Hegel

  • 20.2.1995

    Gilt nicht der Satz „die Tora, das ist die Braut“ (Bahir, S. 151) auch für die Hochzeitsstellen im NT (von der Hochzeit zu Kana bis zum letzten Abendmahl)?
    Wie verhalten sich arbiter (Augenzeuge, Schiedsrichter) und arbitrium (Schiedsspruch) zum liberum arbitrium (zur Willensfreiheit)? Der Schiedsrichter setzt auf die (freiwillige) Zustimmung der Kontrahenten, während der Richter aufgrund seiner Amtsautorität auch gegen den Willen der Beteiligten entscheidet, den Willen unter den Zwang des Staates setzt.
    Wie hängt das liberum arbitrium mit den drei „Freiheitsgraden“ des Raumes zusammen (und die Orthogonalität mit der Orthodoxie)? Gibt es eine Beziehung zu den drei Leugnungen? Von den sechs Richtungen des Raumes sind jeweils drei die Negationen ihrer Gegenrichtungen: Der Westen ist (wie im Französischen) der Nicht-Osten, der Norden der Nicht-Süden, das Unten das Nicht-Oben.
    Hat das Suffix -tum in Reichtum (Heidentum, Deutschtum, Judentum) etwas mit der Umkehrung des Mut (Armut, Demut, aber auch Hochmut, der vor dem Fall kommt) zu tun?.
    Sind die indoeuropäischen Formen der Konjugation Negationen der semitischen Konjugationsformen (Produkt eines Systems von Spiegelungen am Neutrum)? Ist die „hebräische“ Sprache in diesem Kontext, vor diesem Hintergrund, zur Sprache „der Fremden im Lande“ geworden, zur Sprache der „Hebräer“? Ist dieses negative Konstrukt insbesondere in der griechischen Sprache affirmativ geworden, und bedarf diese Sprache deshalb des projektiven Begriffs der Barbaren (ebenso wie der Begriffe Natur und Materie) als Mittel der Abfuhr, der projektiven Verarbeitung des Schuldzusammenhangs, in dem sie sich konstituiert? Läßt die Logik der indoeuropäischen Grammatiken als Kern eines (mit dem Weltbegriff im Zentrum) sich fortentwickelnden Schuldverschubsystems begreifen, dessen letztes Produkt das Inertialsystem ist?
    Ist die Identifikation des johanneischen mit dem philosophischen Logos nicht dessen Leugnung: die Leugnung des Lammes, das die Sünde der Welt auf sich nimmt und stumm zur Schlachtbank geführt wird?
    Fällt das Bekennen (als homologein) nicht in die Bitte des Herrengebets: Geheiligt werde Dein Name? Dieser Konjunktiv Passiv (geheiligt werden möge …) wartet auf den, der ihn ins Aktiv übersetzt: auf den, der es tut. Wer aber ist als Subjekt dieses Satzes gemeint, wenn nicht wir?
    Wenn Drewermann (in seinen „Strukturen des Bösen“) den ruach mit einem Furz vergleicht, verwechselt er dann nicht die Nuß mit einer Zwiebel, bei der der Kern sich immer wieder als Schale erweist, die den, der den Kern sucht, weinen macht und in der Tat nur Winde erzeugt?
    Der Ring um das Senfkorn (Bahir, S. 130): Ist das nicht der Weltbegriff, die harte Schale, die den Kern verbirgt? Im Weltbegriff wird dieser Ring zur Totalität, zum kantischen Reich der Erscheinungen, das die Dinge, wie sie an sich sind, ins Unerkennbare rückt. Auch Hegels Logik ist eine Logik der Erscheinungen (ihre erste Fassung ist eine „Phänomenologie“ des Geistes). So verfällt sie selber dem Gericht, das in ihr sich verkörpert, und das im Gericht der Barmherzigkeit über das gnadenlose Weltgericht in sich zerfällt.
    In ihrer spekulativen Gestalt, die bewußtlos der Bekenntnislogik gehorcht, ist die Trinitätslehre Schale, nicht Kern (hinterm Rücken, nicht im Angesicht). Sie ist verstrickt in die Geschichte der drei Leugnungen, deren dritte die Leugnung des Heiligen Geistes ist. Nicht zufällig erweist sich die „negative Trinitätslehre“ (Antisemitismus als Leugnung des Vaters, Ketzerfeindschaft als Leugnung des Sohnes, Hexenverfolgung und Frauenfeindschaft als Leugnung des Heiligen Geistes) als Kern der Kritik der Bekenntnislogik, zu deren Konstituentien das Feindbild, das Verrätersyndrom und die Frauenverachtung gehört.

