Theologie

  • 29.01.92

    Die Vorstellung einer natürlichen Unschuld, einer stummen, vorsprachlichen Unschuld, auch die Bindung der Unschuld an den Bereich der Sexualität, honoriert das Vergessen. So hängt die Übernahme der Sünde der Welt mit dem Logos zusammen (gegen Rousseau und Derrida: gegen den christologischen Naturbegriff). Was bedeutet eigentlich die christliche Trinitätslehre, die Christologie und die Opfertheologie (die Lehre vom Sühneleiden Jesu) für das Verständnis der Sprache und der Erinnerung (Erinnerung und Raum: nicht getrennt vom Raum als Form der äußeren Anschauung, sondern Arbeit der Umkehr als Bedingung der Rekonstruktion der Sprache – Adams Benennung der Tiere)?
    Der Zusammenhang des Logos mit der Übernahme der Sünde der Welt, wird noch deutlicher, wenn man mit hereinnimmt, daß der Weltbegriff die Hypostase des anklagenden Prinzips ist und die Sprache erst in ihrer parakletischen Funktion sich konstituiert und entfaltet.
    Lukas hat ein Evangelium und die Apostelgeschichte (die Geschichte des Paulus und der beginnenden „Heidenmission“), Johannes ebenfalls ein Evangelium, dazu aber die Apokalypse. Werden die Evangelien des Lukas und des Johannes nicht durch die zweiten Schriften mit bestimmt? Steht im Johannes-Evangelium die Geschichte mit den sieben unreinen Geistern?
    Steht nicht der „Jünger, den der Herr lieb hatte“ für diesen Zusammenhang von Logos und Übernahme der Sünde der Welt und von Weltkritik und Name des Parakleten (vgl. auch die Geschichte vom Wettlauf zwischen Petrus und diesem Jünger zum Grab).
    Die Beziehung des Raumes zur Sprache wird durch ihre drei Dimensionen definiert: durch das Verhältnis von „Im Angesicht“ und „Hinter dem Rücken“, von Rechts und Links und von Oben und Unten. Die trigonometrischen Funktionen sind Vergegenständlichungen der verdinglichten Umkehr. Wie hängen diese Dinge zusammen mit der Konstellation von Idolatrie, Sternendienst und Opfer? (Der Historismus: die Verdoppelung des Hinter dem Rücken. Die Last der Vergangenheit durch Vergegenständlichung sich zueignen anstatt sie zu übernehmen.)
    Die Erinnerungsarbeit wird symbolisiert durch den descensus ad inferos.
    Die Hilflosigkeit Drewermanns hängt damit zusammen, daß er an einem Begriff der Unschuld festhält, der auf Natur (den Mythos) und nicht auf die versöhnende Kraft der Sprache (den Logos, die Übernahme der Sünde der Welt und die Gottesfurcht) verweist. Das ist es, was ihn auf so merkwürdige Weise nicht nur hilflos, sondern zugleich stumm und aggressiv macht (was wiederum die Erfahrung einer ganzen Schicht von Gläubigen zu treffen scheint). In seinem Konflikt mit der Kirche prallen zwei Formen der Stummheit aufeinander, und deshalb ist eine Konfliktlösung fast unmöglich.
    Goethes „zu den Müttern“ ist ein Echo des rousseauschen inzestuösen Naturbegriffs.
    Es gibt keine Häresie, die nicht auf ein ungelöstes Problem in der theologischen Tradition hinweist. Nur mit der Verurteilung der Häresie wird das Problem bloß verdrängt, nicht gelöst, verurteilt die Kirche sich selber. Das gilt zuletzt auch für ihr Verhältnis zur naturwissenschaftlichen Aufklärung.
    Im Gegensatz zur griechischen (und zu den dann folgenden europäischen Sprachen insgesamt) hat die hebräische Sprache kein Futur: Sie ist eine Sprache der Erinnerung, des Eingedenkens. Die Vergangenheit ist ihr apriorischer Gegenstand. Die Bildung des Futur (insbesondere des Futur II) zieht ihre Kraft aus der Vergegenständlichung und Instrumentalisierung der Vergangenheit. Sie macht die Zukunft wie die Vergangenheit: In diesem Kontext (von Mythos, Schicksal und Philosophie) entspringt der Begriff. Das Christentum hat durch das Bekenntnissyndrom, durchs trinitarische Dogma und die Opfertheologie, diese Instrumentalisierung der Vergangenheit verinnerlicht und damit fast unangreifbar gemacht. Es hat damit das Vergessen gefördert, dem Eingedenken, der Erinnerung die Grundlage entzogen. Die Christologie ist an die Stelle der Auseinandersetzung mit der Vorvergangenheit getreten; seitdem werden in der christlichen Geschichte Vergangenheiten nur noch überwunden (bis in die Geschichte der Aufklärung hinein, die insoweit ins christliche Erbe eingetreten ist). Mit der Verdrängung aber wächst die Last der Vergangenheit.
    Welche Bewandnis hat es eigentlich damit, daß Maria Magdalena und die anderen Frauen am Ostermorgen zum Grab hinausgehen mit „Spezereien“, offensichtlich um den Toten zu salben („einzubalsamieren“)? Wie hängt diese Salbung mit der messianischen Salbung zusammen, mit dem Namen des Messias? Und wie hängt sie mit der Königstradition zusammen? Gibt es eine Beziehung zur Präparierung der Toten in Ägypten?

