Wasser

  • 19.01.92

    Läßt sich aus dem biblischen Schöpfungsbericht eine Theorie der Sprache entnehmen? Oder ist die Sprache der Schöpfung eine Frage, die immer noch auf unsere Antwort wartet?
    – Himmel und Erde sind stumm erschaffen (ohne das Wort).
    – Erst das Licht ist durchs imperative Wort geworden (Anfang der Schöpfung durchs Wort).
    – Das Firmament, die Lichter am Himmelsgewölbe, wurden, nach der Ankündigung durchs Wort, gemacht,
    – die großen Seetiere, die Fische und die Vögel, nach der Ankündigung durchs Wort, geschaffen (nicht vom Wasser hervorgebracht).
    – Durch das imperative Wort wurde die Sammlung des Wassers an einem Ort veranlaßt.
    – Durch den instrumentalen Imperativ wurde die Erde veranlaßt, die Pflanzen wachsen zu lassen, ebenso die Tiere hervorzubringen (Gott hat dann die Tiere gemacht, und Adam hat sie später benannt).
    – Die Menschen wurden erschaffen (3 x „schuf“) nach dem Selbstgespräch Gottes („Laßt uns den Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich“).
    – Geschieden wurden (stumm, ohne ankündigendes Wort) Licht und Finsternis sowie (mit ankündigendem Wort und instrumental: durch das Firmament) die Wasser oberhalb und unterhalb des Firmaments.
    – Benannt wurden Licht und Finsternis (nach der Trennung) als Tag und Nacht sowie das (die Wasser trennende) Firmament als Himmel (Zusammenhang von Scheiden und Be#nennen).
    – Instrumentalisierung, Ermächtigung (und Delegation des Scheidens, Herrschens, Hervorbringens und Benennens): das Firmament (scheidet Wasser von Wasser), die Leuchten am Himmel (erleuchten den Tag und die Nacht und herrschen über die Zeiten), die Erde (läßt Pflanzen wachsen, bringt Tiere hervor), der Mensch (herrscht über die geschaffene Welt, benennt die Tiere). Zusammenhang von Instrumentalisierung und Benennung?
    – Zu unterscheiden sind:
    . das hervorbringende Wort (Licht)
    . das imperative Wort (an das Wasser: Sammlung an einem Ort, an die Erde: Wachsen der Pflanzen, Hervorbringen der Tiere)
    . das ankündigende (z.T. auch imperative, zweckbestimmte) Wort (das Firmament, die Leuchten, die Pflanzen, Fische, Vögel, Tiere)
    . das reflexive Wort (die Menschen)
    . das benennende Wort (Tag und Nacht, der Himmel)
    . das segnende Wort (an die Fische, Vögel, Tiere und Menschen: „Seid fruchtbar und vermehret euch …“)
    – Gottes Wort wird unmittelbar repräsentiert
    . als das schaffende Wort durch das Licht,
    . als benennendes Wort durch den Tag und die Nacht sowie durch das Firmament (als Himmel) und schließlich
    . durch den Segen (der sich an die Fische und Vögel, an die Menschen und an den siebten Tag richtet: die Reproduktion und Ausbreitung des Lebens: das „Seid fruchtbar und vermehrt euch“).
    Beim Segen für die Menschen sprach er erstmals „zu ihnen“ (im Plural, nämlich zu Mann und Frau).
