Das Moment der Verführung im Sündenfall steckt in der Anklage, die die Schlange gegen Gott erhebt: er versuche. die Menschen zu betrügen. Dieser Vorwurf setzt das Prinzip der Selbsterhaltung frei: die Erkenntnis des Guten und Bösen, mit der Folge, daß ihnen die Augen aufgingen, und sie erkannten, daß sie nackt waren, und sie schämten sich.
Die Verdinglichung ist ein Nebeneffekt der Vergesellschaftung, und über die Verdinglichung setzt sich die Vergesellschaftung durch (die zugleich als Entlastung von Schuld und Verantwortung, als Exkulpation erfahren wird, die dann bewußtlos in die Zwänge hereinführt, die in der jüdischen Tradition mit dem Begriff Idolatrie bezeichnet wurden).
Abel ist nach Meyers Lexikon der Atem, der Hauch (das vokalische Element). Hängt es damit zusammen, daß Abel ein Hirt war, und daß sein Opfer Gott wohlgefällig war, und daß er zum ersten Opfer wurde? (Gibt es eine Abel-Tradition, ist Jakob, ebenfalls ein zweiter Sohn, ein Abel redivivus?)
Adorno: war er nicht ein Daniel in der Löwengrube?
„Bruchstücke einer letzten Konfession“? – Motto: „Seht ich sende euch wie Schafe unter die Wölfe; darum seid klug wie die Schlangen und arglos wie die Tauben.“ – Hegel und Franziskus (unum daimon plus scit quam tu).
Das christologische Element in Rousseaus Naturbegriff (Vergöttlichung des Opfers) hängt mit der exkulpatorischen Funktion dieses Naturbegriffs zusammen (dem Wunsch nach einem sprachtranszendenten Objektbegriff, nach stummer, bekenntnisfreier Versöhnung: man muß endlich auch einmal vergessen können). In der Ahnung, daß das heute nicht mehr reicht, sucht die Verzweiflung Zuflucht in einem Religionsbegriff, der vor dem der Offenbarungsreligion liegt.
Keine Wahrheit ist gegen ihre Instrumentalisierung gefeit. Deshalb hören alle nur noch, wofür oder wogegen einer ist, nicht mehr, ob das, was er sagt, wahr ist; und hinter jedem Argument wittert man das Eigeninteresse des anderen, die Gefahr selber „untergebuttert“, „vor einen Karren gespannt“ zu werden. Dagegen hilft auch nicht ein Wahrheitsbegriff, der sich an die Faktizität (die Kriterien der Beweisbarkeit) klammert. Hier kommt es dann nur noch aufs Rechtbehalten an, aufs Überzeugen, gleichgültig, welche Interessen dahinter stehen, während, wie die Vorurteilsforschung erwiesen hat, der Antisemit unbelehrbar ist. Es gibt keine Wahrheit, in deren Begriff nicht die Idee der richtigen Gesellschaft enthalten ist (dem versucht der „christologische“ Naturbegriff sich zu entziehen).
Theologie
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12.01.92
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07.01.92
Orientalistik eine Veranstaltung zur Bannung einer Gefahr: Hintergrund ist der Zusammenhang mit der jüdisch-biblischen Tradition. Auch die Bibelwissenschaft (vgl. O. Loretz: Ugarit und die Bibel) kann aus methodischen Gründen den Anspruch, den die Schrift (als Prophetie – im Unterschied zur Philosophie, deren Anspruch auf Rationalität „leichter“ zu erfüllen zu sein scheint) stellt, nicht akzeptieren (Konsequenz der Phänomenologie: Übertragung der Husserlschen Epoche auf die historische Kritik; Nominalismus, „Wesensschau“ = Absehen von der Existenz und Neutralisierung der Prophetie gehören zusammen). Grund ist u.a. ein Realitätsverständnis, das sich der – auch die Menschen ergreifenden – verdinglichenden Gewalt der Naturwissenschaften verdankt, und das a priori jeglichem religiösen Gedanken die Objektivität bestreitet, ihn der Subjektivität, der bekenntnisreligiösen Willkür überantwortet (ohne deren Geheimnis auszusprechen: Kriterium des Bekenntnisses ist seine herrschaftstechnische Zweckmäßigkeit, die aber nur wirksam ist, wenn sie verschwiegen wird: als Trug – objektiver Grund der hegelschen „List der Vernunft“).
Griechische und hebräische Schrift: ist der Unterschied der Schreibrichtungen ein Hinweis auf die Beziehung beider Schriften, die sich wie die zwei Seiten eines Blattes (wie die griechische Philosophie zur jüdischen Prophetie) zu einander verhalten?