  • 28.01.92

    Hängt die Unterscheidung von Rechts und Links nicht auch mit der von Plus und Minus (Erfindung der Null als Voraussetzung des Inertialsystems) und mit dem Schuldenproblem in der Geldwirtschaft zusammen (Schuldknechtschaft, doppelte Buchführung)? Erst mit der Vorstellung des unendlichen (homogenen und isotropen) Raumes setzt sich die Herrschaft des Tauschprinzips endgültig durch, wird der letzte Widerstand beseitigt. Im Inertialsystem werden die Dinge von allen Seiten von hinten betrachtet, und mit dem Gravitationsgesetz ist in jeder Richtung unten, gibt es kein Oben mehr, das die Gegenbewegung zum Fall anzeigen würde. Seitdem sind die Gottesfurcht und die Gnade (die Barmherzigkeit) grundlos geworden, und ist die Welt alles, was der Fall ist.
    Die Reversibilität der Richtungen im Raum ist die Grundlage der mathematischen Gleichung. Und die Gleichheit ist eigentlich die von Vergangenheit und Zukunft, die vermittelt ist durch die Vorstellung des unendlichen, homogenen und isotropen Raumes. Hierbei bedeutet die „Unendlichkeit“ des Raumes letztlich, daß die Endlichkeit der Dinge kein Ende hat, und daß alles, was ist, endlich ist.
    Muß nicht die Interpretation der Mikrophysik im Sinne der Kopenhagener Schule (oder zumindest ihrer deutschen Varianten) metaphysiziert, theologisiert werden, um den Widerspruch zu verdecken, der eigentlich einer des (physikalischen und gesellschaftlichen) Systems ist.
    Sind nicht die aristotelischen Topoi (seine Lehre vom natürlichen Ort der Dinge) notwendige Elemente seiner Metaphysik, d.h. einer Metaphysik, die den Begriffsrealismus zur Grundlage hat. Auch der Unbewegte Beweger ist ein topologischer Begriff, die Vergeistigung des Falles, Produkt jenes Kurzschlusses, der das Denken des Denkens vergöttlicht, indem er es zum Gegenstand der Theoria, des Schauens, macht (Ursprung der christologischen Logik).
    Was wir aufgrund einer schlechten Übersetzung die Schriftgelehrten nennen, sind in Wahrheit die Schreiber gewesen, die allerdings zugleich auch Schriftgelehrte waren. Die Trennung beider Funktionen, der Kopisten von den Scholaren, ist mittelalterlichen Ursprungs und setzt die Kanonisierung der Schrift (und der anderen Autoritäten) voraus. War nicht Esra ein „Schriftgelehrter“?
    Die Elemente der Selbstinstrumentalisierung im Tierreich: Der Mensch hat diese Mittel der Selbstinstrumentalisierung (die Hörner, Klauen, Zähne, aber auch die Fisch- oder Vogelgestalt) in seinem Verstand verinnerlicht und in der Hand universalisiert. Sind nicht die Fische und Vögel auf eine sehr viel mathematischere Weise lateral-symmetrisch als beispielsweise die Säugetiere und erst recht die Menschen?
    Bei den Pflanzen ist vorne, rechts und oben identisch: sie kennen eigentlich nur oben und unten (Blüte und Wurzel; sie wurzeln im Grunde und „streben zum Licht“). Bei den Tieren wird die Unterscheidung von vorne und hinten bzw. rechts und links erkauft durch die Unfreiheit noch oben, während für den Menschen oben, rechts und vorne getrennte Dimensionen sind.
    Die Subjektivierung der sekundären Sinnesqualitäten ist nur ein Aspekt der Sache: Die Subjektivierung der räumlichen Dimensionen ist der verdrängte Grund des gesamten Subjektivierungsprozesses. „Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten, daß sie nackt waren“: Diese Scham ist der erste Ursprungsreflex des unendlichen Raumes; er hat zur Voraussetzung die Erkenntnis des Guten und Bösen, die Vorform der instrumentalisierenden, vergegenständlichenden Erkenntnis.
    Für die Fische ist das Wasser das Medium der vollendeten Öffentlichkeit: die Fische kennen keine Scham und keine Privatsphäre; die Vögel dagegen haben ihre Nester und ihr Federkleid. (In welcher Beziehung stand die Vogelschau zur Unterscheidung von Rechts und Links?)
    Die Fische und die Vögel bewegen sich in einem dreidimensionalen Medium: im Wasser und in der Luft.
    Weshalb werden bei der Sintflut die Tiere gerettet und dann zu Nahrung freigegeben?
    Im Angesicht, das ist etwas anderes als von Angesicht zu Angesicht. Der Satz „Laß dein Angesicht leuchten über uns“ drückt eher aus, was mit dem „Im Angesicht“ gemeint ist.
    Wer eine Sache hinter ihrem Rücken untersucht (wer „über“ eine Sache forscht), muß mit der Verdachts- und Beweislogik arbeiten und dann auch „hinter“ der Sache nach dem Grund suchen. Alle Hypostasierungskonzepte (imgrunde die ganze Philosophie, die Suche nach den archä) verdanken sich dieser Logik und treiben sie in die Dialektik hinein. Diese Hypostasierungslogik ist ein Motor der naturwissenschaftlichen Aufklärung, sie wirkt nach bis hinein in die Kopenhagener Schule: Die Hypostasierung der „Rätsel“ der Mikrophysik dient nur der Stabilisierung dieser Logik, die ihre letzte Stütze in der Vorstellung des unendlichen Raumes hat. Und diese Logik ist die Herrschaftslogik.
    Wer „eine Frage in den Raum stellt“, sucht keine Antwort, sondern eine „Lösung“: Grundlage des Verwaltungsdenkens (Zusammenhang mit dem Personbegriff).
    Was hat der Caesar, der wie der König (der Gesalbte) in der Heros- und Opfertradition steht, mit der Durchsetzung des Raumes und des Weltbegriffs zu tun, mit der Gewalt, die beide repräsentieren? Wo liegt der Unterschied zwischen der königlichen und der kaiserlichen Gewalt (Zusammenhang mit dem Fernhandel, der Stabilisierung des internationalen Marktes, mit dem Pantheon und der neuen Gestalt und Funktion der Religionen)?

