Reichtum ist, was alle andern dem Reichen schulden.
Der Gnadenschatz ist das von der Kirche verwaltete Erbe, daß Jesus durch seinen Tod erworben (oder produziert?) hat.
Nordafrika und Irland: Die Selbstbegründung des Christentums in der Provinz verdankt sich zunächst handelskapitalistischen (Nordafrika ist kanaanäisch) und dann agrarischen Bedingungen (vermittelt durchs irisch-schottische Mönchswesen). Die Scholastik trägt bereits frühkapitalistische Züge. Sie erweist sich am Ende als zweiter, diesmal regressiver Durchlauf des Mythos.
Die Rosenzweigsche Todesangst hat insofern etwas mit Getsemane zu tun, als sie, indem sie das All (das Universum) sprengt, sich in den drei Bruchstücken des Alls als Grund des Mythos wiedererkennt (Mensch, Welt, Gott).
Das Inertialsystem ist die Vergegenständlichung der Hegelschen List.
Zum Satz von Binden und Lösen gehört die apokalyptische Geschichte vom Millenarium. Das Millenarium selber bezeichnet die Zeit der Bindung. Aber diese Zeit ist auf tausend Jahre begrenzt: Für diese Zeit gilt das Wort vom Weizen und vom Unkraut.
Liefern die alten Dogmatiken (von Brinktrine oder Diekamp) gleichsam den Stoff für das Volkslied „Es klappern die Mühlen am rauschenden Bach“?
Ist nicht die gegenwärtige Welt ein Produkt der Instrumentalisierung des Sündenfalls (ein Produkt der Selbstreferenz der Instrumentalisierung)?
Im Angesicht und Hinter dem Rücken: Muß man nicht heute auch die andere Bedeutung (deren Realsymbol das Fernsehen ist) mit hereinnehmen, daß die neue Unmittelbarkeit, als restlos produzierte und in sich vermittelte, ihre eigenen säkularen Mysterien in sich verbirgt: um sie begreifen zu können, müßte man die Vorgänge hinter dem eigenen Rücken begreifen; deshalb die zwanghafte Neigung zur Paranoia, die das Fernsehen produziert (und in den Projektionsangeboten, die es liefert, zugleich ausbeutet). Dieser Geheimbereich, der in der Stasi der DDR sichtbar geworden ist, ist allgegenwärtig; sein Wachstum kann (wie das der Banken oder das des Militärs) als Maß des Fortschritts angesehen werden. Aber das Fernsehen ist nicht nur der Schein des verlorenen Angesichts, die Ausbeutung und Vermarktung seines Verlusts: es ist eine Station (wenn nicht die letzte) auf der Bahn seines Sturzes, die von den Gesetzen der Scham bestimmt wird („und sie erkannten, daß sie nackt waren“).
Wäre die Theologie seit Augustinus ohne das Konzept des Fegfeuers überhaupt zu retten gewesen: ohne die Instrumentalisierung und Relativierung der Dämonenfurcht? Das Fegfeuer ist Ausdruck des Katzenjammers nach dem augustinischen Konzept des seligen Lebens (Kater nach der Trunkenheit).
Merkwürdiger Eindruck: Der Hinweis Teilhard de Chardins, daß alle Tiere Produkte hypertropher Selbstinstrumentalisierung (mit Zentralorganen wie Hörnern, Zähnen, Klauen, Hufen) sind, läßt sich aufs deutlichste demonstrieren an der Mimikri, an der vollständigen Anpassung an die Umwelt (Zeichnung und Farbe der Schmetterlinge, Federkleid der Vögel): an dem Eindruck, daß die Wahrnehmung der Umwelt (die Farben der Äste, Blätter, Blüten) in die Produktion des eigenen Gesehenwerdens mit einfließt. Erinnert das nicht an das „Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten, daß sie nackt waren“, an die Selbstwahrnehmung im Blick der andern? Gibt es einen Zusammenhang von Selbstinstrumentalisierung und Scham, Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung? Aber wer blickt sie an?
Junge Tiere blicken intelligent, neugierig, aufmerksam; alte Tiere blicken dumm, verschlossen, enttäuscht, depressiv.
Wie der Benjaminsche Begriff der Aura scheint dieses Phänomen mit der Objektivität des Angesichts zusammenzuhängen, die zerstört, zersprengt wird durch die kantische subjektive Form der Anschauung: den Raum.
Die allverbreitete Verbrechensfurcht ist die projektive Verarbeitung der eigenen Schuldgefühle, die vom Besitz sich nicht ablösen lassen.
Gesellschaft
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30.03.93
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29.03.93
Fernsehen und Exkulpation: Unterhaltung hat u.a. die Funktion, Exkulpationsmodelle zu liefern, die eine Schuldabfuhr über Projektionsobjekte ermöglichen (erkennbar am Empörungsmechanismus).
Der Begriff des Reiches erscheint im AT nur im Buche Esra und bei Daniel (in der Apokalypse!). Im NT spricht Mt vom „Reich der Himmel“ (basileia ton ouranon), Mk, Lk (und gelegentlich Joh und Apg) vom „Reich Gottes“ (basileia tou theou). Bei Paulus ist das Reich Gottes Gegenstand der „Erbschaft“, er kennt außerdem das „Reich Christi“ und das „Reich des Sohnes“: Am Ende wird der Sohn das Reich dem Vater übergeben. Das Wort Reich hängt mit reg- König zusammen, auch in der adjektivischen Verwendung (reich im Gegensatz zu arm). Änderung der Bedeutung des Reichsbegriffs in der paulinischen Theologie (Zusammenhang mit dem apokalyptischen Millenarium?)
Der Antritt des Erbes setzt den Tod des Erblassers voraus. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die paulinische Theologie (für die das Reich Gottes – als „Reich Christi“, „Reich des Sohnes“? – Gegenstand einer Erbschaft ist)? Gibt es einen Zusammenhang mit dem Martyrium des Stephanus?
Der Name Imperium hängt mit parare, rüsten, sich zu etwas bereiten, zusammen: In ihm drückt sich das Moment der Verinnerlichung von Herrschaft aus.
Die subjektiven Formen der Anschauung tasten die Selbständigkeit der Dinge an: Sie verwandeln sie in ein „Gegebenes“, rücken sie in ein Herrschafts- und Besitzverhältnis. Die Bildung der Vorstellung des Raumes ist ein Begleitprozeß des Prozesses der „ursprünglichen Akkumulation“: Untersuche unter diesem Aspekt den Josefs-Roman, die Exodus-Geschichte und den Namen des Pharao (Haus und oikos). Beziehen sich nicht Sodom und die anderen Xenophobie-Geschichten auf Konflikte zwischen Haus und Stadt, und ist nicht der Tempel (das Haus Gottes) ein Symbol dieses Konfliktes?
