Sprache

  • 05.12.91

    Zu Ferdinand Ebners Bemerkung, das „Ich bin“ sei der erste Satz, das Urwort der Sprache (S. 141), ist berichtigend auf den Namen Adams (abgeleitet von adama – Acker: Zusammenhang von Acker und Erde: ist der Acker Erde als Eigentum, steckt das Moment des Eigentums in adama und Adam?) hinzuweisen. Die Sprache konstituiert sich nicht in der idealistischen Selbstbeziehung des Ich, sondern in der Fähigkeit zur Selbstreflexion der irdisch-gegenständlichen Schuld- und Eigentumsbeziehung: im Bewußtsein, Staub zu sein und wieder zu Staub zu werden. – Hängt der Name des Mannes isch (und der andere Name des Menschen Enosch/Henoch) mit dem des Feuers zusammen (wie der Name des Himmels)? Und steckt in Enosch das ani (Ich/nicht) und das isch (Feuer)?
    Und verweist der Name Adams nicht auch auf die hervorbringende Kraft der Erde (am dritten und am Anfang des sechsten Schöpfungstages), aber als eine vergangene und so vom Menschen angeeignete, daß er deshalb die Tiere benennen, aber auch die Erde (den Acker) als Natur in den Schuldzusammenhang der durch ihn (durchs Eigentum und durchs Selbsterhaltungprinzip) konstituierten Welt mit hereinziehen kann? Mit der Erkenntnis des Guten und Bösen (die das Zu-Staub-Werden des Adam und das Staubfressen der Schlange zur Folge hat) ist der Keim gelegt für den Ursprung des Staates (den Prozeß der Verweltlichung und die Trennung von Welt und Natur).
    Das kantische Objekt ist Staub. (Noch einmal Nelly Sachs lesen!)
    Wann wurde die Erde zum Acker? – Der zweite Schöpfungsbericht unterscheidet sich vom ersten dadurch, daß hier in der Idee des Paradieses die Erde zum Garten des Menschen gemacht wird: So wird sie danach zum Acker. – Wie verhält sich der „Blutacker“ (Hakeldama, darin ist adama enthalten) zum adamitischen Acker, oder zu dem Acker, von dem das Blut des Abel zu Gott schreit?
    Heißt es beim Verbot zu schwören: Eure Rede sei ja, ja, nein, nein; oder heißt es: Eure Rede sei ja oder nein? Man wird ausschließen dürfen, daß Jesus hier die Grundsätze der Informatik und das herrschende Identitätsprinzip lehren wollte.
    Zum Weltbegriff: Die Welt spricht sich durch die Exkulpationsmechanismen, die in ihren Begriff eingebaut sind, selber schuldig, ihr Begriff ist ein realer Inbegriff der Projektion.
    NB: Es genügt nicht, der Weltgeschichte eine Naturgeschichte entgegenzusetzen, sondern es kommt darauf an zu begreifen, daß das eine ohne das andere nicht zu denken ist und beide unter einem Bann stehen. Wie die Planeten um die Sonne, so kreist unser Natur- und Geschichtsverständnis um das (ebenso leere wie – nicht leuchtende, sondern – scheinerzeugende) Zentrum der transzendentalen Logik und Ästhetik: um das Prinzip und den Inbegriff der Subjektivität.
    Wird das adamitische Wesen des Menschen in den Bekenntnisreligionen verdrängt (durch die persona: die Maske, den Charakter), oder kommt es hier auf seinen Begriff? – Ist der Charakter das Animalische, von Adam Benannte im Menschen? Ist Adam das Grundwort der Sprache?
    Ist die Erinnerung der Natur im Subjekt adamitisch?

  • 04.12.91

    – Das Lesen: ein „telepathischer Vorgang“ (Hinweis auf den Ursprung der Schrift?),
    – das Denken: ein „eminentes Narkotikum“ (Hinweis auf den Ursprung der Idolatrie, der Mathematik und der Astronomie?), und
    – die „fürchterlichste Droge“ nehmen wir in der Einsamkeit zu uns (Ursprung des Begriffs der Materie?).
    (W. Benjamin, zitiert in G. Scholem: Walter Benjamin und sein Engel, S. 61f)
    Der jüdische Begriff der Wahrheit unterscheidet sich vom griechischen wie die Lehre von der Theorie (oder wie das Hören vom Sehen und die Sprache von der Mathematik). Die eine hat ihren Ort in der Sprache, die andere in der Anschauung, die diese Bedeutung nur gewinnt, wenn man von der Inkommunikabilität der Anschauung absieht und das Moment der Gemeinheit in der Gestalt des Allgemeinen, die an die Anschauung sich bindet, in Kauf nimmt (und zugleich verdrängt).

