Damit war auch die Tora vergangen, domestiziert, zu einer Waffe des Antijudaismus geworden. Die Erben der griechischen Barbaren: für die Christen waren das die Juden, die Heiden, die Ketzer (und die Erben der Natur und Materie? – Himmel und Hölle, die Eucharistie und das verdinglichte Wort?).
Haschamajim: Sind es nicht die Feuer der Kritik, die die unteren Wasser in die oberen, den Mythos in Segen verwandeln? Und bezieht sich darauf nicht das Wort vom Binden und Lösen? Die Gebete der Heiligen sind Gott ein süßer Geruch (Reinhold Schneider: Allein den Betern kann es noch gelingen …). Und: Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Und wie froh wäre ich, es würde schon brennen. (Lk 1249)
Geld
-
23.03.93
-
20.03.93
Die Einheit der Welt ist die Einheit des Herrschafts-, Schuld-und Verblendungszusammenhangs. Die Welt bezeichnet den Herrschaftszusammenhang, der sich auf den Schuldzusammenhang der Natur und den Verblendungszusammenhang des Wissens stützt.
Das Schicksal verurteilt zur Schuld, die Welt verurteilt zur Natur.
Wenn einer das „ganze Gewicht seiner Persönlichkeit“ einsetzt, macht er sich dann schwer?
Mene, mene, tekel, pharsin: Gewogen und zu leicht befunden. Bezieht sich das auf den Ursprung der Schrift (die Schrift an der Wand)?
Banken: der sich auf sich selbst beziehende Schuldzusammenhang. Hat Hegel etwas über Banken geschrieben? Gibt es eine Geschichte der Kunden der Banken?
Orientiert sich das Marxsche Konzept von Unterbau und Überbau nicht am scholastischen Konzept von Natur und Übernatur? -
18.03.93
Nach Raymond Bogaert „Grundzüge des Bankwesens im alten Griechenland“ wurden Eingänge (Einzahlungen) im Genitiv, Ausgänge (Auszahlungen, Kredite) im Dativ bezeichnet (S. 11). Kann es sein, daß Genitiv und Dativ Links und Rechts (die Seiten) bedeuten? Und sind Genitiv und Dativ die sprachlichen Repräsentanten des Tauschs? Die Banken verwalten das Tauschprinzip wie die Planeten das Inertialsystem.
Die Anschauung abstrahiert von der eigenen Verstrickung ins Angeschaute; das Produkt dieser Abstraktion ist die Form des Raumes. Und sie überantwortet damit das Angeschaute den Gesetzen der Projektion (Barbaren, Natur, Materie).
Die ersten Privatbanken sind von Sklaven gegründet worden, generell liegt ihr Ursprung im Bereich des Opferwesens und der Tempelwirtschaft. Das Bankenwesen ein Begleitinstitut der Lohnarbeit, die den Systemcharakter des Geldes begründet? Die Bankentürme in der Skyline Frankfurts stehen in der Tradition des Turms von Babel.
Die Tradition des Opfers und ihre Verinnerlichung in der dogmatischen Theologie gehören zu den Fundamenten des Bankenwesens.
Die Instrumentalisierung des Opfers macht sich gemein mit dem Mord und leugnet das Antlitz (Kruzifix und Münze).
Sein, Haben und Werden, das sind die objektiven, naturhaften (den Naturbegriff begründenden) Hilfszeitverben. Ist nicht das Sein die veranderte Gegenwart, das Haben und das Werden die zukünftige Vergangenheit und vergangene Zukunft? Vergleiche die beiden Bildungen „Ich werde gehabt haben“ und „Ich werde geworden sein“ (aktives und passives Futur II).
Wann sagte Jesus: Bei Gott ist kein Ding unmöglich? Mt 1926, Mk 1027 und Lk 1827: Nach dem Wort über den Reichen, das Kamel und das Nadelöhr.
Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Im Sechstagewerk nutzt er dann den Himmel als Namen für die Feste, die die Wasser oben von den Wassern unten scheidet, und die Erde zur Hervorbringung der Pflanzen und Tiere. Die Finsternis über dem Abgrund nennt er nach der Erschaffung des Lichts Nacht, und die Wasser, über denen der Geist Gottes schwebt, trennt er durch das Firmament (Schuld und Segen).
Wer das Leben aus den Leiden und Taten der Atome und Moleküle herleiten will, verhält sich ähnlich wie der, der das Wachsen der Bäume aus dem darin investierten Kapital herleitet.
Die Merkaba ist sprachlichen Wesens, und wer sie entschlüsselt, begreift den Ezechiel.