  • 19.2.1995

    Der Kreuzestod war das erste Werk des Fundamentalismus, und dieser steht immer noch in seinem Schatten.
    Von den evangelischen Räten sind insbesondere der Gehorsam und die Keuschheit fundamentalismusgefährdet. Beide gehören zu den Konstituentien des Inertialsystems: Die Materie ist gehorsam und keusch zugleich, allerdings auch tot.
    Wenn man von Kindern sagt, sie sehen wissend aus, heißt das nicht, daß man ihnen die Neugier ausgetrieben hat? Sie sind gefangen in den Aprioris, die man ihnen eingebläut hat.
    Das Extrem der transzendentalen Logik ist das Vorurteil.
    Ist das Unkraut das neutestamentliche Äquivalent der Dornen und Disteln?
    Zur Kritik der Kommunikationstheorie genügt es, auf den Zustand der Wissenschaften zu verweisen, die untereinander längst inkommunikabel geworden sind. Wenn die Kommunikationstheorie von der Prämisse ausgeht, daß die Sprache von den Dingen getrennt ist (und nur „über“ die Dinge etwas mitteilt) und daß die Dinge selbst gegeneinander äußerlich sich verhalten, so zerstört diese wechselseitige Äußerlichkeit von Sprache und Objektwelt die Sprache von innen; sie zeichnet der Sprache die Bahn des Versinkens ins Finstere vor. Die Historisiserung der Vergangenheit und die Objektivierung der Natur sind erkauft mit der Verdrängung vergangenen Unrechts und vergangenen Leidens (das fortlebt).
    Die habermassche Kommunikationstheorie ist eine Rechtfertigungslehre, keine Erkenntnishilfe.
    Es gibt nicht die eine Welt, über die man kommunizieren kann. Das Christentum hat die Sprengung dieser Einheit, die in biblischem Kontext in der Trennung von Stämmen, Sprachen, Völkern und Nationen sich anzeigt, durch den Begriff des Bekenntnisses heilen wollen; es hat aber nur neuen Sprengstoff in die Einheit hineingebracht.
    Die zivilisierte Welt hat seit je ihr Gegenbild, von dem sie lebt (subjektiv im Namen der Barbaren und Wilden, objektiv in den Gegensätzen von Babylon und Ägypten, Griechen und Perser, Rom und Karthago bis hin zu Amerika und Rußland, die in einer merkwürdigen Reflexions-Beziehung zum Anfang, zu Babylon und Ägypten stehen).
    Umkehr, Name und Angesicht: Die Umkehr sprengt den Naturbegriff, der Name den Weltbegriff und das Angesicht die logische Konstruktion des Wissens.
    Der Zusammenhang des Namens des Wassers mit dem Was (vgl. das Buch Bahir zu Ex 1527, S. 119) verweist darauf, daß die Naturqualitäten insgesamt sprachlicher Natur sind. Ist nicht jeder Trieb eine Gestalt der Frage, und gibt es nicht deshalb den guten und den bösen Trieb?
    Haben die drei evangelischen Räte etwas mit der Feste zu tun, die die oberen von den unteren Wassern trennt?
    Die Hegelsche Dialektik ist die ins Vergebliche instrumentalisierte Umkehr. Hängt dieses „Vergebliche“ mit dem (Sünden-)Vergeben zusammen?
    Rechts und Links hängt mit Innen und Außen zusammen: Wie leicht an einem Handschuh sich demonstrieren läßt, ist das Innere der Rechten das Äußere der Linken. Gesicht und Rücken bleiben Gesicht und Rücken, nur daß, wenn Gesicht und Rücken der Rechten nach außen sich kehren, die der Linken (wie die Außenwände neuer Kirchen) nach innen gekehrt sind. Ist nicht dieses „Umstülpen“ eine Bewegung der Scham, der Pathologisierung, der Verletzlichkeit und des Empfindlichwerdens?
    Anmerkung zu Jona: In unserer Welt sind nicht mehr nur Rechts und Links, sondern auch Vorn und Hinten und Oben und Unten ununterscheidbar geworden.
    Israel ist die Konkretisierung dessen, was Kant die Menschheit nannte.
    Eine der schlimmsten (und offensichtlich so gewollten) Folgen des Startbahn-Prozesses war es, daß er die Startbahn-Bewegung in Rechtfertigungszwänge hineingebracht hat, aus denen sie nicht mehr sich befreien konnte.
    Das evangelische Gebot der Keuschheit wäre auf die Konstellation Nacktheit („nackte Tatsachen“), Öffentlichkeit („Aufdecken der Blöße“), Verinnerlichung der Scham (Ursprung des Inertialsystems) sowie die Beziehung von Gewalt und Kommunikation (Zerstörung der Sprache durchs Inertialsystem) zu beziehen. Auch die Keuschheit ist ein Sprachproblem.
    „Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten, daß sie nackt waren“; „nackt bin ich aus meiner Mutter Schoß gekommen, und nackt werde ich wieder dahingehen“; „ich war nackt, und ihr habt mich nicht bekleidet“: Die Nacktheit ist ein Objekt-Attribut; sie bezeichnet das Resultat der Entblößung der Dinge vom verteidigenden (parakletischen) Denken. Deren Instrumente sind
    – die subjektiven Formen der Anschauung (Entblößung des Objekts),
    – das Geld (Warenfetischismus und Reklame) und
    – die Bekenntnislogik (die deshalb frauenfeindlich ist)?
    Nackt sind die Dinge als namenlose Objekte des Begriffs, als Erkenntnisobjekt des namenlosen Subjekts Welt.

  • 14.2.1995

    Das „Mein ist dein und dein ist dein“ (Scholem, S. 101) bezieht sich auf den gleichen Sachverhalt, den Levinas Geiselhaft nennt. Dieses Echo der Bergpredigt im deutschen Chassidismus mag nicht praktisch sein, aber die Gottesfurcht, in die es hineinführt, ist der Anfang der Weisheit. In den gleichen Zusammenhang gehören die Sätze „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet“ und „Seid barmherzig, wie euer Vater im Himmel barmherzig ist“.
    „Wenn die Welt euch haßt“: Haßt die Welt heute nicht den, der sich nicht symbiotisch vereinnahmen läßt?
    Gotteserkenntnis ist die reinste Gestalt der Autonomie (Jer 3134).
    Das Herniederfahren Gottes und die Verwirrung der Sprache: Bezeichnat das nicht den Ursprung des Mythos und die teleologische Antizipation des Inertialsystems?
    Im deutschen Chassidismus ist das Verhältnis von zweiter und dritter Person singular als Modell von Offenbarstem und Verborgenem, von Nächstem und Fernstem begriffen worden (Scholem, S. 117). Mit dem Ursprung des Neutrum wird die Beziehung der dritten zur zweiten Person gelöscht. Im Neutrum gibt es keine zweite Person (und in der vom Neutrum beherrschten Sprache keine geschlechtsspezifische Gestaltung der zweiten Person). Das Neutrum in der ersten Person ist das Sich-Verstecken Adams unter den Bäumen des Gartens: die Persönlichkeit, das verweltlichte Subjekt. Das Neutrum ist das Medium und die Basis des Schuldverschubsystems: Die Schlange kann die Schuld nicht weiter verschieben. Das Ich des deutschen Idealismus ist das Subjekt des spekulativ entfalteten Neutrum: Bindeglied zwischen Hegels Absolutem und der Schlange (die das klügste aller Tiere war).
    Liegt der tiefste Schmerz im Buche Hiob nicht darin, daß dem Hiob am Ende zwar neue Söhne und Töchter geboren, die toten aber nicht auferweckt werden? Ihr Tod war nicht für sie, sondern nur als Prüfung Hiobs wichtig.
    Die Binde, die nach mittelalterlicher Symbolik auf den Augen der Synagoge liegt, ist eine Projektion der Kirche. Ist der Vorhang des Tempels, der beim Tod Jesu entzweiriß, das nicht die Decke, die bis heute auf der Schrift liegt, sie bis heute fundamentalistisch verhext (Symbol der Logik der Schrift)?
    Der Satz, daß das Vergangene nicht nur vergangen ist (den die Logik der Schrift leugnet), ist zu ergänzen durch den andern Satz, daß es in dieser Welt keine Unschuld mehr gibt. Der Unschuldstrieb, den das Christentum mit der Sexualmoral in die Welt gebracht hat, wird denunziert durch die Geschichten
    – von der Ehebrecherin (wer von euch ohne Schuld ist, …),
    – von der Samaritanerin (vier Männer hattest du, und der fünfte ist nicht dein Mann) und
    – von Maria Magdalena (die von den sieben unreinen Geistern befreit wurde).
    Die Sexualmoral ist das Instrument und die Erscheinung (das Produkt) der Verinnerlichung der Scham (Zusammenhang mit dem Unschuldstrieb, dem Rechtfertigungszwang und der projektiven Struktur der Erkenntnis, dem Schuld-, Herrschafts- und Verblendungszusammenhang).
    Ist nicht die Kirche das Planetensystem, dessen antipodisches Zentralfeuer die jüdische Tradition ist?
    Ein Regenbogen, in dem die Farben – von außen nach innen – von rot, orange, gelb über grün, blau bis violett erscheinen.
    Die Kritik und Rekonstruktion der Theologie darf den Schein der Blasphemie nicht fürchten. Dieses Blasphemische wäre nur die Schmerzgrenze der Subjektivität, im Kontext des Weltbegriffs allerdings etwas sehr Objektives, ebenso objektiv wie die Astrologie. Ist diese Schmerzgrenze nicht zugleich die Scham- und die Todesgrenze? Das Inertialsystem ist diese Schmerz-, Scham- und Todesgrenze, die die Dinge von der Sprache trennt; zu deren subjektiven Voraussetzungen gehört die Verinnerlichung der Scham. Diese Grenze gehört zu den Voraussetzungen der projektiven Erkenntnis (des Natur- und Materiebegriffs).
    Hat nicht der Geheimnisbereich des Staates, der heute gleichsam explodiert, etwas mit der Astrologie zu tun?
    Bemerkung zur Sexualmoral: Dem Begriff der Tatsache liegen der Unschuldstrieb und der Rechtfertigungszwang (die Abwehr der Gottesfurcht) zugrunde: Die „Tatsache“ gründet in einer Tat, die zugleich geleugnet wird (die aber erst seit dem Ursprung des Inertialsystems geleugnet werden kann): Je nackter die Tatsachen, umso unschuldssüchtiger das Bewußtsein, umso stärker der Rechtfertigungszwang und umso tiefer das projektive Strafbedürfnis. Nackt (entkleidet) werden die Tatsachen durch ihre Objektivation, ihre Subsumtion unter die Vergangenheit: d.h. fürs Herrendenken. Nackte Tatsachen sind für die Barmherzigkeit unerreichbar, es sei denn, unter dem Symbol der Auferstehung der Toten.
    Dr Begriff ist hamitisch: Er weigert sich, das trunkene und nackte Objekt zuzudecken, macht vielmehr seine Trunkenheit und Nacktheit (über die subjektiven Formen der Anschauung) öffentlich. Das Wahre ist nach Hegel der bacchantische Taumel, in dem kein Glied nicht trunken ist.
    Reklame ist das modische Kleid der Waren.

