Naturwissenschaft

  • 15.05.93

    Katechismus, Ziffer 157: „Der Glaube ist gewiß, gewisser als jede menschliche Erkenntnis, denn er gründet auf dem Wort Gottes, das nicht lügen kann.“ So offen operiert der Katechismus mit Zirkelschlüssen, nachdem er gerade (Ziffer 156) dargetan hat, daß der „Beweggrund, zu glauben, … nicht darin (liege), daß die geoffenbarten Wahrheiten im Lichte unserer natürlichen Vernunft wahr und einleuchtend erscheinen. Wir glauben wegen der Autorität des offenbarenden Gottes selbst, der weder sich täuschen noch täuschen kann.“ Worauf beruht die „Gewißheit des Glaubens“, insbesondere die, daß die „Autorität“, in der er gründet, die „des offenbarenden Gottes selbst“ ist?
    Der Spagat zwischen Fundamentalismus und Wissenschaftsgläubigkeit wäre wohl nicht auszuhalten, wenn es nicht geheime Verbindungslinien zwischen den Prämissen beider gäbe. Vgl. Ziffer 159 zu Glaube und Wissenschaft.
    Aber muß sich dieser Katechismus nicht auch dem Wort stellen: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ Das gilt insbesondere auch für die merkwürdige Trinitätsspekulation (während die Nachfolge im ganzen Katechismus nicht vorkommt: wird sie durch das Trinitätskonstrukt ersetzt?). Insbesondere hier, in der Trinitätsspekulation, hat man das Gefühl, daß die Autoren sich selber Trost und Mut zusprechen (im Dunkeln pfeifen). War die Trinitätslehre der Preis für die Instrumentalisierung der Religion (im Kontext dieser Tr. ist eine Theologie im Angesicht Gottes undenkbar)? Und hängt sie nicht insofern mit dem Weltbegriff zusammen, als sie die Erinnerungsarbeit nicht nur verweigert, sondern den Schein erzeugt, sie sei unnnötig, überflüssig. Diese Tr. ist der Deckel auf der Vergangenheit, das eigentliche Herrschaftsmittel. Was ist das für eine „Seligkeit Gottes in sich selber“, wenn ihr jegliche Sensibilität für das, was außer ihm geschieht, fehlt, wenn ihr der Zustand der Welt schlicht gleichgültig ist? Konsequenterweise wird die „Auflehnung gegen das Übel in der Welt“ zu den Ursachen des Vergessens, der Verkennung, ja der ausdrücklichen Zurückweisung der „innigsten und lebenskräftigsten Verbindung mit Gott“ gezählt, Ziffer 29: War Hiob Atheist? Und ist der hier zugrundegelegte Begriff des seligen Lebens nicht die genaueste Beschreibung des Autismus, die dann das Wort, die Sprache, weil sie für sie gegenstandslos geworden sind, leugnet (in logischer Konsequenz einer Theologie hinter dem Rücken Gottes, in der die Sprache durch die Sexualität, die Zunge durch den Phallus, ersetzt wird)? So hat die Kirche Gott, die Welt und uns alle zum Schweigen gebracht.
    Ziffer 314: Die Ästhetisierung des Bösen (das „Drama des Bösen und der Sünde“) ist eine notwendige Folge der Instrumentalisierung des Opfers (und des Ursprungs der Religion, der mit der Instrumentalisierung des Opfers zusammenfällt): der Unfähigkeit, dem realen Grauen standzuhalten. So wird „die Ermordung des Sohnes Gottes“ (wo ist die biblische Grundlage dieses antisemitischen Begriffs?) zum „schlimmsten moralischen Übel, das je begangen wurde“ (Ziffer 312). Das steht 50 Jahre nach Auschwitz, und im gleichen Jahr, in dem katholische Kroaten, muslimische Bosnier und orthodoxe Serben sich gegenseitig umbringen, im Katechismus der Katholischen Kirche!
    Die vergegenständlichte Trinititätslehre ist ein Produkt der Ausblendung und Verdrängung der Nachfolge und der Umkehr (der Austreibung der Nächstenliebe und der Gottesfurcht). Aber bisher konnte der Schaden der Theologie (der Dornen, des Unkrauts und des steinigen Grundes) noch durch die humanisierende Kraft der Texte der Schrift eingedämmt werden.
    Dieser Katechismus handelt nach dem Motto: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s völlig ungeniert.
    Die Perversion der kirchlichen Theologie liegt darin, daß sie die Trinitätslehre, anstatt sie als Ausdruck des Schmerzes zu begreifen, in einen Ausdruck der Befreiung und des seligen Lebens umgelogen hat. Hier liegt der Grund des pathologisch guten Gewissens und der Gemeinheitsautomatik, die den Faschismus in Europa ermöglicht haben. Die Idee des seligen Lebens Gottes in sich selber ist der Zucker, mit dem das Opfer der Vernunft versüßt wird.
    Die Trinitätslehre ist das kreisende Flammenschwert, mit dem der Cherub den Eingang des Paradieses bewacht.
    Die Trinitätslehre ist die vergegenständlichte und so verdrängte Umkehr (die Vorstellung vom seligen Leben Gottes in sich selber das dem Bilderverbot unterliegende Bild dieser Umkehr, eigentlich ein Bild der Vergewaltigung, der Einheit von Trunkenheit, Gewalt und Desensibilisierung).
    Wie hängen Trinititätslehre und die kopernikanische Wende mit einander zusammen (zum Begriff der Umkehr)?
    Woher kommt es, daß Katholiken Biertrinker und Fleischesser sind?
    Das „Wenn die Welt euch haßt“ ist über die Identifikation mit dem Aggressor: über die affirmative Rezeption des Weltbegriffs (das Trinken des Kelches) am Ende zum Selbsthaß, zum Grund der Selbstverfluchung, geworden.
    Klingt nicht in der Selbstverfluchung Petri das Motiv der Sünde wider den Heiligen Geist an? Dagegen steht nur das „und er ging hinaus und weinte bitterlich“ und der Satz, daß „die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen“.
    Die Autoren des Katechismus sprechen über die Schrift wie Vertreter des Wiener Kreises über die Kunst.
    Wenn die Autoren des Katechismus die Sprache des AT als Bildersprache denunzieren, so gehört das mit zum Zusammenhang der Neutralisierung der Sprache, zum Kontext des kirchlichen Autismus (ihrer „Dialog“-Unfähigkeit).
    Aber „Gott will nicht, daß sein Wort leer zu ihm zurückkehrt“ (Jes 5511).
    Sind nicht Empfindlichkeiten generell pathologische Symptome?
    Wenn die Trinitätslehre der Inhalt, ja die Erfüllung der göttlichen Offenbarung, und darin die Erlösung beschlossen wäre, dürfte sie nicht die paranoischen Folgen haben, die sie offensichtlich hat.
    Ist nicht der Begriff einer „ewigen Ordnung der göttlichen Personen“ eine contradictio in adjecto: gleichsam ein Stück Isolationshaft?
    Der Interpretation der Trinitätslehre im Katechismus widersprechen doch sehr deutlich Stellen wie die vom „Sitzen zur Rechten des Vaters“, über die johanneischen Texte zum Parakleten, zum Heiligen Geist, bis hin zu den Dingen, die nach den Worten Jesu dem Vater vorbehalten sind.
    Ist nicht die Trinitätslehre Produkt der Inertialisierung der Theologie, der Subsumtion der Theologie unters Inertialsystem (der Subsumtion der Zukunft unter die Vergangenheit, Bedingung der Objektivierung). Die Trinitätslehre ist ein Stück Bekehrungstheologie, aber damit das Gegenteil einer Theologie der Umkehr (des Namens und des Angesichts). Es bleibt beim autoritären Gehorsam, die Ohren bleiben geschlossen.
    Die Kirche hat den Kelch getrunken, von dem Jesus in Getsemane gehofft hat, er möge an ihm vorübergehen. Aber das Kreuz hat sie nicht auf sich genommen.
    Die Trinitätslehre, wenn sie einmal begriffen wird, wird sich als der Gegenstand der Todesangst Jesu in Getsemane erweisen.
    Der hakeldama, das „Blut, das vom Acker zu mir schreit“ und das auf die erde geschüttete Blut beim Opfer (zusammen mit dem Verbot, Blut zu trinken): welcher Zusammanhang mit der Eucharistie?
    Ist die Kirche nicht eher das ägyptische Sklavenhaus als Babel (das Sklavenhaus der schechina)? Vgl. die Beziehung von Theologia und Oikonomia bei den Kirchenvätern (Ziffer 236), auch „Heilsökonomie“.
    Gliederung der Kritik des Katechismus:
    – Sünden der Welt (Übernahme, nicht Hinwegnahme; Begriff der Welt),
    – theologischer Ursprung der Naturwissenschaft (Verweltlichung der Welt), Naturwissenschaften als „Kloß im Hals der Theologie“, -Kritik der Trinitätslehre (Folge der Rezeption des Weltbegriffs, Ursprung der Bekenntnislogik, entstellter Inbegriff der Umkehr), die dreifache Leugnung und der Hahn,
    – Das Lachen und die Austreibung der Dämonen, Weinen und Erinnerungsarbeit als Trauerarbeit (Kreuzestod kein Gegenstand der Empörung),
    – Getsemane und der Kelch (Todesangst und Weltbegriff), die Trinitätslehre und das kreisende Flammenschwert,
    – Philosophie und Prophetie, die Barbaren und die Hebräer (Natur und Materie), Name und Begriff.
    War die Dogmatisierung der homousia ein Werk des Heiligen Geistes, und Konstantin sein Instrument? Oder gehört sie zu jenen Ärgernissen, von denen es heißt, sie müssen kommen, aber wehe denen, durch die sie kommen.
    In der Tat die Verweltlichung der Welt christlichen Ursprungs.
    Die nach Rosenzweig nicht unerhebliche Frage, ob Künstler selig werden können, wäre endlich auch auf Theologen anzuwenden. ist nicht die Theologie – nach der Kunst – zur letzten Bastion des Mythos geworden? Und sind nicht die Bekenntnislogik, die Trinitätslehre und die Opfertheologie durch die Anpassung an die Welt erzwungene Machinationen zur Abwehr und Verhinderung der Umkehr?
    Ist nicht der verdinglichte Zeugungsbegriff in der Trinitätslehre eine Ersatzbildung für den verlorenen Begriff der Erkenntnis, und das „Hervorgehen“ (des Heiligen Geistes) ein Produkt der Neutralisierung der messianischen Wehen?
    Das positivistische Dogmenverständnis, der Preis für die Rezeption der Philosophie, erzeugt durch das hierzu erforderliche Bindemittel der Bekenntnislogik eine hochexplosive Mischung.
    Die Trinitätslehre als Theologendroge (Theologie als Theologie für Theologen).
    Der Begriff der Kontingenz, den Theologen gerne nutzen, ist ein metaphysischer Totschlagebegriff. Er dispensiert von Differenzierung und Reflexion.
    Was hat es eigentlich mit den „Fleischtöpfen Ägyptens“ auf sich?