Derrida zufolge gründet das Rousseausche Konzept des Ursprungs der Sprache in der Erkenntnis, daß „die Gesellschaft, die Sprache, die Geschichte … gleichzeitig mit dem Inzestverbot“ entstehen (S. 453). Hat der Ursprung der Schrift etwas mit den Menschen-(Kinder-)Opfern der Phönizier (und diese mit ihrer Funktion in der Ökonomie der altorientalischen Reiche) zu tun? Ist der Moloch die Katastrophe, die sich in der Artikulation der Sprache und im Ursprung der (deshalb zunächst konsonantischen) Schrift manifestiert. Welche Bedeutung hat dann die „Bindung Isaaks“? – Gibt es andere (nicht gleich erkennbare) Hinweise auf den Ursprung der Schrift (Ursprung der Stadt; Schrift und Abgeltung des Opfers durch das Königtum und dann durch Philosophie oder Prophetie)? -
05.01.92
Wenn in einem Gespräch das Vorurteil ins Spiel kommt, so ist das in der Regel daran zu erkennen, daß Faktenfragen zu Grundsatzfragen erhoben werden: die Fakten müssen mit dem Gewicht der eigenen Person abgesichert werden, um ihre Entlastungsfunktion (ihre Exkulpierungsfunktion) sicherzustellen (und ihre Bestreitung nimmt dann notwendigerweise den Charakter der persönlichen Beleidigung an: sie wird Schuldvorwurf erfahren).
Zu Loretz „Alkohol und Sex …“ (Ugarit und die Bibel, S. 122):
– Gegen die sexistisch-verdinglichte Interpretation ist auf die andere Bedeutung des Taumelkelchs und der Hurerei bei den Propheten (und auf Hegels „kein Glied nicht trunken“) hinzuweisen;
– sind der „Sex“ und der Alkohol Zivilisationsdrogen, während die „harten Drogen“ (wie die unkontrollierte Liebe) deshalb Ängste auslösen, weil sie die Gefahr, aus der „Welt“ (aus der Zivilisation) herauszufallen, signalisieren?
Die Welt ist die Welt des Anderen (sie gründet in seinem Namen; Repräsentant dieses Namens, in dem die Welt gründet, war der König, der Gesalbte, Erbe des Opfers); und wer einen Menschen tötet, zerstört nicht eine Welt, er zerstört seine eigene Welt (er zerstört im Anderen, in seinem Namen, die sprachlichen Wurzeln seiner eigenen Welt: Konsequenz des Zerfalls der Monarchie?). Kain wurde nach dem Brudermord „unstet und flüchtig“ (wie der Dornstrauch in der Jotam-Fabel und das transzendentale Subjekt in der transzendentalen Logik: Genesis des namenlosen Objekts). Deshalb gehört der Gerechte zu den Wurzeln des Bestehens der Welt. -
31.12.91
„Alle Menschen streben nach dem Wissen“, weil sie die Ungewißheit des Nichtwißbaren (und der potentiellen Schuld), der Zukunft, nicht ertragen können. Das deutsche Versicherungswesen ist gerade keine „Solidarhaftung“, sondern einerseits ein Netz, durch das zu viele hindurchfallen, und anderseits ein Abwälzen der Last auf die Nachfahren, die Zukunft, die gleichsam apriori in Schuldhaft genommen wird: ein Exkulpationssystem.
Wer Wahrheit an die Kommunikation bindet, bindet sie an die Beweislogik, mit all den Folgen, die sich daraus ergeben (Freispruch der Gemeinheit).
Im Zusammenhang der Hegelschen Beziehung von Volksgeist und Weltgeist müssen die Volksgeister (die Nationen) sterblich sein: deshalb ist der Idealismus antisemitisch.
Das „die Erde bringe hervor“ bedeutet, daß die Pflanzen und die Tiere nicht unmittelbar von Gott geschaffen wurden (ausgenommen die großen Seetiere).
Ist der Ort der erschaffenen „großen Seetiere“ das Wasser über oder das unter dem Firmament?
Das Schicksal ist das gesichtslose Anlitz der Natur.
Grundlage des liberum arbitrium (der Wahlfreiheit) sind das Geld und der Raum (und ihre „Freiheitsgrade“), wobei das Geld die Beschränkung auf drei Dimensionen aufhebt (das Geld korrespondiert dem „Wert“, dem Gewicht der Einzeldinge; Zusammenhang des Wertgesetzes mit dem Gravitationsgesetz: was ist hier die Sonne?).
Die Entstehung der Schrift (Säkularisation des Bildes), der Ursprung des Geldes (des Wertgesetzes) und die Entstehung des Weltbegriffs (der Raumvorstellung) sind Teile eines Prozesses.
Derrida: Grammatologie, S. 173: Rousseau, der Christologe des modernen Naturbegriffs. Oder: Rousseau, die Krise der Schrift und der Rückfall in die Barbarei. (In Derrida explodiert die Rousseausche Revolte der Natur – vgl. hierzu Horkheimer.)
Die Stimme bewegt nicht die Natur, wohl aber die Ökonomie.
Seit dem Ende des letzten Krieges herrscht in Deutschland ein geradezu wütender Rechtfertigungszwang.