    Wer spricht wann zu wem im zweiten Schöpfungsbericht? Hier kommen
    – nach lauter stummen Tätigkeiten:
    . noch keine Feldsträucher, -pflanzen, aber Feuchtigkeit stieg aus der Erde auf und tränkte den … Acker;
    . Gott formte den Menschen und blies ihm den Odem ein;
    . legte in Eden einen Garten an und setzte dorthin den Menschen (wie vorher die Leuchten an das Himmelsgewölbe);
    . ließ aus dem Ackerboden allerlei Bäume wachsen, in der Mitte den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse;
    . ein Strom entspringt in Eden, der den Garten bewässert; teilt sich in vier Hauptflüsse;
    . Zweck: daß der Mensch den Garten bebaue und hüte;
    – als erstes Wort das Gebot Gottes an die Menschen („von allem Bäumen …“, mit der direkten Ansprache: „Du“),
    – dann erst spricht er (Monolog: „es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei“);
    – danach benennt Adam die Tiere (die Gott dem Menschen zuführt),
    – dann – nach einem „tiefen Schlaf“ und nach der Trennung von Mann und Frau – spricht erstmals der Mensch (Monolog: „Das endlich ist …“).
    – „Beide, Adam und seine Frau, waren nackt, aber sie schämten sich nicht voreinander.“
    – Der erste Dialog (Dialog der Verführung, des Betrugsvorwurfs gegen Gott) ist der zwischen der Schlange und der Frau, während die Interaktion der Frau „mit ihrem Mann“ noch stumm ist.
    – „Da gingen beiden die Augen auf, und sie erkannten, daß sie nackt waren. … versteckten sich Adam und seine Frau vor Gott … unter den Bäumen des Gartens.“
    – Gott ruft Adam, Adam meldet sich, antwortet; Dialog Gottes mit der Frau;
    – Gott verflucht die Schlange, die Frau und Adam, sowie im Wort an Adam den Acker.
    – Adam benennt seine Frau (Eva, Mutter aller Lebendigen).
    – Abschlußmonolog Gottes, Vertreibung aus dem Paradies und Aufstellung der Kerube „mit dem lodernden Flammenschwert“.
    – Adam erkennt Eva, seine Frau.
    Was war das Wort Gottes ohne den Menschen? Ist nicht in dem (noch unentfalteten, gleichsam embryonalen) sprachlichen Element des Schöpfungsberichts der Adressat dieser Sprache mitgesetzt? Wer ist dieser Adressat? Gibt es ein Hören und Verstehen des Geschaffenen schon vor der Erschaffung des Menschen, oder ist die Schöpfung ein ins Leere, in der Erwartung, daß der Mensch sie einmal vernehmen und begreifen wird, gesprochenes Wort? Ist die objektive Sprache das Element, in dem die Schöpfung bis hin zum Menschen sich entfaltet?
    Zum Inertialsystem: die Erhaltungssätze ergeben sich zwangsläufig aus den Orthogonalitätsbedingungen des Systems (nach der Übertragung und Erweiterung der räumlich-metrischen Strukturbestimmungen aufs Inertialsystem: auf die Zeit und die Materie, die „träge Masse“).
    Die Reflexion des Herrschaftsmoments im Inertialsystem ist nur möglich, wenn sich das Inertialsystem als etwas Abgeleitetes bestimmen läßt (Bedeutung des Prinzips der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit). Die Kommunikationstheorie, die (nach der falschen Versöhnung mit der Natur) die Versöhnung durch den Konsens ersetzte, verdrängt das Schuld- und Herrschaftsmoment in der Erkenntnis.
    Gründet die Sexualmoral im Verbot des Mißbrauchs des Segens? Hängt hiermit die Selbstverfluchung in der Geschichte der petrinischen Verleugnungen zusammen?
    Wer den „inneren Schweinehund“ (sc. das Gewissen oder die Gottesfurcht) in sich besiegt hat, hat seitdem Angst vor der „Nestbeschmutzung“ („die Juden haben das Gewissen erfunden“: die Gottesfurcht).
    Die private Existenz ist die vergesellschaftete, verdinglichte Gestalt des Lebens „im Angesicht“, seine Geschichte ist mit der des Christentums (und mit der der christlichen Sexualmoral, der Privatisierung der politischen Moral) untrennbar verbunden. Die christliche Sexualmoral gehört in den Kontext der verwalteten Lehre und des verwalteten Segens (der verwalteten Gnade: der christlichen Opfertheologie). Grund ist die Verwechslung der Schöpfung mit der Welt (die dann am Ende die schöpferische Potenz blasphemisch naturalisiert; sie ist vorbezeichnet im trinitätstheologischen Begriff der Zeugung, der den der Versöhnung neutralisiert, indem er ihn naturalisiert).