  • 11.05.93

    Die Hypostasierung des Raumes verdankt sich der Hypostasierung der Linken. Die Linke ist der Grund der „schlechten Unendlichkeit“.
    In einem ägyptischen Text (aus der Autobiographie des Amenophis, Sohn des Hapu) der Ausdruck „Gestein, fest wie der Himmel“ und „bleibend wie der Himmel“ (Schlott, S. 231). Ist die Trennung der oberen von den unteren Wassern, der zweite Tag, die Voraussetzung des Trockenen vom Feuchten am dritten Tag? Erst hier heißt es „Das Wasser unterhalb des Himmels sammle sich an einem Ort, damit das Trockene sichtbar werde“ (Gen 19). Werden erst hier die Vergangenheiten (die Wasser unterhalb des Himmels) zusammengefaßt: entspringt erst hier die homogene Zeit? Der Apokalypse zufolge bezeichnen die „vielen Gewässer“, an denen Babylon, „die große Hure“ sitzt, die „Völker und Menschenmassen, Nationen und Sprachen“ (Off 1715). Drückt darin die Beziehung zur Macht der Vergangenheit sich aus? – Aber das Meer und die Vergangenheit werden am Ende nicht mehr sein (211u.4).
    Zu Adelheid Schlott: Sie blendet Religion, Kult und Priestertum, die Funktion der Schrift in den Tempeln, die Beziehungen des Ursprungs der Schrift zu den ägyptischen Ursprüngen der Wissenschaft, die von den Griechen vielfach bezeugt ist (Theologie, Astronomie), völlig aus, außerdem die Astronomie, das Kalenderwesen und die Chronologie-Probleme. Und Geschichte taucht eigentlich nur auf als Herrschafts- und Kriegsgeschichte (unter Abstraktion von Wirtschaft und Technik). Welche Naivität oder welches Interesse gehört eigentlich dazu, wenn man glaubt, Phänomene, die augenscheinlich so nahe beieinander liegen (in der Schrift wie in der Bildersymbolik), durch tausendjährige Zeitdilatationen trennen zu müssen?
    Die Naturwissenschaften enthalten in ihren eigenen Prämissen die Grundlagen ihrer Verblendung, die an die Grenze ihrer Unaufklärbarkeit rührt. In die Dynamik ihrer Selbstverblendung (und der Unaufklärbarkeit) haben die Naturwissenschaften ihren eigenen Ursprung, das theologische Dogma und die Bekenntnislogik, mit hereingezogen.
    Ob es eine Auferstehung „geben wird“, weiß ich nicht, aber die Lehre von der Auferstehung, die Beziehung zur Vergangenheit, die darin sich ausdrückt, wenn sie nicht mehr durch die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele entstellt wird, ist das einzige Mittel zur Kritik des Verblendungszusammenhangs, dem auch die Theologie unterlegen ist. Die Idee des seligen Lebens ist ohne Erinnerungsarbeit und ohne deren objektive Begründung (durch die Lehre von der Auferstehung der Toten) nicht mehr zu halten.
    Nachträgliche Bemerkung zum gestrigen Jahrestag der Bücherverbrennung: Erinnerungsarbeit ist der Inbegriff des undeutschen Geistes. Wie schnell haben die Katholiken doch die Erinnerung daran verdrängt, daß sie die Judenverfolgung vor fünfzig Jahren als Menetekel der eigenen, nach dem Kriege zu erwartenden Verfolgung erfahren haben. Und diese Verfolgung ist (allerdings anders als erwartet, nämlich als Selbstopfer der Identifikation mit dem Aggressor) nach dem Kriege dann in der Tat eingetreten.
    Das Hinter dem Rücken ist zu ergänzen: In ihrer Gegenwart hinter ihrem Rücken über sie reden (die Grundstruktur der Autismus-Genese). War das Dogma, das diesem genetischen Gesetz gehorcht, nicht die einzige Möglichkeit, um die Irritation, die von der Gestalt Jesu ausging, gleichzeitig zu rezipieren und abzuwehren?
    Ist nicht die Vergöttlichung Jesu als Mittel der Abwehr und Neutralisierung des Nachfolgegebots die in der Geschichte von den drei Leugnungen Petri angesprochene, benannte Leugnung?
    Verhalten sich Physik und Kunst wie Kreuz und Auferstehung?
    Die Habermassche Version des Adorno-Zitats „Eingedenken der gequälten Natur im Subjekt“ verfälscht und entstellt das Zitat, indem sie durch die adjektivische Bestimmung der „gequälten“ Natur ein Subjekt des Quälens unterstellt. Er unterstellt eine Paranoia, von der es bei Adorno heißt, daß die Welt, die sich ihr immer mehr angleicht, von ihr doch zugleich falsch abgebildet werde.
    Der Geiz, die Vorstellung einer homogenen Zeit und parakletisches Denken: Das Rentabilitätsprinzip, das Prinzip der Gewinnorientierung in der Ökonomie, ist der in den Gesellschaftskörper installierte Geiz, Grund einer Rationalität, die apriori jede Identifikation, das Sich in den andern Hineinversetzen, ausschließt. Der „Solidaritätspakt“ und die Xenophobie gehören zusammen: So erweist sich das Herrendenken heute durch das „no pity for the poor“, die Knechtsgesinnung durch die Fremdenfeindschaft, beide sind nur zwei Seiten ein und derselben Medaille.