Zu dem Siebengestirn Cohen, Rosenzweig, Bloch, Benjamin, Lukacs, Horkheimer und Adorno den Orion finden. (Vgl. Hi 3831, auch 99 und Am 58)
Die endliche Ausbreitungsgeschwindigkeit des Lichts und das Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit sind die Bedingungen der Möglichkeit sowohl der dinglichen, körperlichen Existenz: der Vergangenheit der Dinge, als auch des Feuers: der dinglichen Gegenwart der Zukunft (entsprechen der Vergangenheit in Ding und Raum die Zukunft in Feuer und Licht?).Adorno, Banken, Bäume, Benjamin, Bloch, Bogaert, Cohen, Einstein, Geld, Horkheimer, Lohnarbeit, Lukacs, Philosophie, Rosenzweig, Sprache, Theologie, Tiere, Wasser -
17.03.93
Zum aufrechten Gang: Die dritte Dimension (der Phallus, die Erektion, der Turm) stabilisiert nicht nur die Fläche, sondern den Raum insgesamt. Aber ist diese dritte Dimension, ihre orthogonale Beziehung zur Fläche, nicht das Produkt der Abstraktion vom Licht, die am Ende wieder eingeholt wird vom Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit?
Paßt nicht die Bemerkung von Edgar Morin, daß die Musik dem Flächenbild im Film die Tiefe gibt, die eigentlich räumliche Dimension, zu dem Hinweis Spenglers, daß in der modernen Welt (in der „faustischen Kultur“) die Musik die Stelle einnimmt, die in der alten Welt die Skulptur, die Statue, innehatte?
Das Bekenntnis zur Göttlichkeit Jesu hat deshalb diese ungeheure emotionale Bedeutung, weil es insgeheim als Akt der Wiedergutmachung an der Instrumentalisierung des Kreuzestodes in der Opfertheologie verstanden wird. Es ist Ausdruck des schlechten Gewissens der Gläubigen. Diese Instrumentalisierung begründet und sanktioniert die Verräumlichung der Dinge; sie gehört zu den Fundamenten der „christlichen Zivilisation“. Seine Geschichte ist Teil der Geschichte des Ursprungs und der Entwicklung des Bekenntnisbegriffs überhaupt. Bezieht sich hierauf nicht der Satz vom Binden und Lösen: Nicht Opfer, sondern Barmherzigkeit?
Keine Empörung ohne Projektion.
Die Sünden der Welt: Bezieht sich dieser Plural nicht auf eine genau bestimmbare Anzahl, nämlich sieben? War nicht die Astrologie die Instrumentalisierung dieser Sünden, und war nicht die Sakramentenlehre das kirchliche Erbe der Astrologie?
Die Scheidung der Wasser oberhalb von den Wassern unterhalb ist die Scheidung des Segens von der Schuld. Die Erkenntnis des Guten und Bösen ist das im Interesse der Selbsterhaltung und Selbstrechtfertigung instrumentalisierende und verdinglichende Denken; das befreiende Denken ist das verteidigende Denken.
Vergleiche die Geist-Rede des Petrus mit der Märtyrer-Rede des Stephanus.
Das Trägheitsgesetz, die Hochsicherheitstrakte des Inertialsystems und die Isolationshaft der Materie.
Rechtsstaat: Muß man nicht die kleinen Verbrechen verfolgen, um die großen decken zu können?
Gibt es eigentlich Privateigentum ohne den Staat, ohne Geld und ohne Banken (die Banken verwalten das Nichts, aus dem der Staat die Welt erschafft)? -
16.03.93
Waren die Tempel die Brutstätten der semitische Sprachen, und das Königtum die der indogermanischen? Und haben in Ägypten die Pyramiden die Tempel abgelöst?
Der Schrecken Isaaks: Hängt das Lachen mit dem Fressen zusammen, und der Schrecken Isaaks mit der Erinnerung an das Menschenopfer, das Opfer der Erstgeburt?
Heute prallt die Idee der Güte, einer göttlichen Gerechtigkeit, am Zustand der Welt und an der Unaufhebbarkeit der Vergangenheit ab. Die Opfertheologie ist eine Kompromißbildung, die dem Eingedenken und der Güte den Grund entzieht.
Wird der letzte Satz des Geists der Utopie vielleicht wahr, wenn man in ihm den Namen Gottes durch den des Staates ersetzt? -Zumindest führt das in die Nähe der Lösung.
Was man von Rosenzweig lernen kann: Umkehr, Name und Antlitz: Aber Umkehr, Name und Angesicht: sind das nicht die eigentlich gemeinten Objekte der evangelischen Räte: der Armut, des Gehorsams und der Keuschheit?
Erst wenn man begreift, daß das Antlitz des andern die Epiphanie (das reale Ebenbild Gottes) ist, begreift man was Tod und Trauerarbeit heißt.
In Kafkas Strafkolonie wird der Name in den Rücken des Delinquenten eintätowiert. Liegt hier der Grund des Satzes: Es gibt unendlich viel Hoffnung, nur nicht für uns.
Wann und wo hat Jesus eine Priesterkirche und eine Priesterreligion gestiftet?
Als die Jünger nach ihrer ersten Aussendung zurückkehrten, berichteten sie, daß sie in seinem Namen Dämonen ausgetrieben hatten. Darauf antwortete Jesus, nicht das Dämonenaustreiben sei das Entscheidende, sondern daß ihr Name im Himmel verzeichnet sei. Und er fügt hinzu: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen. (Luk 1018) Aber vom Menschensohn heißt es dann (1724): Denn wie der Blitz leuchtet von einem Ende unter dem Himmel bis zum andern Ende unter dem Himmel, so wird der Sohn des Menschen sein an seinem Tag.