Die ersten Städte in der Schrift (Vorgeschichte der Sprachverwirrung):
– die Von Kain gegründete und nach seinem Sohn Henoch benannte Stadt (Gen 417),
– Nimrod … wurde ein großer Held auf der Erde. Er war ein tüchtiger Jäger vor dem Herrn. … Kerngebiet seines Reiches war Babel, Erech, Akkad und Kalne im Land Schinar. Von diesem Land zog er nach Assur aus und erbaute Ninive, Rehobot-Ir, Kelach sowie Resen, zwischen Ninive und Kelach, die große Stadt (1012), und
– die Stadt Babel, in der die Menschen einen Turm bauen wollten, der bis an den Himmel reicht (114).
Und die ersten Häuser (Vorgeschichte des Tempels und des Gottesreichs):
– Noah und sein ganzes Haus (71),
– an Abram: Geh aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters … (121),
– das Haus des Pharao (1215),
– die 318 Hausgeborenen des Abram (1414),
– Abram: Erbe meines Hauses (wird Elieser von Damaskus) (152).
Sind die toledot (des Schöpfungsberichts und der Genealogien) Haus-Geschichten? -
28.03.93
Haben heute nur noch Böcke Chancen, Gärtner zu werden? Ist das Fachidiotentum (in Politik, Verwaltung, Justiz, Medizin, Erziehung) so weit gediehen, daß es von sich aus, aus seinen eigenen Prinzipien heraus: insbesondere aufgrund des objektivitätbegründenden Exkulpationsprinzips (aus Anpassungs- und Disziplinierungsgründen), kontraproduktiv zu werden droht? Das Exkulpationsprinzip ist der Kern des moralischen Trägheitsprinzips (Transformation der Handlungsprinzipien in Kriterein des Urteils: Kritik des moralischen Urteils und seines Ursprungs: der Dynamik der Empörung). Der projektive Kern der europäischen Aufklärung wendet sich gegen seinen eigenen Ursprung; der Weltbegriff wird zum Motor der Weltvernichtung. Das Denken wird von der Barbarei eingeholt, gegen die es einmal glaubte, die Zivilisation begründen zu können, ebenso von dem gleichen Naturbegriff, dessen Vergegenständlichung die Aufklärung begründete, und vom Materiebegriff, von dem es sich nicht mehr unterscheidet.
Der Faschismus wurde bloß domestiziert, nicht aufgehoben.
Radio und Fernsehen: Das Radio (das Organ der Führerreden und der „Sondermeldungen“) hat den faschistischen Hörer produziert, das Fernsehen bannt in die Trägheit des bloßen Zuschauens: es demoralisiert, indem es endgültig Information in Unterhaltung, Politik in Rituale verwandelt, und für das schlechte Gewissen die Exkulpationsmodelle und die Projektionsobjekte, das Drachenfutter, liefert.
Wenn mit dem Geld die Organisationsform des Staates und grundsätzlich der Export der Armut verbunden ist, was bedeutet das für den Ursprung und die Bedeutung des Namens der Barbaren (und für die Begriffe Welt, Natur und Materie)?
Welt, Natur und Materie: Welt und Natur sind objektbezogene Totalitätsbegriffe; bezeichnet der Begriff der Materie nicht einfach die innere Grenze des dritten Totalitätsbegriffs, des Wissens: das Nichtwissen als Objekt? -
22.03.93
Ist der deutsche „Ernst“ (K.-H. Bohrer in der taz) nicht der tierische Ernst, und hängt er nicht mit der Bindung des Nationbegriffs an das Blut (mit der deutschen Staatsmetaphysik) zusammen?
„Jede Schuld rächt sich auf Erden“ (an wem?). Diese mythische Beziehung von Schuld und Rache ist die Geschäftsgrundlage des Strafrechts, gewinnt ihre volle mythischen Gewalt aber nur unter den Prämissen der deutschen Staatsmetaphysik, die glaubt, die Politik von der Politik erlösen, befreien zu können, die den Schein erzeugt, Politik könne durch Verwaltung ersetzt werden (durch den Rechtsstaat), und der Schein der Unschuld reiche aus, die politische Qualifikation zu beweisen. Sie ist eine Folge der unaufgearbeiteten Vergangenheit. Zu dieser nicht aufgearbeiteten Vergangenheit gehört auch das Fehlen eines Friedensvertrages: die Krisen der „Wiedervereinigung“, aber auch die Krisen in der dritten Welt, die nach dem Zusammenbruch der staatskapitalistischen Länder des Ostens (nach dem Ende der direkten Bedrohung) auf andere Weise nach Europa zurückkehren, sich in Jugoslawien und jetzt in den aus der Sowjet-Union hervorgegangenen Staaten reproduzieren, lassen das Versäumnis spürbar werden: Es ist nicht gelungen, reale Grundlagen für die veränderten Verhältnisse zu schaffen, ja, der Mangel wird nicht einmal gefühlt. Und niemand scheint in der Lage zu sein, die Dinge vom Grunde her zu bereinigen: Aber ist das nicht vielleicht sogar objektiv unmöglich geworden? Alle schlittern in Katastrophen hinein und niemand weiß, weshalb.
Ist nicht der Satz, der Staat sei der Schöpfer der Welt, insoweit umkehrbar (und auch umzukehren), als sich jetzt herausstellt, daß die Welt Schöpferin des Staates ist, die in ihm nur den Schein eines Herrn erzeugt, den sie aber dann in ihren Orkus mit hereinreißen wird, wenn die Dinge endlich selber Herr des Prozesses werden, in dem sie einmal entsprungen sind.
Die jüngstvergangene Mode ist das Längstvergangene.
Engholms Satz, daß man vor dem Einsatz der Bundeswehr außerhalb der NATO „die Familien befragen“ müsse, ist so brav, so privatistisch und so unpolitisch wie dieser ganze Mann. Hier läuft wieder einer in die Exkulpationsfallen hinein, in denen die Politik heute verkommt. Zu fragen wäre,
– ob es überhaupt sinnvoll ist, in diesem Weltzustand (der zugleich keine andere Alternative zuzulassen scheint) noch Politik auf militärische Gewalt zu gründen,
– ob den objektiven Aufgaben des Militärs (Sicherung der Einrichtungen und der Versorgung der Metropolen) das Institut einer allgemeinen Wehrpflicht noch gerecht werden kann, ob nicht eine Freiwilligen-Armee (eine Art Fremdenlegion der NATO) den Aufgaben besser gerecht würde.
– Die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht aus anderen (staatspolitischen, „erzieherischen“) Gründen, zum Zweck der „inneren Stabilisierung“ des Gemeinwesens, ist objektiv nicht zu begründen, es sei denn, man würde offen für einen faschistischen Staat votieren.
Es sind offensichtlich die naheliegendsten Gedanken, die keiner mehr offen auszusprechen (und in der Folge keiner mehr zu denken) wagt: Jeder hat Angst, von der Schubkraft des Bestehenden fortgespült zu werden. Das Denkbare ist zum Undenkbaren geworden. Aber sind die Probleme, die jetzt an allen Ecken und Enden der Welt aufbrechen, noch mit den Kurzschluß-Methoden einer Politik zu lösen, in der durch die wechselseitige Kontrolle aller sichergestellt wird, daß keiner mehr politisch zu denken wagt.