  • 30.11.91

    Der stärkste Widersacher des Hauptamtlichen ist der Selbsternannte (Dirk Treber: „selbsternannte Alt-Grüne“). Ernannt werden darf nur im Rahmen der Ermächtigung zur Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben: So konnte Kohl z.B. das deutsche Volk zum „ausländer-freundlichsten Volk“ ernennen (Unterschied zwischen er- und benennen: Kohl meint das Amt, nicht das Wesen dieses Volkes). In diesen Kontext gehört es, daß die Pogrome gegen Flüchtlinge sich nach dieser Logik nicht gegen Flüchtlinge und Ausländer, sondern gegen den „deutschen Namen“, über den sie „Schande“ bringen, richten (vielleicht sind ja auch die Juden in Auschwitz nicht ermordet worden, sondern auch da wurde nur der deutsche Name befleckt). Dies ist die Logik geprügelter Kinder: man darf alles, sich nur nicht erwischen lassen.
    Haben die Präfixe und Suffixe ihren Ursprung in der agglutinierenden Sprache der „Sumerer“? Gibt es eigentlich in anderen Sprachen auch ein so ausgebildetes und differenziertes System von Prä- und Suffixen wie im Deutschen? Und sind die Prä- und Suffixe nicht verdinglichende Projektionen der Ohnmacht (der durch Substantivierung versteinerten Herrschaftsstrukturen), die die Objektivität zugleich fixieren und aufschlüsseln, so daß mit ihrer Reflexion die Wahrheit selber erkennbar wird.
    Sind im Griechischen und Lateinischen (und vom Ursprung her auch im Deutschen?) Präfixe im allgemeinen nur mit den Verben zusammengeschlossene Präpositionen?
    Die Prä- und Suffixe sind Ausdruck des Ursprungs der Begriffe aus der Schicksalsidee (Beispiel: Ich fühle mich wie zernichtet durch den entsetzlichen Fatalismus der Geschichte).
    Kann es sein, sein, daß es für die einzelnen Prä- und Suffixe Schlüsselworte gibt? Z.B. vernichten, zerstören, erschaffen, entstehen, bekennen, anschauen, aufbauen (alles Verben, die aus dem Kontext der Verdinglichung, Objektivierung, sich begreifen lassen?)
    Christlichkeit und Christenheit: -keit drückt den Charakter, das Wesen, aus, -heit das kollektive Subsumtionsverhältnis (diese Differenz gilt nur bei Personen, nicht bei Sachen). Wird -keit immer zusammen mit -lich oder -ig gebildet, und was bedeuten diese Suffixe? Vgl. auch Hoheit (Eure Königliche Hoheit, hoheitliche Aufgaben) und Hörigkeit (zentrale Wortbildungen der durch Prä- und Suffixe bestimmten Sprache). Doppelbildungen wie Hoheitlichkeit (Charakter der Aufgaben des Beamten, Amtscharakter -Zusammenhang mit Obrigkeit: persongewordene Begriffe). Die lateinischen Würdebezeichnungen wie Magnifizenz und Eminenz sind dagegen keine Suffix-, sondern Partizipalbildungen (während im Deutschen der Wohltuende von Wohltätigkeit, die Partizipal- von der Suffixbildung, unterschieden wird: unterscheidet sich auch der Tuende vom Tätigen (der Wohltuende hat das Objekt, der Wohltätige des Subjekt der Wohltat im Sinn)? – Vgl. auch Tätigkeit und Tätlichkeit).
    Wodurch unterscheiden sich Partizipien vom Gerundivum (Partizip Präsens mit zu)? Ist das Gerundivum der verdinglichte, gegenständlich geworden Imperativ, Auftrag: das zu Bekennende, das zu Erläuternde, das zu Bezahlende (Vorläufer des Sachzwangs)?
    Gibt es einen Zusammenhang der agglutinierenden Sprachstruktur mit der Idolatrie und dem Sternendienst?
    Durch Substantialisierung wird die Sprache in die Zone des Falles gerückt (in die Deklinationsfalle).
    Wie unterscheidet sich das „libera nos a malo“ vom „befreie uns von dem Bösen“?
    Theologische Bedeutung hat das „schaffen“ nur im Präteritum (im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde), während das frei konjugierbare „erschaffen“ die theologische Tradition der creatio ex nihilo in sich enthält.
    Hängt die Ausbildung der durch Prä- und Suffixe und durch Präpositionen charakterisierten Sprache (der indogermanischen Sprache?) zusammen
    – mit der Änderung und Ausweitung der Konjugationen (insbesondere der futurischen Formen) und
    – mit der Herausbildung und Fixierung von Denkstrukturen, dem räumlichen, objektivierenden, verdinglichenden Denken entgegenkommen?
    Und welche Bedeutung hat in diesem Zusammenhang das Barock:
    – hinsichtlich der Ausbildung der Titel (Hoheit, Ableitung der hoheitlichen Aufgaben), der Hereinnahme der Ehrenbezeichnungen in die Sprache, und
    – die Substantialisierungstendenzen, insbesondere die Einführung der Majuskel zur Kennzeichnung der Substantive (in England nur zu Kennzeichnung der Personen)?
    Was hat -haft mit „Haft“ und -bar mit „bar“ zu tun? Steckt darin nicht die Erinnerung an die Schuldknechtschaft? Und bezeichnet der Begriff der Schuldknechtschaft nicht den Grund der Vergesellschaftung immer noch am deutlichsten? Ist nicht das Bekenntnis die vergeistigte Schuldknechtschaft?
    Vergleiche auch -lich und -ig, die adjektivischen Entsprechungen von -keit und -heit, auch -sam (arbeitsam, strebsam) und -sal (wie Schicksal, Labsal, Mühsal: von mühselig). Woher kommen diese Suffixe, und was drückt sich sprachphilosophisch darin aus?
    Ist die deutsche Sprache das bis heute unaufgeschlossene Gedächtnis dieser Herrschafts- und Versteinerungstendenzen, ist sie damit nicht in einem ungeheuren Maße schuldbelastet und so das vorbezeichnet Objekt von Erinnerungsarbeit? (Gibt es nicht merkwürdige Hebraismen in der deutschen Sprache: insbesondere das affirmative „ja“?)
    Volk als Schicksalsgemeinschaft; Beziehung des Volksbegriffs (des Begriffs des Völkischen) zum Begriff des Begriffs: Sind bei Hegel nicht die Volksgeister die Träger des Weltgeistes, die die Aufträge des Weltgeistes auszuführen haben und, wenn sie ihn erfüllt haben, zugrunde gehen? Ist hier nicht der Quellpunkt des Antisemitismus (als Konsequenz aus dem völkischen Verständnis der Idee des „auserwählten Volkes“ und, weil dieses Volk sich dem Auftrag des Weltgeistes entzieht, eigentlich seit seinen Anfängen in Opposition zum Weltgeist gestanden hat) Dagegen ist das Christentum seit seiner Anpassung an die Welt, seit Beginn des Dogmatisierungsprozesses, insbesondere seit der Ausformulierung der Trinitätslehre, zum genauesten Selbstausdruck des Weltgeistes geworden. Das „Geht hinaus in alle Welt“ ist nur affirmativ verstanden, sein weltkritischer Aspekt dagegen verdrängt worden. Aber hat das Christentum damit nicht bewußtlos die Schuld der Welt auf sich genommen, und ist es nicht gerade so absolut schuldig geworden?

  • 21.11.91

    Bekenntnis (Hypostasierung des Raumes, Logik des Geldes) = Isolationshaft des Geistes.
    Daß der Himmel sich wie eine Buchrolle aufrollt, ist ein Bild für die Auflösung des Objektivierungsmechanismus, der uns von der Vergangenheit trennt, sie uns gegenständlich macht. Und das wird sein, wenn wir die Sprache beherrschen und nicht mehr die Sprache uns.
    Der Durchbruch der naturwissenschaftlichen Aufklärung ist erfolgt, als es gelang, den Raum gegen die theologische Metaphorik abzuschirmen, ihn davon abzutrennen und die theologische Metaphorik als bloß subjektiv und bloße Anthropozentrik zu diskriminieren. Die Raummetaphorik konnte allerdings nicht ganz zum Verschwinden gebracht werden: Die Unterscheidung von oben und unten ist geblieben; sie hat die Erinnerung daran erhalten, daß die Abstraktion von der theologischen Metaphorik nur dem Herrendenken zugute gekommen ist.
    Zur Unterscheidung von Im Angesicht und Hinter dem Rücken: sie paßt genau zu dem Hinweis Horkheimers, es sei eigentlich unvorstellbar, daß auf dem riesigen Leichenberg, den die Vergangenheit uns hinterlassen hat (gleichsam auf dem Rücken der Leiden der Vergangenheit), einmal die richtige Gesellschaft errichtet werden könne.
    Die Subjektivierung der theologischen Metaphorik, die zusammenging mit der Derealisierung und Subjektivierung der „sekundären Sinnesqualitäten“, hat der Gemeinheit den Weg frei gemacht.
    Das, was Levinas (gegen Buber, aber auch gegen den pseudotheologischen Begegnungsbegriff) die Asymmetrie der Ich-Du-Beziehung genannt hat, läßt sich demonstrieren am Verhältnis von Subjekt und Objekt im Raum.
    Kant hat dem sokratischen daimon dingfest gemacht im System der transzendentalen Ästhetik und Logik (insbesondere der Raum erfüllt präzise die Funktion des diabolos gegen die Sprache: er macht das Objekt namenlos).
    Nach Ebach ist die Wendung Im Angesicht sowohl auf Gott als auch auf den Feind bezogen: Ist nicht darauf das Gebot der Feindesliebe anzuwenden? Erscheint uns das Antlitz Gottes nicht prima facie im Gesicht des Feindes?
    Entkonfessionalisierung der Kirchen heißt: aus den Gestalten der selbstverschuldeten Entfremdung der Kirchen heraustreten, sich befreien.
    Das Trägheitsprinzip im Inertialsystem entspricht der Winkelfunktion im Raum (Zusammenhang mit dem Verfahren der Begriffsbildung); es bezieht – ähnlich wie die Winkelfunktion die räumlichen Dimensionen – die Zeit und die Materie in ein gemeinsames metrisches System mit ein. Die Konstituierung des Trägheitsprinzips hat das Relativitätsprinzip zur Voraussetzung.