  • 12.2.1995

    Die ganze Skala der Empfindlichkeit, von der pathologischen Verletzbarkeit bis hin zur Majestätsbeleidigung, steht unter dem Satz: „De mortuis nihil nisi bene“ (unter dem Gesetz des ersten Todes).
    Die magischen Attribute der monarchischen Institutionen hängen mit ihrer Beziehung zum Totenreich zusammen.
    Dritte Leugnung: Über die Adornosche Bemerkung, wonach heute schon jeder Katholik so schlau ist wie früher bloß ein Kardinal, ist die Entwicklung inzwischen noch hinausgegangen. Der real existierende Katholizismus ist atheistischer als die Welt, der er sich angepaßt hat.
    Der Verzauberung der Welt, auf die sich der Säkularisationsprozeß bezieht, ist das Werk des Christentums, Produkt seiner Unfähigkeit, den Bann des Mythos aufzulösen, der erst im Christentum wirklich böse geworden ist. Die Unfähigkeit, Joh 129 zu begreifen, hat den Grund für die Dämonisierung der Welt geschaffen (für ihre Remagisierung), die dann ihre projektiven Opfer in den Juden, Ketzern und Hexen gefunden hat, allesamt Realsymbole des katholischen Mythos: der Teufels- und Höllenvorstellung. In diesen Zusammenhang gehören auch die mittelalterlichen „Geschichtsfälschungen“, die ebensfalls als Produkte logisch überdeterminierter Spontanprojektionen sich begreifen lassen (Herrschaftsgeschichte ist Bewußtseinsgeschichte).
    Die Entzauberung der Welt hat die Hölle zur Natur neutralisiert. Der moderne Naturbegriff ist selber ebensosehr Produkt wie Medium und Instrument projektiver „Erkenntnis“. Grund und Korrelat des Naturbegriffs ist die Verinnerlichung der Scham (die seine Stellung in der Geschichte des Sündenfalls markiert), ist das symbiotische Element, das bei Rousseau in der Wiederkehr des Inzestmotivs sich anzeigt.
    In der Theologiegeschichte wäre das Syndrom der Subsumtion der Zukunft unter die Vergangenheit an der Geschichte der Umformung des Symbolum ins Bekenntnis nachzuweisen und zu demonstrieren. Die Bekenntnislogik war das Todesurteil der Theologie, Instrument der Verdrängung und Verwerfung einer Theologie im Angesicht Gottes.
    Das „Hinweggenommen“ in Joh 129 ist wahr als Verheißung und als Gebot, nicht als indikativische Feststellung (als „nackte Tatsache“). War es nicht die opfertheologische Idee der „Entsühnung der Welt“, die Ihm mit der Last auch noch das Joch aufgebürdet (die Ochs und Esel gemeinsam vor den Pflug gespannt) hat?
    Die Sprachlogik ist die Vergangenheit, die nicht vergeht: In ihrer gegenwärtigen Gestalt gehört sie zu den Konstituentien der Welt, die Auschwitz hervorgebracht hat.
    Sind (im Kontext der Auslegung des Symbols durch Eleazar von Worms) nicht noch die Dornen von den Disteln zu unterscheiden? Sind die einen nicht Prdukt der neutralisierten Umkehr der andern (und ist ihre Einheit nicht die „subjektive Form der äußeren Anschauung“)? Die Jotham-Fabel, der brennende Dornbusch und die Dornenkrone haben es nur mit den Dornen zu tun.
    Haben die Dornen und Disteln etwas mit dem Feuer und dem Wasser zu tun? Ist das Wasser das unter die Vergangenheit subsumierte Feuer?
    Das Inertialsystem ist die Wand der fensterlosen Monade.
    Die Identitätslogik abstrahiert von der Dreidimensionalität des Raumes. Hegels Dialektik ist der Versuch, die Identitätslogik mit der Dreidimensionalität des Raumes zu versöhnen.