Ist das „Ich denke, das alle meine Vorstellungen muß begleiten können“ (sic, B.H.) nicht das Gegenteil des Denkens: eine exkulpierende Instanz? Ist hier nicht die Leerstelle, in der dann die Nationalismen und die Bekenntnisse sich ansiedeln? Das Kind der illegitimen Beziehung beider ist der Faschismus.
In der Studie über den autoritären Charakter gibt es einen Abschnitt mit dem Titel „no pity for the poor“; und die Studie insgesamt ist eine Studie über Xenophobie.
Schlimm und verhängnisvoll, und ein Teil jenes Ärgernisses, von dem Jesus gesagt hat, es müsse kommen: „aber wehe denen, durch die es kommt“, ist das opfertheologische Konzept einer „Entsühnung der Welt“, die Lehre von der „Hinwegnahme der Sünden der Welt“.
Die Philosophie oder das Herrendenken ist der Grund der Selbstzerstörung des Antlitzes.
Sind die staatlichen und wirtschaftlichen Verwaltungshierarchien, und in ihnen das Prinzip der Delegation der Verantwortung, nicht Formen der Säkularisation der andern Hierarchien, ihrer endgültigen Subsumtion unters Herrschaftsdenken. Die Vergesellschaftung von Herrschaft hat den Engeln den Existenzgrund entzogen, sie durch Regierungs- und Amtsräte ersetzt. Ist nicht die Verwaltung der Inbegriff der sieben unreinen Geister? Es käme in der Tat heute darauf an, die Theologie auf dem eigenen Rücken weiterzubefördern, anstatt sie weiterhin seßhaft zu verwalten.
Hat der gordische Knoten, der Joch und Deichsel des Ochsenkarrens verbindet, etwas mit dem Ursprung der Schrift zu tun (des Aleph, Bet): Alexander hat diesen Knoten nicht gelöst, nur durchschlagen. Der Weltbegriff ist der durchschlagene Knoten (der den Objektivations- mit dem Vergesellschaftungsprozeß verknüpft). Im Kern dieses Knotens stecken die subjektiven Formen der Anschauung Kants.
Durch die subjektiven Formen der Anschauung sind wir gleichsam exzentrisch an den Weltprozeß gefesselt.
Für Israel war die Schrift die hebräische Schrift: Ausdruck der Fremdheit, die im Namen des Hebräischen anklingt. Ist nicht die Lösung des Rätsels des Namens der Hebräer ein Anfang der Lösung des Rätsels des Ursprungs der Schrift?
Der Weg zu den Enden der Welt, die Bekehrung der Welt, bezeichnen einen Vorgang, der in der äußeren und inneren Welt zugleich sich abspielt.
„Muß in einer historischen Welt nicht jemand genau so alt sein wie die Welt?“ (Levinas: Schwierige Freiheit, S. 164)
S. 167 nennt Levinas das Bekenntnis ein „Beiwerk des bürgerlichen Komforts“.
Der Weltbegriff unterwirft auch die Vergangenheit dem Bann der Herrschaft: er begründet und stabilisiert ein gleichsam kolonialistisches Verhältnis zur Vegangenheit. Hier werden Vergangenheiten immer nur überwunden; der Ausschluß der Trauerarbeit (des Eingedenkens) ersetzt das Sich-Hinein-Versetzen durch die Einfühlung in die Vergangenheit (den Historismus). Der Weltbegriff versiegelt das Grab, in dem die Toten auf die Erweckung warten.
War nicht die Hexenfurcht auch die Furcht vor der Auferstehung der Toten (abzulesen an den Projektionen der Inquisitoren)? Aber die Alternative ist nicht die Leugnung der Auferstehung, die sich die Physik als Instrument geschaffen hat, sondern ein Verständnis, das die Erweckung der Toten Gott vorbehält. War die Hexenverfolgung von der Furcht vor den Toten bestimmt, dann war Auschwitz der Testfall (der Testfall des perfekten Verbrechens): der experimentelle Beweis dafür, daß es keinen Grund gibt, die Toten zu fürchten. Aber wie die Gräberschändungen beweisen, können die Rechten doch nicht so recht an das Ergebnis des Experiments glauben.
Ist nicht die Schrift der Friedhof, auf dem die Toten der Auferweckung harren?
„Name ist nicht Schall und Rauch.“ Ist nicht der Stern der Erlösung ein Versuch, in dieses Buch den eigenen Namen (Ich, mit Vor- und Zunamen) einzuschreiben?
Die Anonymität des Apokalyptikers, sein Versuch, sich in fremde Namen einzuschreiben: Sind das nicht auch Versuche, im andern sich der der eigenen Auferstehung zu versichern? Und bezieht sich das „Wenn ich will, daß er bleibt, was geht’s dich an“ nicht auf den Namen des Johannes, des Apokalyptikers?
Der Begriff der Erbsünde verweist auf den Zusammenhang des Weltbegriffs mit dem des Erbes; Zwischenglied ist das Wort von den Sünden der Welt.
Muß man sich die Sätze, mit denen die Philosophie die Logik demonstriert hat, nicht doch ein wenig genauer ansehen:
Alle Menschen sind sterblich.
Sokrates ist ein Mensch.
Also ist Sokrates sterblich.
Der Prämisse hat die Theologie seit je mit der Lehre von der Auferstehung wiedersprochen. Dem Schluß, daß Sokrates sterblich sei, wäre anzumerken, daß er nicht gestorben ist, sondern einem durch Rechtsspruch verordneten Selbstmord aus freiem Willen sich gefügt hat. Hat nicht dieser Tod, das dem Staat freiwillig dargebrachte Selbstopfer, mehr mit dem Ursprung und Charakter der Philosophie, auch mit dem sokratischen Daimon, zu tun, als bisher angenommen wurde? Zum Kreuzestod Jesu gehören die Worte „Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen“ und „Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun“. Ist nicht der Selbstmord des Sokrates ein Paradigma der Philosophie seitdem, bis hin zum „Vorlaufen in den Tod“ Heideggers? Die affirmative Beziehung zum Tod gehört zu den Grundlagen des philosophischen Welt- und Selbstverständnisses.
Die säuberliche Trennung der Seele vom Leib die dem christlichen Unsterblichkeitsverständnis zugrunde liegt, raubt ihm zugleich seinen Existenzgrund.
Ist nicht das Geld der Goldgrund des Staates, politisch-ökonomischer Reflex des Sonnensystems, die säkularisierte Sonne selbst? Und sind nicht die Ministerien und die Verwaltung ein Abbild des Planetensystems? Die Geschichte der Vergesellschaftung von Herrschaft, die Geschichte des Vergesellschaftungsprozesses insgesamt, hat in den Subjekten das Chaos hinterlassen, dessen Opfer sie zugleich geworden sind, weil sie es in den Ordnungen, die das Chaos produzieren, nicht erkennen können.
Dorn, Horn, Zorn, Korn, vorn: Sind das Wörter, die sich nur zufällig reimen?
Werden die verschiedenen Hörner (Ochs und Widder, Schofarhorn, Hörner des Altars, Hörner des Drachen) auch im Hebräischen durch das gleiche Wort bezeichnet?