  • 08.11.91

    Ja sagen zu etwas heißt sich zu etwas bekennen. Das reflexive Sich im „sich (zu etwas) bekennen“ kann Ausdruck der Befreiung sein (es endlich aussprechen können, die Last der Verdrängung loszuwerden), ist aber heute immer mehr Ausdruck der Unterwerfung unters Kollektiv, der Identifikation mit dem Aggressor (das Sich geborgen Fühlen in der Gemeinschaft mit der Lust, ohne Skrupel hassen, sich der Wut überlassen zu dürfen: Genesis der „Mordlust“). Modell dessen ist der Raum, die „subjektive Form der Anschauung“ Kants: die Ablenkung der Wut auf die außermenschliche Natur.
    Die Logik der Welt ist herzzerreißend und entsensibilierend: mörderisch. So hat sie vielleicht tatsächlich mit dem Kreuz zu tun.
    Nicht der Begriff des Gestells, sondern der des sich selbst verurteilenden Gerichts bezeichnet die Signatur des technischen Zeitalters.
    Der Raum ist der letzte Niederschlag der Erkenntnis des Guten und Bösen (er entzieht der Unterscheidung zwischen links und rechts, zwischen Barmherzigkeit und Gericht, den Boden). Das kopernikanische Weltbild ist in der Tat ein Bild: eine mathematische Vereinfachung, aber um den Preis der Zerstörung der Sprache und der Theologie (Verletzung des Bilderverbots). Mußte die Sprache durch diesen Tod hindurch?
    Verhältnis von Begründung und „Aufspannen“ (Erde und Himmel) zum Raum: entspricht dem Verhältnis von Orthogonalität und „unendlicher Ausdehnung“ des Raumes (Trennung von Raum, Zeit und Materie und Konstituierung der spannungslosen trägen Masse, die dann ohne Vermittlung identisch ist mit der schweren Masse, dem Bezugspunkt des Gravitationsgesetzes), wird so zugleich neutralisiert, nach innen verlagert und erinnerungslos erhalten. Im neutralisierten Raum (und in der formalisierten Logik) entfällt mit der Logik der Begründung die Kraft, der Atomisierung der „Empfindungen“ (und der Erkenntnis) zu widerstehen. Begründung wird durch Gesetz und Kausalität, Entsprechungen werden durch Wechselwirkungen ersetzt. – Bedeutung der Orientierungsmetaphern: vorn und hinten (im Angesicht und hinter dem Rücken), rechts und links (Gnade und Strenge), oben und unten (Großmut und Niedertracht, Erlösung und Verdammnis, Segen und Fluch).
    Spr 316: „Langes Leben birgt sie (die Weisheit) in ihrer Rechten, in ihrer Linken Reichtum und Ehre.“
    Den Tod kennen wir nur als den Tod der anderen (und vermeiden heute den Schluß, daß auch wir sterblich sind; wir ziehen uns zurück auf den Punkt, schon dem Totenreich anzugehören, und das ist unsterblich). Ebenso kennen wir die gesamte Physik nur als ein Weltsystem, in das als Subjekt der andere mit eingeht (Intersubjektivität, konstituiert durch den Tod des Individuums, das ja ohnehin nur der andere ist, dessen dann nicht mehr gedacht zu werden braucht: so konstituiert sich die „reine Objektivität“ der Physik). In der gleichen Konstellation entspringt der Begriff des Bekenntnisses, und wenn nach der logischen Struktur dieses Konstrukts Frauen nicht bekenntnisfähig sind, so ist das nicht nur als Mangel anzusehen (vgl. Gen 315 i.V.m. Gen 314u.19).
    Wenn Kant die Welt gegen die Schule vertritt, so übersieht er, daß der Weltbegriff auch ein Schulbegriff ist (vgl. die Schöpfungslehre bei Augustinus und Thomas).
    Die sieben Gemeinden, die sieben Siegel, die sieben Engel mit den Posaunen und die sieben Engel mit den Schalen (sieben Plagen).
    Es ist entsetzlich, wie der Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus zur Exkulpierung des Westens mißbraucht wird. Hier setzt sich das hegelsche Weltgericht in einer Weise durch, die nachträglich die „List der Vernunft“ als dezisionistisch enthüllt. Gleichgültig, ob man als letzte Instanz die Geschichte, das Ausland oder die Welt bemüht, in jedem Falle wird das Gewissen namen- und gegenstandslos gemacht. Auf dieser Grundlage blüht
    – in der Verwaltung ein Ressortdenken, bei dem es nicht mehr darauf ankommt, das Richtige zu tun, sondern, was man auch tut, es so zu tun, daß man später nicht haftbar gemacht werden kann,
    – während auf der Ebene der Justiz, wie im Kontext der rechtlichen Aufarbeitung der Vergangenheit und im gesamten Verfahren der rechtlichen Bearbeitung des sogenannten Terrorismus leicht zu erkennen ist, die Idee der Gerechtigkeit selber angegriffen wird, in Zynismus sich auflöst.
    Die Kantische subjektive Form der Anschauung ist Produkt der Identifikation mit dem Aggressor. In ihr setzt sich die Welt gegen das Subjekt durch. Schiffsbruch mit Zuschauer: steht das nicht in der Tradition dieser subjektiven Form der Anschauung, die diese kontemplative Distanz erst ermöglicht. Das transzendentale Subjekt ist das Subjekt als Zuschauer der Welt. Und was der Zuschauer in dieser Welt sieht, steht unter dem (heute von der Kulturindistrie manipulierten und ausgebeuteten) Gesetz des Apriori, ist Produkt der Synthesis.
    Das Schema Jisrael klärt das Verhältnis der hebräischen Sprache zu den Israeliten.
    Nur Abraham, Isaak und Ijob starben „alt und lebenssatt“:
    – Abraham: „starb in hohem Alter, betagt und lebenssatt, und wurde mit seinen Vorfahren vereint“ (Gen 258);
    „… starb in gutem Greisentum, alt und satt, und wurde zu seinen Volksleuten eingeholt“ (Buber)
    – Isaak: „starb und wurde mit seinen Vorfahren vereint, betagt und satt an Jahren“ (Gen 3529);
    „Er starb und wurde zu seinen Volksleuten eingeholt, alt, an Tagen satt“ (Buber)
    – Jakob: „Dann verschied er und wurde mit seinen Vorfahren vereint“ (Gen 4933);
    „… verschied un wurde zu seinen Volksleuten eingeholt“ (Buber)
    – Ijob: „Dann starb Ijob, hochbetagt und satt an Lebenstagen“ (Ij 4217).
    „Ijob starb, alt, an Tagen satt“ (Buber)