  • 11.2.1995

    Der Weltbegriff leugnet die Schöpfung, der Naturbegriff die Auferstehung. Das vermittelnde Glied ist die Leugnung des Todes durch den Weltbegriff.
    Die exkulpatorische Absicht des Satzes „Wir sind allzumal Sünder“ wird daran deutlich, daß man glaubt, die Last von Auschwitz loszuwerden, wenn man die andern an Dresden erinnert?
    Der destruktive Charakter des Schuldverschubsystems wird nur zum Schein aufgelöst durch kollektive Verdrängungsmechanismen: Das „Seid nett zu einander“ löst die Konflikte nicht auf, sondern verdrängt sie nur; das aber gelingt nur bei gleichzeitiger Abfuhr der unaufgelösten Aggressionen, durch projektive Verarbeitung des verdrängten. Tratsch macht süchtig.
    Die Philosophie hat diese Form der projektiven Problemverarbeitung zu einem systematischen Teil ihres Erkenntnisbegriffs gemacht; jede Gestalt der Philosophie war Produkt einer relativen Stabilisierung des Schuldverschubsystems (durch Anpassung an die jeweiligen Herrschaftsstrukturen). Der Fortschritt der Philosophie, wie ihn die Hegelsche Philosophie dokumentiert hat, war eine Bewegung innerhalb dieses Schuldverschubsystems, das selber bis heute nicht Thema der Philosophie gewesen ist. Ausdruck dieses Schuldverschubsystems ist die Hegelsche Logik, der Hegelsche Begriff der Dialektik. Diese Dialektik ist die Dialektik von Verdrängung und Wiederkehr des Verdrängten in einer durch die Verdrängungsgeschichte veränderten Gestalt.
    Ist nicht die Poesche Erzählung vom Maelstrom eine Variation, eine Paraphrase zur Geschichte vom Schiffsbruch Pauli vor Malta unter veränderten historischen Bedingungen? Der Fischer rettet sich durch den Sprung in den Abgrund, wobei er das Schiff opfert.
    Die Kirche: Ist das nicht Jonas, der in der Flucht vor dem prophetischen Auftrag im Bauch des großen Fisches landet? Nur, daß sie es bis heute noch nicht begriffen hat.
    Sind nicht das Geld und die Bekenntnislogik die Korrelate der Formen der äußeren und der inneren Anschauung? Sind sie nicht wechselseitig wie diese aufeinander bezogen? Die Wiedergewinnung der benennenden Kraft der Sprache setzt die Kritik beider (die Aufhebung ihrer Trennung) voraus. Hierdurch würde sich die pathologische „Kultur der Empfindlichkeit“ in die befreiende Kultur der Sensibilität verwandeln. Hier beginnt die Freiheit der Kinder Gottes, auf die alle Kreatur sehnsüchtig wartet.
    Unterscheiden Paulus und die Evangelien zwischen Hebräern und Israeliten?
    Nach Otto Karrer ist der Autor des Judas-Briefes der Herrenbruder Judas und zugleich der „Thaddäus“, einer von den Zwölfen. Und der Jakobus-Brief ist der älteste Brief (was stimmt, wenn sein Verfasser der Herrenbruder ist, der schon früh das Martyrium erlitten hat). Was bedeuten die Namen Alphäus und Thaddäus (haben diese Namen etwas mit dem „A und O“ des hebräischen Alphabets zu tun, mit Aleph und Taw? Enthält Flavius Josephus hierzu einen Hinweis? Und wie hängt das Problem der Herrenbrüder mit der Frage der davidischen Abstammung Jesu zusammen?
    Kommen die Namen Alphäus und Thaddäus sonst noch vor?
    Die Subsumtion der Zukunft unter die Vergangenheit ist die Finsternis über dem Abgrund. Haben das A und O etwas mit dieser Form der Beziehung von Vergangenheit und Zukunft zu tun (und die Subsumtion der Zukunft unter die Vergangenheit mit den Pforten der Hölle)?
    Die göttlichen Verheißungen sind nicht der Lohn für die Befolgung der göttlichen Gebote, sondern deren Inhalt selber. Ist nicht der Heilige Geist der Garant der Einheit von Verheißung, Gebot und Erfüllung des Gebots (des Worts)?

  • 10.2.1995

    Ästhetik und Massenwahn, Drama und Prozeß: Der Faschismus war das Produkt einer Inszenierung, zu der die Massenaufmärsche ebenso gehörten wie die einstudierten Wutanfälle des „Führers“ und der von oben angeordnete „spontane“ Pogrom; Inszenierungen sind die Rituale der Staatsschutzprozesse: von der MP-bewehrten Polizei vor dem Gerichtsgebäude über die entwürdigende Eingangskontrolle, der die Besucher ausgesetzt sind, bis zur Ausstattung des Gerichtssaals, die insgesamt ein vorverurteilendes Klima schaffen. Inszenierungen sind möglich in einer Welt, die nicht mehr durchs Angesicht Gottes, sondern durchs Anschauen aller (durchs Gesetz der Schamlosigkeit) sich definiert. Diese Welt ist das Produkt der kopernikanischen Wende; die erste Getalt ihrer Selbstreflektion war die kantische Philosophie. Die Waren bedürfen der Inszenierung durch die Reklame, die Privatexistenz der Selbstinszenierung durch Beruf, Wohnung und Kleidung (als Bühne, Kostüm und Ausdrucksmittel der „Rolle der Persönlichkeit“). Zu den ersten Inszenierungen gehören die Kulte der Religionen und die Rituale der Herrschaft: der byzantinische Herrscherkult und die Eucharistie-Verehrung im Mittelalter, die die Kulisse bildete für die Juden-Pogrome, die Ketzer- und Hexenverfolgungen.
    Inszenierungen gibt es, seit es Zuschauer gibt. Sie setzen einen Begriff der Welt voraus, zu dessen Konstituentien der Zuschauer (das Bewußtsein des Von-allen-Gesehen-werdens), die „Öffentlichkeit“ (ein Euphemismus für die biblischen Nacktheit), gehört.
    Sind nicht die Tiere Produkte erstarrter, nicht mehr reflexionsfähiger Öffentlichkeiten, Produkte des „Bewußtseins“, von einer namenlosen, nicht ansprechbaren Instanz gesehen zu werden; hat nicht jede Gattung ihre eigene, sie definierende Öffentlichkeitsdefinition? Menschen leben im Angesicht Gottes, die Tiere im Angesicht Adams. Deshalb wartet „die ganze Schöpfung … sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes“ (Röm 819ff).
    Haben nicht die apokalyptischen Tiere mit diesem Begriff der Öffentlichkeit zu tun, sind sie nicht Reflexionsformen der Öffentlichkeit?
    Wer die Reflexion der Natur (das Eingedenken der Natur im Subjekt) verweigert, verweigert die Reflexion des Eigentums: Die kopernikanische Wende hat dem Prinzip der Selbsterhaltung die kosmologische Begründung gegeben. Sie hat das Sich-auf-sich-selbst-Beziehen des sturen Eigeninteresses ontologisiert.
    Die Arbeit des Begriffs, deren Geschichte mit der Hegelschen Philosophie nicht beendet war, hat das, was einmal das Substantielle hieß, zermahlen.
    Die Mathematik ist keine rationale, sondern eine ästhetische Wissenschaft.
    „Euch gebührt es nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater nach seiner eigenen Macht festgesetzt hat. Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist über euch kommt, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und ganz Judäa und Samarien bis ans Ende der Erde (heos eschatou täs gäs).“ (Apg 18) Die Erde hat demnach nicht ein Ende, sondern mehrere Enden: welche sind schon erreicht, und welche stehen noch bevor?.
    Sind nicht die „drei Abmessungen des Raumes“, wie Kant sie nennt, drei Formen seiner Beziehung zur Zeit?
    Es gibt die Himmelsheere, die Vögel des Himmels und die Wolken des Himmels. In welcher Beziehung stehen diese drei zu einander?
    Die Rache Gottes ist die Rache der Barmherzigkeit über das gnadenlose Gericht. Und sind nicht der Zorn und der Grimm (der Inhalt des Taumelkelchs) die Außenseite dieser göttlichen Barmherzigkeit, die göttliche Barmherzigkeit im Bann und im Kontext der Logik der Schrift? Theologie heute müßte sich zur Sprache dieses Gerichts der göttlichen Barmherzigkeit machen. Findet nicht Adornos „Eingedenken der Natur im Subjekt“, sein Begriff der bestimmten Negation und sein Votum für das Nichtidentische, darin seine Begründung?
    Hängt nicht das Wort von den zwei Auferstehungen (in der Apokalypse des Johannes) mit den Beziehungen der Dimensionen des Raumes zur Zeit zusammen?