In welcher Relation stehen die Massen, die Entfernungen von der Sonne und die Geschwindigkeiten der Planeten? -
14.03.93
Worin liegt die Differenz zwischen den logisch-grammatischen Konstruktionen der alten Sprachen und der Nutzung der Hilfszeitverben (sein, haben, werden) im Deutschen heute? Ist das nicht Ausdruck der vollendeten Verdinglichung, die in der griechischen und lateinischen Sprache noch gleichsam in statu nascendi zu beobachten ist.
Die Leviten galten als Abgeltung der Erstgeburt (Num 312), nur blieb da ein Rest von 273 Erstgeborenen, die nicht abgegolten waren (346; 273 ist die dreifache Summe aller Zahlen bis 13).
Ist der Hund, der domestizierte Wolf, das Realsymbol der Welt? Ist das Tier vom Lande ein Hund?
Die Person, der Träger des Namens, ist das objektive Korrelat des Polizeistaats, mit dem Personalausweis, dem vergesellschafteten Fahndungsplakat, an die Ermittlungsbehörden, als deren Inbegriff der Staat in Deutschland, dem Land der Staatsanwälte, sich versteht, unentrinnbar angebunden. Die Persönlichkeit steht auf der anderen Seite: sie hat das Personsein verinnerlicht und beherrscht es, kann damit umgehen.
Ist nicht der Rechtsstaat ein Polizeistaat: Jeder trägt sein eigenes Fahndungsfoto in der Tasche (und ist dazu gesetzlich verpflichtet). Gilt in Staaten ohne Staatsanwalt auch die Ausweispflicht?
Oculi omnium in te sperant. (Ps 14515)
Hat Habermas nicht mit der Verdrängung der Idee, daß auch die Natur sich ändert, wenn die Gesellschaft sich ändert, auch die Idee der Güte verdrängt, den Wunsch, endlich gut sein zu können?
Requiem aeternam: das kann das Ausruhen von der Last, von der Arbeit sein; es kann aber auch das sabbatliche Ausruhen in einer Verfassung sein, in der man endlich gut sein darf, in der Friede und Gerechtigkeit sich küssen.
Die Trägheit oder der Tod: Die Trägheit ist das Ausruhen von der Last der Moral, das Telos des Rousseauschen „Zurück zur Natur“. Ist nicht der Jesus der Opfertheologie, der vergöttlichte Jesus der, der uns die Last abnimmt: der uns von der Pflicht zur Nachfolge entbindet, indem er die Welt entsühnt, die Trägheit rechtfertigt? Ist diese Verkehrung der Dinge nicht das Werk der Kirche (der Kelch von Getsemane)? So verdankt sich zwar nicht der Begriff der Materie, wohl aber das Trägheitsprinzip der Theologie: es ist das Produkt der opfertheologischen Verarbeitung des philosophischen Materiebegriffs.
Der Raum (das System reversibler Richtungen) als das Opfer der Umkehr an den Schein der Unschuld der Natur.
Die Kirche hat den Himmel theologisch vergesellschaftet und insoweit der Physik vorgearbeitet.
Gegenstand der kirchlichen Eucharistieverehrung ist das vergöttlichte Ding, das vergöttlichte Objekt: reine Blasphemie.
Die Liturgiereform wäre erst dann eine geworden, wenn sie den Mut gehabt hätte, von der blasphemischen Eucharistiefrömmigkeit endlich zu lassen, und wenn das Brotbrechen die Form der gemeinsamen Speisung der Armen angenommen hätte: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer.
Inneres Telos der (weltlichen und kirchlichen) Verwaltungsmoral: Selbstzerstörung der Verantwortung durch Delegation. Administrative Verantwortung übernimmt die Schuld (nicht die Sünde) der Welt (und die Bezahlung entspricht der „Last der Verantwortung“: Schuld ist der innere Wertmaßstab des Geldes, Arbeit die Abgeltung der Erbschuld, arm zu sein). -
02.03.93
Der Weltzustand fördert heute eher das kurzfristige Drauflos-Wirtschaften, das Nach-uns-die-Sintflut, als die langfristige Vorsorge. Aber ist nicht die Beziehung des Kurzfristigen zum Langfristigen vertrackter als in Hans Jonas‘ Begriff der Verantwortung erscheint? Handelt es sich hier nicht – ähnlich wie in der Antinomie der reinen Vernunft – um ein objektives Dilemma, dessen Wurzeln wahrscheinlich in der subjektiven Form der Anschauung, in der orthogonalen Struktur des Raumes, liegt (ein objektives Dilemma, dessen Wurzeln heute in der unaufgeklärten Beziehung von Ökonomie und Technologie zu suchen wäre). Steuern wir auf einen Zustand hin, in dem jede Alternative nur noch falsch ist?
Sind die drei Leugnungen nicht zu beziehen auf
– das Urschisma, die Trennung vom Judentum (die Magd des Hohepriesters),
– die Geschichte der Häresien und den Islam (die Magd des Hohepriesters mit den Umstehenden) und
– die Aufklärung (die Umstehenden)?
Ist nicht die Geschichte der drei Leugnungen die Geschichte des fortschreitenden Falls?
War das homousia die erste Leugnung, die Vergesellschaftung der Buße und der Eucharistie die zweite; müßte dann nicht die dritte Leugnung sich auf das Syndrom von Rechtfertigung und Bekenntnis beziehen?
Nach Karl Thieme war Hitler nicht der Antichrist, sondern die Generalprobe, heißt das: die reale (und die letzte?) Warnung vor der Selbstverfluchung?
Ist der Objektbegriff (Quellpunkt des Nominalismus) nicht das schwarze Loch, in das die Sprache hereingezogen wird wie in die astronomischen „schwarzen Löcher“ das Licht?
Walter Burkert weist am Ende des zweiten Kapitels seiner „Antiken Mysterien“ darauf hin, daß erst das Judentum und das Christentum sich zum Weltlauf distanzierende Gemeinschaften gründen, das Christentum als „Bekenntnisgemeinschaften“, die z.T. eine sehr lange Lebensdauer hatten. Die heidnischen Gemeinschaften, insbesondere auch die Mysterienkulte, haben als Kern die Riten, die das ansonsten normale Leben der Bürger begleiten.
Wäre nicht das Motiv der „Enttäuschung der Parusieerwartung“ genauer zu bestimmen als das Prinzip der Verinnerlichung des Opfers?
Ist der Regenbogen nach der Sintflut nicht das Realsymbol der Stabilisierung der Tiefendimension des Raumes (der Dreidimensionalität)? Vergleiche hierzu Goethes Farbenlehre, sein Verständnis der Farben als Verhältnis von Licht und Finsternis (als „Taten und Leiden des Lichts“).
Zusammenhang von
– Regenbogen und Tiefendimension des Raumes,
– Farben als Taten und Leiden des Lichts und
– Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit:
In welcher Beziehung steht die Lorentz-Transformation, stehen die Differenzen bei der Anwendung dieser Gleichungen auf die Bewegungsrichtung und auf die Gegenrichtung, zur Tiefendimension, und in welcher Beziehung stehen beide zur Orthogonalität des Raumes? Ist der Regenbogen und sind die Farben nicht ein Ausdruck der Gewalt, die die unreflektierte Anwendung des Raumes auf die Dinge diesen antut?