Ähnlich wie die Richtungen im Raum sind auch der Raum, das Geld und die Bekenntnisform austauschbare und gleichwohl deutlich unterschiedene Kategorien, zusammengehalten nur durch den Weltbegriff.
Dem Naturbegriff, der die Auferstehung der Toten leugnet, wäre die Trauerarbeit allein angemessen, während dem affirmativen Naturbegriff der Begriff einer Versöhnung über Gräbern (des blasphemischen Kerns der deutschen Staatsmetaphysik) entspricht.
Welt ist der Inbegriff der Sünden der Welt, Natur die Schuld, die auf der Natur lastet.
Sind an Stammheim nicht beide Varianten erschreckend: sowohl der als Selbstmord getarnte Mord (das perfekte Verbrechen des Staates), als auch der als Mord getarnte Selbstmord (der vorgetäuschte Opfertod). Aber hat nicht das perfekte Verbrechen des Staates doch eine andere Qualität als der instrumentalisierte Selbstmord? Und sind nicht beide Formen der Säkularisation der Opfertheologie und des Bekenntnisses, einer zweiten Säkularisation?
Zum Bild vom Zug, der auf den Abgrund zurast: Sind nicht die Geschwindigkeit des Zuges und die Tiefe des Abgrunds von einander abhängige Variable? Ist die Energiequelle nicht die Zukunft, die hier verheizt wird; erzeugen wir nicht mit dem Reichtum auch die Armut, und erreichen wir nicht heute die Grenze, an der es nicht mehr möglich ist, sie nach draußen zu exportieren? – Die Ableitung des Geldes aus dem Tauschverhältnis setzt voraus, was eigentlich zu beweisen wäre (und macht es so unsichtbar): die Beziehung des Geldes zur Schuld; mit dem Privateigentum (mit der Privatisierung der Selbsterhaltung) entspringt auch die Schuldknechtschaft, die Versklavung durch Verschuldung, nicht mehr nur durch Gefangene aus Kriegen.
Wenn es stimmt, daß die Geschichte der Aufklärung die Geschichte der Verinnerlichung des Opfers ist, wäre es dann nicht notwendig, die Geschichte des Opfers genauer in Augenschein zu nehmen?
Ist nicht das Angesicht die Form der Auflösung (das Produkt der Inversion) der Form der Anschauung: des Raumes?
Glück ist eine nicht auf die Sexualität, sondern aufs Angesicht bezogene Kategorie (zum Begriff der Sinnlichkeit).
Geben nicht die Schelerschen/Hartmannschen Schichtentheorien (vom Anorganischen, Pflanzlichen, Tierischen bis zum Geist) einen Hinweis auf den Ursprung und die Bedeutung der geologischen Schichten? So wie ja dann auch in der Tat die Evolutionsstufen des Lebens bestimmten geologischen Schichten zugeordnet werden können.
Die babylonische Sprachverwirrung hat die benennende Kraft der Sprache nur eingeschränkt, nicht aufgehoben. -
15.03.93
Zusammenhang der Raumvorstellung mit dem Begriff: Der Ursprung des Begriffs (Produkt der Verinnerlichung des Schicksals) fällt mit der Entdeckung der geometrischen Funktion des Winkels zusammen. Der Zwangscharakter der Orthogonalität ist der Grund der vergegenständlichenden Gewalt des Begriffs (der Naturerkenntnis). Insbesondere neutralisiert die Orthogonalität die Umkehr (und die Orthodoxie und das Bekenntnis die Nachfolge): jede Richtung im orthogonalen Raum ist umkehrbar, die qualitativen Differenzen der Umkehr:
– des Vorn und Hinten: Im Angesicht und Hinter dem Rücken,
– Links und Rechts: Recht und Barmherzigkeit,
– Oben und Unten: Herrschaft und Erlösung,
werden (ähnlich wie die sinnlichen Eigenschaften der Materie durchs Trägheitsprinzip) durch die Orthogonalität gelöscht. Zusammenhang mit der Beziehung von Licht und Schwere, Theorie des Feuers? Die Natur wird als Natur ausgegrenzt und verhext.
Zur Orthogonalität des Raumes: Nicht nur die Umkehr wird neutralisiert, sondern zugleich auch das Verhältnis der zueinander orthogonalen Richtungen selber. Die Beziehung Vorn/Hinten ist nicht gleich der Beziehung Rechts/Links oder Oben/Unten (Rechts/Links ist eine Paarbeziehung, die in der Übertragung auf die anderen Richtungsbeziehungen sich als Quelle der neutralisierenden Gewalt erweist). Wichtig ist das zeitliche Moment: der Zusammenhang der Othogonalität des Raumes und der Neutralisierung der Richtungen mit dem Vorrang der Vergangenheit, der Subsumtion der Zukunft unter die Vergangenheit. In der Orthogonalitätsbeziehung drückt sich die quasiorthogonale Beziehung des Raumes zur Zeit aus: Grund der Vorstellung der homogenen Zeit, in der die Zukunft wie die Vergangenheit ist, und Bedingung des Inertialsystems.