Zum Begriff der Offenbarung: Der brennende Dornbusch ist der Inbegriff (das Außenbild) der Apokalypse. Im Prozeß der Weltbildung wird die Offenbarung apokalyptisch.
Liegt die Schuldknechtschaft (der Ursprung der hpr) vor dem Ursprung der Kriege (dem Ursprung des Handels und der Schrift)? Wann und wo ist erstmals von Kriegen die Rede? (Alle Kriege zielen auf Eroberungen: gibt es auch Erunterungen?)
Ist die nordafrikanische Vätertheologie (der Ursprung der lateinischen Theologie in Nordafrika) punisch, hängt sie mit der Geschichte der Phönizier, mit der Erfindung der alphabetischen Schrift zusammen? -
30.12.91
Beim Turmbau zu Babel wurde die Sprache durchs Urteil, der Name durchs Prädikat ersetzt. Begriffliches Denken ist prädikatives Denken; in der Mathematik wird nicht nur der Name, sondern auch das Urteilssubjekt durchs Prädikat ersetzt: Grundlage der Mathematik ist die Substitution der Identität von Subjekt und Prädikat, die orthogonale Beziehung der Dimensionen im Raum, die dann auch die Materie und die Zeit in eine gleichsam orthogonale Beziehung zum Raum rückt (durch Trennung konstituiert und aufeinander bezieht: erst in diesem systemischen Kontext wird der Raum zeitlos und leer). Diese Einheit von Subjekt und Prädikat, genauer ihr Schein, ist vermittelt durch die Substantivierung des Prädikats (Konstituierung des „Seins“, der Ontologie), die selber der vollständigen Ausbildung der Konjugationen, insbesondere den Futurbildungen sich verdankt. Zusammenhang mit der Konstituierung der Welt, dem Objektivations- und Säkularisationsprozeß (geschichtsphilosophische Konnotationen einer historischen Grammatik; Abhängigkeit der Substantivierung von den Temporalbildungen: ohne Futur keine Hypostasierung und Personalisierung: kein Dogma und keine Sexualmoral)?
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26.12.91
„Persönliche Rachsucht hält die Gefolgschaft und ihren Meister besser zusammen, als reinere Menschen durch ihre Leidenschaft jemals verbunden werden.“ (Heinrich Mann, S. 57f) Rachsucht bleibt immer straffrei, wenn sie auf Macht gründet und sich als Rechtstaat kostümiert. Sie ist der unsichbar gemachte Teil der Bekenntnislogik, der sich seit je am Abtrünnigen, am Verräter, an dem, der anders ist, ohne Skrupel ausleben darf. Die letzten Skrupel waren im Kampf gegen den inneren Schweinehund zu überwinden.
Das „renovabis faciem terrae“: schließt es nicht auch die Erneuerung des Antlitzes der Menschheit mit ein, die ein Teil der Erde ist.
Alle Theorien über den Ursprung der Schrift kranken daran, daß sie eine gleichsam technologische Lösung des Problems suchen; sie gehen vom Komplizierten zum Einfachen, vom Bild über die Silbe zum Buchstaben, aus dem die Wörter sich bilden lassen. Sie stehen unter dem Bann des kindlichen Lesenlernens. Dagegen käme es darauf an, die Schrift aus praktischen Konstellationen der frühgeschichtlichen Lebenswelt in den ersten politischen Gemeinwesen, aus gesellschaftlich-praktischen Lebensbezügen abzuleiten, ähnlich wie Gunnar Heinsohn das Geld aus dem Zusammenhang der Schuldknechtschaft abgeleitet hat. Voraussetzung wäre die Rekonstruktion eines vorödipalen Sprachverständnisses, eines Sprachverständnisses, das vor der Konstituierung der Ichidentität liegt.
Die Schrift und das Geld sind Herrschaftsmittel; beide haben ihren Ursprung in religiös-politischen Zusammenhängen. So wie im Mittelalter der Gebrauch des Geldes durch das Zinsverbot eingeschränkt war, so begründeten Schriftkenntnisse, die Tatsache, daß einer lesen konnte, den Verdacht, er sei ein Katharer, ein Ketzer. Auch über der Schrift lag ein Tabu, das in der Frühgeschichte der modernen Weltreligionen in der Kanonbildung (zusammen mit der Bildung der Ichidentität, für die sie das theologische Schema lieferte) und dann in der frühen scholastischen Wissenschaftsgeschichte u.a. im autoritären Schriftgebrauch, in der Form, in der Autoritäten zitiert wurden, sich zeigte. Die Schrift war ein Instrument in den Händen der Herrschaft und zugleich das Medium ihrer Vergesellschaftung. Die Gründung der Universitäten war ein Instrument der Herrschaftssicherung, ihr Ziel waren Einrichtungen zur Ausbildung des Herrschafts- und Verwaltungspersonals: die wichtigsten Fakultäten waren die theologischen und die juristischen.