Ist nicht die Dreidimensionalität des Raumes und mit ihr das Inertialsystem ein Konstrukt, das nur zusammen mit der Vorstellung einer endlichen Ausbreitungsgeschwindigkeit des Licht sich konstituieren ließ?
Ist nicht die moderne Aufklärung die Selbstaufklärung der Finsternis über dem Abgrund: das Wasser, über dem der Geist Gottes schwebt (sind nicht der Geist über den Wassern und die Finsternis überm Abgrund durch Umkehr auf einander bezogen?).
Lev 11: Welche Bewandtnis hat es hier mit der Unterscheidung des Unreinen von den Greueln (Buber; das Makligen von dem Scheuel)? Erinnern die Greuel nicht an das (Propheten- und) Jesus-Wort von den Greueln am heiligen Ort? Worauf bezieht sich die Vision des Petrus (Apg 109ff): nur auf Unreines, oder auch auf Greuel (in der Schale, die aussah wie ein großes Leinentuch, das an den vier Ecken gehalten wurde, waren „alle möglichen Viefüßler, Kriechtiere der Erde und Vögel des Himmels“)? Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Aufhebung der Reinheitsgebote und der Beziehung des Christentums zur „Welt“?
Trifft unsere Unterscheidung von Parabel (Gleichnis) und Ereignis den wirklichen Sachverhalt? Sind nicht auch Ereignisse, und diese auf z.T. sehr eindringlichere Weise Parabeln? Und hängt dieses Problem nicht mit dem Chronologie-Problem, mit seiner Beziehung zum prophetischen Charakter wirklicher theologischer Erkenntnis, zusammen? (Vgl. die beiden Lazarus-Geschichten, Maria Magdalena und die sieben unreinen Geister, die Petrus-Geschichten.)
Gründet die Todesangst in der Angst, den messianischen Auftrag, der an jeden ergeht, nicht erfüllt zu haben? Ist nicht jeder Tod ein Weltuntergang? -
25.02.93
Nach Walter Burkert treten die Initiationsriten mit dem Aufkommen der Schriftlichkeit und mit der Stadtkultur zurück, „um schließlich zu verschwinden – vollständig erst in unserer Zeit der atomisierten Gesellschaft“ (S. 47). Aber was sind Erstkommunion und Firmung anders als Initiationsriten?
Zu Christine Kuby: Woran anders wird die „Schwere der Schuld“ gemessen als an der Stärke der Racheimpulse? Der Umgang mit den Gefangenen der raf ist längst ein Indiz für die Verkommenheit unserer Justiz.
Die Vorstellung, daß das „Herrschaftsgebot“ der Genesis eine der Ursachen der Geschichte der gesellschaftlichen Naturbeherrschung sei, ist, abgesehen davon, daß sie sich durch eine genaue Lektüre des Textes widerlegen läßt (das vegetarische Nahrungsgebot, mit dem es zusammensteht, schließt das Töten aus), ist nicht nur falsch, sie bestätigt im genauesten Sinne eines double bind genau das, wogegen sie protestiert: das Schuldverschubsystem, das als logischer Kern dem Ursprung und der Geschichte der Naturbeherrschung zugrunde liegt. Sie ist ein Teil jenes Syndroms, demzufolge Religion jeder für sich nur noch als Seelenbalsam und für andere als ein System von Moralvorschriften und Handlungsanweisungen begreift: als Religion für andere, Religion als Herrschaftsmittel. Aber wird diese Religion fatalerweise nicht gerade dann bestätigt, wenn man aus ihr glaubt austreten zu können? Und ist nicht Petrus/Kephas der Typos einer Religion, die nur noch Religion für andere ist: Fundament einer Kirche, die zum steinernen Herzen der Welt geworden ist? Es ist ein System des Sich-wechselseitig-in Schach-Haltens, in dem dann, nach einem Adorno-Wort, heute jeder Katholik so schlau ist, wie früher nur ein Kardinal. Das Modell und die reale Verkörperung dieses Systems ist der Staat, seine innere Struktur das Recht.
Läuft nicht unser Autoritätssystem, wenn es auf Texte angewandt wird, nach dem Modell Heilige oder Hure (mit der merkwürdigen Analogie der patriarchalischen Beziehungen zu Texten und zu Frauen)? Wäre es nicht sinnvoller, gerade in alten Texten die Erfahrung, daß da etwas drinsteckt, was nur durch Reflexion wiederzugewinnen ist, mit der Erfahrung der Unzulänglichkeit dieser Texte zusammenzudenken? Das hatte Walter Benjamin im Sinn, als im Hinblick auf Franz Rosenzweig sagte, er habe es vermocht, die Tradition auf dem eigenen Rücken zu befördern anstatt sie seßhaft zu verwalten. Merkwürdig, daß alle Offenbarungsreligionen ihren Absolutheitspunkt in der Vergangenheit (in den Heiligen Schriften und den damit verbundenen Ereignissen) haben.
Bezeichnet nicht das „leer, gereinigt und geschmückt“ in der Parabel von den sieben unreinen Geistern auch das Bild von der Vergangenheit, das wir im Kopf haben? Grund unserer Erinnerungsunfähigkeit?
Weltanschauungskriege sind Vernichtungskriege (nach den christlichen Vorläufern in den Kreuzzügen, Pogromen, Ketzer- und Hexenverfolgungen in säkularisierter Gestalt zuerst im Krieg der Nazis „gegen den Bolschewismus“), weil sie die Nutzung des Schuldverschubsystems, dessen Resultat eine „Weltanschauung“ ist, auch durch Strafen (die dann Vernichtungsstrafen sind) in der Realität verankern wollen. Es handelt sich offensichtlich um eine Zwangsfolge nicht mehr reflektierter (weil nicht mehr reflexionsfähiger) Herrschaftssysteme. Nicht zufällig werden sie als Reinigungsaktionen (Endlösung der Judenfrage als Reinigung der Welt von den Juden, ethnische Säuberungen in Bosnien) begriffen; sie weisen zurück auf den lateinischen Weltbegriff: mundus.
Ist eigentlich die Frage, ob es Menschen ohne Schrift, vorschriftliche Gesellschaftsformationen, gibt, so sinnlos? Die Vorstellung, daß „die Wilden“ Produkt einer Regression, eines Rückfalls sind, hilft vielleicht im Verständnis des Ursprungs der Schrift weiter als äußerliche, banale Erfindungstheorien.
Sind die ersten Opfer in der Bibel nach den Opfern Kains und Abels die des Abraham und des Melchisedech?
Wäre die Lessingsche Parabel von den drei Ringen heute nicht durch eine andere zu ersetzen: Jeder sitzt im Gefängnis seiner Geschichte, aber die Schlüssel dazu haben jeweils die anderen? Die Hauptaufgabe liegt bei den Christen; nur ihnen ist gesagt worden: was du auf Erden lösen wirst, wird auch im Himmel gelöst sein.