Wirkungen (Vorteile) der mathematischen Raumvorstellung: Sie dekonstruiert die Umkehr und begründet die Unschuldsfalle: Sie erweckt den Eindruck, wir wären die Last der Schuld, der Moral und der Verantwortung los, während wir sie in Wahrheit nur bewußtlos weiterwälzen; wir sind scheinbar geschützt durch eingebauten Projektionsmechanismen, wälzen sie ab auf die, die sich nicht wehren können: die Armen und die Fremden, und jetzt auch auf die nachfolgenden Generationen, die Erben. (Und was Politiker in den entscheidenden Fragen heute von „Sachverständigen“ erwarten, sind keine Handlungsanweisungen, sondern vorab Exkulpationstheorien. Das gilt außer für die wirtschaftlichen Entscheidungen heute vor allem für die ausbrechende Xenophobie.
Gegenstand der Umkehr ist die ungeheure Last der Vergangenheit.
Der Raum besiegelt den Herrschaftszusammenhang, das Geld den Schuldzusammenhang und das Bekenntnis den Verblendungszusammenhang.
Zu Billy Graham: Gott will nicht, daß wir sein Wort nur erleben, sondern daß es nicht leer zu ihm zurückkehrt.
Adornos Satz: Heute fühlen sich alle ungeliebt, weil keiner zu lieben fähig ist, läßt sich mit dem Hinweis darauf erläutern und begründen, daß heute alle das Glück, gut sein zu dürfen, sich versagen müssen. Und zwar nicht mehr nur deshalb, weil es dem Eigeninteresse widerspricht, sondern weil die Verhältnisse es nicht mehr zulassen. Das Glück, gut sein zu dürfen, Quelle der wirklichen theologischen Erfahrung, ist verkümmert zur Unschuldsfalle.
In welchen Weltregionen und in welchen Erdschichten wurden die Dinosaurier gefunden? Sind die geologischen Schichten einheitlich über die Regionen der Erde verteilt?
Gewitter, Blitz und Donner. -
13.03.93
Leer, gereinigt und geschmückt: Bezieht sich das nicht auf den Raum, das Geld und das Bekenntnis?
Entscheidend zum Verständnis des Sterns der Erlösung: Die Todesangst, mit der die Erkenntnis anhebt, weist auf eine gemeinsame Todes- und Erkenntnisgrenze hin: aufs Inertialsystem (nur Vergangenes kann gewußt werden). In diesem Zusammenhang ist der Naturbegriff bei Rosenzweig genauer zu bestimmen.
Beziehung des Orion und der Plejaden zum Binden und Lösen: Die Geschlossenheit des Kreises enthält ein Moment des Scheins, und zwar das gleiche, dem auch die Vorstellung von der Abgeschlossenheit der Vergangenheit sich verdankt. Die Geschlossenheit des Kreises verewigt die Abgeschlossenheit der Vergangenheit, sie verschließt damit die Zukunft.
Das Binden und Lösen beschreibt sowohl einen Gegensatz, als auch eine wechselseitige Bedingung: es gibt ein Binden oder Lösen wie auch ein Binden durch Lösen und ein Lösen durch Binden.
Hat die Türangel (der Angelpunkt) etwas mit angelus, dem Engel zu tun?
Es gibt den Stein als Fundament und als Eckstein. Was ist der dreimal leugnende Fels? Vgl. hierzu auch die rätselhafte Stelle: Als du noch jung warst, hast du dich selbst gegürtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst. (Joh 2118) Wird nicht heute die Kirche geführt, wohin sie nicht will? Ist die Kirche dadurch nicht selber zum Herzen der harrenden und sich sehnenden Schöpfung geworden, und wartet sie nicht als ohnmächtige Kreatur auf die Freiheit der Kinder Gottes? Rührt nicht die Kirche allein noch an der Naturgrund von Herrschaft?
Der Baum des Lebens hat seine Wurzeln im Paradies. Merkwürdige Affinität von Wurzeln und Blitz (bei Frieda Kahlo).
Zu Joh 129: Im Buch Numeri (1117, sh. auch vorher V. 14) findet sich der Hinweis, daß der Geist die Übernahme der „Last des Volkes“ mit einschließt. Die „Sünden der Welt“ sind eine Potenzierung (und Universalisierung) der Last des Volkes.
Definition der Archäologie: In den Ruinen der untergegangenen Welt die Spuren der vergangenen Zukunft suchen.
Werden nicht heute die als trunken beschimpft, die die Trunkenheit aller nur wahrnehmen?
Zu Johann Baptist Metz: Das Lied „Mein Gott, wie schön ist deine Welt“ gilt nur noch für die zukünftige Welt, für den Inbegriff der göttlichen Verheißungen (die Ideen des Reiches Gottes, des seligen Lebens).
Die Vorstellungen vom Alter der Welt, von der Tiefenzeit, sind primär menschheits- und naturgeschichtlich, sekundär astronomisch und zuletzt geologisch begründet.