  • 27.01.92

    Die kopernikanische Wendung hat das, was Adam Smith in der Ökonomie die „invisible hand“ genannt hat, in der Natur als eine Instanz etabliert, die sich dann bei Kant als das transzendentale Subjekt enthüllt.
    Die auftrumpfende Bescheidenheit des deutschen Idealismus.
    Ist ein „Kronzeuge“, der in den Händen eines vom Verfassungsschutz beauftragten Therapeuten war, überhaupt noch in der Lage, die Aufgabe eines Kronzeugen wahrzunehmen?
    Das Verhältnis von Idee und Begriff hat Teil an dem Verhältnis von „Im Angesicht“ und „Hinter dem Rücken“. Nur durch seine Beziehung zu den Ideen gewinnt der Begriff seine benennende Kraft.
    Das „liberum arbitrium“ ist Indiz für eine Gesellschaft, die rechts und links nicht mehr unterscheiden kann. Die Wahlfreiheit setzt Verhältnisse voraus, in denen ich frei wählen kann, ob ich ein Auto, einen Fernseher oder eine Waschmaschine kaufe; und er setzt ein Weltverständnis voraus, in dem ich mich im Raum frei nach allen Seiten wenden (und bewegen) kann, in dem die Freiheitsgrade des Raumes für mich (unter den Prämissen der Geldwirtschaft, und sei es der Schuldknechtschaft) real geworden sind. Das „liberum arbitrium“ hat sowohl die Geldwirtschaft als auch das Inertialsystem zur Voraussetzung.
    Die Vorstellung von der Unsterblichkeit der Seele ist insoweit falsch, als sie die Vorstellung mit enthält, daß man für sich allein selig werden könne. Sie genetisch von der Hades-Vorstellung nicht zu trennen.
    Mit jeder Häresie hat die Kirche auch ein Stück ihrer selbst verurteilt. Und jede Häresie war ein Hinweis auf ein Unaufgelöstes in der Kirche selbst, das sich dann mit der Verurteilung der Häresie auch verhärtet hat, unkenntlich gemacht wurde. Sofern es doch wahrgenommen wurde, blieb diese Wahrnehmung punktuell, folgenlos.
    Gibt es außer im Buch Jona noch andere Schiffskatastrophen in der Schrift (außer bei Paulus auf dem Wege nach Rom).
    Ist die Gottesknecht-Vorstellung nicht auch ein Hinweis auf den Charakter und die Bedeutung der „hebräischen“ Schrift?
    „Das Heil kommt von den Juden“: das sagt Jesus zur Samariterin.
    Hängt die „Erschaffung“ der Seetiere damit zusammen. daß nur der Vater den Tag und die Stunde kennt?
    Die Mathematik und die Naturwissenschaften verhärten sich, bevor die Stimme das Ohr erreicht.
    Der Begriff der Materie enthält die Erinnerung an die Geschichte des Mordes und der Opfer.
    Nietzsches Lehre von der „ewigen Wiederkehr des Gleichen“ ist die moderne (verinnerlichte) Variante des antiken Sternendienstes: Die Anbetung des sinnlosen Kreisens der Planeten. Es ist das Herrendenken, das zwangsläufig in den Götzen- und Sternendienst hineinführt, und in dessen Bannkreis kein Weg herausführt. Insofern gehören der Wille zur Macht und die Idee der ewigen Wiederkehr des Gleichen zusammen.
    Es ist der ungeheure Anspruch des Christentums, daß durch das Leben und den Tod Jesu die Sünde der Welt hinweggenommen ist. Und es ist dieses Exkulpationsversprechen, dieses Versprechen, schuldfrei leben zu können, das die Menschen immer noch ans Christentum bindet. Aber der Grund und die Bedeutung dieses Versprechens wird durch die Theologie nicht mehr eingelöst. Es hat keinen rationalen Hintergrund mehr. Und das ist die Situation, in der die Drewermänner ihr Geschäft machen können.
    Drewermanns Kirchenkritik ist nicht prophetisch, sondern wird durch die Struktur des Schuldverschubsystems bestimmt, das ohne Projektion nicht funktioniert.
    Die Kirche hat ihr Herrschaftssystem u.a. dadurch begründet und etabliert, daß sie das Mitleid von den real Armen und Bedrängten auf sich selbst umgeleitet hat. Das war nur möglich im Rahmen und auf der Grundlage des Schuldverschubsystems. Sie hat damit in sich selber und in den Gläubigen den Keim des Selbstmitleids eingepflanzt. Ein Opfer dieses Selbstmitleids ist Drewermann, der diese Mechanismen phantastisch beherrscht und das für Psychotherapie hält. Ist nicht Drewermann Ausdruck einer Gefahr, die ihre Wurzeln nicht in ihm, sondern in der Kirche hat, und deren erstes Opfer selber ist?
    Drewermann versucht die vermeintlich exkulpatorische Kraft des Bekenntnisses (die es erst durch die Annahme des Bekenntnisses seitens des Opfers wird) durch Privatisierung zu retten. Er hat etwas von einem Theologen der freien Marktwirtschaft (ein Ludwig Erhard der Kirche: auch sein Konzept war nur eine Währungsreform).
    Gibt nicht Kohl der raf im Nachhinein recht, wenn er den ermordeten Rohwedder in die Tradition der Göringschen Treuhand-Gesellschaft stellt (übrigens der gleiche Kohl, der selber von jenem Herrn Ries gesponsert worden ist, der selbst ein Nutznießer der ersten Treuhand-Gesellschaft war).
    Es kommt darauf an, die erkenntniskritische Tradition, die von Berkeley über Locke und Hume bis Kant und Ernst Mach die Naturwissenschaft kritisch begleitet hat, endlich auf den Punkt zu bringen, an dem sie greift.
    Gibt es ein Konsens-Ideal ohne Feindbild? Ist der Konsens ein erstrebenswertes Ziel (sofern nicht die eigene wissenschaftliche Karriere davon abhängt)? Würde es nicht auch mit dazugehören, daß man begreift, daß es Fragen gibt, zu denen es keine konsensfähige Antwort gibt? Kant hat das reflektiert in seinen Antinomien der reinen Vernunft. Das Problem, das Kant hier angesprochen hat, ist eigentlich nie wirklich aufgearbeitet worden, auch von Hegel durch Harmonisierung eher verdrängt als gelöst worden. Die Hegelsche Verarbeitung war an den affirmativen Gebrauch der List gebunden („das Eine ist das Andere des Anderen“); genau damit hat Hegel das verbleibende kritische Moment neutralisiert.
    Darin liegt die große Bedeutung des Begriffs der Gottesfurcht, daß er in die Lage versetzt und den Grund dafür liefert, daß auch Schuld Gegenstand der Reflexion ist, und daß auch Diskonsens auszuhalten und zu ertragen ist. Die Fragen, die die Kantischen Antinomien der reinen Vernunft aufwerfen, sind dann (z.B. hinsichtlich des Raumes zugunsten der Verstellung seiner unendlichen Ausdehnung) nach dem Prinzip Bequemlichkeit gelöst worden, nicht nach dem Anspruch der Vernunft.

  • 24.01.92

    Ist nicht die Zerstörung des Tempels (Beginn des rabbinischen Judentums) in der Tat die Parallele zum Kreuzestod (die Erde bebte, und der Vorhang zum Allerheiligsten riß entzwei): die epochale Erschütterung, die die Welt konstituierte (Bedeutung des Hebräerbriefs)?
    Das Zeichen des Jona: hängen die drei Verleugnungen des Petrus (die drei Tage im Bauch des Fisches) mit den drei Tagen in der Unterwelt (vor der Auferstehung) zusammen? Und ist der Tempel sein Leib (vgl. Hebräerbrief)?

  • 23.01.92

    Bilderverbot und Abbild Gottes: Abbild Gottes ist der Andere (nicht jenes allgemeine Subjekt, das auch das Ich umfaßt). Darin gründet der Hinweis auf die Asymmetrie der Ich-Du-Beziehung (Levinas). Die Eigenliebe ist nicht das Referenzobjekt der Nächstenliebe, sondern ihr Grund: Nur im Anderen liebe ich Gott und mich selbst.
    Aus einer Fernseh-Reklame: „Als ob der Sommer nie zu Ende geht“. Der Konjunktiv scheint in einer Welt, in der die Menschen mit dem Handeln das Wünschen verlernen, endgültig abzusterben. Auch der Irrealis wird wie der Fernsehfilm indikativisch verstanden. Die Kategorie der Möglichkeit, die die Zukunft offenhält, ist hinter dem „Geschehen“, den objektiven Abläufen, in die Geschichte sich verwandelt, zu verschwinden. Vergleiche damit auch die Sprache in den Handbüchern für elektronische Geräte, deren Unfähigkeit, Sachverhalte verständlich und eindeutig auszudrücken, aus dem Verlust eines ganzen Spektrums grammatischer Formen sich herleitet (z.T. bereits vom Duden sanktioniert, der in dem technologischen Charakter der Sprache in der eigenen Grammatik selber diesen Verlust dokumentiert).