  • 8.2.1995

    Verhalten sich im Hogefeld-Prozeß die Richter und die Bundesanwälte nicht so, als wären sie die Angeklagten? Man hat das Gefühl, als könnten sie selbst an die Konstrukte der Anklage, die dem Verfahren zugrunde liegen, nicht glauben, so daß sie die fehlende eigene Überzeugung (auch die fehlenden Beweise) durch Aggressivität ersetzen müssen: durch beleidigte Empörung, durch den polemischen Ton, durch „Schimpfen“. Die Plädoyers der Bundesanwälte gleichen denen von demagogischen Verteidigern in schlechten Filmen, die zu glauben scheinen, nur so auf die Entscheidung der Schöffen Einfluß nehmen zu können. Hier aber gibt es weder Schöffen noch wirkliches Publikum (das durch die entwürdigenden Formen der Eingangskontrolle dem Prozeß ferngehalten wird); so gibt der Ton, in dem Zeugen befragt oder Plädoyers vorgetragen werden, nur Sinn, wenn man sie als Mittel der Selbstüberredung begreift. Der Eindruck entsteht, daß sie sich selbst „besoffen reden“ müssen, weil sie nur in diesem Zustand fähig sind, das zu glauben, was sie glauben, als Anklage vertreten zu müssen. Souverän wirken vor diesem Hintergrund nur die Angeklagte und ihre Verteidiger.
    Erinnert dieses Verfahren nicht zwangshaft und bewußtlos an die Ursprungsgeschichte des Opfers? Die projektive Umkehrung der Beziehungen, in der Richter und Ankläger sich als Angeklagte erfahren, die durch das Urteil über den Angeklagten bestrebt sind, sich selbst freizusprechen, macht den Angeklagten tendentiell zum Opfer. Erinnert diese Logik nicht an die des Ursprungs des Staates und des Weltbegriffs, in dem sie entsprungen ist: in der projektiven Schuldverarbeitung durchs Opfer im Kontext der Tempelreligion? Darauf bezieht sich das Prophetenwort: Barmherzigkeit, nicht Opfer. Werden nicht in jedem Opfer in Wahrheit der Richter und das Gericht, die im Opfer (nicht im Priester) sich verkörpern, geopfert? Das Menschenopfer, der Opferpfahl und die Statue, zusammen mit der Apotheose des Opfers (seine Erhöhung im Sternzeichen), gründen in dieser Logik. Wird die Entfaltung dieser Logik nicht begleitet von der Ausbildung der Raumvorstellung (der subjektiven Form der Anschauung)?
    Das destruktive Potential dieser Gesellschaft erwächst aus dem Trieb, sich an andern dafür zu rächen, was man sich selber antun muß.
    Die Philosophie verwechselt die Fremden mit den Anderen, während die Prophetie in der Selbstreflexion im Fremden wurzelt. Die Identifizierung des Fremden mit dem Anderen ist die Grundlage des Begriffs der Natur und der Materie, sie begründet die Formen der projektiven Erkenntnis (den Bereich der synthetischen Urteile apriori); hierauf bezieht sich das prophetische Verbot, mit Rind und Esel gemeinsam zu pflügen.
    Hängt das astrologiehistorische Problem der Beziehung des Tierkreises zu den Planeten hiermit zusammen? Waren nicht die mythischen Götter prima facie Planetengötter, während die Welt der „Fixsterne“ die Projektionsfolie des heroischen Zeitalters war und die Sternzeichen auf die Apotheose der Heroen (und auf die adamitische Benennung der Tiere) zurückweisen.
    Aristoteles, Thomas, Hegel: Nach der kosmologischen Begründung der aristotelischen Philosophie (der reinsten Verkörperung der Logik der Schrift) hat diese beim heiligen Thomas ihre theologische und bei Hegel ihre geschichtsphilosophische Anwendung gefunden (in der Idee des Absoluten, der Selbstreflexion des Subjekts im Unendlichen).
    Die Schrift begründet die Welt, das Geld die Natur.
    Das Selbst, die Ästhetik und der Schuldzusammenhang. Kunst ist eine Form der Schuldverarbeitung vor der Sündenvergebung. Ihr objektives Substrat sind die Reflexionsformen des Selbst, das selber im Schuldzusammenhang sich konstituiert, während es in der Gotteserkenntnis, in der prophetischen wie in der messianischen und parakletischen Erkenntnis, sich auflöst. Auch die subjektiven Formen der Anschauung (der Grund der Mathematik) sind Emanationen des Selbst. Das Selbst ist das Signum des Todes. Die Tiere sind zu Gattungen, in denen ihr Selbst beschlossen ist, erstarrt, als sie von Adam benannt wurden. Das Selbst ist das Korrelat der Welt, nicht Gottes (gegen Adornos Bemerkung in den Minima Moralia).

  • 7.2.1995

    Das griechische Wort für Religion „threskeie“ wurde ursprünglich nur auf fremde Religionen angewandt, erst seit Augustus „bezeichnet das Wort … jeden Kult, ob er nun einheimisch oder fremd ist“ (Benveniste, S. 506). War nicht die persische (achämenidische) Praxis, fremde Kulte nicht nur anzuerkennen, sondern zu restituieren und zu fördern (vgl. Esra und Nehemia), ein Vorläufer des römischen Pantheon, und verweisen nicht beide auf den Beginn einer Emanzipation der imperialistischen Politik von der Religion und Instrumentalisierung der Religion, die dadurch erst zu einem gesellschaftlichen Sonderbereich (und zu einem Spiegel der Herrschaftsgeschichte) geworden ist: Seitdem ist jede Religion eine fremde Religion, eine Religion, die in sich selbst den Widerstreit zwischen Tradition und „Bekehrung“ (zwischen der Fremdheit des Vergangenen und der der anderen Religionen) austragen muß. Seitdem ist die Klärung ihrer Beziehung zur Herrschaftsgeschichte eines der ungelösten Probleme der Religion. Das Christentum hat mit dem Theologumenon der „Entsühnung der Welt“ dieses Problem nur vertagt, nicht gelöst.
    Die Ableitung, die Laktanz und Tertullian dem Begriff der religio geben, wenn sie es auf ligare (statt richtig auf legere) zurückführen (Benveniste, S. 507), mag etymologisch falsch sein (es müßte dann religatio, nicht religio, heißen), logisch bezeichnet sie genau den Schritt, den das Christentum über das Religionsverständnis im Römischen Reich hinaus macht: die Wendung der Skrupel, der Bedenken, die die Menschen von bestimmten Handlungen zurückhält, ins Affirmative: in die „Rückbindung“ an einen Gott, der seinen eigenen Sohn opfert, um eine Welt zu „entsühnen“, die im imperialen Rom (und in den seine Strukturen nicht aufhebenden, sondern fortentwickelnden Nachfolge-Reichen) unerlöst bleibt. Eine Religion, deren Hauptaufgabe (ohne daß sie es selbst bemerkt hätte) die Rechtfertigung des Bestehenden (und nach der Vergesellschaftung der Herrschaft in der Gestalt des verweltlichen Subjekts die Rechtfertigung eben dieses Subjekts) geworden ist, wird zwangsläufig zu einem Institut der „Rückbindung“, der Verstrickung ins System: zur Leugnung der Freiheit, die sie in ihrem Ursprung verkörperte. Index dieser Geschichte sind der Ursprung und die Geschichte des Weltbegriffs, dessen theologische Rezeption die Selbstblendung der Religion zur Folge hatte.
    Hat sich nicht schon in Hegels Bemerkung, daß die Natur den Begriff nicht halten kann (was anhand der Existenz verschiedener Tierarten beweist), das Scheitern der Reichsidee angekündigt? Bezeichnet diese Bemerkung nicht genau die Verblendung im Kern der preußischen Reichsidee? Endet nicht Hegels Astronomie in der Planetentheorie; der Fixsternhimmel bleibt außerhalb seiner Philosophie, weil er außerhalb des Bereichs der List der Vernunft bleibt?
    Ist nicht der Tierkreis das Realsymbol der äußeren Beziehungen der Staaten untereinander, während das Planetensystem auf die Innenstruktur der Staaten sich bezieht? Haben der Orion und die Plejaden etwas mit Gog und Magog (oder mit den beiden apokalyptischen Tieren, mit dem Tier aus dem Meer und dem Tier vom Lande) zu tun, mit der Beziehung von Politik und Religion?
    Heideggers Philosophie leugnet den Satz, daß die Pforten der Hölle sie (die Kirche) nicht überwältigen werden.
    In der Form, in der Habermas Adornos Satz vom „Eingedenken der Natur im Subjekt“ zitiert, steckt der ganze Habermassche Wissenschaftsfundamentalismus, der im übrigen ein Stück linker Tradition war und einer der Gründe für das Scheitern des real existierenden Sozialismus gewesen ist.