  • 09.05.93

    Die mikrologische Arbeit ist der Versuch, den Bann, unter dem der Begriff steht, durch Reflexion aufzulösen: die Sache selbst zum Sprechen zu bringen.
    Ableitung des Konstrukts, wonach es heute nicht mehr auf die Tat, sondern aufs Nicht-erwischt-Werden ankommt, aus der Logik des Begriffs, die darin übereinstimmt mit der Logik der politischen Sprache. Kohl bleibt solange unwiderlegbar, und das Verhängnis ist nicht aufzuhalten, wie es nicht gelingt, die Logik des Begriffs (das darin enthaltene Moment der „List der Vernunft“) zu entschlüsseln. Diese Logik ist ein Ausfluß des trinitarischen Konzepts, die das Konzept der Opfertheologie und das der Schöpfung und Entsühnung der Welt mit einschließt.
    Die vollständige Säkularisation aller theologischen Gehalte setzt die Kritik der falschen Säkularisation, der die christliche Tradition verfallen ist, voraus.
    Das Land der unbegrenzten Zumutbarkeiten hat Wurzeln, die durchs Christentum begossen und zum Wachsen angeregt, zum Blühen und Fruchttragen gebracht worden sind, und deren Früchte wir heute genießen. An diesen Früchten wird man es erkennen (vgl. das Gleichnis vom Feigenbaum).
    Der Hund und die subjektiven Formen der Anschauung, oder die Trennung von Sehen und Gesehenwerden: Das Zeitalter des Antichrist wird das Antlitz des Hundes tragen. Die subjektiven Formen der Anschauung als Formen des Angeschautwerdens begreifen: das ist der Schlüssel zum Verständnis der kantischen Philosophie.
    Das Nichts in der Lehre von der creatio mundi ex nihilo wird als ein nihil absolutum vorgestellt, aber das ist nicht denkbar. Dieses Nichts, dieses nihil absolutum war ein Konstrukt zur Begründung einer göttlichen Autorität, die mit Seinem Namen Mißbrauch treibt. Durch dieses nihil absolutum ist die den Herrschenden seit je gefährliche Lehre von den göttlichen Namen destruiert worden. (Liegen nicht überhaupt die Wurzeln des Derridaschen Dekonstruktionskonzepts in der Geschichte der dogmatischen Theologie und in der Konsequenz ihrer blasphemischen Logik?)
    Das Wort vom Binden und Lösen geht nicht nur an Petrus, sondern zugleich auch an die Jünger, an die Gemeinde.
    Eine Leiche im Keller, an der alle ihren Schuldanteil haben, paralysiert heute die Politik.
    Ist nicht der „Wissenschaftsbetrieb“ ein Betrieb im Sonnemannschen Sinne, und der Positivismus eine Berufskrankheit, gegen die sich die Schutzimpfung durch die kritische Theorie nur bedingt als wirksam erwiesen hat?
    Das Hinter dem Rücken und der Weltbegriff als Grund und Inbegriff des leeren Objekts, oder „auf dem Bauche sollst du kriechen, und Staub sollst du fressen“, oder die dritte Leugnung, oder über den Ursprung des Autismus in Kirche, Wissenschaft und Staat (die Privatisierung von Religion, Wissenschaft und Politik).
    Ist der Autismus nicht ein Produkt der verandernden Kraft des Seins, kommt in ihm nicht die sprachzerstörerische Kraft des Nominalismus auf seinen Begriff?
    Ist die Schlange nicht deshalb das klügste aller Tiere, weil sie das Bewußtsein, von einem Unerkennbaren erkannt zu sein, verinnerlicht hat? Der Preis hierfür war es, (wie an der astronomischen Begründung der modernen Naturwissenschaften nachzuweisen wäre) auf dem Bauche zu kriechen und Staub zu fressen.
    Wissenschaft lebt von der Verinnerlichung der gesellschaftlichen Produktions- und Kontrollmechanismen und der Leugnung der Spontaneität der Erfahrung.
    Der Samen der Schlange ist der Objektbegriff (das leere Weltenei).
    Die Geschichte der drei Leugnungen ist die Geschichte des historischen Objektivationsprozesses: die Geschichte von Herrschaft, Schuld und Verblendung, die Herstellung jenes Zustandes, den Jeremias als „Schrecken um und um“ beschreibt.
    Zustand der Theologie: die offizielle. lehramtliche Theologie ist die der dritten Leugnung; alle Ausbruchsversuche aber sind bis heute auf Identifikationen mit dem Aggressor hinausgelaufen (bei Metz direkt nachweisbar im ersten Teil seiner Theologie der Welt).
    Wie hängt das Votum für die Armen und die Fremden mit den sieben Werken der Barmherzigkeit zusammen?
    Die Geschichte der Kirche und der Theologie hat Teil am Abstieg zur Hölle (deren „Pforten“ sie nicht überwältigen werden).
    War Kohl nur im Katholizismus möglich?
    Nicht nur das Überzeugen, auch das Widerlegen ist unfruchtbar: Beide gehorchen dem Bekenntnisprinzip und der Bekenntnislogik (ist nicht das Ideologieproblem ein Problem der Bekenntnislogik? Wie verhalten sich Weltanschauung und Ideologie?).
    Im Autismus kommt der Objektbegriff zu sich selber, der Autismus ist eine Form der Isolationshaft (wie die deutsche Staatsmetaphysik). Wie verhält sich der Autismus zur Paranoia und zur Schizophrenie, ist er nicht die Systemeinheit beider (und darin Modell und Produkt des Objektbegriffs)? Rührt daher die besondere Art des autistischen Sprachverlusts (moderne Version der Stummheit des Helden)? Das Kaninchen vor der Schlange, der Anblick der Medusa oder der Schrecken Isaaks.
    Laufen nicht alle, die heute auf Identitätssuche sind, in die Autismusfalle?
    Die transzendentale Logik ist eine Fernsehlogik: Man sieht, aber wird nicht gesehen.
    Drückt nicht die Schlottsche Hypothese (in Adelheid Schlott: Schrift und Schreiber im Alten Ägypten, München 1989, S. 21f), die die Buchstabenschrift aus der Rezeption der Fremdsprachenschrift anderer (im Falle der Phönizier: Handels-) Völker herleitet, sich aufs genaueste im Namen der „hebräischen“ Schrift aus? (Woher kommen die Namen Griechisch und Latein? Haben die Griechen sich selbst Griechen genannt?)
    Die hebräische Sprache ist eine Objektsprache in dem Sinne, daß sie davon lebt, die Dinge selber zum Sprechen zu bringen.
    Ist nicht die Identität von Sprache und Volk (auf dem Grunde der Idee der Schicksalsgemeinschaft) ein Produkt der modernen Welt (die englische, französische, deutsche Sprache)? Wie drückt sich das in den modernen Sprachen aus? Sind nicht die hebräische, die griechische und die lateinische Sprachen im Kern Kunstsprachen?
    Läßt nicht an der Schlottschen Theorie vom Ursprung der Schrift sich das metaphorische Element der Sprache und der Ursprung seiner Notwendigkeit und seiner Depotenzierung (seines Verfalls) zugleich nachweisen? Das metaphorische Element läuft übers Prädikat und mündet ein im Begriff.
    Die Hegelsche Geschichtsphilosophie führt das kontrafaktische Urteil ad absurdum: in der Idee des Absoluten. Vergleiche hierzu den ungeheuerlichen und blasphemischen Satz, dieses von Hegel umgeformte Schillerzitat, am Ende der Phänomenologie des Geistes:
    aus dem Kelche dieses Geisterreiches
    schäumt ihm seine Unendlichkeit.