Im Altertum gehörte die Schrift zum Geheim- und Spezialwissen im Bereich von Religion und Herrschaft. Schreiber und Einrichtungen zur Ausbildung von Schreibern gab es an Tempeln und Königshöfen. Was war das Besondere, das Abweichende, das dann bei den Phönikern, den Syrern, den Hebräern zur Ausbildung der alphabetischen Schrift geführt hat, deren Rezeption in Europa (bei den Griechen und Lateinern) dann die Entstehung einer bürgerlichen Literatur ermöglichte?
Hat die Gematria etwas mit der Geometrie zu tun, und hat die Schrift ihren Ursprung vor der Geometrie?
Was hat es zu bedeuten, wenn in der Kindheitsgeschichte Jesu (nach Matthäus; Lukas hat nur die Hirten- und Engelgeschichte) zuerst die Weisen aus dem Morgenlande kommen, dadurch aber die Flucht nach Ägypten ausgelöst wird, die dann die Exodusgeschichte zitiert. -
25.12.91
Was bedeutet der Name Lazarus?
Daß das Bekenntnis endlich in eingreifende Erkenntnis sich umkehren möge. Der Anfang davon wäre die Gottesfurcht.
Zu der Vorstellung, daß wir in Gottes Hand sind, gehört die andere, daß wir in den Abgrund fielen, wenn er uns nicht mehr halten würde. Ist dieser Abgrund der des Selbstmitleids? Und definiert eine Welt, die „alles ist, was der Fall ist“, nicht die Randbedingungen dieses Selbstmitleids?
(Ich glaube, ich verstehe jetzt, weshalb Skinheads sich eine Glatze schneiden.)
Steckt in dem Verhältnis von Verschiebung und Projektion das Relativitätsprinzip?
Spuren des Selbstmitleids: „In Gottes Hand“ (von der Macht getragen und nicht fallen gelassen werden) und deutsche Weihnachten (alle möchten so geliebt werden wie das Jesuskind: durch Maria und Josef, die Hirten, die Engel und schließlich die Könige (mit den Weisen aus dem Morgenland würde das nicht gehen).
Weihnachten als Katalysator der Wolfswelt: hier werden die Menschen scharf gemacht.
Ist nicht die Art, wie heute in Deutschland Weihnachten gefeiert wird, die zwangshafte Wiederholung des Bethlehemischen Kindermords?
Ist das Vergleichen (Grundlage des Tauschprinzips wie der wissenschaftlichen Erkenntnis) ein Gleichmachen durch Vernichten?
Schwerter zu Pflugscharen: ist das nicht auch auf das Schwert des Cherubs zu beziehen, der den Eingang des Paradieses bewacht?
Wie schreibt man 666 in hebräischen Buchstaben, und welcher Name kommt dabei heraus?
Wie heißt das „et in terra pax hominibus bonae voluntatis“ auf griechisch? (kai epi gäs eiränä en anthropois eudokia/s)
Waren die Hirten auf dem Felde „Zigeuner“? -
18.12.91
Ist das Relativitätsprinzip, die Bewegung des Raumes in sich selber, ein letztes, domestiziertes Echo des Pneuma?
Das Pneuma hängt mit Wind, Wolken und Gewitter (Blitz und Donner) zusammen, auch damit, daß der Menschensohn „auf den Wolken“ wiederkommen wird, ebenso mit der Wolken- und Feuersäule. Demnach wäre denn das Inertialsystem auch real die Verkörperung der Sünde wider den Heiligen Geist.
Kann es sein, daß die Bedeutung der Buchstaben (Aleph, Beth, Gimel, Daleth, He) auch für ihre Ursprungsgeschichte nicht ganz unerheblich ist? Ist in der Bibel eine Erinnerung an den Ursprung der Schrift enthalten? Der Dekalog wurde auf Steintafeln eingegraben, also wohl in Keilschrift? Welches sind die technischen Voraussetzungen der Buchstabenschrift, und wer hat dann das Buch erfunden? Wie heißt der einzelne Buchstabe auf hebräisch (die Bezeichnung für das Buch ist sefer)?
Ist nicht der Regenbogen ein gegenständliches Äquivalent des durchs Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit berichtigten Relativitätsprinzips?
Ist die schechina die Herrlichkeit Gottes, oder wie hängt sie damit zusammen?
Empörung und Fall, Materialisierung und Ursprung des moralischen Urteils, sind korrelative Begriffe.
Nur Gott darf sagen: Seid barmherzig, wie ich barmherzig bin. Wenn der Täter vom Opfer Barmherzigkeit (Vergebung) fordert (oder die Kirche in einer blasphemischen Anwendung des Bußsakraments den Tätern ohne Befragung der Opfer deren Barmherzigkeit zuspricht), so heißt das Gott versuchen.
Die Selbstverfluchung der Kirche läuft über die projektive Verurteilung der andern und die ausbeutende Selbstidentifizierung mit dem Opfer. Sie ist zwangsläufig und systembedingt mit der Geschichte der Leugnungen verbunden (sind nicht in der Geschichte der drei Leugnungen die „Umstehenden“ die Welt, und sind die beiden letzten Leugnungen – nach dem Urschisma der ersten Leugnung – nicht fortschreitende Weigerungen, die Schuld der Welt auf sich zu nehmen: Identifikationen mit dem Aggressor, Folgen des Rechtfertigungszwangs?).