  • 22.01.92

    Hängt der Schicksalsbegriff mit der Zirkulationssphäre (Vorstufe des Begriffs der Ware: „Einsammeln, Lagern und Verteilen“ -Wilfried Nippel: Griechen, Barbaren und „Wilde“, S. 127) zusammen? Vgl. die Bedeutung des Tempels in der Antike, den Begriff des daimon (Zuteiler des Schicksals), den Ursprung des Geldes, schließlich die Verinnerlichung des daimon im Ursprung der Philosophie und der Wissenschaft (Abstraktion, Identität, Vergleich: die „verandernde Kraft des Seins“).
    Verletzt die Theologie heute nicht das Gebot „Du sollst kein falsches Zeugnis geben wider Deinen Nächsten“?
    Hängt die Scheidung der Wasser (durch das Firmament) mit dem Ursprung der Mathematik zusammen. Benannt wird das Firmament! Ist das Wasser (zusammen mit dem Feuer) das eigentlich mathematische „Element“? „Finsternis lag über der Urflut. Und der Geist Gottes schwebte über den Wassern“. Der Himmel (schamajim) ist die Einheit von Feuer und Wasser. Nachdem die Sintflut schon gewesen ist, beim nächsten Mal Feuer? Verhält sich das Licht zum Feuer wie die Schwerkraft zum Wasser (im Schöpfungsbericht kommt das Feuer nicht vor, außer im Namen des Himmels)?
    Liefen die Positionen des bayerischen Staatssekretärs (in der Sendung über Vergewaltigungen am 21.1. abends in hr 3) nicht auf die Verteidigung der Gewalt gegen ihre Diskriminierung hinaus: Seine These, die Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe würde die Männer schutzlos gegen unbeweisbare Vorwürfe der Frauen machen, übersieht, daß die Frauen schutzlos der Gewalt von Männern ausgeliefert sind; aber das war unerheblich und interessierte ihn nicht, weil er sich damit nicht identifizieren konnte. Die Gefahr der Diskriminierung von männlicher Gewalt erschien ihm schlimmer. Wahrscheinlich war ihm bewußt, daß damit auch die Legitimierung der staatlichen Gewalt in Gefahr geriet.

  • 21.01.92

    Als Person bin ich „zurechnungsfähig“, und diese Zurechnungsfähigkeit wird durchgesetzt über Gefängnisse und Irrenanstalten. Ist die Person das leere, reine und geschmückte Haus für die sieben unreinen Geister? Und gründet die Person in der Austreibung des einen unreinen Geistes?
    Unsere Theologie heute ist nur noch verständlich auf der Grundlage und im Kontext des Verwaltungsdenkens, sie ist eine Theologie der verwalteten Welt und deshalb blasphemisch.
    Die katholische Kirche in Deutschland wird heute schon durch die Physiognomie ihrer Bischöfe widerlegt. Heute beruht die Qualifikation zu gehobenen Positionen (zum Bischofsamt wie zu jeder anderen Managementfunktion) im wesentlichen auf der Fähigkeit, einen bedeutenden Eindruck zu machen; das gilt sowohl physiognomisch als auch fürs Verhalten: vom Gang bis zum Tonfall der Stimme. Aber worin besteht dieser „bedeutende Eindruck“; was ist es, was der Öffentlichkeit heute imponiert?
    Für die Verinnerlichung des Opfers gibt es angesichts des gesellschaftlichen Herrschafts-, Schuld- und Verblendungszusammenhangs, in den wir alle verstrickt sind, und zu dem auch die Naturwissenschaften gehören, keine Alternative, aber es gibt zwei Wege: den der Verdrängung und den (christlichen) der Erinnerungsarbeit.
    Der Brief an die Hebräer: Kann es sein, daß er die Christen als Hebräer anspricht: d.h. in ihnen die Fähigkeit, die Fremdbezeichnung als Selbstbezeichnung und damit auch dieses jüdische Erbe zu übernehmen (und daß er nicht die Juden als Adressaten hat)? So wäre der Hebräerbrief eine Konkretisierung der jesuanischen Übernahme der Sünde der Welt.
    Ist nicht die Apokalypse
    – eine nachprophetische Reaktion auf die Verweltlichung der Welt (in der die Idolatrie in rationalisierter Gestalt sich durchsetzt)? Stichwort: Hellenismus, Römisches Imperium.
    – Und gehört diese Apokalyptik nicht zu den Ursprüngen und Quellen des Christentums? Stichwort: Übernahme der Sünde der Welt.
    – Und schließlich: Hat nicht das Christentum das im wörtlichen Sinne apokalyptische (aufdeckende, enthüllende) Element in der Apokalyptik durch Verdinglichung (durchs Dogma) neutralisiert und entstellt?
    Jede Ontologie ist Transzendentalphilosophie (Ausdruck und Produkt von Subjektivität) und zur Begründung der Theologie unbrauchbar.

  • 20.01.92

    Steckt in der Bocksgestalt des christlichen Teufel (Hörner, Schwanz und Bocksfuß) nicht die Erinnerung an den Bock als Opfer, den Sündenbock, auch den Widder bei der Bindung Isaaks. Zusammenhang der Tragödie und des islamischen Bock-Opfers (zur Erinnerung an die Bindung Isaaks) mit dieser Tradition? Diese christliche Vorstellung ist deutlich geschieden sowohl von der jüdischen Gestalt des Satans (des Anklägers) als auch von der griechischen des diabolos, des Verwirrers: Mit der Rezeption der Bocksgestalt wird das Teufelssymbol von den Herrschenden auf die Beherrschten, von den Tätern zu den Opfern, verschoben, wobei das fundamentum in re in der bei den Opfern unterstellten Ranküne und Wut zu suchen ist, in dem Reflex der Ohnmacht und des Leidens, die die Herrschenden ihnen antun und auf diesem Wege zugleich diskriminieren. Kein Zufall, daß mit der Vergesellschaftung und Ausbreitung des Herrendenkens auch das Teufelssymbol funktionslos wird.
    Bezieht sich das Wort von dem unreinen Geist, der in der Wüste umherirrt, dann sieben weitere unreine Geister findet, mit ihnen in das Haus zurückkehrt, das er leer und gereinigt vorfindet („und die letzten Taten dieses Menschen werden schlimmer sein als die ersten“), auf die Sexualmoral: Ist das der Geist, den die Kirche in die Wüste geschickt hat? Und erinnert das Durchirren der Wüste nicht an den vierzigjährigen Aufenthalt des Volkes Israel in der Wüste nach dem Exodus? Ist der „unreine Geist“, der durch die Wüste irrt, der Sündenbock, und Asasel die auf der Sexualmoral basierende Zivilisation? In welcher Beziehung steht diese Geschichte zur Tragödie und zu den Versuchungen Jesu (zu denen die sexuelle Versuchung nicht gehört)?
    Der Raum ist ein zirkuläres System, in dem jedes Element sich durch seine Beziehung zu allen anderen Elementen definiert. Kein Element kann isoliert definiert werden. Über diesen Raum kann nicht mehr gesagt werden, ob er hell oder dunkel ist, ebensowenig wie über die Materie gesagt werden kann, welche Farbe sie hat (beide haben die Qualität des Hades, des Schattenreichs).
    Ebenso zirkulär wie die Struktur des Raumes ist die der Bekenntnislogik (und die des Tauschprinzips). Und der Weltbegriff stabilisiert und verbirgt zugleich diese zirkulären Strukturen, macht sie unkenntlich und handhabbar.
    Der Komfort, den der Weltbegriff dem modernen Bewußtsein bietet, hat seinen Ursprung in dem Komfort, den der Götzendienst einmal geboten hat (Befreiung von der Angst, die er zugleich erzeugte).
    An der zirkulären Struktur des Raumes prallt die benennende Kraft der Sprache und mit ihr die Idee der Wahrheit ab.
    Der Ursprung des geschichtlichen Emanzipationsprozesses liegt nicht im Ursprung der Philosophie, sondern in dem des Mythos. Nur: daß der Mythos die Erfahrung der Schuld noch in sich enthält (und verarbeitet), während die Philosophie sie verdrängt: über die projektive Konstituierung des Weltbegriffs eine schuldfreie Wahrheit zu konzipieren versucht, aber eben damit unrettbar sich in den Schuldzusammenhang verstrickt.
    Das Jesuswort „Ich bin das Licht (der Weg?), die Wahrheit und das Leben“ erinnert an
    – das rein durchs Wort erschaffene Licht,
    – den Gegenstand des Segens (das sich fortpflanzende und vermehrende Leben) und
    – eine Idee der Wahrheit, die dem Schuldzusammenhang entronnen ist.
    Die Selbstzerstörung des Christentums wird bewußtlos vorangetrieben von Leuten wie Drewermann und Degenhardt, die sich gegenseitig benutzen zur Stabiliserung ihres pathologisch guten Gewissens.
    Zum Ursprung des Personbegriffs: Walter Burkert weist darauf hin, daß gelegentlich „vermummte, maskierte Männer das (Opfer-) Tier zu töten haben. Die tragoidoi verstecken ihre Identität: Keine Tragödie ohne Masken.“ (Wilder Ursprung, S. 26, sh. auch Anm. dazu) – Zusammenhang von Bekenntnislogik und Opfertheologie.