  • 08.05.93

    Die Logik der politischen Sprache, das Gleichnamigmachen des Ungleichnamigen, und die Struktur des moralischen Urteils sind mit einander und mit der Mathematik durch den Wertbegriff verbunden. Hängt das Gleichnamigmachen des Ungleichnamigen nicht mit der unentwirrbar gewordenen Beziehung von Sehen und Gesehenwerden zusammen, mit der Zerstörung des Angesichts?
    Durch die Vergöttlichung Jesu haben wir uns von der Gottesfurcht entlastet. Das Auf-sich-Nehmen der Sünden der Welt ist die seit dem Ursprung des Weltbegriffs einzig mögliche Gestalt der Gottesfurcht. Ist die Befreiung von der Entlastung nicht der Anfang Seiner Wiederkunft? Und ist die Freiheit der Kinder Gottes, auf die die ganze Schöpfung wartet, nicht erst dann erreicht, wenn wir von der Vergöttlichung des Erstgeborenen absehen?
    Was dem Vater vorbehalten ist:
    – die Kenntnis des Tages und der Stunde,
    – die Vergabe der Plätze im Gottesreich,
    – die Erfüllung der Bitte.
    Der kantische Begriff von der selbstverschuldeten Unmündigkeit gibt einen sehr präzisen und logischen Sinn, wenn die Übernahme der Sünden Welt als die Übernahme der Sünden Adams verstanden wird. Das setzt voraus, daß diese Übernahme der Sünden der Welt nicht mehr durch die Vergöttlichung Jesu neutralisiert wird.
    Durch die Vergöttlichung Jesu haben wir der Nachfolge den Weg versperrt.

  • 06.05.93

    Apologetik ist zur Karate-Theologie geworden.
    Die „Privatisierung“ staatlicher Unternehmen wie Post und Bundesbahn ist eigentlich eine Vergesellschaftung. Gibt es eigentlich noch Privateigentum, ist nicht alles Eigentum, und mit ihm die Institution des Privaten selber, durch die Dynamik der ökonomischen Entwicklung vergesellschaftet worden in dem Sinne, daß es anonymisiert und zum Prototyp der Macht geworden ist, der wir alle unterworfen sind und von der wir alle abhängen? Sind nicht alle nur noch „Angestellte“, die die Maschinerie bedienen, die sie mehr oder weniger ausreichend ernährt?
    Gehorcht nicht auch die Wissenschaft dem Gesetz des Aufdeckens der Blöße (zum Begriff der Öffentlichkeit), und bezeichnet nicht der Objektbegriff aufs genaueste diese Blöße? Dann wäre eine „objektive“ Theologie Instrument der Aufdeckung der Blöße Gottes, das aber heißt: gegenstandslos (wie die Trinitätslehre, die durch den Begriff der Zeugung den Objektcharakter in der dogmatischen Theologie konstituiert und begründet).
    Indem die Naturwissenschaften vom Gesehenwerden abstrahieren (sich der subjektiven Form der Anschauung unterwerfen und das Licht verdinglichen), verfallen sie ihm, unterwerfen sie sich, ohne es zu wissen, dem Gesetz der Dingwelt. Darin ist die Totalisierung der Scham begründet, die in den Objekten sich im Begriff der Materie manifestiert.
    Die Materie-Form-Philosophie war einmal eine Handwerker-Philosophie, sie ist heute zur Industrie-Philosophie geworden.
    Die Übersetzung des zentralen Begriffs in Joh 129 mit „hinwegnehmen“ hat die benennende Kraft der Sprache zerstört: den Logos endgültig gekreuzigt. Sie hat die Theologie instrumentalisiert, sie zum Herrschaftsmittel gemacht, und in ihr das Trägheitsprinzip installiert. Das „Auf-sich Nehmen“ in Joh 129 ist der Eckstein, den die Bauleute verworfen haben: der Kern des Nachfolgegebots.
    Das waw (in der Kabbala Symbol der sechs Richtungen des Raumes), ist das nicht das Oh oder die Klage?
    Das Dogma und die es beherrschende Bekenntnislogik sind Feigenblatt und Rock aus Fellen zugleich.
    Ist nicht das „Projekt Moderne“ (der Begriff scheint aus der Habermas-Schule zu kommen) falsch säkularisiertes Christentum: die Verdrängung der Vergangenheit.
    Es geht nicht darum, ob der Papst die Pille erlaubt oder verbietet, eher schon um die Lösung der Zölibatsfrage, zentral aber wäre, innertheologisch zu begreifen, daß die Erbsünde nicht über die sexuelle Lust, sondern über die Urteilslust sich fortpflanzt (über die Unfähigkeit zur Schuldreflexion). Diese Urteilslust wird z.B. in der kasuistischen Moral genährt (und macht nicht unerhebliche Teile der katholischen Sexualmoral so unerträglich pornographisch). In jeder Urteilslust steckt ein Stück jener Empörungslust, die die Struktur des Begriffs und seiner Genesis mit bestimmt, und die der Grund des projektiven Anteils in jeder Erkenntnis und das Medium des Schuldverschubsystems ist. Den evangelischen Rat der Keuschheit und die Sexualmoral insgesamt auf die Urteilslust beziehen, das macht die Geschichte der Urteilslust (die Hegelsche Geschichte des Begriffs) als Teil der Geschichte der Scham durchsichtig; sie läßt sich studieren anhand der Geschichte des Naturbegriffs. „Wenn die Welt euch haßt“: Ist der Naturbegriff nicht der projektive Indikator dieses desensibilisierten „euch“ (und ist dieses „euch“ nicht der Moloch, dem die Kinder geopfert werden)? Adornos „Eingedenken der Natur im Subjekt“ drückt das aufs genaueste aus, während Habermas‘ denunziatorische Verfälschung des Zitats, seine Einschränkung auf die „gequälte Natur“, zur Strategie der Neutralisierung des in der Dialektik der Aufklärung erreichten Stands der Reflexion gehört.
    Theologie im Angesicht Gottes: Ist das nicht Theologie als Erinnerungsarbeit, als gesamtgesellschaftliche und geschichtliche Gewissenserforschung?
    In den subjektiven Formen der Anschauung gewinnt die Vergangenheit Gewalt über unsere Erfahrung, unsere Erkenntnis, unser Denken.