Sind die Konnotationen des Begriffs der Herrlichkeit („Herr“) auch im Begriff des kabod schon enthalten? – „Herrlichkeit“ und „Frau Welt“: Was bedeutet ist, wenn das Weibliche (in der Kabbala die linke Seite) mit dem Weltlichen in eins gesetzt wurde? -
15.12.91
War der König das überlebende Opfer (ein Nachfahre und Erbe des Helden)? Welche Bedeutung hatte dann die Salbung (Zusammenhang mit dem ägyptischen Totenkult)?
Das kann man wieder ganz wörtlich verstehen: die Theologie aus den Verstrickungen der Welt lösen.
Sind die Menschensöhne die „Söhne Adams“ und ist der „Menschensohn“ der Sohn Adams (während die Menschentöchter die Töchter Adams sind) (Gen 6 u. 11)?
Zu den Geheimnissen der Schrift: Gehören die Hieroglyphen zum Totenkult (und den Pyramiden) und gehört die Keilschrift zur Verbindung von Sternendienst, Opferkult und hieros gamos (und zum Turmbau zu Babel)?
Babylon und Ägypten: Aber wer waren dann die Perser, wer war Kyros, der den Juden die Rückkehr nach Israel ermöglicht hat?
3 + 4 + 5 = 12: Ein Dreieck mit den Seitenlängen 3, 4 und 5 bildet einen rechten Winkel.
Das Bekenntnis wird gewöhnlich im Hinblick auf das Verhältnis von Innen und Außen verstanden. Die Bindung nach innen rückt den Feind, den Verräter und die Frauen nach draußen. Eine völlig andere Bedeutung gewinnt das Bekenntnis, wenn es auf das Verhältnis Im Angesicht / Hinter dem Rücken bezogen wird (Bekenntnis als Heiligung des Namens). Das Verhältnis Innen / Außen ist das der Menschen in Ninive, die Rechts und Links nicht unterscheiden können.
In dem noch nicht durchs Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit berichtigten Inertialsystem würde es die Möglichkeit der Richtungsumkehr im Raume nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch geben müssen; dagegen steht jetzt das Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit.
Der Unterschied zwischen der Umkehr und dem Wenden (das Innere nach außen kehren, wobei gleichzeitig eine Dimension umgekehrt wird).
Was ist der Unterschied zwischen schwachen und starken Verben (unregelmäßiger und regelmäßiger Konjugation): „geschnien“ (wie ich als Kind einmal gesagt habe) und „geschneit“.
Zernichten:
– „Ich fühlte mich wie zernichtet unter dem gräßlichen Fatalismus der Geschichte.“ (Georg Büchner an seine Braut im November 1833)
– „Zeit ists zu handeln für den Herrn – sie zernichten deine Lehre.“ (Ps 119126, so übersetzt und zitiert bei Franz Rosenzweig)
Desiderate materialistischer Geschichtsforschung:
– die Geschichte der Banken und des Geldwesens;
– die Ursprungsgeschichte der gegenwärtigen Situation in Deutschland:
. die Funktion der Treuarbeit bei der Arisierung des jüdischen Vermögens und bei der Umstellung und Reorganisierung der Wirtschaft in den fünf neuen Bundesländern;
. die Bedeutung von Auschwitz, der Ausbeutung der Häftlinge, der Zwangs- und Fremdarbeiter sowie
. deren Ersatz durch den Einsatz der „Gastarbeiter“ und die Ausbeutung der Dritten Welt (durch die ihr auferlegten Handelsmechanismen) nach dem Krieg
für den Modernisierungsschub, die Anpassung an die veränderten Reproduktionsbedingungen, die Grundlagen und die Stabilität der Wirtschaft nach dem „Wirtschaftswunder“ und schließlich für den Reichtum im Westen insgesamt. -
13.12.91
Man muß den Satz Wittgensteins „Die Welt ist alles, was der Fall ist“, wenn man ihn verstehen will, umkehren: Alles, was der Fall ist, ist die Welt. Das „alles, was der Fall ist“ ist Subjekt und „die Welt“ Prädikat.
Beim Turmbau zu Babel wurde der Name durchs Prädikat ersetzt. Begriffliches Denken ist prädikatives Denken; in der Mathematik wird nicht nur der Name, sondern auch das Urteilssubjekt durchs Prädikat ersetzt: Grundlage der Mathematik ist die Substitution der Einheit von Subjekt und Prädikat, die orthogonale Beziehung der Dimensionen im Raum, die dann auch die Materie und die Zeit in eine gleichsam orthogonale Beziehung zum Raum rückt. Diese Einheit von Subjekt und Prädikat, genauer ihr Schein, ist vermittelt durch die Substantivierung des Prädikats (des „Seins“), die selber der vollständigen Ausbildung der Konjugationen, insbesondere den Futurbildungen sich verdankt. Zusammenhang mit der Konstituierung der Welt, dem Objektivations- und Säkularisationsprozeß (geschichtsphilosophische Konnotationen einer historischen Grammatik)?