Die Kritik der Naturwissenschaften hätte damit zu beginnen, daß man nachweist, daß in den Naturwissenschaften das Licht nicht mehr vorkommt, Licht und Finsternis bedeutungslose Begriffe sind: es ist unmöglich, in naturwissenschaftlichem Kontext das Licht zu rekonstruieren. Nur noch gleichsam deiktisch läßt sich der Berührungspunkt bezeichnen: das Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit. Die Rekonstruktion des Lichts über diesen „Berührungspunkt“ läßt die Naturwissenschaften nicht unberührt.
Sind in den drei Versuchungen Jesu (vgl. z.B. Mt 41ff) die drei Totalitätsbegriffe mit angesprochen: Wissen, Natur und Welt:
– Im Vertrauen auf die Behütung durch die Engel, „damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt“, das Wissen,
– in der Verwandlung von Steinen in Brot der Naturbegriff und
– im Herrschaftsversprechen und in der Anbetung des Teufels der Weltbegriff?
Wäre das Neue Testament nicht erst dann richtig zu verstehen, wenn man, anstatt es unmittelbar ins Deutsche zu übersetzen, es zunächst ins Hebräische übersetzen würde?
Ist die Rede von einer Sünde wider den Heiligen Geist, die weder in dieser noch in der kommenden Welt vergeben wird, nicht eine Erläuterung der Geschichte vom Binden und Lösen? Dann wäre das Binden die Sünde wider den Heiligen Geist, und das Binden, das vorgibt, das Lösen zu sein, die Selbstverfluchung.
Ist es nicht in der Tat, die Tat, die die Tatsachen schafft, auf die sich dann das Wissen bezieht, das als Absolutes die Vollendung des Andersseins des Selbst repräsentiert? Und ist das Absolute des deutschen Idealismus (Fichte, Schelling, Hegel) nicht die Bindung der rechten Hand Gottes?
War nicht das Christentum bis heute die Anbetung und die Ausnützung des Scheiterns der messianischen Kraft Jesu (und in der Mystik das Verliebtsein in dieses Scheitern)?
Gibt nicht die Situation in einem Fahrstuhl, in dem keiner den andern anschaut, einen aufschließenden Hinweis auf das Problem des Angesichts?
Zur Theorie des Rechtsradikalismus: Nur weil wir uns das Beste versagen müssen: gut zu sein, schlagen wir andere tot.
Politischer Aschermittwoch: Auch das war eine Erfindung von Franz Josef Strauß: Politik als Unterhaltung, und das als neue Qualität der Politik (nicht mehr zu trennen von der „Politikverdrossenheit“). Kern der seitdem irreversibel sich ausbreitenden parteipolitischen Ghettobildungen: nichts ändern, aber die Anhänger bei Laune halten (und süchtig machen). -
24.02.93
Karl Marx hat in seiner Kapitalismus-Analyse etwas übersehen, was den den politischen und den prophetischen Wert seiner Analyse erheblich einschränkt:
– einmal das für die Ursprungsgeschichte der Geldwirtschaft wichtige Institut der Schuldknechtschaft (und seine Bedeutung für den Ursprung und die gesellschaftliche Bedeutung des Geldes),
– zum andern aber, und damit zusammenhängend, die Funktion der Banken (Geldschöpfung, Kredit und Schuldendienst) und des Staates (Gewaltmonopol, Recht und Finanzhoheit; Zentralbanken und Militär).
– Insbesondere hier aber liegt der Grund dafür, daß es einen Weltbegriff ohne nationalistische Konnotationen, ohne eine Zwangslogik, die in den Nationalismus hineinführt, nicht gibt.
Erst im Kontext des Bankwesens, im Blick auf den Wechsel auf die Zukunft, den das Bankwesen symbolisiert, läßt sich eine insgesamt haltbare Kapitalismuskritik erst begründen. Das Hegelsche Absolute bildet den Staat ab, aber nicht Gott. Und das Hegelsche Weltgericht ist nur ein Euphemismus für eine darwinistische Geschichtsphilosophie: für das survival of the fittest. Das theologische Konzept einer creatio mundi ex nihilo ist im Kern nationalistisch. Das Geld als Referenzsystem der Ökonomie ist ohne den Staat gegenstandslos. Zu den Marxschen „theologischen Mucken“ der Ware gehört der christologische Naturbegriff und die Bedeutung der Christologie und Opfertheologie für die Geschichte des Objektbegriffs, des historischen Objektivationsprozesses und der Geschichte des Herrendenkens.
Zum Problem der Sündenvergebung: Wenn ich sage, daß ich jemandem seine Schuld vergebe, bedeutet das nur, daß ich sie ihm nicht mehr vorhalten werde; er ist damit (außer im Verhältnis zu mir) seine Last nicht los.
Natur und Welt sind Totalitätsbegriffe und operative Begriffe zugleich.
Was heißt Wasser auf Griechisch? (hydros)
Die christliche Theologie hat den Abgrund zwischen dem griechischen und dem römischen Weltbegriff zu überbrücken versucht. -
27.01.93
Verhält sich der Staat zur Gesellschaft wie die Welt zur Natur (wie Idealismus zu Materialismus, Begriff zu Objekt)? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus? Kann es das eine ohne das andere geben, sind nicht beide Produkt des gleichen Abstraktionszusammenhangs (der Urteilsform)?
Zusammenhang der Hegelschen Deduktion des Monarchen und des „Gottesgnadentums“ mit dem ontologischen Gottesbeweis. (Rosenzweig, II S. 146)
Ist nicht das Interieur in Adornos Kierkegaard-Arbeit inzwischen aus der Objektsphäre in die Struktur des Subjekts mit eingewandert, und ist das Subjekt seitdem nicht gleichsam direkt an die Außenwelt angeschlossen (ohne Vermittlung durchs Interieur)? Gründet darin die nur minimale Differenz, die Adorno von der Einsicht in die Funktion des Weltbegriffs, zu der es in der Philosophie nach der vollständigen Verweltlichung des Subjekts keine Alternative mehr gibt, trennt?
Die Rolle der Religionen scheint sich immer mehr darauf zu beschränken, das Gefühl der Schuldfreiheit, diesen verhängnisvollen Bewußtseinskomfort, zu vermitteln. Sie wird damit zu einer wichtigen Instanz des Verdrängungsapparats (der erste Entwurf dieses Verdrängungsapparats war das Dogma, mit dessen Hilfe die Funktion des philosophischen Subjekts vergesellschaftet wurde, bei gleichzeitiger Stillstellung des philosophischen Erkenntnistriebs: Dieses Stillstellung drückt sich aus in der kantischen Definition, wonach die Welt das mathematische Ganze der Erscheinungen bezeichnet). Die Religion ist zum Schmücke dein Heim in einer Welt geworden, die für niemand mehr Heimat ist. Daher die nicht mehr zu tilgende Nähe der Religion zum Kunstgewerbe und zum Kitsch (der Idolatrie in der Kunst).
Die Verwechslung von Gegenwart und Gleichzeitigkeit wird durch die kantische subjektive Form der äußeren Anschauung stabilisiert, durch die Form des Raumes.