  • 07.11.91

    Das Prädix „be-“ drückt Herrschaft aus: das Bekenntnis ist Herrschaft übers Erkennen (vgl. lehren/belehren, deuten/bedeuten u.a.). Vermittelt ist die Herrschaft über den Personenbezug: das „be-“ zieht einen Adressaten nach sich (im Dativ ist der Adressat der Herrschende, im Akkusativ der Adressierende: hier, in der Umkehrbeziehung Dativ/Akkusativ, läuft die Herrschaftsbeziehung über eine vermittelnde Tätigkeit, in der genitivischen Umkehrbeziehung – gen. objektivus/subjektivus – geht es um eine direkte, unvermittelte Herrschaftsbeziehung). Dieser Zusammenhang ist der Grund dafür, daß es ein Bekenntnis ohne Opfertheologie und ohne Trinitätslehre nicht gibt. Ist das Produkt des Bekenntnisses das Bekannte (das Tote, Vergangene, auch dann wenn es die Wahrheit selber ist, die als Dogma gekreuzigt, gestorben und begraben ist und auf ihre Auferstehung wartet)?
    Rosenzweigs Trennung von „Ja“, „Nein“ und „Und“ gemahnt daran, daß die Sprache mit der Subsumtion unters Identitätsprinzip zerstört wird. Aber diese Zerstörungskraft ist in der Sprache selbst durch den Seinsbegriff (die „verandernde Kraft des Seins“) präsent (nach K. Heinrich ist das Sein der „wortlose Rest“ der Sprache).
    Das Sein ist nicht nur der Generator des transzendentalen Subjekts (des idealistischen Scheins), es bezeichnet genau den blinden Fleck in der Sprache, der sie (wie die kantische Form der äußeren Anschauung die Wahrnehmung) von sich selbst ausschließt und gegen sich selbst abschirmt, und der auch dann nicht zu reden beginnt, wenn man – wie Heidegger – ihn beschwörend anstarrt und seinen Mangel – den fehlenden Gegenstands- und Inhaltsbezug – als besonderen Vorzug anpreist (das Sein ist der Geburtsfehler der Philosophie; es gehört zu einer Sprache, die die Barbaren ausschließt, während die reflexive Hereinnahme der Fremden – der „Hebräer“: der „Fremden im Lande“ – das Sein ausschließt: wodurch unterscheidet sich die hebräische Sprache von der kanaanäischen? Vermutung: durch die Kraft der Identifikation mit den Fremden?).
    Das Problem der Terrorismus-Bekämpfung (insbesondere der Verfahren gegen die raf, gegen Mitglieder einer „terroristischen Vereinigung“) liegt darin, daß das Objekt einerseits als Feind deklariert wird, andererseits aber die Verfahren im Rahmen des Rechts (durch Urteil und Strafe) abgewickelt werden sollen. Die Feinddefinition müßte eigentlich (wie im Weltanschauungskrieg gegen das „bolschewistische Russland“ oder in der „Endlösung der Judenfrage“) auf Krieg und Vernichtung hinauslaufen; dieser Weg ist aber durch die Systematik und Logik des Rechts versperrt. So stehen die damit befaßten Institutionen – von GBA und BKA bis zu zuständigen Strafsenaten und den Vollzugseinrichtungen („Hochsicherheitstrakt“) vor der unlösbaren Aufgabe, ihre Ziele mit Mitteln zu erreichen, die eigentlich nicht dafür gedacht und geeignet sind. Zugrunde liegt die heute immer deutlicher hervortretende Problematik der Bekenntnislogik: dazu gehören u.a. der Feind und der Verräter; und nur für letztere (z.B. für Sympathisanten) ist das Instrument des Strafrechts geeignet, nicht jedoch für den „inneren“ oder „äußeren Feind“. So war denn auch die Anpassung des Strafrechts an diese Problemlage nicht ohne substantielle Eingriffe in die Grundsätze eines fairen Verfahrens und in die Rechte der angeklagten und verfolgten „Feinde“ möglich. Es gehört zur Signatur des Zeitalters, daß beide nicht mehr sich trennen lassen (der in Rußland bekämpfte äußere Feind war zugleich Repräsentant des inneren: des Kommunismus und der Juden; und der im Inneren bekämpfte Terrorismus ist Repräsentant der Außenwelt (der Dritten Welt in jeder Version), von der man sich in der Substanz bedroht weiß aufgrund der nicht mehr zu verdrängenden Schuldbeziehungen (Zusammenhang mit der Gemeinheitsautomatik?).
    Der Gebrauch des Feindbegriffs im Rechtsverfahren ist der klassische Befangenheitsfall; dagegen sollten die Unschuldsvermutung und das Verbot der Vorverurteilung schützen, die hier (wie im alten Inquisitionsverfahren, aus dem die Instrumentarien stammen) generell außer Kraft gesetzt sind.
    Der Feind ist das apriorische Objekt der Wut, ohne die es die Komplizenschaft des Bekenntnisses nicht gibt: die Furcht vor dem Verrat des Betrugs, der List, die in jenem Bekenntnis steckt. Deshalb gibt es das Gebot der Feindesliebe: als Chance, dieses Dunkle im eigenen Innern aufzuarbeiten.
    Der Himmel, der sich wie eine Buchrolle aufrollt: ist das nicht ein Hinweis sowohl auf den Ursprung der Schrift, als auch auf ein Konstruktionselement der Astronomie (den Zusammenhang von Schrift und Astronomie)?