  • 03.05.93

    Bedeutet das gbr im Namen Gabriel nur Mann, oder auch Held, Starker (und Gabriel demnach „Mann Gottes“ oder auch „Held, Starker Gottes“)? In der Schrift kommt Gabriel nur im Buch Daniel und bei Lukas vor.
    Werbung und Welt (Anders: Werbung ist ein Modus unserer Welt -II, S. 160): De mortuis nihil nisi bene. Die Werbung ist das inverse Bekenntnis: die Bekenntnislogik der Waren.
    Ist der Plural majestatis nicht ein Vorgriff auf die Massenproduktion (auf die technische Reproduzierbarkeit der Dinge) und die Warenwelt die in Herrlichkeit auferstandene Natur? Gibt es nicht den lateinischen Ausdruck fürs Sterben: ad plures ire?
    Die Wochentage: Sonne, Mond, Merkur, Jupiter, Mars, Venus und Saturn?
    Die kopernikanische Theorie hat das Licht, das Werk des ersten Tages, und das Firmament, den Himmel des zweiten Schöpfungstages, zerstört. Waren das die naturalen Korrespondezen des Angesichts?
    Das Christentum hat den Egoismus heiliggesprochen und damit eine neue Art von Rücksichtslosigkeit in die Welt gebracht.
    Zum Erfahrungsgehalt des mythischen Realsymbols des Wassers: Zur Vorstellung des Wassers gehört sowohl das Liquidieren (der Mord des Feindes und des Verräters) als auch das Verflüssigen (der verdinglichten Vorstellungen: die Kritik des Begriffs). Hat die Trennung der unteren von den oberen Wassern durch das Firmament hiermit etwas zu tun?
    Gehört zu den Petrus-Geschichten nicht auch das Gleichnis von dem Weizen, der auf steinigen Grund fiel?
    Es gehört zu den verhängnisvollsten Folgen des Weltbegriffs und seiner Theologisierung im Begriff der creatio mundi, daß er ohne identitätsstiftendes transzendentales Subjekt nicht zu halten ist. Das aber bedeutet, daß es den Weltbegriff ohne Nationalismus nicht gibt. Hier liegt die Selbsttäuschung der deutschen Klassik (auch der französischen Revolution), die aus innerer logischer Konsequenz dann bei Hegel sich einbekennt (in dem Zusammenhang des Begriffs der „List der Vernunft“ mit dem Staat als „sterblichem Gott“).
    Welt, Empörung und Panik bilden eine logische Einheit (Nationalismus und Religionskriege).
    Der Übergang ins Zeitalter der „Ideologiefreiheit“ ist der Übergang in ein Zeitalter, in dem die Dinge unserer Rechtfertigung nicht mehr bedürfen.

  • 01.05.93

    Der Historismus holt uns ein: Der Schein der Objektvität, den das Vergangensein der Geschichte verleiht, verhext die Gegenwart (wie das Inertialsystem die Natur). Die Frage, ob wir aus der Geschichte lernen können, ist so nur mit nein zu beantworten. Lernen können wir nur, wenn wir in der Geschichte die Gegenwart begreifen, uns nicht auf die Beteuerung verlassen: das ist doch vergangen. Denn die Vergangenheit ist nicht vergangen, und auch die Toten haben noch einen Anspruch an uns, der nicht leicht abzutun ist.
    Die „wandlose“, „schamlose“ Gesellschaft, in der „niemand mehr etwas zu verbergen“ hat (Anders II, S. 151), hat die Privat- und Geheimsphäre nicht abgeschafft, sondern insgesamt verstaatlicht. Das ist eine logische Konsequenz aus dem Säkularisationsprozeß, eine Folge des Weltbegriffs. Wer die Hegelsche Logik begriffen hat, weiß, daß es ebenso viele Gestalten des Absoluten wie Staaten gibt: der Nationalismus ist von der Geschichte des Begriffs ebensowenig abzulösen wie das transzendentale Subjekt von der transzendentalen Logik. Der Staat ist in der Tat der sterbliche Gott: er versucht vergeblich die Lücke zu schließen, die die transzendentale (und in ihrer Folge die dialektische) Logik zwischen Erscheinung und Ansich aufreißt.
    Zur Geschichte der Scham: In der mythischen Gesellschaft verstummt der Held, in der schamlosen Gesellschaft verstummen alle (S. 152).
    Die schamlose Gesellschaft ist eine zugleich exhibitionistische und obszöne Gesellschaft: konkret eine Gesellschaft, in der der Reichtum sich nicht mehr schämt, sondern nur noch die Armut, die am liebsten vor Scham verschwinden, in den Boden versinken möchte.