Die Explosion der Raumvorstellung hat bewiesen, daß es keine wie auch immer geartete Beziehung der Gleichzeitigkeit zum Himmel gibt, daß umgekehrt der Raum als Form der Gleichzeitigkeit die Unterdrückung und die Verdrängung dessen mit einschließt, was man die reale Gegenwart nennen könnte. Ist diese Raumvorstellung nicht das Endprodukt des Falles (die „Überwindung“ des Generationenverhältnisses durch Neutralisierung und Stillstellung, nicht seine Aufarbeitung; oder auch: die „Überwindung“ der Häresien durch Verurteilung und Fixierung des Dogmas: so hängt die Orthodoxie mit der Orthogonalität zusammen, und so wird das Dogma zum leeren, seiner benennenden Kraft beraubten Wort: zum vergrabenen Talent)?
Wenn Jacobus Schoneveld zufolge der Logos die Thora ist („Die Thora in Person“, in Kirche und Israel, Heft 1.91, S. 40ff), dann heißt das nicht mehr und nicht weniger, als das niemand zum Vater kommt, außer durch die Thora.
Ist nicht die homousia sowohl logisch wie realgeschichtlich das Einfallstor des Gewaltmonopols des Staates in die Theologie (und der Kristallisationskern des Dogmas)?
Die kopernikanische Wende und die Etablierung der Vorstellung vom unendlichen Raum haben den Leerraum geschaffen, in den die gläubige Phantasie glaubt, ihre „religiösen Vorstellungen“ hinein projizieren zu können. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, daß und wie die päpstliche Rehabilitierung Galileis die Dinge nun vollend auf den Kopf gestellt hat.
Was mit der Privatisierung der Sexualmoral begonnen hat, endet mit einer Erfahrungsfeindschaft, die direkt in die Xenophobie einmündet.
Die Personalisierung und daraus zwangslogisch folgende Vergöttlichung Jesu ist die Binde vor den Augen, mit der die Jesus-Gläubigen sich den Blick auf den Logos, der sich in der Übernahme der Sünden der Welt konstituiert, und von dem Gott will, daß er nicht leer zu ihm zurückkomme, ersparen.
Beschreibt nicht die Beziehung der von der transzendentalen Logik organisierten Erfahrung zu den Dingen als Erscheinungen auch das Verhältnis der Theologie zu ihrem Objekt? Auch die Theologie unterliegt dem Gesetz der Erscheinungswelt, in der die Dinge an sich unerkennbar sind.
In den drei Sprachen Griechisch, Lateinisch und Deutsch sind die Beziehungen der Geschlechter nicht deckungsgleich, nicht kompatibel. Die hier sich manifestierenden Brüche sind Denkmale welthistorischer Gesteinsverschiebungen. Neben den Differenzen in den Casus-Bildungen sind es vor allem Worte, die wie Sonne und Mond (sol und luna, auch Tag und Gesicht, dies und facies) jeweils anderen Geschlechtern zugeordnet wurden. Im Deutschen sind die Geschlechter an den Artikeln und den Endungen zu erkennen, im Englischen nur beim Gebrauch der Possessivpronomen. Hängt das damit zusammen, daß im Englischen der Infinitiv des Seins nicht durch das Possessivpronomen der dritten Person sing. masc. ausgedrückt wird (Folge der Neutralisierung der Casus im Englischen, und zugleich Symptom einer Verbegrifflichung der Sprache, die sich vor allem in Wendungen wie „he is doing“ ausdrückt, in denen das Verb naiv und real die Form des Prädikats, des Begriffs, animmt)? So drückt das deutsche Sein das Moment der Tätigkeit (in Physik und Ökonomie), das englische to be dagegen das Ergebnis der Vergegenständlichung dieser Tätigkeit aus (Grund des vorkritisch-kritischen Empirismus seit Locke: der Dogmatisierung von Naturwissenschaft und Ökonomie wie auch der Unterscheidung von primären und sekundären Sinnesqualitäten).
Zusammenhang von Geschlecht und Casus, die geschlechtsspezifischen Casusbildungen (in den europäischen Sprachen). -
26.01.93
Das wird man der raf vorhalten müssen: Sie hat den Geist ausgetrieben: Heute brauchten wir ihn, und es ist keiner mehr da.
Im Relativitätsprinzip, der die Vorstellung der Verschiebung des Raumes in sich selber zugrundeliegt, wird das Moment der Erzeugung des Raumes, der punktuell fortschreitenden Reproduktion der Form des Raumes, zugleich vorausgesetzt und unterschlagen, verdrängt.
Was ist der Unterschied zwischen anima und psyche, oder zwischen materia und hyle (natura und physis)?
Die Verinnerlichung des Schicksals war der erste geschichtliche Versuch, die Herrschaft zu beherrschen. Vor diesem Hintergrund war u.a. der diskriminierende Name der Barbaren notwendig, nicht zu vermeiden: Nur so war es möglich, den Schrecken vor den potentiellen Eroberern zu verlieren. Ähnlich war der Begriff der Materie (hyle) notwendig, um von den Ängsten vor den magischen Aspekten der Natur freizukommen.
Liegt dem Namen der Barbaren die Vorstellung fremder Herren, dem der Hebräer die Vorstellung fremder Sklaven (Söldner, Kleinviehnomaden) zugrunde?
Wurde die Beschneidung dreifach vollzogen: bei Abraham/Isaak (Gen 4), Moses/Zippora (Ex 12) und Josua und das Volk (Jos 5)? -
24.01.93
Wie hängen die Begriffe des Scheins (der ökonomische, vertragsrechtliche und der ästhetische, logische) mit einander zusammen? Der Geldschein ist (wie z.B. ein Pfandschein, ein Lagerschein) ein Dokument der Verpflichtung des Gläubigers, das auf dem Schein genannte Objekt, das er repräsentiert, bei Vorlage auszuhändigen.
Ist nicht das Geld – wie der Raum als Form der Ausbreitung des Lichts – der Ursprung des Scheins? Und ist von hierher der erkenntniskritisch-logische Begriff der Erscheinung zu begründen? – Die vom Geld beherrschte (und von der Form des Raumes durchdrungene) Welt ist sprachlich fast nicht mehr zu durchdringen. Das reflektiert sich in der Bekenntnislogik.
Ist nicht die Erscheinung die aus dem Kristallisationskern des Scheins erwachsende Totalität des Scheins: Zusammenhang mit den Begriffen des Wissens, der Natur und der Welt? Ist nicht das kantische „Ganze der Erscheinungen“ die von der Idee der Wahrheit (vom Angesicht) befreite Welt?
Ist der Schein das halbierte Angesicht: Inbegriff des Hinter dem Rücken, Produkt des Objektivationsprozesses; und dieses der Grund des Fremdenhasses (deshalb bellen Hunde den Mond an, und deshalb ist der Raum als verdinglichte Form der Anschauung und Grund des Objektivationsprozesses in allen Richtungen reversibel)?