Ist nicht die Auferstehung Jesu ein Stück vergangener Zukunft, das nur durchs sogenannte Ostermysterium ins Heidnische zurückgebogen wurde: kein Natursymbol, sondern die Sprengung des Naturbegriffs selber?
Heute setzt die Welt die Menschen so unter Anklagedruck, daß jeder nur noch seine Unschuldsnische sucht. Und parakletisches, verteidigendes Denken gibt es nur noch im Kontext der Übernahme der Sünden Welt; das ist der Kern des Nachfolgegebots. Seit den Kirchenvätern verletzt die christliche Theologie das Gebot „Richtet nicht …“, und sie ist seitdem gerichtet.
Ist das Glaubensbekenntnis nicht in der Tat ein Sündenbekenntnis, dazu noch ein im Kern verstocktes: eins, das das Bewußtsein, ein Sündenbekenntnis zu sein, verloren/verdrängt hat und ins Affirmative verfälscht worden ist.
In welcher Beziehung steht das kreisende Flammenschwert des Cherubs am Eingang des Paradieses zu den Rädern des Gotteswagens, der Merkaba, bei Ezechiel?
Doppelaspekt des Opfers: als Opfer der Gegenwart um der Zukunft (des Lohnes) willen, oder aber die Errettung der der Vergangenheit geopferten Zukunft? -
06.03.93
Die subjektiven Formen der Anschauung (Raum und Zeit, aber auch das Geld und das Bekenntnis) sind ein Reflex des Gewaltmonopols des Staates. Die Grenze, die den Herrn von den Beherrschten trennt, ist eine Todesgrenze. Der Bann bezeichnet genau diese Todesgrenze. Das Recht zu töten bleibt der Natur und dem Staat vorbehalten, während Gott die Toten auferweckt. Stehen wir nicht unter dem Bann der subjektiven Formen der Anschauung, sind wir nicht allesamt Kaninchen vor der Schlange?
Das Zeichen des Jona: Bezieht sich dieses Wort nicht doch auf den letzten Satz des Buches Jona, und ist nicht die Nicht-Zerstörung von Ninive die Katstrophe? Aber hat Gott nicht hier den Grund seines Zuwartens (nicht seiner Barmherzigkeit) benannt? Hierauf antwortet erst wieder das Buch Tobit. Aber was hat es dann mit der „Buße“ des Königs, der Menschen und des Viehs auf sich?
Im Kontext des Begriffs ist die Beziehung der Sprache zum Wesen durch den Schein vermittelt, während die benennende Kraft der Sprache sich erst durch die Kritik des Scheins hindurch erschließt.
„Die Zukunft ist auch nicht mehr das, was sie einmal war.“ (Spruch an der Mauer der Startbahn West des Frankfurter Flughafens)
Die Deutschen: ein Volk ohne Gottesfurcht. Das ist der Grund der deutschen Staatsmetaphysik, und deshalb hat das Gewaltmonopol des Staates nur hier diese überschießende Bedeutung.
Nicht: Mach unser Herz von Sünden rein, sondern: Ersetze unser steinernes Herz durch fleischernes.
Zum Paradigma des Angesichts: An dem Beispiel mit dem Kind in der Familie läßt sich noch mehr verdeutlichen. Steckt in dem Reden über das Kind (hinter seinem Rücken) nicht bereits die ganze Welt? Ist nicht die Welt das Erbe, dessen Last wir den Kindern aufbürden?
Das Gefährliche an der Politik heute, das, was man ihre Abgehobenheit und die Arroganz der Macht nennt („Solidarpakt“ oder die „Sozialverträglichkeit“ der Kürzung der Sozialhilfe), ist begründet in dem Bündnis von Sprache und Macht, das den Machtlosen, den Objekten der Politik die Sprache raubt: diese finden in der Sprache der Politik ihre eigenen Erfahrungen nicht wieder, sie bleiben stumm und unmündig. Für sie ist der Sprache der Politik nur noch die Sprache der Gewalt.
Hat nicht die Rezeption des Weltbegriffs in der Theologie und das dem zugrundeliegende Bündnis der Kirche mit der Macht die Kirche in den Wiederholungszwang versetzt: den Logos seitdem immer wieder kreuzigen zu müssen. Für die Kirche ist Jesus zu einem geworden, der nicht wußte, was er sagte; aus ihrem Besserwissen hat sie die Theologie gemacht. Was ist das Dogma anderes als das entleerte Wort: auch das dann gereinigte und geschmückte Wort.
Wer wählt, gibt seine Stimme ab.
Ist das Allgemeine die Gemeinheit aller?
Im Anfang erschuf Gott den Himmel und die Erde. Aber nachdem der Kosmos endgültig vom Himmel gereinigt worden ist, ist der Himmel uns auf eine ganz andere Weise zum Greifen nahe gerückt. Hierauf bezieht sich das Wort vom Lösen.