  • 19.01.92

    Läßt sich aus dem biblischen Schöpfungsbericht eine Theorie der Sprache entnehmen? Oder ist die Sprache der Schöpfung eine Frage, die immer noch auf unsere Antwort wartet?
    – Himmel und Erde sind stumm erschaffen (ohne das Wort).
    – Erst das Licht ist durchs imperative Wort geworden (Anfang der Schöpfung durchs Wort).
    – Das Firmament, die Lichter am Himmelsgewölbe, wurden, nach der Ankündigung durchs Wort, gemacht,
    – die großen Seetiere, die Fische und die Vögel, nach der Ankündigung durchs Wort, geschaffen (nicht vom Wasser hervorgebracht).
    – Durch das imperative Wort wurde die Sammlung des Wassers an einem Ort veranlaßt.
    – Durch den instrumentalen Imperativ wurde die Erde veranlaßt, die Pflanzen wachsen zu lassen, ebenso die Tiere hervorzubringen (Gott hat dann die Tiere gemacht, und Adam hat sie später benannt).
    – Die Menschen wurden erschaffen (3 x „schuf“) nach dem Selbstgespräch Gottes („Laßt uns den Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich“).
    – Geschieden wurden (stumm, ohne ankündigendes Wort) Licht und Finsternis sowie (mit ankündigendem Wort und instrumental: durch das Firmament) die Wasser oberhalb und unterhalb des Firmaments.
    – Benannt wurden Licht und Finsternis (nach der Trennung) als Tag und Nacht sowie das (die Wasser trennende) Firmament als Himmel (Zusammenhang von Scheiden und Be#nennen).
    – Instrumentalisierung, Ermächtigung (und Delegation des Scheidens, Herrschens, Hervorbringens und Benennens): das Firmament (scheidet Wasser von Wasser), die Leuchten am Himmel (erleuchten den Tag und die Nacht und herrschen über die Zeiten), die Erde (läßt Pflanzen wachsen, bringt Tiere hervor), der Mensch (herrscht über die geschaffene Welt, benennt die Tiere). Zusammenhang von Instrumentalisierung und Benennung?
    – Zu unterscheiden sind:
    . das hervorbringende Wort (Licht)
    . das imperative Wort (an das Wasser: Sammlung an einem Ort, an die Erde: Wachsen der Pflanzen, Hervorbringen der Tiere)
    . das ankündigende (z.T. auch imperative, zweckbestimmte) Wort (das Firmament, die Leuchten, die Pflanzen, Fische, Vögel, Tiere)
    . das reflexive Wort (die Menschen)
    . das benennende Wort (Tag und Nacht, der Himmel)
    . das segnende Wort (an die Fische, Vögel, Tiere und Menschen: „Seid fruchtbar und vermehret euch …“)
    – Gottes Wort wird unmittelbar repräsentiert
    . als das schaffende Wort durch das Licht,
    . als benennendes Wort durch den Tag und die Nacht sowie durch das Firmament (als Himmel) und schließlich
    . durch den Segen (der sich an die Fische und Vögel, an die Menschen und an den siebten Tag richtet: die Reproduktion und Ausbreitung des Lebens: das „Seid fruchtbar und vermehrt euch“).
    Beim Segen für die Menschen sprach er erstmals „zu ihnen“ (im Plural, nämlich zu Mann und Frau).
    Wer spricht wann zu wem im zweiten Schöpfungsbericht? Hier kommen
    – nach lauter stummen Tätigkeiten:
    . noch keine Feldsträucher, -pflanzen, aber Feuchtigkeit stieg aus der Erde auf und tränkte den … Acker;
    . Gott formte den Menschen und blies ihm den Odem ein;
    . legte in Eden einen Garten an und setzte dorthin den Menschen (wie vorher die Leuchten an das Himmelsgewölbe);
    . ließ aus dem Ackerboden allerlei Bäume wachsen, in der Mitte den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse;
    . ein Strom entspringt in Eden, der den Garten bewässert; teilt sich in vier Hauptflüsse;
    . Zweck: daß der Mensch den Garten bebaue und hüte;
    – als erstes Wort das Gebot Gottes an die Menschen („von allem Bäumen …“, mit der direkten Ansprache: „Du“),
    – dann erst spricht er (Monolog: „es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei“);
    – danach benennt Adam die Tiere (die Gott dem Menschen zuführt),
    – dann – nach einem „tiefen Schlaf“ und nach der Trennung von Mann und Frau – spricht erstmals der Mensch (Monolog: „Das endlich ist …“).
    – „Beide, Adam und seine Frau, waren nackt, aber sie schämten sich nicht voreinander.“
    – Der erste Dialog (Dialog der Verführung, des Betrugsvorwurfs gegen Gott) ist der zwischen der Schlange und der Frau, während die Interaktion der Frau „mit ihrem Mann“ noch stumm ist.
    – „Da gingen beiden die Augen auf, und sie erkannten, daß sie nackt waren. … versteckten sich Adam und seine Frau vor Gott … unter den Bäumen des Gartens.“
    – Gott ruft Adam, Adam meldet sich, antwortet; Dialog Gottes mit der Frau;
    – Gott verflucht die Schlange, die Frau und Adam, sowie im Wort an Adam den Acker.
    – Adam benennt seine Frau (Eva, Mutter aller Lebendigen).
    – Abschlußmonolog Gottes, Vertreibung aus dem Paradies und Aufstellung der Kerube „mit dem lodernden Flammenschwert“.
    – Adam erkennt Eva, seine Frau.
    Was war das Wort Gottes ohne den Menschen? Ist nicht in dem (noch unentfalteten, gleichsam embryonalen) sprachlichen Element des Schöpfungsberichts der Adressat dieser Sprache mitgesetzt? Wer ist dieser Adressat? Gibt es ein Hören und Verstehen des Geschaffenen schon vor der Erschaffung des Menschen, oder ist die Schöpfung ein ins Leere, in der Erwartung, daß der Mensch sie einmal vernehmen und begreifen wird, gesprochenes Wort? Ist die objektive Sprache das Element, in dem die Schöpfung bis hin zum Menschen sich entfaltet?
    Zum Inertialsystem: die Erhaltungssätze ergeben sich zwangsläufig aus den Orthogonalitätsbedingungen des Systems (nach der Übertragung und Erweiterung der räumlich-metrischen Strukturbestimmungen aufs Inertialsystem: auf die Zeit und die Materie, die „träge Masse“).
    Die Reflexion des Herrschaftsmoments im Inertialsystem ist nur möglich, wenn sich das Inertialsystem als etwas Abgeleitetes bestimmen läßt (Bedeutung des Prinzips der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit). Die Kommunikationstheorie, die (nach der falschen Versöhnung mit der Natur) die Versöhnung durch den Konsens ersetzte, verdrängt das Schuld- und Herrschaftsmoment in der Erkenntnis.
    Gründet die Sexualmoral im Verbot des Mißbrauchs des Segens? Hängt hiermit die Selbstverfluchung in der Geschichte der petrinischen Verleugnungen zusammen?
    Wer den „inneren Schweinehund“ (sc. das Gewissen oder die Gottesfurcht) in sich besiegt hat, hat seitdem Angst vor der „Nestbeschmutzung“ („die Juden haben das Gewissen erfunden“: die Gottesfurcht).
    Die private Existenz ist die vergesellschaftete, verdinglichte Gestalt des Lebens „im Angesicht“, seine Geschichte ist mit der des Christentums (und mit der der christlichen Sexualmoral, der Privatisierung der politischen Moral) untrennbar verbunden. Die christliche Sexualmoral gehört in den Kontext der verwalteten Lehre und des verwalteten Segens (der verwalteten Gnade: der christlichen Opfertheologie). Grund ist die Verwechslung der Schöpfung mit der Welt (die dann am Ende die schöpferische Potenz blasphemisch naturalisiert; sie ist vorbezeichnet im trinitätstheologischen Begriff der Zeugung, der den der Versöhnung neutralisiert, indem er ihn naturalisiert).
    Zwei Zitierweisen: Neben dem autoritären Zitat, das den Zitierenden der Begründung enthebt, gibt es das Einsichtzitat, in dem die Begründungspflicht fortbesteht, der Zitierende nur die Formulierungshilfe eines anderen in Anspruch nimmt (Verhältnis von Einsicht und Begründung: Problem des Erkenntnisbegriffs).
    Die Geschichte der Dogmenentwicklung ist die Geschichte der Identifikation mit dem Aggressor.
    Kant hat mit seinem Begriff der „kopernikanischen Wendung“ etwas sehr Wichtiges bezeich#net: Das Inertialsystem und die naturwissenschaftliche Aufklärung übernimmt von dem Herrschaftsauftrag an die Sonne das Herrschen über die Zeit, von dem an den Mond das Erleuchten der Nacht (Bedeutung der Astronomie für die Geschichte der Aufklärung).
    Die Welt ist der Inbegriff der Urteile der anderen (des Auslands, der Geschichte, der Wissenschaft), die nur deshalb meine Zustimmung fordern, weil ich selbst für andere ein anderer bin (der ohnmächtig-wütende Protest des Ausländerfeinde gründet in diesem Konzept).