    Zwei Zitierweisen: Neben dem autoritären Zitat, das den Zitierenden der Begründung enthebt, gibt es das Einsichtzitat, in dem die Begründungspflicht fortbesteht, der Zitierende nur die Formulierungshilfe eines anderen in Anspruch nimmt (Verhältnis von Einsicht und Begründung: Problem des Erkenntnisbegriffs).
    Die Geschichte der Dogmenentwicklung ist die Geschichte der Identifikation mit dem Aggressor.
    Kant hat mit seinem Begriff der „kopernikanischen Wendung“ etwas sehr Wichtiges bezeich#net: Das Inertialsystem und die naturwissenschaftliche Aufklärung übernimmt von dem Herrschaftsauftrag an die Sonne das Herrschen über die Zeit, von dem an den Mond das Erleuchten der Nacht (Bedeutung der Astronomie für die Geschichte der Aufklärung).
    Die Welt ist der Inbegriff der Urteile der anderen (des Auslands, der Geschichte, der Wissenschaft), die nur deshalb meine Zustimmung fordern, weil ich selbst für andere ein anderer bin (der ohnmächtig-wütende Protest des Ausländerfeinde gründet in diesem Konzept).

  • 18.01.92

    Die Kritik des Herrschaftsmoments in der naturwissenschaftlichen Aufklärung, des Zusammenhangs von Objektivierung und Instrumentalisierung, hat zu Voraussetzung die Kritik des Inertialsystems, den Nachweis dessen, was in der Natur angerichtet wird, was unterdrückt, verdrängt wird: der Gegenwart, der Realität des Angesichts.
    – Himmel und Erde sind nur erschaffen (ohne das Wort).
    – Das Licht ist das einzige, das nur durchs imperative Wort geworden ist.
    – Das Firmament, die Lichter am Himmelsgewölbe wurden, nach der Ankündigung durchs Wort, gemacht,
    – die großen Seetiere, die Fische und die Vögel, nach der Ankündigung durchs Wort, geschaffen (nicht vom Wasser hervorgebracht).
    – Durch das ans Wasser gerichtete imperative Wort wurde die Sammlung des Wassers an einem Ort veranlaßt.
    – Durch den instrumentalen, an die Erde gerichteten Imperativ wurde sie veranlaßt, die Pflanzen wachsen zu lassen, ebenso die Tiere hervorzubringen, die Gott dann allerdings gemacht (und später Adam benannt) hat.
    – Die Menschen wurden erschaffen, nachdem Gott sich selbst anspricht („Laßt uns den Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich“).
    – Geschieden wurden (unmittelbar, ohne ankündigendes Wort) Licht und Finsternis sowie (mit ankündigendem Wort und instrumental: durch das Firmament) die Wasser oberhalb und unterhalb des Firmaments.
    – Benannt wurden Licht und Finsternis (nach der Trennung) als Tag und Nacht sowie das (die Wasser trennende) Firmament als Himmel.
    – Instrumentalisierung: das Firmament (scheidet Wasser von Wasser), die Leuchten am Himmel (erleuchten den Tag und die Nacht und herrschen über die Zeiten), die Erde (läßt Pflanzen wachsen, bringt Tiere hervor), der Mensch (herrscht über die geschaffene Welt, benennt die Tiere).