Zum Schamanentum: Kann es nicht sein, daß in den Opfern und Riten der Religionen und in den sie begleitenden Anschauungen Aufschluß zu finden ist nicht nur über ihren eigenen Sozialcharakter, über ihre Stelle im historischen Prozeß, sondern auch über die Gründe der Welt?
Hat der Brief an die Philipper nur etwas mit der Stadt Philippi zu tun, oder auch etwas mit den Anhängern des Philippus (der den äthiopischen Eunuchen bekehrte und dann mit seinen vier prophetischen Töchten in Antiochia lebte)? Und ist Timotheus nicht einfach der Gottesfürchtige? -
05.03.93
Ist nicht die Bundesbank auch eine Marktordnungsstelle, und hat nicht die Verwaltung des Getreidemarktes auch Bankfunktionen?
War nicht die Rehabilitierung der Nazis nach dem Krieg, ihre Rückkehr in Ämter und Funktionen, ein Teil der politisch-ökonomischen Kontinuität, die durch den „Zusammenbruch“ 1945 nur scheinbar unterbrochen worden ist? Und wenn es keine Inflationskatastrophe wie nach dem ersten Weltkrieg gegeben hat, sondern nur eine Währungsreform, die auch nicht annähernd den Kosten des Krieges angemessen war, dann u.a. auch deshalb, weil die Finanzierung des Krieges über einen Raub erfolgt ist, der nicht zurückgegeben werden brauchte (durch Nutzung ausländischer, jüdischer und dann im Krieg eroberter Vermögen und durch Auspressung der Gefangenen in den KZs, der Kriegsgefangenen und der Zwangsarbeiter).
Eine nationale kopernikanische Geldpolitik (Bundesbank) erzwingt eine ptolemäische Regelung der anderen, insbesondere der Agrar-Märkte in der EG.
Ist die Tiefendimension der Zeit nicht ein Schein, der solange nicht durchschaut wird, wie die Menschen Rechts und Links nicht unterscheiden können.
Christologie und Inertialsystem stützen sich auf verhängnisvolle Weise gegenseitig. Und das creatio-mundi-Konzept ist eine Grundlage und Folge der Opfertheologie.
Der Hinweis auf die Verinnerlichung des Opfers (aus der Dialektik der Aufklärung) hängt mit, was Rosenzweig die Verdrängung des Todes nennt, zusammen. Hier hilft nur noch die Erinnerung an Getsemane und an das Wort „Wachet und betet“.
Was mich an unseren Theologen so irritiert, ist der dogmatische Gebrauch der Wissenschaft. Es ist ein durchaus fachidiotischer Gebrauch („Heute wissen wir …“), der nicht zufällig an die gleichsam kolonialistische Form der Beziehung zur Vergangenheit erinnert, die das Christentum seit seinem Ursprung charakterisiert. Die Kirchen haben seit je Vergangenes nur überwunden.
Rühren die Antinomien der reinen Vernunft nicht daher, daß man die Dinge sowohl als Objekt (Natur) wie auch als Begriff (Welt) fassen kann, ohne daß der Bruch sich auflösen ließe. Ist nicht die Materie das durchs Inertialsystem vermittelte Anderssein der Dinge?
Adornos Satz „Das Ganze ist das Unwahre“ trifft den Kern der Kritik des Weltbegriffs, seine abschließende Funktion, seine Macht, die Dinge ins Vergangene zu projizieren. Das Ganze ist das Vergangene, und weder die Welt noch die Dinge sind heil („Heil Hitler“ oder der falsche Messianismus).
Heideggers „Vorlaufen in den Tod“ ist insofern konsequent, als sein Begriff des In-der-Welt-Seins genau das impliziert: Die Welt weiht alles dem Tod. Und Heidegger setzt die Ehre des Daseins darein, daß es (in der „Entschlossenheit“) diesen Tod bewußt auf sich nimmt . Aber damit hängt es auch zusammen, daß die Eigentlichkeit bei Heidegger sich durch nichts inhaltlich von der Uneigentlichkeit unterscheidet, nur durch das Bewußtsein. Das Verhängnis liegt allein darin, daß dieses Bewußtsein durch seinen affirmativen Charakter uneigentlich bleibt. Eigentlich ist das Bewußtsein nur für sich, der Versuch, es auch für andere zu werden, ist die Quelle der faschistischen Gewalt. Heidegger steht in der Tradition der christlichen Subjekt- und Leidensmystik, aber er erliegt dem Genuß dieses Leidens, dem Schein seiner privilegierenden Kraft (Grund der Eigentlichkeit).
Unterscheiden sich Physik und Naturphilosophie nicht wie Zeugung und Geburt (vgl. den prophetisch-apokalyptischen Gebrauch des Begriffs der Hurerei)? -
03.03.93
Zur Unterscheidung von Unreinem von Greueln: Und ihr kamt hin und habt mein Land unrein gemacht, und mein Erbteil habt ihr zum Greuel gemacht. (Jer 27)
Das Naturproblem läßt sich erst lösen, wenn das Geldproblem gelöst ist, das Syndrom der Gleichnamigmachung des Ungleichnamigen (Zusammenhang des Schuldenproblems mit dem des Gewaltmonopols des Staates).