  • 29.04.93

    Anders II, Anm. 5 zu S.46: Diejenigen Tiere, die nur konsumieren, also noch nichts aufspeichern (es sei denn am eigenen Leibe), kennen weder Dauer noch Gegenstand noch Eigentum. Die drei bilden ein kategoriales System.
    Das Fernsehen arrondiert zur zweiten Natur durch die logisch geforderte zweite Welt (vgl. Anders II, S. 54). Diese zweite Welt ist eine, in der wir als Objekte den Schein, Subjekt zu sein, frei Haus geliefert bekommen und genießen; dieser Schein ist selber naturwüchsig gewachsen im Nachbarschaftstratsch, der durchs Fernsehen auf die reale Welt ausgedehnt wird.
    Das moralische Subjekt hat keine Erlebnisse, sondern Erfahrungen. Erlebnisse hat nur das ästhetische Subjekt: der Zuschauer. Die Berufserfahrungen verweisen darauf, daß Erfahrungen Praxis voraussetzen, während Erlebnisse nur im Geltungsbereich des Trägheitsprinzips möglich sind. Die Lohnarbeit und das Experiment (der Kapitalismus und die naturwissenschaftliche Aufklärung) vermischen Erlebnis und Erfahrung, begründen den Schein einer moralisch neutralisierten Praxis (und Erfahrung).
    Waren die „Fälschungen“ des Mittelalters nicht schon angelegt in jener Art des Positivismus, die erstmals im Dogma, ausgeführt bei Augustinus (u.a. in dem ad litteram im Titel De genesi ad litteram), erscheint? Die mittelalterlichen Fälschungen gehören in die Vorgeschichte des Nominalismus: In ihnen enthüllt sich der Realismus als Machtinstrument, als experimentelle Nutzung der „verandernden Kraft des Seins“. Die Fälschungen fallen in die gleiche Zeit, in der kirchliche Machtpolitik in Institutionen wie die Lehre vom Fegfeuer, im Zölibat und in der Einführung der Ohrenbeichte (dem Mißbrauch der Lösungsvollmacht der Kirche) sich manifestiert. Aber auch hierfür gilt das „bona fide“ mit dem Johannes Paul II zusammen mit der „Rehabilitierung“ Galileis auch die Inquisition, die ebenfalls in den Kontext der Fälschungsgeschichte hereingehört, freigesprochen hat. Ohne Fälschung waren auch schon das Urschisma (die Ablösung der Kirche vom Judentum) und die Urhäresie (die Gnosis) nicht zu bewältigen. In die Folgegeschichte der Fälschungen gehören das Chronologie-Problem (in der Erd- wie in der Menschheitsgeschichte), insbesondere das altorientalische Sumerer-Problem, aber auch der Antisemitismus (die Grundfälschung überhaupt) und der Faschismus und die Hilflosigkeit gegen ihn, sowie heute eine Struktur von Politik und Öffentlichkeit, die ohne Geheimdienste und ohne aktive Desorientierung der Öffentlichkeit nicht mehr zu funktionieren scheint. FBI und KGB bzw. Stasi und Verfassungschutz sind Produkte unseres Jahrhunderts und Symptome eines Zustands der Welt, der in der christlichen Vorgeschichte (in der Geschichte der Pornokratie, der Fälschungen und der Pornographie) sich herausgebildet hat, und gegen die die bloß moralische Betrachtung („Kriminalgeschichte des Christentums“) ohnmächtig bleibt, durch den in dieser Geschichte erwachsenen Mangel an Reflexionsfähigkeit im Entscheidenden, nämlich im Gegenwartsbezug, in der Fähigkeit zur Selbstverständigung der Gegenwart, gehindert wird, mit ihm den Begriff einer Erkenntnis, die ihrem Anspruch gerecht werden könnte, verdrängt.
    Der Nominalismus hat das realistische Moment in der Begriffsbildung soweit subjektiviert, daß es nicht mehr reflektierbar war.
    Mt 529ff, 188f, Mk 943ff: „Wenn dich deine Hand, den Fuß, dein Auge zum Bösen verführt, so hau sie ab, reiß es aus. Es ist besser …“ Rätselhafter Spruch (hat dieses Auge etwas mit dem Augapfel zu tun, an den rührt, wer Israel angreift?).
    Die Unfähigkeit, Rechts und Links zu unterscheiden, rührt her von der Verblendung gegen die Gegenwart (Subsumtion der Vergangenheit unter die Zukunft). Und ist das „und so viel Vieh“ nicht ein Deckname für Behemot? Auf den Aufruf des Königs hin haben in Ninive außer den Menschen auch die „Tiere: Rinder, Schafe, Ziegen“ Buße getan: Sie sollten „nichts essen, nicht weiden, nicht trinken“.
    Die zukünftige Welt ist vergangen: so ist sie der eigentliche terminus ad quem der Erinnerungsarbeit.

  • 28.04.93

    Wenn die Mathematiker des 16. Jahrhunderts vom „natürlichen Licht“ des Verstandes sprechen, dann meinten sie das „Licht“ der Mathematik.
    Der Punkt ist die Grenze einer Geraden, die Gerade die Grenze einer Fläche und die Fläche die Grenze eines Körpers. Trennt der Körper das Innere vom Äußeren? Aber was ist dann das „Innere“?
    Der Nenner und das Gleichnamig-Machen: Zerstörung des Namens (der benennenden Kraft der Sprache) durch die Form der Anschauung, oder der gemeinsame mathematische Ursprung des Objektbegriffs und des Identitätsprinzips.
    Plus und Minus in der Mathematik: Die Null gibt es real (als Ergebnis) nur im Bereich der Addition und Subtraktion, dann (als Operator) wieder beim Potenzieren. Die Null ist in beiden Fällen die Grenze von Plus und Minus (ähnlich wie auch der Punkt, die Gerade, die Fläche und der Körper Grenzen sind).
    Sind nicht die imaginären Zahlen ein Produkt der analytischen Geometrie?
    Die Beziehung der Kopula (des „Seins“) zum Gleichheitszeichen ist der Grund der Beziehung des Begriffs zur Mathematik: der Usurpation der benennenden Kraft der Sprache durch die Funktion des Nenners (der Verschlingung der Finalursachen durchs Kausalprinzip und der Zerstörung der begründenden und argumentierenden Kraft der Sprache; Verhexung der Logik und Einlaß der Gewalt, letztlich des Gewaltmonopols des Staates, in die Sprache: Produkt der idealisierenden Gewalt des Raumes).
    „Unseren täglichen Hunger gib uns heute.“ (Anders, II, S. 16) Der anwachsende Reichtum ist eine Funktion der potenzierten Bedürfnisse, der Bedarfsgüter mit eigenen Bedürfnissen (bedürfniserzeugenden Bedürfnissen), wie Auto, Wohnung, Haus u.ä..
    Ist die dritte Leugnung die Sünde wider den Heiligen Geist (deshalb die Selbstverfluchung)? Beziehen sich die Sünden wider den Vater und den Sohn auf die erste und zweite Leugnung?
    Zur Rekonstruktion des Weltuntergangs: Vor hundert Jahren gab es den Geheimrat, heute gibt es den Geheimdienst.
    Der Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus und der Sieg des Kapitalismus (der „freien Marktwirtschaft“) gründet nicht nur in Taten und Unterlassungen, sondern vorab im Prinzip des Nicht-erwischt-Werdens. Die Kompetenz des Kapitalismus bei der Verwertung der Ressource Feigenblatt war größer, sie ist durch die kostenlose Lieferung eines Sündenbocks, auf den man alles abwälzen kann, erheblich gesteigert worden. Ist hier wirklich eine Situation entstanden, der die Theorie nicht mehr gewachsen ist (Habermas: Neue Unübersichtlichkeit)?
    Christliche Zoologie: Seht, ich sende euch wie Schafe unter die Wölfe; deshalb seid klug wie die Schlangen und arglos wie die Tauben.
    Hatte die Schelersche „Gesamtperson“ nicht doch etwas mit Behemot zu tun, dem „Gesamttier“?
    Wie verhalten sich die Begriffe Subjekt und Person: Das Subjekt ist das Korrelat des philosophischen, die Person das des politischen Weltbegriffs. Das Subjekt ist der Grund der Fähigkeit der Begriffsbildung, die Person Grund der Fähigkeit, die eigenen Taten zu verantworten.
    War nicht Sokrates der philosophisch neutralisierte Held, sein Tod das Opfer der Philosophie an die Polis, und so die Geburt der Person? Nicht zufällig entspringt hier die philosophische Unsterblichkeitslehre.
    Zur Geschichte der Scham: Heute ist die Welt, die einmal das Siegel des Ursprungs der Scham war, selber das letzte Objekt der Scham geworden. Subjekt-Objekt der Erkenntnis der Nackheit ist die Welt.
    Es genügt heute nicht mehr, nur über Bäume zu reden. Heute müssen wir über Astronomie und über den Stand der naturwissenschaftlichen Aufklärung insgesamt reden. Und wenn es dann wieder notwendig wird, über Bäume zu reden, dann über die Geschichte und die Geschichte der Beziehung des Baumes der Erkenntnis und des Baums des Lebens.
    Rosenzweigs Wort an die Adresse Eugen Rosenstocks: Vermanschen Sie die Symbole nicht, trifft heute die gesamte Theologie.
    Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet: Gilt das auch für das Richten eines Hauses?
    Ist Kanaan ein stammesgeschichtlicher, ein politischer oder ein gesellschaftlicher Name („Händler“)? Und wer waren die Philister?
    – Gen 918: Ham ist der Vater Kanaans.
    – 925: Und er sprach: Verflucht sei Kanaan. Der niedrigste Knecht sei er seinen Brüdern.
    – 106: Die Söhne Hams sind Kusch, Mizrajim, Put und Kanaan.
    – 1015ff: Kanaan zeugte Sidon, seinen Erstgeborenen, und Het, ferner die Jebusiter, die Amoriter, die Girgaschiter, die Hiwiter, die Arkiter, die Siniter, die Arwaditer, die Zemariter und die Hamatiter.
    Nach Gen 1014 zeugte Mizrajim (auch ein Sohn Hams) u.a. die Kasluhiter, von denen die Philister abstammen.