    – Zu unterscheiden sind:
    . das hervorbringende Wort (Licht)
    . das imperative Wort (an das Wasser: Sammlung an einem Ort, an die Erde: Wachsen der Pflanzen, Hervorbringen der Tiere)
    . das ankündigende (z.T. auch imperative, zweckbestimmte) Wort (das Firmament, die Leuchten, die Pflanzen, Fische, Vögel, Tiere)
    . das reflexive Wort (die Menschen)
    . das benennende Wort (Tag und Nacht, der Himmel)
    . das segnende Wort (an die Fische, Vögel, Tiere und Menschen: „Wachset und mehret euch …“)
    – Gottes Wort wird unmittelbar repräsentiert durch das Licht, den Tag und die Nacht, durch das Firmament (als Himmel) und durch den Segen (die Reproduktion und Ausbreitung des Lebens: das „Wachset und mehret euch“).
    Zum Inertialsystem: die Erhaltungssätze ergeben sich zwangsläufig als Orthogonalitätsbedingungen des Systems (nach der Übertragung und Erweiterung der räumlichen Bestimmungen auf Zeit und Materie).
    Gründet die Sexualmoral im Verbot des Mißbrauchs des Segens? Hängt hiermit die Selbstverfluchung in der Geschichte der petrinischen Verleugnungen zusammen?

  • 02.01.92

    Zu Derridas Kritik des Logozentrismus: nochmal die Christina von Braun lesen.
    Die Hypostasierung der Natur ist der Versuch, einen anti-christologischen Schöpfungsbegriff zu etablieren; die Idee eines stummen Schöpfers, eines Schöpfers, der ohne die Sprache erschafft (ebenso wie die Welt die Idee eines stummen Gerichts vor Augen stellt: eines ohne die Möglichkeit einer Einrede gefällten und sogleich vollstreckten Urteils. Der Säkularisationsprozeß ist ein Prozeß ohne Verteidigung, ein Prozeß, in dem der Verteidiger nur stört, Sand im Getriebe ist.
    Keine Philosophie wurde schneller vergessen als die Adornos: nämlich von seinen eigenen Schülern.
    Ist ein Raum vorstellbar (konstruierbar), in dem nur zwei Dimensionen umkehrbar sind. die dritte hingegen unumkehrbar.
    Büchners Lenz hatte bei der Wanderung durch die Vogesen den Wunsch, auf dem Kopf zu gehen; umgekehrt wollte Marx den Hegel vom Kopf auf die Füße stellen. Und war das nicht die entscheidende Wendung in der Geschichte der Rationalisierung der Musik, daß sie gleichsam umgekehrt und auf den Kopf gestellt wurde: daß die Melodiestimme von unten nach oben und die Begleitstimme von oben nach unten gerückt wurde? Ergab sich hieraus die Konsequenz der Zwölftonmusik? Beziehung zum Fall: das Tiefe (das Untere) wird heute als das Schwere, das Hohe (das Obere) als das Leichte erfahren. Aber ist es nicht die Welt, die uns auf den Kopf stellt (und haben damit nicht der Ödipus-Komplex und die Gewalt, die seitdem das Erwachsenwerden begründet, etwas zu tun)?
    Das metaphorische Element der Sprache hält die Spuren der Genesis ihrer Entfremdung fest. Ein gänzlich metaphorisch durchwirkter Text kommt der Wahrheit näher als ein Text, der durch Definitionen, durch verdinglichte und instrumentalisierte Begriffe festgezurrt wurde und daran erstickt ist. Die Metaphorik ist das Lebenselement der Sprache.
    Hat die Anatomie nicht eigentlich immer schon die Wahrheit als Leiche gemeint, und ist diese nicht ihr Modell? Hängt sie (bis hin zu den Menschenexperimenten in den Konzentrationslagern) nicht zusammen mit einem rekonstruierbaren blasphemischen Stand der Theologie und des Dogmas?
    Die Metaphorik beschreibt den Organismus des Sprachleibs, die Dogmatik seine Anatomie. Wenn wir begreifen, was in der alten Geschichte die Leberschau und die Beobachtung des Vogelflugs bedeuteten, welche Bedeutung die Ostraka im Zusammenhang mit dem Ursprung der Schrift haben, sind wir dem Verständnis der alten Welt und des Ursprungs des Christentums ein ganzes Stück näher gekommen.