Enthält nicht die astrologische Kosmologie ein mythologisches Gesellschaftskonzept?
Die Tiere und die Subjektivierung, Individualisierung und Verinnerlichung des Lichts (Blut als verinnerlichte Scham). Hat sich in der Geschichte der Aufklärung das Licht gebildet, aus dessen Subjektivierung, Individualisierung und Verinnerlichung der Same und der Kristallisationskern des apokalyptischen Tieres entstanden ist? Und spiegelt sich nicht in dem Verhältnis der agrarischen zur städtischen Gesellschaft die Schöpfungsgeschichte der Pflanzen- und Tierwelt? Gehören die Tieropfer zu den Ursprüngen des städtischen Lebens? Sind nicht die Tempel Abbilder der Sternenwelt, in denen sich der Übergang von der agrarischen zur städtischen Existenz widerspiegelt? Ist nicht mit dem Ursprung der Philosophie und des Weltbegriffs der Nationalismus mitgesetzt, das Absolute als ein Partikulares, das, wenn es zum Absoluten werden will, imperialistische Züge annimmt? Wäre nicht in diesem Kontext des Zahl des Tieres zu ermitteln?
Was Adorno die restlose Säkularisierung der theologischen Gehalte genannt hat, wäre das nicht heute als die Befreiung der Theologie vom Verfolgungswahn, vom verdinglichenden Denken, vom Weltbegriff zu bestimmen?
Ist nicht im Kontext des astrologischen Kosmologieverständnisses die Ischtar, Astarte, Venus das genau Bild der Hurerei? Und gewinnt nicht von hierher die Velikovskysche Venus-Katastrophe das genauere Korrelat in einer gesellschaftlichen Naturkatastrophe?
Wenn Maria Magdalena in der gesamten Kirchengeschichte als die große Sünderin, als Prostituierte gesehen worden ist, ist darin nicht ein Hinweis auf die perhorreszierte Ischtar/Venus enthalten? Sind die sieben unreinen Geister Planetengeister? Und ist nicht das historische Korrelat der Venus-Katastrophe der Ursprung der Sexualmoral, ihre Trennung von der Herrschaftskritik? Und welche Bewandtnis hat dann, wenn Jesus in den Evangelien als Freund der Zöllner und Dirnen erscheint, und das vor dem Hintergrund des Wortes von den neunundneunzig Gerechten und dem einen Sünder?
Gehören nicht die Zöllner-Geschichten in den gleichen Zusammenhang wie das Wort „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist“ und die Geschichte von der Vertreibung der Geldwechsler aus dem Tempel?
„Maria aber bewahrte all diese Worte in ihrem Herzen.“
Nur wer die Tradition auf dem eigenen Rücken weiter zu befördern vermag, hilft, daß das Wort nicht leer zu ihm zurückkommt.
Heideggers Fundamentalontologie ist das Protokoll des ontologischen Erstickungstodes.
Orion und Siebengestirn: Hat das Siebengestirn etwas mit den sieben Planeten (und den sieben unreinen Geistern) zu tun?
Gründet nicht die Unfähigkeit, oder auch der Unwille, das Gewaltmonopol des Staates auch gegen Rechts anzuwenden, in dem Gefühl, daß beide sehr viel mehr mit einander zu tun haben, als die Vertreter des Staates nach außen bekunden dürfen; sind sie nicht Teil der verdrängten und unaufgearbeiteten eigenen rechten Vergangenheit? -
24.02.93
Karl Marx hat in seiner Kapitalismus-Analyse etwas übersehen, was den den politischen und den prophetischen Wert seiner Analyse erheblich einschränkt:
– einmal das für die Ursprungsgeschichte der Geldwirtschaft wichtige Institut der Schuldknechtschaft (und seine Bedeutung für den Ursprung und die gesellschaftliche Bedeutung des Geldes),
– zum andern aber, und damit zusammenhängend, die Funktion der Banken (Geldschöpfung, Kredit und Schuldendienst) und des Staates (Gewaltmonopol, Recht und Finanzhoheit; Zentralbanken und Militär).
– Insbesondere hier aber liegt der Grund dafür, daß es einen Weltbegriff ohne nationalistische Konnotationen, ohne eine Zwangslogik, die in den Nationalismus hineinführt, nicht gibt.
Erst im Kontext des Bankwesens, im Blick auf den Wechsel auf die Zukunft, den das Bankwesen symbolisiert, läßt sich eine insgesamt haltbare Kapitalismuskritik erst begründen. Das Hegelsche Absolute bildet den Staat ab, aber nicht Gott. Und das Hegelsche Weltgericht ist nur ein Euphemismus für eine darwinistische Geschichtsphilosophie: für das survival of the fittest. Das theologische Konzept einer creatio mundi ex nihilo ist im Kern nationalistisch. Das Geld als Referenzsystem der Ökonomie ist ohne den Staat gegenstandslos. Zu den Marxschen „theologischen Mucken“ der Ware gehört der christologische Naturbegriff und die Bedeutung der Christologie und Opfertheologie für die Geschichte des Objektbegriffs, des historischen Objektivationsprozesses und der Geschichte des Herrendenkens.