  • 05.11.91

    Gemeinschaft und Gemeinheit (sowie Meinung, das Allgemeine und sonstige mit „mein“ gebildete Wörter) gehören nicht nur sprachlich zusammen, sondern auch logisch: über den Begriff des Bekenntnisses.
    Die Tiefe der Wunde, die das Verschwinden des sprachlichen „Angesichts“ hinterlassen hat, ist zu ermessen an der Rolle, die die Musik im Leben der Jugendlichen heute spielt. Die Kulturindustrie beutet durch Substitution ein Bedürfnis aus, das eigentlich nur noch eschatologisch zu befriedigen wäre. Vgl. Jürgen Ebach: Kassandra und Jona, S. 43.
    Kulturindustrie ist Sternendienst, und der ist seit je ein Substitut, ein „Ersatz“ des Angesichts.
    Die Hegelsche Diskussion des Hier und Jetzt ist einem sehr sprachlichen Sinne diabolisch; hierbei handelt es sich um einen alten, seit Aristoteles thematisierten, philosophischen Topos. Vor diesem Hintergrund kann man feststellen, daß die Hegelsche Philosophie zwar klug ist wie die Schlangen, aber nicht arglos wie die Tauben.
    Das Eingedenken, die Erinnerung, ist der Verzicht darauf, die Zeit zu instrumentalisieren, der Verzicht auf die Vergegenständlichung der Zeit, wie sie dann selber institutionalisiert wurde im Inertialsystem.
    Das Hebräische kennt kein Futur II und kein Präsens, sondern nur Imperfekt und Perfekt: das Perfekt ist der Kreuzestod, das Imperfekt die Übernahme der Schuld der Welt. Die Opfertheologie hat das Imperfekt in ein Perfekt umgelogen (zusammen mit der Konstituierung des Futur II).
    Ursprung des Futur II in der Tempelwirtschaft, der Geldwirtschaft, dem Opfer- und Sternendienst und der Idolatrie; Ursprung der Ontologie im Futur II (Heideggers „Vorlaufen in den Tod“: Anpassung des Daseins an die Ontologie der Mechanik; bei Heidegger kommt die List der Vernunft an ihr selbstgesetztes Ziel).
    Zum Turmbau von Babel: Er verwirrte ihre Sprache und zerstreute sie über die ganze Erde. Ist die Verwirrung der Sprache und die Zerstreuung der Völker ein Reflex des Begriffs der „ganzen Erde“, des hier entspringenden Weltbegriffs, des ersten Totalitätsbegriffs, auf den die Übernahme der Schuld der Welt dann konkret sich bezieht?
    Ist das Zungenreden (das späte Echo auf die babylonische Sprachverwirrung) nicht das im Griechischen denunzierte Stammeln der „Barbaren“? Und hat nicht die Bezeichnung Barbaren etwas mit den Hebräern/Hapiru zu tun (Umkehrung des Sinnes: der Hellene steht auf der anderen Seite; Ironisierung durch Verdoppelung des ‚br: Hinweis auf den Zusammenhang von Lachen, Objektivierung und Begriffsbildung; Realbedeutung des Objektbegriffs)?
    Verständnis für den Umgang der Apokalyptiker mit der Tradition, für das experimentelle Verfahren der Kollage.
    Zum Buch der Richter (vielleicht auch zum Buch Jona): Die Dinge mit einer ironischen Distanz wahrnehmen, ist in bestimmten Situationen die einzige Möglichkeit, sie überhaupt noch wahrzunehmen. Und zwar dort, wo man wie Abraham, der Hebräer, der als Fremder im Lande lebte, von dem Schrecken ergriffen wird, als den Isaak ihn dann erfahren hat, bei dessen Ankündigung Abraham und Sara lachten. – Bezieht sich nicht hierauf das Jesus-Wort „Ehe Abraham ward, bin ich“? Hat Jesus das in Abraham, in den „Hebräern“ Verfestigte, Verstockte durch seine neue Beziehung zur Welt (Übernahme der Schuld der Welt) wieder verflüssigt, um den Preis des Kreuzestodes?
    Ein blödsinniger Wandspruch: Völkerfreundschaft ja, Vielvölkerstaat nein!
    Katastrophen im Fernsehen (bei denen nicht zufällig immer erwähnt wird, ob und wieviele Deutsche betroffen waren) vermitteln jedesmal auch das empörend „wohlige“ Gefühl, selber noch davongekommen zu sein (in Israel wurde während des Golfkrieges jede Nacht die Skyline von Tel Aviv gezeigt, die den Bewohnern die Möglichkeit bot, Augenzeuge ihrer eigenen Vernichtung zu werden).

  • 01.11.91

    Zur Imago-Dei-Lehre (Jürgen Ebach: Ursprung und Ziel): Sie gibt Sinn nur vor dem Hintergrund des Satzes: „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ und der Asymmetrie, die Emmanuel Levinas (gegen Buber) an der „Ich-Du-Beziehung“ notiert hat: Gott wird für mich durch den Anderen, vor allem durch den Armen und den Fremden repräsentiert. Der Andere wird am Jüngsten Tag mein Richter sein; an dieses Gericht erinnert Walter Benjamins Satz „Glücklich ist, wer seiner selbst ohne Schrecken inne wird“ (Einbahnstraße): der Schrecken ist das präsente Bewußtsein des zukünftigen Gerichts.
    Die Tefillin (die Gebetsriemen mit den Tora-Abschnitten Ex 131-10.11-16, Deut 64-9, 1113-21) werden nach Ex 139,16, Deut 68 als Zeichen an der Hand und als Erinnerungsmal/Schmuck an der Stirn getragen, nach Deut 1118 auch „auf euer Herz und auf eure Seele“ geschrieben; das Zeichen des Tieres ist an der rechten Hand oder an der Stirn anzubringen (Off 1316). Was bedeuten hier Hand und Stirn bzw. Herz und Seele?
    Bekenntnis: Gegensatz der Präfixe ent-/be- (ent-/bekleiden). Das be- drückt einen aktiven (zweckbestimmten?) Gebrauch des mit dem nachfolgenden Verb bezeichneten Tuns aus: das Bekennen ein durch Subjektivität (Glauben) bestimmtes Erkennen. Im Beschreiben, Befürchten, Behandeln, Besichtigen steckt ein bestimmendes, eingrenzendes Moment gegenüber dem Offenen im Schreiben, Fürchten, Handeln, Sehen; es induziert das objektivierende, thematisch eingrenzende, das „definierende“ Moment, den apriorischen Objektbezug, als Teil einer vorausgehenden Absprache oder Konvention (eines „Vertrages“). Im Falle des Bekennens enthält es die Beziehung zu anderen, die diese „Definition“ mit vollziehen, in sich: zuletzt ein dezisionistisches Moment, den Appell an kollektive Gewalt. Bekenntnis und Personbegriff (das Bekenntnis ist Teil der Maske; oder ist es die Maske, die ich anlegen muß, um nach draußen mich „als Christ“ zu erkennen zu geben? – Der Inhalt des Bekenntnisses, der seinem Zweck angemessen sein muß, wird dadurch determiniert).