Es gibt eine Art, über die Dinge zu sprechen, hinter der die Welt verschwindet, in die die Welt nicht mehr eingeht, in der die Sprechenden gegen jegliche Erfahrung und gegen die Welt sich abschirmen: Die Außengrenze der Monade ist ein Produkt der Identität von Herrendenken und Rechtfertigungszwang, des Exkulpationstriebs. Die Monade lebt in einem Zwangstraum, aus dem sie nicht erwachen will, den sie durch Beleidigungsrituale (die die Grenzen dessen, worüber gesprochen werden darf, bestimmen) gegen das Erwachen (gegen das Krähen des Hahns) schützt. Wenn man nicht (zur Erhaltung des Banns, der auf allen liegt) über Nachbarn und Verwandte redet, dann über eigene vergangene (und zukünftig vergangene) Entscheidungen, um sie nachträglich durch die Zustimmung des andern absichern zu lassen (Rechtfertigungstrieb). Man möchte leben wie einem Film, in dem die Handlung vorgegeben und nicht vom Spieler zu verantworten ist, und dazu wie ein Zuschauer sich verhalten können.
Kohls Geschick, durch Sprachregelungen, die die eigene Schuld anderen, in der Regel den Opfern, die sich nicht wehren können und keine Verteidiger mehr haben, anzulasten, sich selbst unangreifbar zu machen („Solidarpakt“, auch die Bemerkung, der Staat dürfe nicht zum „Steinbruch für die egoistischen Interessen Einzelner“ verkommen: die „Sprachgewalt“ des Feigenblatts ist die Sprache der Gewalt).
Unanständige Wahlwerbung der F.D.P. in Frankfurt: Zielt auf das Stammtischgerede, wonach die Beamten ohnehin nichts tun und Kultur zu teuer ist („alles von unsern Steuergeldern“). Mittlerweile ist offensichtlich alles, was nicht dem Geschäft dient, Ideologie, auch eine der letzten Instanzen, die noch an Humanität erinnern: die Kultur, das Theater. Dazu paßt es, wenn der wegen Steuerbetrugs rechtskräftig verurteilte Graf Lambsdorf darauf hinweist, daß auch Blüms Vorschlag, durch schärfere Kontrollen den „Mißbrauch“ einzudämmen, die Kürzung der Arbeitslosengelder nicht mehr werde verhindern können. Sparen heißt für die, die sich ohnehin als Eigentümer der öffentlichen Finanzen („unsere Steuergelder“) sehen: Sparen beim „Personal“ (in Kultur und Verwaltung) und der Griff in die Taschen der Ärmsten. -
14.01.93
Merkwürdige Beziehung: Das Subjekt wird (unrettbar) schuldig durch die „Entsühnung der Welt“, es wird erlöst durch die Übernahme der Sünden der Welt. Genau das ist die Folge der Herrschaftsbeziehung, durch das Neutrum und den Weltbegriff unkenntlich gemacht wird.
Merkwürdige Beziehung des gegenwärtigen Zustands der katholischen Kirche zur „ägyptischen“ Tradition, wie sie offensichtlich auch von Küng und Drewermann reklamiert wird. Dazu die Stelle von Herodot bei Benveniste (S. 506). Enthält nicht auch der Josefs-Roman einen prophetischen Bezug zur Weltgeschichte der Kirche?
Ist nicht unsere gesamte Geschichtswissenschaft von der Intention und vom Ansatz her „superstitiosus“ (sh. s. 516f).
Hat die Arglosigkeit der Tauben etwas damit zu tun, daß auch die Taube in Israel ein Opfertier (das Opfertier der Armen) ist, und daß sie wie das Lamm „zur Schlachtbank geführt“ wird? Weshalb erscheint dann der Geist in Gestalt einer Taube? Hat nicht die Trinitätslehre etwas mit der Trinität von Stier, Widder und Taube zu tun? Gibt es in Israel das Stieropfer, und wenn ja, in welchem Zusammenhang? Das Widderopfer hing mit der Rettung Isaaks, mit der Abgeltung der Kinderopfer (der Erstgeborenen?), zusammen, bei der Geburt Jesu wurde eine Taube geopfert.
Wer die Sünden der Welt auf sich nimmt, dem ist das messianische Ego alles und das durch Schande und Verletzbarkeit (Empfindsamkeit) verführbare und entzündete private Ego zunichte geworden. Er ist in dem Sinne keine Privatperson mehr und völlig unpathologisch geworden.
Die Fremdenfeindschaft ist eine Folge des unaufgearbeiteten schlechten Gewissens, das von der privaten Existenz (von der Privatisierung der Religion) nicht abzulösen ist.
Wäre es eigentlich möglich, zum „Bruttosozialprodukt“, zu den in Geldwert ausgedrückten Leistungen der gesamtwirtschaftlichen Erfolgsrechnung, die Gegenrechnung aufzumachen: die roten Zahlen niederzuschreiben (die Summe aller Schulden, die Bilanz der realen Armut in der Dritten Welt und des Armutsdrucks in der Ersten)?
Bezeichnend für das Schellingsche Konzept am Anfang der Weltalter ist, daß er für die Zukunft die Ahnung reklamiert, gleichsam eine unvollkommene Gestalt des Wissens (die aber am Wissen sich mißt), und nicht die Hoffnung und nicht die Moral. Er verschweigt das praktische Element in der Beziehung zur Zukunft. Er hält daran fest, daß auch das Zukünftige einmal vergangen, Gegenstand des Wissens und nicht mehr änderbar, sein wird: So wird es Gegenstand eines (wenn auch unvollständigen) Wissens: der Ahnung. Durch die Ahnung wird die Zukunft in eine Schicksalsperspektive gerückt: Indem er von der Hoffnung und von der Praxis absieht, verwandelt er die Totalität in bloße Natur, in der das tätige Subjekt nicht mehr vorkommt, bereitet er die mythische Philosophie vor, auf die das Ganze am Ende hinausläuft.
Das kreisende Flammenschwert trennt das reale Leid vom erinnerten Leid.
Erst wenn die Theologie von der Vorstellung sich befreit, Verkehrsregelungen für die Phantasie der der Menschen, für ihre Vorstellungskraft, produzieren zu müssen, erst dann hat sie eine Chance, selber zu einem Gefäß des Heiligen Geistes zu werden.
Wer von euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein: Heute ist die Kirche zu einem Verein von Steinewerfern geworden. Voraussetzung ist das falsche Zeugnis: die falschen Zeugen werfen, nachdem sie ihre Kleider abgelegt haben, den ersten Stein.
Adorno Aktueller Bezug Antijudaismus Antisemitismus Astrologie Auschwitz Banken Bekenntnislogik Benjamin Blut Buber Christentum Drewermann Einstein Empörung Faschismus Feindbildlogik Fernsehen Freud Geld Gemeinheit Gesellschaft Habermas Hegel Heidegger Heinsohn Hitler Hogefeld Horkheimer Inquisition Islam Justiz Kabbala Kant Kapitalismus Kohl Kopernikus Lachen Levinas Marx Mathematik Naturwissenschaft Newton Paranoia Patriarchat Philosophie Planck Rassismus Rosenzweig Selbstmitleid Sexismus Sexualmoral Sprache Theologie Tiere Verwaltung Wasser Wittgenstein Ästhetik Ökonomie