  • 18.01.92

    Die Kritik des Herrschaftsmoments in der naturwissenschaftlichen Aufklärung, des Zusammenhangs von Objektivierung und Instrumentalisierung, hat zu Voraussetzung die Kritik des Inertialsystems, den Nachweis dessen, was in der Natur angerichtet wird, was unterdrückt, verdrängt wird: der Gegenwart, der Realität des Angesichts.
    – Himmel und Erde sind nur erschaffen (ohne das Wort).
    – Das Licht ist das einzige, das nur durchs imperative Wort geworden ist.
    – Das Firmament, die Lichter am Himmelsgewölbe wurden, nach der Ankündigung durchs Wort, gemacht,
    – die großen Seetiere, die Fische und die Vögel, nach der Ankündigung durchs Wort, geschaffen (nicht vom Wasser hervorgebracht).
    – Durch das ans Wasser gerichtete imperative Wort wurde die Sammlung des Wassers an einem Ort veranlaßt.
    – Durch den instrumentalen, an die Erde gerichteten Imperativ wurde sie veranlaßt, die Pflanzen wachsen zu lassen, ebenso die Tiere hervorzubringen, die Gott dann allerdings gemacht (und später Adam benannt) hat.
    – Die Menschen wurden erschaffen, nachdem Gott sich selbst anspricht („Laßt uns den Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich“).
    – Geschieden wurden (unmittelbar, ohne ankündigendes Wort) Licht und Finsternis sowie (mit ankündigendem Wort und instrumental: durch das Firmament) die Wasser oberhalb und unterhalb des Firmaments.
    – Benannt wurden Licht und Finsternis (nach der Trennung) als Tag und Nacht sowie das (die Wasser trennende) Firmament als Himmel.
    – Instrumentalisierung: das Firmament (scheidet Wasser von Wasser), die Leuchten am Himmel (erleuchten den Tag und die Nacht und herrschen über die Zeiten), die Erde (läßt Pflanzen wachsen, bringt Tiere hervor), der Mensch (herrscht über die geschaffene Welt, benennt die Tiere).
    – Zu unterscheiden sind:
    . das hervorbringende Wort (Licht)
    . das imperative Wort (an das Wasser: Sammlung an einem Ort, an die Erde: Wachsen der Pflanzen, Hervorbringen der Tiere)
    . das ankündigende (z.T. auch imperative, zweckbestimmte) Wort (das Firmament, die Leuchten, die Pflanzen, Fische, Vögel, Tiere)
    . das reflexive Wort (die Menschen)
    . das benennende Wort (Tag und Nacht, der Himmel)
    . das segnende Wort (an die Fische, Vögel, Tiere und Menschen: „Wachset und mehret euch …“)
    – Gottes Wort wird unmittelbar repräsentiert durch das Licht, den Tag und die Nacht, durch das Firmament (als Himmel) und durch den Segen (die Reproduktion und Ausbreitung des Lebens: das „Wachset und mehret euch“).
    Zum Inertialsystem: die Erhaltungssätze ergeben sich zwangsläufig als Orthogonalitätsbedingungen des Systems (nach der Übertragung und Erweiterung der räumlichen Bestimmungen auf Zeit und Materie).
    Gründet die Sexualmoral im Verbot des Mißbrauchs des Segens? Hängt hiermit die Selbstverfluchung in der Geschichte der petrinischen Verleugnungen zusammen?