    Die Finsternis und das Wasser sind nicht erschaffen, sondern als Nebenprodukte im Schöpfungsprozeß mit entstanden. Lernen, mit der Angst umzugehen, sie nicht zu verdrängen, wenn wir uns der Vorwelt nähern.
    Hatte nicht Habermas, und auf andere Weise generell die 68er Linke, noch ein gänzlich unangemessenes Zutrauen in Institutionen, in die Wirksamkeit der Mechanismen der Instrumentalisierung? Und war es nicht dieses Zutrauen, daß Habermas dazu verführte, die Naturkritik der Frankfurter zu vorschnell zu verwerfen? Das ist es, was dann in der nächsten Generation (bei Hauke Brunkhorst oder bei Micha Brumlik) gelegentlich völlig unkontrolliert ausbricht.
    Erst in einer Welt, in der die Sprache gegenstandslos wird, wird das Beten funktionslos.
    Was das Christentum in der Folge der Rezeption des Hellenismus nicht verstanden und am Ende dann verdrängt hat, ist, daß die Übernahme der Schuld der Welt sich auf einen sprachlichen Sachverhalt bezieht. Nur innerhalb dieses sprachlichen Zusammenhangs wird verständlich, was im NT Logos heißt.
    Die Asymmetrie im dialogischen Verhältnis korrespondiert mit der Asymmetrie von Zukunft und Vergangenheit, Sprache und Mathematik.

  • 31.12.91

    „Alle Menschen streben nach dem Wissen“, weil sie die Ungewißheit des Nichtwißbaren (und der potentiellen Schuld), der Zukunft, nicht ertragen können. Das deutsche Versicherungswesen ist gerade keine „Solidarhaftung“, sondern einerseits ein Netz, durch das zu viele hindurchfallen, und anderseits ein Abwälzen der Last auf die Nachfahren, die Zukunft, die gleichsam apriori in Schuldhaft genommen wird: ein Exkulpationssystem.
    Wer Wahrheit an die Kommunikation bindet, bindet sie an die Beweislogik, mit all den Folgen, die sich daraus ergeben (Freispruch der Gemeinheit).
    Im Zusammenhang der Hegelschen Beziehung von Volksgeist und Weltgeist müssen die Volksgeister (die Nationen) sterblich sein: deshalb ist der Idealismus antisemitisch.
    Das „die Erde bringe hervor“ bedeutet, daß die Pflanzen und die Tiere nicht unmittelbar von Gott geschaffen wurden (ausgenommen die großen Seetiere).
    Ist der Ort der erschaffenen „großen Seetiere“ das Wasser über oder das unter dem Firmament?
    Das Schicksal ist das gesichtslose Anlitz der Natur.
    Grundlage des liberum arbitrium (der Wahlfreiheit) sind das Geld und der Raum (und ihre „Freiheitsgrade“), wobei das Geld die Beschränkung auf drei Dimensionen aufhebt (das Geld korrespondiert dem „Wert“, dem Gewicht der Einzeldinge; Zusammenhang des Wertgesetzes mit dem Gravitationsgesetz: was ist hier die Sonne?).
    Die Entstehung der Schrift (Säkularisation des Bildes), der Ursprung des Geldes (des Wertgesetzes) und die Entstehung des Weltbegriffs (der Raumvorstellung) sind Teile eines Prozesses.
    Derrida: Grammatologie, S. 173: Rousseau, der Christologe des modernen Naturbegriffs. Oder: Rousseau, die Krise der Schrift und der Rückfall in die Barbarei. (In Derrida explodiert die Rousseausche Revolte der Natur – vgl. hierzu Horkheimer.)
    Die Stimme bewegt nicht die Natur, wohl aber die Ökonomie.