  • 6.2.1995

    Der Satz, daß das Wort eintrifft, muß unterschieden werden von dem, wonach das Wort sich erfüllt. Diese Unterscheidung konvergiert mit der von „Unheils-“ und „Heilsprophetie“.
    Das Christentum hat durch den projektiven Gebrauch der „Unheilsprophetie“ sich selbst zu deren Objekt gemacht.
    Das Christentum: ein erloschener Vulkan, Hegelkritik: aus der Asche das Licht rekonstruieren.
    In der Schrift wird unterschieden zwischen dem „offenen Himmel“ und der „Entrückung“. Stephanus sah den Himmel offen (und Jesus zur Rechten Gottes sitzen), Paulus wurde in den dritten Himmel entrückt. Ezechiel sah in seiner Anfangsvision (in der er die Merkaba, den Thron Gottes, sah) den Himmel offen, später wurde er aus der Verbannung nach Jerusalem, in den Tempel, entrückt.
    Die Geduld, und zwar die aktive Geduld, gehört zur Barmherzigkeit, während die passive Geduld, die bloß zuschauende Erwartung (die Physik und das Fernsehen) zum strengen Gericht gehört.
    „Meine Stunde ist noch nicht gekommen“ und „Weib, was habe ich mit dir zu schaffen“: Ist die in diesen Sätzen (zu denen auch das Wort Marias an die Diener gehört: „Was er euch sagt, das tut“) angesprochene Mutter Jesu nicht das Symbol der Kirche, ähnlich auch die Familie (seine Mutter und seine Brüder und Schwestern), die ihn für irre hält und ihn aus dem Verkehr ziehen möchte? In diesem Zusammenhang kommt der Vater nicht mehr vor (er wird nur noch einmal, beim Besuch Jesu in Nazareth, erwähnt: „Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns?“).
    Erscheint nicht die Vater-Imago (anstelle des realen Vaters) erstmals beim Besuch des Tempels in Jerusalem: „Wußtet ihr nicht, daß ich in dem sein mußte, was meines Vaters ist?“
    Ist das zölibatäre Verständnis der Keuschheit (und die ihm zugrunde liegende Form der Mutterbindung) nicht die Institutionalisierung der Weigerung, den Vater zu ehren?
    Die kopernikanische Wende ist der Beleg für die Wahrheit des Satzes: „Was ihr auf Erden binden werdet, wird auch im Himmel gebunden sein“. Hat nicht die Rechtfertigungslehre Luthers hierzu die Begründung und den Schlüssel geliefert?
    Als das Symbolum zum Bekenntnis (und die Kirche zur Konfession) wurde, ist durch Abstraktion vom Gegenblick (und durch Verinnerlichung der Scham) das Inertialsystem begründet worden. In dieser Konstellation gründet der Begriff der Erscheinung (wie in der Scham die gesamte Geschichte der Ästhetik, des Mythos und der Kunst). Hier ist das Bekenntnis zu der Waffe geworden, die auch den trifft, der von ihr Gebrauch macht. Die Bekenntnislogik hat das Symbol gelöscht; geblieben ist das verdinglichte Dogma.
    Die Unterscheidung zwischen Symbolum und Bekenntnis hängt zusammen mit der zwischen Umkehr und Bekehrung. War die Bekehrung eine Erfindung der iro-schottischen Mönche?
    Die Bekehrung ersetzt ebensowenig die Umkehr wie die Befreiung die Freiheit (und das Bekenntnis die Gotteserkenntnis).
    Zur Stimme der Neurosen: Hat nicht Hegel an der Stimme katholischer Priester deren Heiserkeit bemerkt?
    Das parakletische Denken ist die Umkehr des apologetischen Denkens; das apologetische Denken steht unterm Bann des Rechtfertigungszwangs (Rosenzweig: Gott hat nicht die Religion, sondern die Welt erschaffen).
    Ideologie ist Rechtfertigung. An diesem Satz aus den Soziologischen Exkursen von Horkheimer und Adorno läßt sich demonstrieren, was mit dem Konzept einer „Säkularisation aller theologischen Gehalte“ gemeint ist. Dieser Satz rückt Johannes 129 in die Perspektive des Nachfolgegebots.
    Die Verkörperung der Sünde der Welt ist das Tier. Ist nicht das Absolute der Drache, und das Tier aus dem Meere, dem der Drache seinen Thron, seine Macht und große Gewalt gab, die Verkörperung der politischen Herrschaft? Der Drache, das Tier aus dem Meere und das Tier vom Lande (das „zwei Hörner hat wie ein Lamm und redet wie ein Drache“): Ist das nicht die Parodie der Trinitätslehre, zu der sie heute aus objektiven Gründen zu werden droht?
    Das Tier aus dem Meer ist der Fisch, der den Jonas verschlungen hat; und das Zeichen des Jonas, ist das nicht die dreifache Leugnung (die Distanz zwischen Kreuz und Auferstehung)?