(Ist es denkbar, daß es eine reale Beziehung der Toten zur toten Natur gibt: daß das Opfer zu den Konstituentien des Inertialsystems gehört – einschließlich der realen Opfer der Hexenverfolgung?)
Hegels Geschichtsphilosophie ist eine Philosophie der Weltgeschichte, d.h. Hegel macht das Prädikat zur Totalität und als Totalität zum Subjekt der Geschichte. Aber was Hegel hier zum Subjekt der Geschichte macht, ist das entfremdete Prinzip der Subjektivität („der Geist, der draußen ist“ – Sohar, S. 179). Die Welt wird zum Subjekt der Geschichte als Inbegriff des anklagenden und richtenden Prinzips, der scheidenden und verdrängenden (verschiebenden und projektiven) Kraft.
Was bedeutet der Satz (Mt 63): „Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte Hand tut“: Es soll nicht in der Öffentlichkeit geschehen („laß es also nicht vor dir herposaunen“), sondern im Verborgenen („dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten“): Die linke Hand repräsentiert die Öffentlichkeit („alle Welt“)!
„Alle Welt“: das sind die nicht widerlegbaren Urteile aller (Bekenntnis- und Beweislogik).
Gibt es Berührungspunkte zwischen dem haggadischen Teil der Kabbala und dem Märchen (Zusammenhang der Motive: König, Prinz, Prinzessin, Hexe, Zauberer)?
Zur Kritik der Fundamentalontologie: „Nur nicht mehr an das denken,/ was meine Seele so betrübt,/ doch auf den Sinn des Seins/ Gedanken und Gefühle lenken,/ auf das, was einst ich so geliebt.“ SS-Sturmbannführer Viktor Arajs, 1979 wegen gemeinschaftlichen Mordes an 13 000 Menschen zu lebenslänglicher Haft verurteilt, in einem im „Rundbrief für den Freundeskreis“ (Nr. 2/1986) veröffentlichten Gedicht (zitiert nach Ernst Klee: Persilschein und falsche Pässe, Frankfurt 1991, S. 117).
Ist die kopernikanische Theorie ein Pendant des Hexenhammers?
Den Himmel aufspannen: erinnert das nicht an den Spannungsbogen in der Musik (an Glenn Goulds Einspielung des Wohltemperierten Klaviers oder an Bredels Schubert) und an die Spannung im Roman?
Das Gewaltmonopol des Staates zerstört die argumentative Kraft der Sprache.
Gibt es einen sprachlichen Zusammenhang zwischen Mizrajim (Ägypten) und den Mizwot (den Geboten)?
Sind in der Geschichte der raf Ulrike Meinhof und Holger Meins nicht doch von Gudrun Ensslin und Andreas Baader zu unterscheiden?
Der Begriff des Nichts ist durch das Geld (das den Dingen von außen, durch ihre Beziehung zum Tausch, Realität verleiht) und durch die Vorstellung des Raumes vermittelt (durch die Vorstellung des „leeren Raumes“, in den die Dinge von außen, aus dem „Nichts“ hereinkommen). Aber dieses Nichts ist Statthalter der verdrängten Wahrheit.
Der Sündenfall ist ein Vorgang in der Sprache („Die Welt ist alles, was der Fall ist“) und erst danach ein Vorgang in der Geschichte. Darin gründet die Bedeutung des Gebets.
Der Atheismus ist eine notwendige Folge aus dem Schein der Unkritisierbarkeit der Bekenntnislogik. Atheismus unausweichliches Produkt des Herrendenkens; einzige Absicherung gegens Herrendenken ist die Theologie.
Magie und Verzweiflung (Sprache und Sexualität): Verknüpfung von Magie und Religion nur unter dem Vorzeichen der Sexualmoral, nicht des Sprachdenkens (Katharer und Ursprung der Kabbala); Personalismus als Konkretismus im sexualmoralisch definierten Kontinuum. Golem Deckbild der Erlösung. Grenze der Magie: der Golem kann nicht sprechen (in der Schöpfungsgeschichte bara dreimal: Himmel und Erde, die großen Seeungeheuer, der Mensch). Golem und Alchemie (Goldmachen).
Differenz zwischen Held und Messias (Jesus ein Held?).
Sintflut und Grenze zwischen Vorwelt und Welt. „…, daß es das Ich ist, welches die Flut bringt“ (Sohar, S. 119). Zusammenhang mit der Änderung des Nahrungsgebots (Erlaubnis Fleisch zu essen), dem Noachidischen Bund, dem Regenbogen (Farben in der Schrift?).