  • 25.04.93

    Die Physik ist das Futur II der Welt: ihre zukünftige Vergangenheit, zugleich der Grund der Verwandlung der Zwecke in Mittel. Über der verdinglichten Welt ist kein Himmel mehr aufgespannt, gibt es keinen Gott, der ihn als Schöpfer aufgespannt hätte. Die Idee des seligen Lebens (und mit ihr die der Erneuerung des Antlitzes der Erde) ist gegenstandlos geworden.
    Der Raum als Form der Gleichzeitigkeit ist durchs Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit dynamisiert worden. Seitdem ist eine Kritik der Chronologie (Kritik der Vorstellung einer homogenen Zeit) nicht nur denkbar, sondern denknotwendig geworden, auch wenn es noch keine Ansatzpunkte dafür zu geben scheint, was an ihre Stelle treten soll. Jedenfalls ist eine gleichsam unterirdische Beziehung der Gegenwart zur vergangenen Zukunft, die Vorstellung, daß die Vergangenheit nicht ganz vergangen ist, daß dem Verdrängungsapparat etwas im Objektiven korrespondiert (insbesondere die Raumvorstellung selber, die Erbin aller Initiationsriten), nicht von vornherein zu verwerfen. Welt- und Geschichtskritik als Kritik der Erwachsenenwelt (Kritik der Herrschaftsgeschichte)?
    Die Erfahrung, daß nach Auschwitz alles einfach nur weitergegangen ist, daß das keine Folgen hatte, hat der bürgerlichen Religion den Boden unter den Füßen weggezogen. Wo sie in Deutschland gegen diese Erfahrung glaubt, konsequenzlos weitermachen zu können, ist sie vollends böse geworden.
    Das Christentum ist der Versuchung erlegen, die Idee des seligen Lebens dem Selbsterhaltungsprinzip zu opfern. Dem verdankt sich die christliche Vorstellung einer vom Leib getrennten Seele und dem Glauben, sie sei unsterblich. Diese Seelenvorstellung verdankt sich der Erfahrung des Für-sich-Seins, die die Idee des seligen Lebens neutralisiert. Hier liegt der Kristallisationskern der Instrumentalisierung der theologischen Tradition. Die prekäre, bis heute unaufgearbeitete Beziehung dieser Seele zur Objektivität – die Vorstellung, es könne ein seliges Leben geben, wenn die Welt im argen liegt – ist der Grund der kirchlichen Sakramentenlehre, die die Seelenvorstellung zugleich begründet und sprengt.
    Drückt sich in der Vorstellung der Zeitdilatation (die Zeitdehnung als Korrelat einer exponentiell wachsenden Beschleunigung) nicht eine ungeheure Sogwirkung aus: der absolute Fall?