  • 29.10.91

    Welt und Natur (Begriff und Name/Objekt) verhalten sich wie Lachen und Kränkung, dem die Lösung durch Weinen verwehrt ist (jedes Lachen enthält Wut in sich, ist ein Appell an kollektive Gewalt, das Weinen ist das principium individuationis: ein Hilferuf und Appell an den Parakleten). Das unterdrückte, verdrängte Weinen der Natur (das Verstummen des Objekts: des Tiers) ist die Antwort auf das Lachen der Welt (des Schicksals, des Begriffs, der Gesellschaft). Lachen (Wut) und unterdrücktes Weinen verhalten sich wie Prädikat und Subjekt im Urteil (Reversibilität des Urteils: im Prädikat wird das Tun zum Erleiden: das Handeln zur prädikativen Bestimmung des Subjekts, zum Begriff). In jedem Lachen steckt ein Stück wütende Anpassung an die Welt, und in jedem Weinen, in der Trauer, eine Ahnung davon, was der Natur angetan wird. Naturphilosophie ist möglich nur noch als Trauerarbeit (Zusammenhang mit dem Ursprung der Astronomie, des Geldes und der Schrift – Raum, Geld und Bekenntnislogik). Name und Schrift gehören zusammen wie Innen und Außen (theologischer und herrschaftsgeschichtlicher, „kunsthistorischer“ Ursprung der Schrift: vgl. Kafkas „Strafkolonie“), d.h. so, daß mit der Verewigung des Namens in der Schrift (wie im Opfer und in der Apotheose des Helden: im Geld) der Name seine benennende Kraft verliert und zum Begriff wird (Ursprung der Astronomie).
    Hängen terra und terror (Erde und Schrecken) sprachlich zusammen (ist der Terror gleichsam die Innenseite des „Himmels“, der Feste, die die Wasser voneinander scheidet); ist Adam ein Schreckensname und der „Auftrag“ des Menschen, die Erde (adama) zu bearbeiten, eigentlich der der Verarbeitung des Schreckens, der auf der Erde lastet (erkennbar in der Gestalt der Tiere, die Gott Adam zuführte, denen Adam aber durch Benennung die Solidarität verweigert, mit der Folge, daß die Schlange sich rächte; bezeichnet nicht vor allem der „Staub“ das Produkt des Schreckens)? Und hängt die Ausbreitung des Terrors (die den orbis terrarum zum orbis terroris macht) mit der wachsenden widerstandslosen Anpassung an die verweltliche Welt zusammen? – Vgl. den „Schrecken Isaaks“ und die übrigen Schreckens-Stellen in der Schrift („Der Herr nennt dich … Schrecken um und um“ Jer 203,10, vgl. Jer 465, 4929, Ps 3114).
    Weish 716: „doch der Herr lacht über sie“, vgl. Ps 3713: „Der Herr verlacht ihn …“
    Gegen Nietzsche: Der Atheismus ist nicht Gegenstand einer „fröhlichen“, sondern der traurigsten Wissenschaft. Die Trauer und den Schmerz des Atheismus durch Lachen übertäuben ist barbarisch.

  • 11.10.91

    Kann es sein, daß in dem gleichen Prozeß, in dem die Natur für uns zur Rückseite ihrer selbst geworden ist, dahinter Gottes Angesicht sich bildet, Er sich mit sanftester, aber zunehmender Gewalt manifestiert und nur deshalb nicht wahrgenommen wird, weil die Umkehr, die uns sein Antlitz enthüllen würde, unerträglich scheint; „Du kannst mein Angesicht nicht sehen, denn kein Mensch kann mich sehen und am Leben bleiben“ (Ex 3320).
    Jakob/Israel hat „Elohim von Angesicht zu Angesicht gesehen“ (Gen 3231), während Moses die Herrlichkeit Jahwes nur von hinten sehen durfte (Ex 3218ff).
    Ich habe einmal vor der Entscheidung gestanden, zum Judentum überzutreten, habe es dann aber nicht getan, weil ich den Versuch für unzulässig hielt, dem objektiven Schuldzusammenhang, unter dem ich als Deutscher und Christ stand, dadurch zu entgehen, daß ich von der Täter- auf die Opferseite wechselte. Aus diesem Grunde bin ich in der Kirche geblieben.
    Das Gravitationsgesetz bezeichnet ein Gesetz im Inertialsystem. die Lichtgeschwindigkeit bezieht sich auf eine Erscheinung im Inertialsystem. Der leere Raum ist nicht nur der von Materie, sondern auch der gegen die Fallkraft und gegen das Licht leere Raum (weder dunkel noch hell).
    Das Inertialsysatem ist das Bezugssystem, das Referenzsystem, in dem sich
    – die physikalischen Begriffe definieren,
    – die physikalischen Erscheinungen auskristallisieren und
    – in dem die physikalischen Gesetze herrschen.
    Wenn man es an irgendetwas merkt, daß wir die Täter von Auschwitz sind, dann an der verhängnisvollen, alles vergiftenden Gewalt der Exkulpierungssucht: Alle suchen eine Art natürliche Unschuld wiederzugewinnen, die es im Kontext von Staat, Welt und Natur nie gegeben hat.
    Das pfingstliche Sprachwunder bezieht sich eindeutig auf die Verwirrung der Sprachen beim Turmbau zu Babel; und wenn diese mit der Trennung von Herren- und Sklavensprache zu tun hat, so müßte jenes eigentlich die reale Versöhnung beider vorwegnehmen.
    Der parvus error in principio ist sowohl der Grund, aus dem die Häresien erwachsen sind, als auch der Grund der Selbstverblendung der Kirche.
    Theologie ohne Ansehen der Person treiben, heißt die Trinitätslehre kritisieren.
    Wenn Marx, Freud und Einstein die drei Patriarchen der neuen Theologie sind, wer sind dann die zwölf Söhne Israels?
    Über das, was Hegel selber die List der Vernunft nennt, wird der Schein erzeugt, aus dem dann das Wesen und der Begriff hervorgehen. Diese List, dieser Schein, dieses Wesen sind die Grundlagen der Philosophie des Begriffs. Zentral sind die Reflexionsbegriffe; zu erläutern wäre deren Zusammenhang mit dem Inertialsystem (über die Kantischen Formen der Anschauung und die Antinomien der Vernunft). Nicht zufällig begreift Hegel diese List (und das darin versteckte Moment der Gewalt) als ein wesentliches Moment der Technik, der Maschine. Diese List ist eine objektive List (und die Gemeinheit eine objektive Gemeinheit); Kant hat sie, ohne es zu bemerken, mit den subjektiven Formen der Anschauung in die Philosophie eingeführt (oder aus ihrem begrifflichen Wesen, aus der Trennung von Begriff und Objekt, herausgelesen: ihre Folgen hat er in den Antinomien der Vernunft bezeichnet). Das Resultat war das Reich der Erscheinungen (des gesetzmäßigen Zusammenhangs des Scheins), durch das der Weg zu den Dingen an sich zugleich versperrt war. Grund dafür, daß dieser Zusammenhang bis heute nicht durchschaut werden konnte, war
    – die theologische Besetzung des Bekenntnisbegriffs (deren gegenständlicher Ausdruck die Trinitätslehre und die Opfertheologie ist) und
    – die bis heute unbegriffene Bedeutung des Prinzips der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit.
    Die Sonne, die die Dinge bescheint, erzeugt sie nicht.
    Auch der kirchliche Antijudaismus rührt an den Augapfel Gottes (deshalb benötigte die Kirche die trinitarische Maskerade, den Personbegriff in der Trinitätslehre).
    Der Begriff des Scheins, substantiell geworden im kantischen Begriff der Erscheinung, läßt auch die kopernikanische Wende und die newtonsche Gravitationstheorie nicht unberührt. Auf einen einfachen Nenner gebracht: Hier wird die Nachtansicht der Welt auf den Tag übertragen (kann es sein, daß sich Nacht und Tag unterscheiden wie Jahwe und Elohim, und wie die Hebräer und die Israeliten?).
    Der Unterschied zwischen CDU- und SPD-Politikern ist der zwischen Profis und Laien-Darstellern, wobei man einfach sehen muß, daß ein Kohl das Instrumentarium der Gemeinheit besser beherrscht als ein Vogel, Lafontaine oder Engholm (Engholm hatte nur das zweifelhafte Glück, Opfer eines CDU-Laienschauspielers zu werden; aber das macht ihn noch nicht zum Profi).
    Wodurch unterscheidet sich die Luft vom Wasser (das Gasförmige vom Flüssigen: Beziehung zum Raum: Volumen beim Flüssigen unabhängig, bei der Luft abhängig vom Druck)? Gibt es eine mikrophysikalische Theorie des Flüssigen (in Analogie zur thermodynamischen Gastheorie und zur Festkörperphysik)?
    Wasser und Schuldzusammenhang: Wasser nicht geschaffen; Medium des Chaos (des Chaos-Drachens); Trennung durchs Firmament (Drachen oben und unten); Sintflut; Schöpfung des Himmels und der Erde/ Sch. d. H., d. E. und des Meeres; am Ende wird das Meer nicht mehr sein. – Thales: Ursprung von allem ist das Wasser; Schuldzusammenhang flüssig (Verschiebung, Projektion).