  • 4.2.1995

    Gethsemane: Die Rechtfertigungslogik und die Verdrängung des Todes machen den Kelch zum Kelch: sie gehören zu den Konstituentien der subjektiven Formen der Anschauung. Der Tod begründet die subjektiven Formen der Anschauung, die die Vergangenheit abschließen; so schließt er den Kelch, macht ihn „inhalts“-fähig. Deshalb gehört die Reflexion des Todes (bis hin zu seinen objektiven Manifestationen und Verzweigungen in den Formen der begrifflichen, der „intentionalen“ Erkenntnis) zu den Bedingungen der Rekonstituierung des Angesichts. Theologie im Angesicht Gottes hat Gethsemane als Ausgangspunkt. Rabbi Akiba, „von dem der Talmud sagt, daß er das Paradies der mystischen Spekulation heil betrat und heil verließ“ (Scholem, Hauptströmungen, S. 20), bezeugt damit die Todesgrenze, die nach biblischer Tradition überschreitet, wer Gott von Angesicht zu Angesicht sieht. Darauf bezieht sich der Satz: Stark wie der Tod ist die Liebe, der Rosenzweig zufolge die Offenbarung begründet. Deshalb gibt es (vgl. Büchners „Lenz“) keine Theologie ohne Kritik der Naturwissenschaften. Die Versuche, Theologie und Naturwissenschaft zu harmonisieren, zerstören beide.
    Heute sind die Naturwissenchaften zum Opfer ihrer eigenen Prämissen geworden.
    Die Verdrängung des Todes, seine Objektivierung und Instrumentalisierung, und die Logik projektiver Erkenntnis gehören zu den Grundlagen des Herrendenkens; deshalb gehören Magie und Mythos zur Geschichte der Äufklärung.
    Das altchristliche Symbolum war noch Mysterium, ein Sakrament. Erst als Confessio, als Bekenntnis ist es (als Korrelat der Verinnerlichung des Opfers) öffentlich geworden, wurde es vergegenständlicht und instrumentalisiert: der Logik der Schrift unterworfen. Als Bekenntnis wurde es zum Instrument der Verinnerlichung von Herrschaft.
    Kennt Hegel den Begriff der Hysterie? Im Register der Suhrkampschen Werkausgabe kommt der Begriff nicht vor.
    In den „Hauptströmungen der jüdischen Mystik“ verweist Scholem auf den männlichen Charakter der jüdischen Mystik, die „von Männern für Männer gemacht ist“ (S. 40). Er bemerkt dazu u.a., daß so einerseits die jüdische Mystik „von der gefährlichen Neigung zu hysterischen Extravaganzen verhältnismäßig frei geblieben“ sei, während auf der andern Seite der „Verzicht auf das Weibliche teuer bezahlt“ worden sei, nämlich „mit einer besonders stark hervortretenden Dämonisierung gerade des weiblichen Elements im Kosmos“ (ebd.). Im kabbalistischen Symbolismus bedeutet „das Weibliche nicht, wie man erwarten möchte, das Zarte …, sondern das Strenge und Richtende“ (S. 41). Läßt sich hieraus nicht der Stellenwert und die Grenze der Kabbala (ihre Beziehung zur Geschichte des Weltbegriffs und zur Herrschaftsgeschichte) herleiten?

  • 3.2.1995

    Das Präsens bezieht sich nicht auf die Gegenwart, sondern auf die erinnerte Vergangenheit. Diese erinnerte Vergangenheit ist der Boden, aus dem das Neutrum erwächst. Das tode ti ist das philosophische Äquivalent des Präsens: der Vorhang vor der Erkenntnis der Gegenwart.
    Die Geistverlassenheit der Kirche läßt sich an der wachsenden Konfliktunfähigkeit in der Kirche demonstrieren und nachweisen. Damit hängt es zusammen, wenn es – von einem bestimmbaren Zeitpunkt an – keine erkennbare Freiheitsperspektive in der Kirche mehr gibt.
    Die Welt ist der institutionalisierte Rechtfertigungszwang, als deren Subjekt der Staat sich begreift. Nur durch die Auf-sich-Nahme der Sünde der Welt kann man sich daraus befreien.
    Der naturwissenschaftliche Massenbegriff steht in einer dreifachen Reflexions- und Äquivalenzbeziehung:
    – als träge Masse (bezogen auf den mechanischen Stoß),
    – als schwere Masse (in der Beziehung äußerlich getrennter, wechselseitig sich attrahierender Massen, im Bereich des Gravitationsgesetzes) und
    – als Energie (durch die relativistische Äquivalenz von Masse und Energie).
    Verweist nicht die Äquivalenzbeziehung von Masse und Energie auf den gesellschaftlichen Zusammenhang von Reichtum und Armut („Energie“-Erzeugung durch Proletarisierung) und deren Institutionalisierung in der Geschichte der Banken (der Arbeitsstätte des Geldes)?
    Hat Hegels „Arbeit des Begriffs“ etwas mit der Geschichte der Banken zu tun?
    War nicht der „ungerechte Verwalter“ aus dem jesuanischen Gleichnis ein frühes Modell des späteren Managers, spätkapitalistisches Realsymbol der vergesellschafteten (und proletarisierten) Herrschaft? Auch der Manager ist heute ein proletarisierter Lohnabhängiger. Herrschaft gründet heute nicht mehr in gleichsam substantiellen Eigentumsverhältnissen, sondern in funktionalisierten Organisations- und Verwaltungsstrukturen, denen zwar immer noch Eigentumsverhältnisse zugrunde liegen, die aber weitestgehend polarisierten und atomisierten Eigentumsverhältnissen geworden sind (zusammengehalten nur durchs Finanzsystem der Banken).
    Krankt der Vulgärmaterialismus (neben dem es einen andern nicht mehr zu geben scheint) nicht daran, daß er immer noch von einem längst obsolet gewordenen Eigentumsbegriff ausgeht (und von einem personalistischen Begriff des Klassenkampfs)?
    Erst wer im Problem des Eigentums das Problem der Materie wiedererkennt, wird den Zusammenhang von Ökonomie und Physik begreifen. Im Materiebegriff der traditionellen Metaphysik spiegelt sich deren Abhängigkeit von den Strukturen der Eigentumsgesellschaft. Die Durchdringung der Objektivität mit dem Tauschprinzip (oder die Entfaltung der Herrschaft des Tauschprinzips) hängt mit der Durchdringung der Objektivität mit dem Trägheitsgesetz (mit der Entfaltung der Herrschaft des Inertialsystems) zusammen.
    Arbeiten nicht die Förderung der Weltraumforschung und der Kernforschung (der kapitalintensivsten Forschungsbereiche) nur gleichsam aus Alibigründen an sachlichen, inhaltlichen Problemen, während ihr Hauptaufgabe die der Legitimation des Bestehenden ist?
    Enthält nicht die Bibel selber den Hinweis, daß die Frage, weshalb Jesus sterben mußte, erst beantwortet werden wird, wenn die Bedeutung der Austreibung der Händler und Geldwechsler aus dem Tempel begriffen wird (was erst möglich ist im Kontext der Erkenntnis der Bedeutung der Geschichte der Banken)?
    Die Befreiung des Erkennens vom Bann des Wissens: Gründen nicht die prophetischen und die apokalyptischen Visionen darin, daß sie den Zusammenhang von Sehen, Wissen und Erkennen aufsprengen (das Wort: da gingen ihnen die Augen auf, rückgängig machen)? Bleibt von den drei eschatologischen Motiven (Unsterblichkeit der Seele, selige Anschauung Gottes und Auferstehung der Toten) am Ende nicht doch nur die Auferstehung der Toten? Die selige Anschauung Gottes liegt jenseits (in der „Gegenrichtung“) dessen, was sonst Anschauung heißt: nach dem Lösen der sieben Siegel.
    Läßt sich aus der Befreiung der Maria Magdalena von den sieben unreinen Geistern schließen, daß sie die einzige gewesen ist, die Jesus von Angesicht zu Angesicht gesehen hat, während der Kirche die dreifache Leugnung, und mit der dritten Leugnung die Selbstverfluchung, vorhergesagt ist? Die Idee der Erfüllung der Schrift ist von der der Erfüllung des Wortes in der Tat durch eine Todesgrenze getrennt (so wie das Angesicht vom Angesicht.
    Beschreibt nicht der Satz vom Stein, den die Bauleute verworfen haben (und der dann zum Eckstein geworden ist), im Nachhinein einen objektiven, gegen jedes moralische Urteil abgeschirmten Sachverhalt?
    Die memoria passionis gewinnt ihre theologische Bedeutung durch ihre das Herrendenken auflösende Kraft. Aber hat nicht die Theologie auch die memoria passionis noch im Interesse der Selbstlegitimation von Herrschaft instrumentalisiert: als Opfertheologie, die dann ihre logische Begründung in der Bekenntnislogik gefunden hat? Die Opfertheologie war in der Zeit vor der Bekenntnislogik, diese jedoch logisch vor der Opfertheologie. Die Opfertheologie war gleichsam der Quellpunkt der Bekenntnislogik, und diese der Quellpunkt der modernen Naturwissenschaften. Der naturwissenschaftliche Objektbegriff gründet in der Opfertheologie; für beide gilt: Barmherzigkeit, nicht Opfer.
    Ist nicht das Inertialsystem der „Witwenschleier der Natur“, der Materie, die die Mutter von allem ist?
    Die Sexualmoral ist die Unzucht, deren Bewußtsein sie durch projektive Verarbeitung zu verdrängen, zu tilgen versucht. Deshalb ist sie zum Generator des Fundamentalismus (den es nur in den drei Buchreligionen gibt) geworden.
    Die Rosenzweigsche Sprengung des All läßt sich daran demonstrieren, daß in der Moral zwischen der Richtschnur des Handelns und des Maßstab des Urteils unterschieden werden muß. Beide lassen sich nicht auf einen Nenner bringen. Das hat seinen Grund in der Nichtobjektivierbarkeit des Subjekts, in der Asymmetrie von Ich und Du. Die Leugnung (oder Verkennung) dieser Asymmetrie macht das befreiende Gebot zum verknechtenden Gesetz.
    Ist nicht das Nichtwissen, das dann als das Nichtwissen der drei getrennten Elemente Gott Mensch Welt sich erweist, selber noch begründbar und ableitbar? Und zwar ableitbar aus einer Logik, die zugleich als die Logik eines der drei Elemente sich erweist: als Logik der Welt?
    Sind nicht die drei kantischen Totalitätsbegriffe Wissen, Natur und Welt durch die subjektive Form der inneren Anschauung, durch die Zeit, an die Vergangenheit gebunden? Ist das nicht die Fessel, von der unser Erkenntnisvermögen sich nicht befreien kann? Und ist der Ursprungspunkt dieser Fessel nicht aufs genaueste bezeichnet in dem biblischen Wort: Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten, daß sie nackt waren?
    Wer die Moral nur aufs Handeln, und nicht schon aufs Erkennen bezieht, wer an einem neutralen Erkenntnisbegriff glaubt festhalten zu können, wird den Ursprungspunkt der Moral nie begreifen. Die Ontologie ist eine Moralvernichtungsmaschine.
    Haben die vier Grundfarben etwas mit den vier Himmelrichtungen zu tun: Weiß (Gelb) und Schwarz (Blau), Rot und Grün? Und ist nicht der Bogen in den Wolken die Bestandsgarantie der Welt?
    Hat die Finsternis über dem Abgrund etwas mit der Tier aus dem Abgrund zu tun?
    Ist nicht das Blau die Rückseite des Lichts, und sind Rot und Grün das Innen und Außen der Dinge? Gibt es eine biblische Farbenlehre?
    Hängt die Farbenblindheit, die Unfähigkeit, Rot und Grün zu unterscheiden, mit der Unfähgigkeit, das Innere und Äußere der Dinge zu unterscheiden, zusammen?