  • 16.01.92

    Unter der Voraussetzung, daß es gelingt, den Weltbegriff, seinen Zusammenhang mit der Idolatrie und deren erkenntnistheoretische (erkenntnisleitende) Funktion durchsichtig zu machen, findet der Cohensche Titel „Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums“ eine überraschende Auflösung: diese Religin ist das Christentum.
    Gemessen an der Sprache des Buches der Richter ist die christliche Theologie eine Theologie aus dem Hinterhalt.
    Zwei haben Anteil an der künftigen Welt: die Opfer (die Märtyrer, die Zeugen) und die Helfenden (die Verteidiger). Die christologische Vergöttlichung des Opfers verrät beide.
    Die Idee des Ewigen bezeichnet etwas, das sich nicht als vergangen denken läßt, etwas, das die Vergangenheit von sich ausschließt. Nicht zu verwechseln mit der Idee des Überzeitlichen, zu der sämtliche Begriffe gehören (die Idee des Ewigen gehört nicht in den Bereich des Begriffs): Im Überzeitlichen drückt sich allein die Macht der Vergangenheit über die Zukunft aus, das Schicksal oder die Quelle der Gewalt, theologisch gesprochen die Erbschuld. Die Philosophie hat seit je das Ewige mit dem Überzeitlichen verwechselt; nur so ließ sich die Erkenntniskraft der Begriffe sichern. Damit hängt es zusammen, wenn die Philsophie (und das philosophische Subjekt) sich begreifen läßt als Produkt der Verinnerlichung des Schicksals (des Opfers); nicht zufällig erweist sie sich in der Hegelschen Philosophie als Reflex der Geschichte der Herrschaft, sie steht in einer noch aufzuklärenden Beziehung zum Sternendienst, zur Vorgeschichte der Astronomie. Im Gegensatz zum Überzeitlichen, das den Quellpunkt der Begriffe bezeichnet, bezeichnet die Idee des Ewigen den Quellpunkt der Sprache: nicht der Begriff, sondern der Name hat Anteil an der Idee des Ewigen.
    Mir scheint, es ist kein Zufall, daß der Ursprung des begrifflichen Denkens bei den Griechen zusammenfällt mit der Erkenntnis der Bedeutung und der Funktion des Winkels in der Geometrie, der Orthogonalität als des Grundes der Unabhängigkeit der Dimensionen im Raum. Die Form der Beziehungen der Richtungen im Raum ist Grund und Modell des Abstraktionsprozesses, in dem
    – die Begriffe sich bilden und
    – am Ende der Raum gegen die Zeit und die Materie sich verselbständigt, alle drei hypostasiert werden.
    Es gibt keine Wissenschaft, kein System apodiktischer Urteile, ohne ontologische Absicherung. Kritik der Wissenschaft ist nur möglich im Rahmen der Reflexion der Ontologie: im Rahmen der Reflexion des Satzes „das Eine ist das Andere des Anderen“ und des Rosenzweigschen Hinweises auf die „verandernde Kraft des Seins“, die sich genau auf den Kontext und die Folgen des Hegelschen Satzes bezieht. (Heideggers berühmter Titel wäre zu variieren: Raum und Sein.)
    Der Weltbegriff und sein unreflektierter Gebrauch ist die Grundlage und die Rechtfertigung zugleich für Machtpolitik und Gewinnökonomie, fürs Herrendenken. Die gleiche politisch-ökonomische Funktion und den gleichen Zweck erfüllte vor Konstituierung der „Welt“ die Idolatrie, der Götzendienst.
    Ethik als prima philosophia: die Ethik ist kein additum zu einer fix und fertigen Welt, sondern sie besetzt die Stelle, an der die Welt noch offen ist, und von der aus der die Welt begründende Schuldzusammenhang und die von der Welt ausgehende Verblendung durchschaut werden kann. Die Physik, oder allgemein die naturwissenschaftliche Aufklärung entgründet die Welt in gleichem Maße, in dem sie den Himmel entspannt.
    „Hütet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten! Denn ich sage euch: Ihre Engel schauen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.“ (Mt 1810) „Ihre Engel“: Sind das die Engel der Kinder, und wie unterscheiden diese sich von den Engeln Gottes (Engel Elohims, Engel JHWHs)? Woher kommt die Vorstellung vom Schutzengel (im Christentum seit dem 9. Jhdt. nachweisbar; an deren Stelle ist im 20. Jhdt. – in Auschwitz – die „Schutzstaffel“ getreten)?