Die Barbarei beginnt, wenn die Bekenntnisse zu Zeichen der Komplizenschaft, wenn sie indifferent gegen die Welt und zugleich austauschbar werden (Hexenhammer und Bekenntnis: Hexe wird man durch den Teufel; zuerst Abschwören des Bekenntnisses, dann die Teufelsbuhlschaft; schwarze Messen; Zusammenhang mit der Vorgeschichte der Katharer? Affinität des Protestantismus? Sprachmagie und Teufelsbuhlschaft: hieros gamos und Sternendienst; Zusammenhang zwischen Hexen und dem Herrn der Tiere, dem wilden Heer).
Wir leben in einer gemeinsamen Welt, aber wir sehen sie gemeinsam nur durch die Sprache.
Hängt der exzessive Gebrauch von Prä- und Suffixen mit der Akkusativierung der Sprache, mit ihrer Instrumentalisierung und Verwandlung in eine Herrensprache zusammen?
Die Umkehr ist nicht das Ziel, sondern der Anfang.
Der Eid als Selbstverfluchung.
Zu Elias als Bote des Messias sh. Maleachi.
Nicht die Unterscheidung von Innen und Außen (Hellenen und Barbaren, Guten und Bösen; Basis der kontemplativen Beziehung zur Objektivität), sondern die von „Im Angesicht“ und „Hinter dem Rücken“ (Israeliten und Hebräer; Grundlage der praktisch-moralischen, der messianischen Beziehung zur Objektivität): die Hereinnahme der Beziehung aufs Andere ins Denken ist das Tor zur Theologie (der Satz gilt auch gegen die Verinnerlichung der gesellschaftlichen Kritik: Intersubjektivität, der Beweis durch Unwiderlegbarkeit, ist gegen Gemeinheit nicht gefeit).
Die Mechanik ist deshalb die Kerndisziplin der gesamten Physik, weil sie die Beziehungen der Dinge auf die rein äußerliche Beziehung des Stoßes reduziert. Die hier gewonnenen Begriffe und Strukturen sind Ursprung und Maß der gesamten naturwissenschaftlichen Erkenntnis (Raum: von allen Seiten von außen). Hier ist auch die Vorstellung begründet, daß nur Nahwirkungen, Wirkungen durch Berührung, als Erklärung zugelassen, Fernwirkungen hingegen vom Grundsatz her ausgeschlossen sind. Daher hatte die Physik ihre Probleme sowohl mit der Gravitationstheorie (Descartes‘ Versuch, den Fall aus den Trägheitskräften der Zentrifugalbewegung herzuleiten) als auch mit der Optik und der Elektrodynamik (Ätherhypothese).
Materie keine extensive, sondern intensive Größe, über die Begriffe der Dynamik mit dem Inertialsystem und seiner Metrik verbunden.
Die toledot sind der Zentralbegriff einer Einheit von Geschichts- und Naturphilosophie (und was heißt „von Geschlecht zu Geschlecht“?).
Wer der Gottesfurcht zu entkommen versucht, verletzt die Thora. Die Gottesfurcht ist der genaueste Begriff für die Beziehung zur hebräischen Schrift. Und die Gottesfurcht ist das Ende der Herrenfurcht: der Furcht vor der Welt, vor dem Urteil der Welt.
Ist nicht die griechische Metaphysik nur eine vergeistigte Form des Sternendienstes, und die aristotelische noesis noeseos, das Denken des Denkens, ein Abbild des sinnlosen Kreisens der Planeten? Nicht zufällig hat die Aristoteles-Tradition den intellectus agens in der Mondsphäre lokalisiert. Und die Kugel als Modell der Vollkommenheit ist einsichtig nur im Rahmen des Innen-Außen-Gegensatzes.
Gott hat auch die Welt erschaffen, aber erst am fünften Tag, als er die „großen Seeungeheuer“ schuf (erschaffen sind Himmel und Erde, die großen Seeungeheuer und die Menschen). Mir scheint, es ist kein Zufall, wenn die Geschichte der Philosophie mit Thales, mit dem Satz „Alles ist Wasser“, beginnt und mit einer Gestalt des Absoluten endet, in dem kein Glied nicht trunken ist.
Im Licht der Sprache sehen lernen!
„Ein anderer aber, einer seiner Jünger, sagte zu ihm: Herr, laß mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben. Jesus erwiderte: Laß die Toten ihre Toten begraben.“ (Mt 821f) -
08.12.91
Die islamisch-christliche Differenz im Schöpfungsbegriff: in jedem Augenblick neu und Erhaltung der Welt, reflektiert die Differenz der Beziehung des Islams und des Christentums zur Philosophie, zur Verinnerlichung des Schicksals.
Im zweiten Schöpfungsbericht werden die Tiere von Gott aus dem Acker gebildet (und dem Menschen zur Benennung vorgeführt), nur im ersten bringt sie die Erde hervor.