  • 1.2.1995

    Ist nicht die Opfertheologie, und in ihr die Menschenopfertradition, an die das Christentum anknüpft, sprachgeschichtlich vermittelt, entspringt sie nicht der Logik der Schrift? Kann es sein, daß das im Hinblick auf den Kreuzestod Jesu gesprochene Wort von der „Erfüllung der Schrift“ auf diesen Zusamnmenhang sich bezieht? Gehört das Opfer zu den verborgenen Fundamenten der indoeuropäischen Sprachen? Waren die Tempel eines der ersten Institute der transzendentalen Logik, ein Instrument zur Entzauberung und Instrumentalisierung der Welt?
    Das Substantiv ist ein Denkmal des in den Grund der Sprachlogik eingesenkten Opfers. Das gleiche Opfer, das „Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird“, steckt im Kern des Inertialsystems und der indoeuropäischen Grammatik.
    Das steinerne Herz der Welt (das grammatische Präsens der indoeuropäischen Sprachen) ist ein Reflex der toten Vergangenheit; die „Geschichte“ in dem hegelschen Doppelsinn (der auch das von Hegel aufgenommene Schiller-Wort, daß die Weltgeschichte das Weltgericht ist, begründet) ist die Folie der verdinglichten Welt.
    Der historische Objektivierungsprozeß ist ein Mittel zur Selbstentlastung und Selbstrechtfertigung der Täter; deshalb war das Rechtfertigungsprinzip ein Teil der Geschichte der Aufklärung.
    Die Rechtfertigungslehre ist das theologisch instrumentalisierte Feigenblatt; durch sie ist das Feigenblatt zum Kern der Erlösungslehre, die seitdem keine mehr ist, geworden.
    Bezieht sich das Wort vom Himmel, der sich aufrollt wie eine Buchrolle – Jes 344 und Off 614 -, auf das Öffnen oder das Schließen des Buchs (helisso – rolle auf)?
    In einer zweiten Reflexion der Aufklärung wären die der Aufklärung zugrunde liegenden Totalitätsbegriffe mit zu reflektieren: Wissen, Natur und Welt. Den Anfang hierzu hat Kant gemacht.

Adorno Aktueller Bezug Antijudaismus Antisemitismus Astrologie Auschwitz Banken Bekenntnislogik Benjamin Blut Buber Christentum Drewermann Einstein Empörung Faschismus Feindbildlogik Fernsehen Freud Geld Gemeinheit Gesellschaft Habermas Hegel Heidegger Heinsohn Hitler Hogefeld Horkheimer Inquisition Islam Justiz Kabbala Kant Kapitalismus Kohl Kopernikus Lachen Levinas Marx Mathematik Naturwissenschaft Newton Paranoia Patriarchat Philosophie Planck Rassismus Rosenzweig Selbstmitleid Sexismus Sexualmoral Sprache Theologie Tiere Verwaltung Wasser Wittgenstein Ästhetik Ökonomie