    Seit dem Ende des letzten Krieges herrscht in Deutschland ein geradezu wütender Rechtfertigungszwang.
    Zum Begriff der Offenbarung: Der brennende Dornbusch ist der Inbegriff (das Außenbild) der Apokalypse. Im Prozeß der Weltbildung wird die Offenbarung apokalyptisch.
    Liegt die Schuldknechtschaft (der Ursprung der hpr) vor dem Ursprung der Kriege (dem Ursprung des Handels und der Schrift)? Wann und wo ist erstmals von Kriegen die Rede? (Alle Kriege zielen auf Eroberungen: gibt es auch Erunterungen?)
    Ist die nordafrikanische Vätertheologie (der Ursprung der lateinischen Theologie in Nordafrika) punisch, hängt sie mit der Geschichte der Phönizier, mit der Erfindung der alphabetischen Schrift zusammen?

  • 13.12.91

    Man muß den Satz Wittgensteins „Die Welt ist alles, was der Fall ist“, wenn man ihn verstehen will, umkehren: Alles, was der Fall ist, ist die Welt. Das „alles, was der Fall ist“ ist Subjekt und „die Welt“ Prädikat.
    Beim Turmbau zu Babel wurde der Name durchs Prädikat ersetzt. Begriffliches Denken ist prädikatives Denken; in der Mathematik wird nicht nur der Name, sondern auch das Urteilssubjekt durchs Prädikat ersetzt: Grundlage der Mathematik ist die Substitution der Einheit von Subjekt und Prädikat, die orthogonale Beziehung der Dimensionen im Raum, die dann auch die Materie und die Zeit in eine gleichsam orthogonale Beziehung zum Raum rückt. Diese Einheit von Subjekt und Prädikat, genauer ihr Schein, ist vermittelt durch die Substantivierung des Prädikats (des „Seins“), die selber der vollständigen Ausbildung der Konjugationen, insbesondere den Futurbildungen sich verdankt. Zusammenhang mit der Konstituierung der Welt, dem Objektivations- und Säkularisationsprozeß (geschichtsphilosophische Konnotationen einer historischen Grammatik)?
    (Ist es denkbar, daß es eine reale Beziehung der Toten zur toten Natur gibt: daß das Opfer zu den Konstituentien des Inertialsystems gehört – einschließlich der realen Opfer der Hexenverfolgung?)
    Hegels Geschichtsphilosophie ist eine Philosophie der Weltgeschichte, d.h. Hegel macht das Prädikat zur Totalität und als Totalität zum Subjekt der Geschichte. Aber was Hegel hier zum Subjekt der Geschichte macht, ist das entfremdete Prinzip der Subjektivität („der Geist, der draußen ist“ – Sohar, S. 179). Die Welt wird zum Subjekt der Geschichte als Inbegriff des anklagenden und richtenden Prinzips, der scheidenden und verdrängenden (verschiebenden und projektiven) Kraft.
    Was bedeutet der Satz (Mt 63): „Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte Hand tut“: Es soll nicht in der Öffentlichkeit geschehen („laß es also nicht vor dir herposaunen“), sondern im Verborgenen („dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten“): Die linke Hand repräsentiert die Öffentlichkeit („alle Welt“)!
    „Alle Welt“: das sind die nicht widerlegbaren Urteile aller (Bekenntnis- und Beweislogik).
    Gibt es Berührungspunkte zwischen dem haggadischen Teil der Kabbala und dem Märchen (Zusammenhang der Motive: König, Prinz, Prinzessin, Hexe, Zauberer)?
    Zur Kritik der Fundamentalontologie: „Nur nicht mehr an das denken,/ was meine Seele so betrübt,/ doch auf den Sinn des Seins/ Gedanken und Gefühle lenken,/ auf das, was einst ich so geliebt.“ SS-Sturmbannführer Viktor Arajs, 1979 wegen gemeinschaftlichen Mordes an 13 000 Menschen zu lebenslänglicher Haft verurteilt, in einem im „Rundbrief für den Freundeskreis“ (Nr. 2/1986) veröffentlichten Gedicht (zitiert nach Ernst Klee: Persilschein und falsche Pässe, Frankfurt 1991, S. 117).