Zum Problem der Sündenvergebung: Wenn ich sage, daß ich jemandem seine Schuld vergebe, bedeutet das nur, daß ich sie ihm nicht mehr vorhalten werde; er ist damit (außer im Verhältnis zu mir) seine Last nicht los.
Natur und Welt sind Totalitätsbegriffe und operative Begriffe zugleich.
Was heißt Wasser auf Griechisch? (hydros)
Die christliche Theologie hat den Abgrund zwischen dem griechischen und dem römischen Weltbegriff zu überbrücken versucht. -
28.01.93
Drücken sich in der Redensart „den Staub von den Schuhen schütteln“ (bei der Aussendung der Jünger Jesu) nicht die beiden Sachverhalte mit aus, daß
– die Schuhe ein Instrument der Besitzergreifung sind und
– im Staub dessen Beziehung zum Fluch über die Schlange und über Adam nachklingt?
Ist das „Staub von den Schuhen Schütteln“ das Gegenteil der Aufforderung: Ziehe deine Schuhe aus, hier ist heiliger Boden; ist es ein Fluch über die Städte, die die Jünger nicht aufnehmen?
Die Konstruktion des Begriffs der Erscheinung schließt als Kristallisationskern ein projektives Moment mit ein.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Stephanus und der Dornenkrone? Und ist der Gepfählte ein Gottesfluch nicht auch in dem Sinne, daß die opfertheologische Verarbeitung des Kreuzestodes mit der Leugnung des Nachfolgegebots und mit dem Bann der Vergegenständlichung, den sie über den Kreuzestod verhängt, genau diesen Fluch transportiert?
Der kirchliche Antijudaismus gründet in der Unfähigkeit, die Schmach und die Schande, die der Kreuzestod mit repräsentiert, zu ertragen. Die Opfertheologie, und in seinem Schatten der kirchliche Antijudaismus, ist ein Mittel und ein Produkt der falschen Verarbeitung dieser Schmach.
Hat Heinrich Böll nicht recht: Sind es nicht die verwesenden und verfaulenden Reste des Hegelschen Staats, mit denen wir es heute zu tun haben, und deren Vergiftungserscheinungen jetzt beginnen aufzubrechen und sich zu manifestieren?
Ist nicht die Unbeherrschbarkeit der vegetativen Körperfunktionen ein Hinweis darauf, wie tief die Unfähigkeit, in Vergangenes einzugreifen, in unsere eigene physische Existenz hereinreicht? Aber im Angesicht des andern erblicke ich die Spuren des Ursprungs und der Geschichte der Welt und der Menschheit: der Schöpfung.
Die Kritik des Wissens und der Vernunft durch Erinnerungsarbeit ist ein Teil des Versuchs, den Bann, der auf der Vergangenheit lastet, zu sprengen.
Ein Krieg, der wegen eines falschen Bekenntnisses geführt wird, beleidigt Gott mehr als alle falschen Bekenntnisse.
Die Astronomie hat die Astrologie nur „überwunden“, nicht widerlegt.
Himmel und Erde werden vergehen: Genau daran (an dieser Vergängnis) hat die Theologie seit der Konzeption der Lehre von der creatio mundi ex nihilo mit gewirkt.
Wodurch unterscheidet sich der griechische kosmos vom lateinischen mundus (der „geschmückte“ Kosmos von der „gereinigten“: militärisch und rechtlich begrenzten und gesicherten Welt)? Hat das deutsche Wort Mund etwas mit dem lateinischen Wort mundus zu tun? Vergleiche auch den Zusammenhang mit Münze, Munition (Verteidigung, Befestigungsanlagen, Recht)?
Hat die Beschreibung dessen, den der eine unreine Geist verlassen hat: er sei leer, gereinigt und geschmückt, mit dem Weltbegriff zu tun, der dann zur Wohnung der sieben unreinen Geister wird? Und steckt in der Folge: leer, gereinigt und geschmückt nicht eine Beziehung zu den drei Versuchungen, den drei Leugnungen, den drei Dimensionen des Raumes (auch zur Subjektivität des Raumes, des Geldes und des Bekenntnisses)?
Verhält sich das Griechische zum Lateinischen wie Form der äußeren zu der der inneren Anschauung?
Adorno Aktueller Bezug Antijudaismus Antisemitismus Astrologie Auschwitz Banken Bekenntnislogik Benjamin Blut Buber Christentum Drewermann Einstein Empörung Faschismus Feindbildlogik Fernsehen Freud Geld Gemeinheit Gesellschaft Habermas Hegel Heidegger Heinsohn Hitler Hogefeld Horkheimer Inquisition Islam Justiz Kabbala Kant Kapitalismus Kohl Kopernikus Lachen Levinas Marx Mathematik Naturwissenschaft Newton Paranoia Patriarchat Philosophie Planck Rassismus Rosenzweig Selbstmitleid Sexismus Sexualmoral Sprache Theologie Tiere Verwaltung Wasser Wittgenstein Ästhetik Ökonomie