  • 23.04.93

    Anders, S. 143: Die Zweideutigkeit der Medien, bei denen nicht mehr zu unterscheiden ist, was ernst oder unernst („fun“) ist, und ob der Zuschauer als moralisch-politisches Wesen oder als Mußekonsument angesprochen wird, hat ihre Wurzeln im Habitus des Zuschauers selbst (in der Funktion der „subjektiven Formen der Anschauung“). Das Ernste wird unernst, die Information zum Spaß, wenn es in die Exkulpationsmechanismen hineingerät, sie ausbeutet. Wer – als Zuschauer – von der Möglichkeit zu handeln, von eingreifender Praxis, abgeschnitten ist (der Zuschauer kann in das, was er sieht, weder real noch sprachlich, dialogisch, eingreifen, er bleibt in seine Passivität: in seine Impotenz, gebannt), dem bleibt als Reaktion nur das folgenlose Urteil (in dem er sich über die Sache erhaben, moralisch exkulpiert fühlen darf), ihm bleibt das Schuldverschubsystem des Konkretismus und des Personalismus, der Genuß der Empörung, der wie ein Virus, gegen den es kein Mittel mehr gibt, sich ausbreitet. Er darf impotent und inert bleiben, und sich zugleich, da er sich durch Empörung distanziert, unschuldig fühlen. Diesen Fluchtweg beuten heute die Medien aus (Verführung durch Ästhetik). Die Kehrseite der Informationsunterhaltung sind die Hör- und Fernsehspiele, in denen das ungelebte Leben sich in den für es produzierten künstlichen Nachbarschaften („Lindenstraße“) als Voyeur ausleben darf. Hier erscheint der Grund, aus dem die Medien erwachsen und in den sie immer tiefer zu versinken scheinen: der Tratsch, das Geschwätz. Hier braucht kein Propagandeministerium mehr Regie zu führen, Sprachregelungen herauszugeben, das wird durch die synthetischen Urteile apriori der Unterhaltungsindustrie, durch ihre eigene transzendentale Logik, selbsttätig geregelt (Einschaltquote, Auflagenhöhe als Maßstab für Werbeeinnahmen): durch Einbindung der gesamten Sphäre ins Wertgesetz.
    Der „solistischen Massenpanik“ (S. 144) entspricht auf der andern Seite im Falle der realen Untergangsgefahr, das gelassene Zuschauen: Im Golfkrieg wurde in Tel Aviv Nacht für Nacht die Skyline der Stadt im Fernsehen gezeigt; so konnte man die Scud-Raketen anfliegen sehen, deren Opfer man dann selber in Gefahr war zu werden. (Aber ist dieser Unterschied nicht auch einer der Medien: die solistische Massenpanik gehört zum Radio, Zuschauer beim Weltuntergang wird man im Fernsehen.)
    Inertialsystem und Fernsehen: Die Asymmetrie (Neutralisierung der Ethik und Konstituierung des Habitus des Zuschauers) ist in beiden Fällen gleich.
    Ist Ludendorff das Modell der Kohlschen Politik? Sind nicht die Weichen schon gestellt, wonach die Sozialdemokraten die Suppe werden auslöffeln müssen, die hier eingebrockt wird? Und haben die Sozialdemokraten diese Rolle nicht selber längst internalisiert, erwarten sie überhaupt noch etwas anderes für ihre Rolle in der Politik??
    Anders, Anm. zu S. 168: Hinweis, daß „alle heutigen Konterrevolutionen … mit Hilfe derer erkämpft werden, gegen die sie gerichtet sind“. Genauer ist die Funktion von „Solidarpakt“ und „Asylkompromiß“ nicht zu beschreiben.
    Beachte die 1. Anm. zu S. 180 und den dazugehörigen Text, demzufolge in den Naturwissenschaften der Singular noch zum Nichtsein gehört (einmal ist keinmal). Wie hängt diese Bemerkung mit der christlichen Trinitätslehre und der Lehre von der Eucharistie zusammen: Wird hier nicht auch der Kreuzestod durch seine endlose Wiederholung erst real gemacht (aber mit der Folge, daß er so nur als „Gottesmord“, für den ein Schuldiger präsentiert werden muß, real zu machen ist: Ursprung des theologischen „Antijudaismus“)?
    Sind nicht die Banken die Verwalter des Unterirdischen (der Schulden), daher ihre Affinität zum Mythischen (und ist nicht die Bundesbank, oder allgemein die Zentralbanken, ein Erdbebenverhinderungsinstitut – Verhältnis der Zentralbanken zu Geschäftsbanken wie Seismographen zu den Erdbebenzentren)?
    Die Philosophie war das Produkt eines „Erdbebens“ in der mythischen Welt. Sie bedurfte, um sich dann gesellschaftlich zu stabilisieren, der Theologie, des Dogmas, des Bekenntnisses. Für sich genommen, wären die Begriffe Welt und Natur nicht tragfähig gewesen.
    Herrschaft macht blind, und mit der Herrschaft wurde seit Beginn der Aufklärung in Europa auch die Blindheit vergesellschaftet.
    Im Inertialsystem ist die „Schwerkraft“ eine die Dinge von außen (von hinten) angreifende Kraft, die sich auf ihr Substrat, die schwere Masse, ähnlich bezieht wie die Stoßprozesse auf die beteiligten trägen Massen. Ist der Fall ein modifizierter Stoßprozeß, oder der Stoßprozeß ein modifizierter Fall (in der Schwerkraft greift der Feind hinterm Rücken an)?

  • 22.04.93

    Wächst nicht die Hörigkeit in dem gleichen Maße, in dem die Fähigkeit zu hören abnimmt? Wobei diese Fähigkeit zu hören als Fähigkeit zu bewußtem, grammatisch reflektierten und metaphorischem Hören zu bestimmen wäre. Das metaphorische Hören, ein durchscheinendes Hören, ist das Produkt des ersten Schöpfungstages, der Erschaffung des Lichts, während das verdinglichende Hören, jede Art von Konkretismus, oder die Vereidigung des Denkens auf das tode ti, letztlich die Raumvorstellung und seine Konsequenz, das Inertialsystem, das Licht aus der Sprache und aus dem Denken austreibt (dialogisches Denken wird wahr erst, wenn es als das Licht in der Sprache sich begreift, anstatt sich selbst durch seine Beziehung zum „Gespräch“ und zur „Begegnung“ konkretistisch zu neutralisieren). Die traditionelle christliche Interpretation des evangelischen Rats des Gehorsams war autoritär, weil sie im Bann des verdinglichenden Denkens stand; sie hat das wirkliche Hören verdrängt und am Ende auch noch die Erinnerung daran ausgelöscht.
    Wird nicht das Angesicht der Erde in der Herrschaftsgeschichte ebensosehr unterdrückt und entstellt wie es in dieser Geschichte zugleich auch erst bildet?
    Gibt es einen Zusammenhang zwischen Metaphorik und Umkehr? Sind nicht vor allem die Pflanzen (und auf besondere Weise die Bäume) metaphorische Wesen? (Welches ungelöste Rätsel steckt in den Tieren?)
    Das Dogma ist sowohl das Unkraut, unter das der Weizen fiel, als auch der Scheffel, unter den das Licht gestellt wurde.
    Das Inertialsystem ist ein Grenzbegriff der Sprache, genauer: die Todesgrenze der Sprache (Zerstörung des metaphorischen Elements: seitdem ist der Name Schall und Rauch). Es abstrahiert vom Gesehenwerden (und macht damit auch das Sehen unerklärbar); eben deshalb verfällt es ihm. Hier wird den Dingen dasselbe angetan wie Gott in der Theologie hinter seinem Rücken.
    Das, wovon die Naturwissenschaften abstrahieren, wird in der politischen Ökonomie selber wiederum verdinglicht.
    Haben wir die Tatsache, daß jede Vergangenheit die Vergangenheit von etwas ist, nicht unmittelbar vor Augen?
    Die ganze Welt ist zum Feigenblatt geworden, aber war sie das nicht seit dem Ursprung des Weltbegriffs?
    Zum Binden und Lösen: Paulus hat dieses Lösen genauestens bezeichnet, wenn er darauf hinweist, daß die ganze Kreatur seufzt und in Wehen liegt und auf die Freiheit der Kinder Gottes wartet.
    Wäre nicht heute die Rosenzweigsche Reihe Schöpfung Offenbarung Erlösung umzukehren? Liegt nicht für uns die Erlösung vor der Offenbarung, und diese vor der Schöpfung?
    Schuld wird nicht an sich, sondern nur im Urteil erkannt. Im Urteil wird zur Schuld verurteilt. Schuld ist Ausdruck einer Herrschafts- und Verblendungsbeziehung; deshalb gibt es keine Freiheit ohne Fähigkeit zur Schuldreflektion (ohne Sprachreflektion).
    Ist nicht die Geschichte mit David, Urija dem Hetiter und dessen Frau Batseba, die dann die Frau Davids wurde und ihm, nach dem Tod des Erstgeborenen, den Salomo geboren hat (2 Sam 11f), auch ein Stück Prophetie?
    Verhalten sich Konsonanten und Vokale nicht wie Form und Farbe? Und ist das Inertialsystem zwar inhaltlich eine Konsequenz aus der Struktur der indogermanischen Sprache, formal aber „konsonantisch“ wie das Hebräische?
    Die Forderung an die Kirche, sich endlich mit der Geschichte des Antisemitismus, der Ketzerverfolgung und der Hexenverfolgung auseinanderzusetzen, ist eine Aufforderung an die Kirche, sich mit der Bekenntnislogik und mit den Naturwissenschaften auseinanderzusetzen, mit der genetischen Beziehung der Bekenntnislogik zur naturwissenschaftlichen Aufklärung, zum Inertialsystem.

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