Was ist der Unterschied zwischen der Erde (E. und Himmel), dem Acker (Acker und Adam) und dem Garten Eden (dem Garten der Bäume, die Gott „aus dem Acker … schießen“ ließ)? Und welche Bedeutung haben die vier Flüsse im Garten Eden (Beziehung zu den Wassern oberhalb und unterhalb der Feste)?
Das Christentum ist eine apokalyptische Religion, sein Grundwort ist das „Maranatha“, das dann freilich im Prozeß der Dogmatisierung (Parusieverzögerung) verdrängt wurde.
Nicht das Denken, sondern die Mathematik (in der das Denken sich nur auf sich selbst bezieht) ist das Narkotikum.
Jesus hat das Feuer auf die Erde gebracht, und er wollte, es brennte schon. Nur ist dieses Feuer dann nach innen geschlagen und zum Schwelbrand geworden: so ist das Christentum ausgebrannt.
Ist nicht heute die Kirche der Lazarus, der tot ist und schon riecht?
Wer in der Sprache sehen gelernt hat, für den gibt es keine Theorie mehr, sondern nur noch die Wahrheit.
Zum Genitiv: Hängt der Begriff des Genitivs nicht mit dem genus, mit der Zeugung, mit den toledot zusammen? Aber so, daß dieses Verhältnis (wie in der Trinitätslehre) in die casus mit hereingezogen: in ein Eigentums- und Herrschaftsverhältnis umgewandelt worden ist. Gilt nicht auch hier das vierte Gebot: Du sollst Vater und Mutter ehren?
Im Genitiv sind die Zeugungen idealistisch geworden (werden Begriffe zeugungsfähig und gezeugt): das ist der blasphemische Sinn des Zeugungsbegriffs, Erbe des hieros gamos und dessen, was die Propheten Hurerei nannten. Die Hegelsche Logik: die Totalität der Anti-toledot, und die Onanie der synthetischen Urteile a priori (die das namenlose Objekt erzeugen). Zusammenhang von Er- und Bezeugen (im Kontext des Beweises)?
Die Idee des Ewigen hat zwei Konnotationen, die zusammenzubringen sind: Die eine ist, daß sich das Ewige in keinerlei Hinsicht als vergangen denken läßt; die andere aber ist, daß das unabgegoltene Vergangene, die Toten, in die Idee des Ewigen mit hereingehören. Das aber heißt, daß die Idee des Ewigen ohne Erinnerungsarbeit, ohne das Eingedenken: ohne den Gedanken, daß die Toten, die wir nur noch ausbeuten, unsere Richter sein werden (ohne Umkehr des Historismus), nicht zu denken ist.
Mit jedem Menschen stirbt eine Welt, aber nicht das Zeugen, sondern Gerechtigkeit begründet eine Welt. -
06.12.91
Ist die analogia entis, dieses Kernstück der thomistischen Theologie (ein Begriff übrigens, der heute sein fundamentum in re verloren zu haben scheint), der katholische Ersatzbegriff für die Umkehr?
Wenn der Ursprung der Philosophie sich aus der Verinnerlichung des Schicksalsbegriffs begreifen läßt, repräsentieren dann nicht Islam und Christentum die beiden verschiedenen Seiten des Schicksals (das Christentum die Subjektseite, der Islam die Objektseite)? Lassen sich daraus nicht sogar die Differenzen in der Theologie ableiten (z.B. die islamische Vorstellung, daß Gott in jedem Augenblick die Welt neu erschafft, auch daß es neben dem Koran weder eine besondere Philosophie noch einen kritischen Wissenschaftsbegriff geben kann)? Bedeutet das aber nicht umgekehrt, daß das Problem Islam sich nur mit der Selbstaufklärung des Christentums (mit der Selbstaufklärung der Philosophie) lösen läßt, weil anders der Islam als Projektionsfolie für das unbekehrte Christentum ebenso notwendig bleibt wie der Terrorismus für den Staat?
Wenn Franz Rosenzweig Mohammed den großen Plagiator nennt, so erinnert das daran, daß auch der Muslim unmittelbar bei Allah sein möchte, aber beim Schicksal sich wiederfindet. Der Islam repräsentiert die mythische Gestalt der Monotheismus-Rezeption.
Im Begriff des Ewigen ist auch das Vergangene gegenwärtig: als das noch unversühnte Gericht.
Adorno Aktueller Bezug Antijudaismus Antisemitismus Astrologie Auschwitz Banken Bekenntnislogik Benjamin Blut Buber Christentum Drewermann Einstein Empörung Faschismus Feindbildlogik Fernsehen Freud Geld Gemeinheit Gesellschaft Habermas Hegel Heidegger Heinsohn Hitler Hogefeld Horkheimer Inquisition Islam Justiz Kabbala Kant Kapitalismus Kohl Kopernikus Lachen Levinas Marx Mathematik Naturwissenschaft Newton Paranoia Patriarchat Philosophie Planck Rassismus Rosenzweig Selbstmitleid Sexismus Sexualmoral Sprache Theologie Tiere Verwaltung Wasser Wittgenstein Ästhetik Ökonomie