  • 09.10.91

    – Welt und Natur als Totalitätsbegriffe (Produkte der verandernden Kraft des Seins),
    – das Inertialsystem, das Geld und das Bekenntnis,
    – oder die transzendentale Logik und ihr Objekt
    sind (als Stabilisatoren des Ich) Grund und Folge der Vernichtung der Gegenwart (oder des Antisemitismus als Grund und Inbegriff jedes Vorurteils: der Antisemitismus ist keine Folge der Xenophobie, sondern die Xenophobie Folge des Antisemitismus; Antisemitismus ist die Furcht vor dem Antlitz Gottes, Xenophobie die vor dem eigenen Gesicht), die Schrift das einzige Medium ihrer Wiederherstellung (durch Erinnerungsarbeit). Das Inertialsystem durch die Schrift ersetzen!
    Falsch ist die Vorstellung, daß die Richtungen im Raum einander äquivalent sind (Differenz von unten und oben, leuchtenden und beleuchteten Gegenständen).
    Blochs „Dunkel des gelebten Augenblicks“: Das Ich (oder auch das Sein oder der Begriff) bringt die Gegenwart zum Verschwinden (es steht sich selbst im blinden Fleck). Das Absolute Hegels, in dem kein Glied nicht trunken ist, ist der Inbegriff des Verschwindens der Gegenwart (als Totalitätsbegriff: die Trunkenheit des Begriffs die präzise Beschreibung dieser Bewegung des Verschwindens).
    Zur mathematischen Struktur der Bekenntnislogik: der Freund meines Feindes ist mein Feind, und der Feind meines Feindes ist mein Freund (das Ich gründet im Nein).
    „… ist die Intentionalität genau diejenige Modalität des Denkens, die das Mögliche dem Sein unterordnet und somit als Mögliches aufopfert. Das Denken des Seins wird zum Sein des Denkens. Der Genitiv der Intentionalität kehrt sich um.“ (Levinas: Außer sich, München 1991, S. 50f) Erläuterung des Rosenzweigschen Hinweises auf die „verandernde Kraft des Seins“, Zusammenhang mit dem Gesetz der Umkehrung, dessen gegenständliches Korrelat das Inertialsystem und seine seine Reflexionsformen (Geld, Bekenntnis) sind.
    Begriff und Ursprung der Gemeinheit: Gemeinheit ist strafrechtlich nicht zu fassen, weil sie beweislogisch nicht zu fassen ist. Gemeinheit verdankt sich der Verführungskraft der Reflexionsbegriffe: das Nicht-Beweisbare ist nicht; und das Eine ist das Andere des Anderen (also nicht das Eine). Sie unterdrückt und verdrängt Erfahrung, erfahrene Wahrheit, indem sie „nachweist“, daß das Andere der Erfahrung wahr, die reale Erfahrung dagegen (wie die Thesen und Antithesen der Kantischen Antinomien der reinen Vernunft) nicht nachweisbar und, da einem anderen vorrangigen Beweisinteresse (im Bereich des Staatsschutzes: dem des Staates) widersprechend, irreal ist. Das Gewaltmonopol des Staates ist der beste Schutz der Gemeinheit, seit die Gemeinheit im Rahmen des herrschenden Begriffs der Objektivität (in Naturwissenschaft und Kapitalismus, und in Verwaltung und Staat: letztlich in den Totalitätsbegriffen Natur und Welt) selber objektive Realität und Gewalt gewonnen hat. Gemein ist jede Instrumentalisierung; und gegen Instrumentalisierung ist keine Wahrheit (auch nicht der kritische Begriff der Instrumentalisierung selber) mehr gefeit.
    Der Personbegriff trennt den Namen von seinem „Träger“, macht ihn zu einer Eigenschaft, einem Prädikat: Produkt der Anpassung ans begriffliche Denken. Die Person ist das apriorische Objekt des Rechts, gleichsam deren materia prima, sie bezeichnet das Rechtssubjekt, das sich in seiner Beziehung zum Eigentum konstituiert, in dieser Beziehung schuldfähig ist, deshalb die Zurechenbarkeit von Schuld begründet: Personen sind berechenbar. Durch den Personbegriff werden umgekehrt Prädikate zu Namen (wird, wer gemordet hat, zum Mörder), werden Namen zum Ausdruck von Schuld. Im Bannkreis des Personbegriffs wird Freiheit zur Wahlfreiheit, zum liberum arbitrium, während der der Idee des Glücks zugrunde liegende Freiheitsbegriff die Befreiung von Schuld, das Heraustreten aus dem Bannkreis der Herrschaft, die Erlösung bezeichnet: das Sich-geliebt-Wissen, das die Fähigkeit zu lieben zur Grundlage hat, das Ende des Selbstmitleids.