  • 15.01.92

    Christentum: Trinitätslehre als Verinnerlichung der Genealogie für Nicht-Juden, für die Heiden? Zusammenhang mit dem mißverstandenen vierten Gebot? Bedeutung der Opfertheologie (antisemitische Struktur: wird nicht der Vater als Vater, d.h. durch Aufspaltung: durch Verinnerlichung als „lieber Vater“ und Vergegenständlichung als Sadist, geleugnet)?
    Großartig der Nachweis Lillian Kleins, daß das Buch „Richter“ doch strenger an diesen Titel gebunden ist, als bisher wahrgenommen wurde: als Darstellung des Zwangs und der Folgen, die sich aus der Trennung des Richtens vom Bund JHWHs mit Israel, des Richtens von der Barmherzigkeit und der Verknüpfung von Richten und Gewalt (aus der weltkonstitutierenden Logik des Richtens) ergeben? (Bei Lillian Klein Abensohn keine Bemerkung zur Jotam-Fabel oder dazu, daß Samson auf dem Schoße der Dalilah stirbt?) Beschreibt das Buch nicht die Entstehung der Raumvorstellung, der „subjektiven Form der Anschauung“ (kein König in Israel, jeder tat was er wollte; hier werden die Bejaminiten zu „Linkshändern“, bis hin zum Mord an der Konkubine des Leviten, am Ende zu Opfern; und hier werden die entscheidenden Siege „aus dem Hinterhalt“ erfochten – es verschwinden das „Angesicht“ und Gottes Rechte)?
    Saul kam aus Gibea in Benjamin, während David den Goliat mit Hilfe einer Steinschleuder erschlug.
    Gegen Rousseau: Es gibt keine ursprüngliche heile Natur, die erst durch Vergesellschaftung (durch den Gesellschaftsvertrag: durchs Eigentum, durch das Inzestverbot und die Monogamie, durch die Schrift und den Logozentrismus) verdorben worden wäre. (Auch die Schellingsche Naturphilosophie steht noch im Banne Rousseaus: Was bedeutet der Begriff der Welt in Schellings Titel „Weltalter“?)
    Der moderne Naturbegriff gründet nicht in der Gewalt, sondern er begründet auch Gewalt: die Gewalt, die das Äquivalent der Stummheit ist (wenn Sprache nichts mehr bewegt). Heute ist die ganze Sprache durchsetzt von der Stummheit: sie spricht nicht mehr, seitdem sie im Objektivationsprozeß ihr Subjekt verloren hat.
    Wenn die Sumerer die Erfinder des Privateigentums waren, war Babylon dann die erste Stadt?
    Der Kampf gegen die Idolatrie ist die erste Phase der Auseinandersetzung mit der städtischen, verdinglichenden, weltproduzierenden Gewalt.
    Ist die Marxsche „resurrectio naturae“ eine Konsequenz aus dem Rousseauschen Naturbe#griff?
    Freuds „Totem und Tabu“ krankt daran, daß es als ein pyschologischen (innerlichen) Vorgang faßt, was in Wirklichkeit eine gesellschaftlicher ist; er projiziert das Problem in ein dem Stand der Sache nicht ganz entsprechendes gesellschaftliches Umfeld, in das der sogenannten „Primitiven“. Die „Wilden“ sind erst in der Aufklärung entdeckt worden; sie haben hier eine entscheidende systemabsichernde Funktion (das Erbe Rousseaus: Kriterium der Unterscheidung ist für ihn die Schrift; piktographische, ideographische und alphabetische Schrift – haben Arnold Hauser und Max Raphael etwas über den Ursprung der Schrift geschrieben?).
    Satan: der Ankläger; Teufel (diabolos): der Verwirrer; Dämon: Verteiler, Zuteiler (des Schicksals).
    Benjamins Wort über Rosenzweig, daß er es vermocht habe, die Tradition auf dem eigenen Rücken weiter zu befördern anstatt sie seßhaft zu verwalten, steht in der christlichen Tradition: das „Auf dem eigenen Rücken“ entspricht präzise der Übernahme der Schuld der Welt.
    Emmanuel Levinas Einwand der Asymmetrie gegen Bubers dialogisches Prinzip hat die Unterscheidung von „Hinter dem Rücken“ und „Im Angesicht“ zu Grundlage. In der Symmetrisierung von Ich und Du triumphiert das „Hinter dem Rücken“, triumphiert die Gemeinheit, die unter der Buberschen Prämisse ins Unbestimmbare verschwindet.
    Der biblische Begriff des „Schreckens um und um“ bezeichnet den Ursprung des Selbstmitleids (beachte den Unterschied, mit dem Mann und Frau der Verführung des Selbstmitleids unterliegen: der Verführung, sich als Gegenstand oder als Subjekt als Natur oder als Welt, von außen zu sehen).
    Das „Im Angesicht“ ist ein sprachlicher Sachverhalt, das „Hinter dem Rücken“ ein optischer (es steht unter dem Primat der Anschauung). Und „der Fall“ ist ein Fall aus der Sprache in die Anschauung. Das „Im Angesicht“ liegt vor dem Moment, in dem „ihnen die Augen aufgingen“: und sie „erkannten, daß sie nackt waren“, und sie “ schämten sich“. Die Scham ist ein Zeichen dessen, daß das „Im Angesicht“ nicht ganz vergessen ist. – Hängt damit die strukturelle Differenz zwischen Radio und Fernsehen (Faschismus und Post-Faschismus) zusammen? Erst das Fernsehen liefert zur Stimme (zur Stimme Hitlers) auch das Bild, verschiebt das Antlitz aus dem sprachlichen in den optischen Bereich, macht es damit endgültig unkenntlich.
    Der Heideggersche Begriff der Frage (der zum Rundfunk-Zeitalter gehört) hat seinen Focus in der „Seinsfrage“, und zu dessen Metastasen gehören die „Judenfrage“ oder die „deutsche Frage“; er bezieht sich nicht mehr auf die Möglichkeit einer Antwort sondern – wie das Rätsel und die mathematische Aufgabe – auf die einer „Lösung“ (der Vergleich der „Lösungen“ der letztgenannten „Fragen“ wirft Licht auf den zentralen Punkt), das aber heißt, er ist ohne Gewalt nicht zu denken; seine früheste Anwendung findet er in der Geschichte von Alexander und dem gordischen Knoten.
    Sprachlich unterscheidet sich die Frage von der Antwort durch das Heben oder Senken der Stimme am Ende. Das Senken der Stimme ist zugleich der autoritäre, der beruhigende Gestus, während die hohe Stimme Unselbständigkeit, Unsicherheit, Panik signalisiert (das Erheben der Stimme zeigt Empörung an: sie erhebt sich gegen die Ruhe der Autorität). – Wodurch unterscheidet sich das Sich Senken vom Fall? Der Empörung folgt der Fall, während das Sich Senken eine autonome, selbstbewußte Handlung ist.
    Die eigentlich Botschaft in Hitlers Reden lag in der Stimme, in ihrem Tonfall; Hitlers Stimme vereinigte den autoritären mit dem panikerzeugenden Gestus (das Gleiche gilt heute von jeder politischen Rede; ihre Vorläufer hat sie in der Predigt).
    Merkwürdig, daß Rousseau (und Derrida übernimmt das unreflektiert) die Artikulation der Rede, als Voraussetzung der Ausbildung der alphabetischen Schrift, negativ besetzt. Er erfährt darin (wie im Logozentrismus) nur den autoritären Gestus, den Gestus dessen, der dem anderen etwas einreden will, während er den daran geknüpften Wahrheitsbegriff und allgemein das Menschenfreundliche der sich artikulierenden Vernunft (gleichsam im Vorgriff auf das Derridasche Konzept der Dekonstruktion) denunziert. Grund ist die Rousseausche Versenkung des Göttlichen in die stumme Natur.
    Ist es ein Zufall, daß der Sozialismus als erster seine fundamentalistische Phase hatte? Und wäre nicht eine Kritik des vergangenen „real existierenden Sozialismus“, die auf dieses Moment abstellt, die einzige, die dem derzeitigen Stand noch angemessen wäre?
    Ist nicht der Darwinismus ein Vulgär-Hegelianismus, in dem das Herrschaftsmoment des Begriffs sich endgültig durchsetzt?
    Ist die Wendung „den Himmel aufspannen“ nicht ein sprachlicher Ausdruck der Spannung, mit der das Im Angesicht und die Barmherzigkeit (die Bewahrung der rechten Seite) gegen die neutralisierende Gewalt des Raumes ankämpft: ein anderes Wort für das „emitte spiritum tuum et renovabis faciem terrae“: Der Gerechte trägt seinen Teil bei zur Erhaltung der Welt, indem er deren Schuld (den Grund der Asymmetrie zwischen Ich und Du) auf sich nimmt und so seinen Teil beiträgt zur Aufspannung des Himmels und zur Begründung der Erde, zur Erneuerung des Antlitzes der Erde (die Asymmetrie zwischen Ich und Du begründet das „Im Angesicht“, während die Symmetrisierung der Beziehung unter der neutralisierenden Gewalt des Raumes steht und „hinterm Rücken“ verbleibt).

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