  • 07.10.91

    Die aufgedeckte Scham bei Noe bezeichnet einen „Fortschritt“ gegenüber dem Ursprung der Scham in der Geschichte vom Sündenfall. Wie verhält sich die Scham zur Erkenntnis?
    Ist das mit der Todesdrohung verbundene Sehen „von Angesicht zu Angesicht“ bei Jakob auf Elohim bezogen, mit der Folge der Benennung Jakobs als Israel; ist es bei Moses, der Gott nur von hinten sieht, auf Jahwe bezogen?
    Gibt es entsprechend der aufgedeckten Scham auch ein aufgedecktes Antlitz?
    Die Physik gehört in den zweiten Schöpfungsbericht (in die Geschichte vom Sündenfall), nicht in den ersten.
    Das griechische Erbe, oder das Erbe des begrifflichen Denkens (der Hypostasierung des Prädikats, Konsequenz des Seinsbegriffs und der damit verknüpften Zeitformen des Verbs), hebt die Differenz zwischen Selbst- und Fremdbezeichnung auf: die Selbstbezeichnung des Fremden verschwindet im großen Sack der Barbaren (und der Materie).
    Der Weltbegriff ist der Inbegriff der vollendeten Fremdbezeichnung (der Zerstörung des Namens). Er verwischt die Differenz zwischen dem Einen und dem Anderen, ist der Grund der Reflexionsbegriffe. Diese Differenz kehrt dann wieder als Differenz zwischen Welt und Natur (begrifflosem Objekt und objektlosem Begriff). Beide stehen unter dem Bann des Totalitätsbegriffs Welt.
    Ins Verhältnis des Welt- zum Naturbegriff scheint auch das von Sonne und Mond (das sprachliche und das genealogische) mit hereinzuspielen.
    Wenn der Stammbaum Kains stimmt, dann gehört der Brudermord zu den Fundamenten der Zivilisation.
    Der Säkularisationsprozeß ist eins mit dem Prozeß der fortschreitenden Instrumentalisierung: In der Welt gibt es keinen Endzweck.
    Das Verhältnis des Säkularisationsprozesses zur Genealogie bestimmen (Indikator: mein Verhältnis zu meiner Familie; sh. die Namen meiner Töchter und die Last, die ich ihnen damit aufgebürdet habe; ist es den Eltern eigentlich klar und bewußt, was sie ihren Kindern zumuten durch Institutionen wie Erstkommunion und Schulbesuch?).
    Die Wünsche der Eltern sind Fallen für die Entwicklung der Kinder. Das Verhältnis zur Welt wird vorgeprägt durch das zu den Eltern (durch die Form der Ablösung von den Eltern).
    In der entfremdeten Welt scheint es ein Ich-Gefühl nur noch über den Mechanismus der Empörung zu geben.
    Der Vater Alexanders war Philippus, der Pferdefreund; sein Lehrer war Aristoteles, dessen Metaphysik schon Hegelsche Staatsphilosophie war.
    Das Gravitationsgesetz korrespondiert der Subsumtion der Arbeit unters Tauschprinzip. D.h. das Subjekt der Physik steckt im Gravitationsgesetz (allerdings durch Gleichnamigmachung entstellt).
    Es muß möglich sein, die Sprache der Musik (ebenso wie die der Bilder) genauso zu verstehen, wie der heilige Franziskus die Sprache der Tiere verstanden hat.
    Kohls Dementi „Wir sind kein ausländerfeindliches Land“ klingt wie der in Gesprächen und Diskussionen immer wieder zu hörende Satz „Ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber …“ Es ist ein Dementi, das der Begründung nicht mehr bedarf, weil es das Gesamtgewicht der Persönlichkeit (und in diesem Falle das des politischen Amtes, oder des blinden Flecks, den es repräsentiert) in die Waagschale wirft. Das Dementi erfüllt den taktischen Zweck, eine offen zutage liegende Erfahrung zu tabuisieren: diese darf nicht mehr laut werden. Genau dieses Dementi gießt Öl ins Feuer der Ausländerfeindschaft.
    Der positive Bekenntnisbegriff, der dem heutigen Religionsbegriff zugrundeliegt und seinen Ausdruck findet im Glaubensbekenntnis, verdankt sich der Umkehrung (und Bewahrung) des Schuldbekenntnisses, das hier umschlägt in ein Instrument der Komplizenschaft. Genau darin liegt die gemeinschaftsbildende Kraft dieses Bekenntnisses begründet. So wirkt es als Bindemittel, mit dem die Kirche ihre Gläubigen, die Nation das Volk und der Fußballverein seine Hooligans, an sich bindet.
    Der Satz „Richtet nicht …“ schließt Kritik nicht nur nicht aus, sondern liefert dazu das reflektive Moment, durch das Kritik vom richtenden Urteil sich unterscheidet. Ziel von Kritik ist nicht die Widerlegung einer These oder die Überwindung eines falschen Standpunkts.
    Unser Denken ist ein Teil der Welt, und die Kritik der Welt schließt die Kritik des eigenen Denkens mit ein.
    Theologie, die nicht dazu beiträgt, den gegenwärtigen Weltzustand zu begreifen, verdient diesen Namen nicht. Der gegenwärtige Weltzustand ist ein Zustand in dem Sinne, in dem die allgemeine Relativitätstheorie einen Weltzustand beschreibt, der das Gravitationsgesetz in sich enthält.
    Nur durch die positive Rezeption des Weltbegriffs ist die Theologie in die verhängnisvolle Lage geraten, den Begriff einer creatio es nihilo aufzunehmen. In der Schrift heißt es „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde“; es gibt kein Davor, insbesondere kein Davor, das mit Nichts auch nur halbwegs zureichend zu bezeichnen wäre. Heideggers Frage „Warum ist überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?“ ist ohne Auschwitz nicht mehr zu denken; und das Nichts vor der Schöpfung hat sich als Quelle der vernichtenden Gewalt gegen die Schöpfung enthüllt. Das real existierende Nichts ist der Tod.
    Der Fall ist die Bewegung, in der das Subjekt seinen Namen verliert und ins Prädikat hereinrutscht (Ableitung der babylonischen Sprachverwirrung).
    Zur prädikativen Struktur der Mathematik: Die Griechen haben die Winkel entdeckt. Die Fähigkeit, damit mathematisch umzugehen, wurde erworben mit der Entdeckung der trigonometrische Funktionen. Wie verhalten sich diese zur Infinitesimalrechnung, zur Integration und Differentiation? Sind die trigonometrischen Funktionen rein räumliche Funktionen, während die Infinitesimalrechnung sich der Hereinnahme der Zeit verdankt (Begründung des Bewegungs-, Kraft- und Energiebegriffs: Inertialsystem). Wie verhalten sich dazu die Irrationalzahlen wie die Kreiszahl und die Basis des natürlichen Logarithmus?
    Resultiert die Sprachverwirrung aus der Schuldknechtschafts-Katastrophe (Polarisierung in eine Herrensprache und eine Schuldner-/Sklavensprache)?
    Hängt der Satz „Seid klug wie die Schlangen und arglos wie die Tauben“ mit dem anderen zusammen, wonach Gott die Erde gegründet und den Himmel aufgespannt hat?
    Das Überzeugen, das Bekennen und das Rechtbehalten gehören zusammen. Das Rechtbehalten begründet die Beweislogik des Bekenntnisses: es muß unwiderlegbar sein. Unwiderlegbar aber ist nur die Apokalypse, die Katastrophe.
    Wie hängt der Ödipuskomplex mit der Astronomie zusammen?
    Wo nichts ist, da hat der Kaiser sein Recht verloren: Dieser Satz beschreibt präzise die Gründe für den Untergang des Römischen Reiches.
    Ist das Problem der Ableitung der Mikrophysik aus dem Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit ebenso und aus vergleichbaren Gründen unlösbar wie das Dreikörper-Problem in der Astronomie?
    Hat die aristotelische steresis, die privatio, die Beraubung, etwas mit der Geldwirtschaft und mit dem privaten Eigentumsbegriff zu tun?
    Wo wurden die Christen zum erstenmal Christen genannt: in Antiochien? Diese Fremdbezeichnung haben sie dann für sich übernommen; eine davon abweichende Selbstbezeichnung scheint es nicht zu geben. Dieser Begriff des Christentums hat den dogmatischen Prozeß (mit dem Personbegriff als absoluter Fremdbezeichnung des Selbst im Zentrum) determiniert und bestimmt.

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