    Ist die kopernikanische Theorie ein Pendant des Hexenhammers?
    Den Himmel aufspannen: erinnert das nicht an den Spannungsbogen in der Musik (an Glenn Goulds Einspielung des Wohltemperierten Klaviers oder an Bredels Schubert) und an die Spannung im Roman?
    Das Gewaltmonopol des Staates zerstört die argumentative Kraft der Sprache.
    Gibt es einen sprachlichen Zusammenhang zwischen Mizrajim (Ägypten) und den Mizwot (den Geboten)?
    Sind in der Geschichte der raf Ulrike Meinhof und Holger Meins nicht doch von Gudrun Ensslin und Andreas Baader zu unterscheiden?
    Der Begriff des Nichts ist durch das Geld (das den Dingen von außen, durch ihre Beziehung zum Tausch, Realität verleiht) und durch die Vorstellung des Raumes vermittelt (durch die Vorstellung des „leeren Raumes“, in den die Dinge von außen, aus dem „Nichts“ hereinkommen). Aber dieses Nichts ist Statthalter der verdrängten Wahrheit.
    Der Sündenfall ist ein Vorgang in der Sprache („Die Welt ist alles, was der Fall ist“) und erst danach ein Vorgang in der Geschichte. Darin gründet die Bedeutung des Gebets.
    Der Atheismus ist eine notwendige Folge aus dem Schein der Unkritisierbarkeit der Bekenntnislogik. Atheismus unausweichliches Produkt des Herrendenkens; einzige Absicherung gegens Herrendenken ist die Theologie.
    Magie und Verzweiflung (Sprache und Sexualität): Verknüpfung von Magie und Religion nur unter dem Vorzeichen der Sexualmoral, nicht des Sprachdenkens (Katharer und Ursprung der Kabbala); Personalismus als Konkretismus im sexualmoralisch definierten Kontinuum. Golem Deckbild der Erlösung. Grenze der Magie: der Golem kann nicht sprechen (in der Schöpfungsgeschichte bara dreimal: Himmel und Erde, die großen Seeungeheuer, der Mensch). Golem und Alchemie (Goldmachen).
    Differenz zwischen Held und Messias (Jesus ein Held?).
    Sintflut und Grenze zwischen Vorwelt und Welt. „…, daß es das Ich ist, welches die Flut bringt“ (Sohar, S. 119). Zusammenhang mit der Änderung des Nahrungsgebots (Erlaubnis Fleisch zu essen), dem Noachidischen Bund, dem Regenbogen (Farben in der Schrift?).
    Die Barbarei beginnt, wenn die Bekenntnisse zu Zeichen der Komplizenschaft, wenn sie indifferent gegen die Welt und zugleich austauschbar werden (Hexenhammer und Bekenntnis: Hexe wird man durch den Teufel; zuerst Abschwören des Bekenntnisses, dann die Teufelsbuhlschaft; schwarze Messen; Zusammenhang mit der Vorgeschichte der Katharer? Affinität des Protestantismus? Sprachmagie und Teufelsbuhlschaft: hieros gamos und Sternendienst; Zusammenhang zwischen Hexen und dem Herrn der Tiere, dem wilden Heer).
    Wir leben in einer gemeinsamen Welt, aber wir sehen sie gemeinsam nur durch die Sprache.
    Hängt der exzessive Gebrauch von Prä- und Suffixen mit der Akkusativierung der Sprache, mit ihrer Instrumentalisierung und Verwandlung in eine Herrensprache zusammen?
    Die Umkehr ist nicht das Ziel, sondern der Anfang.
    Der Eid als Selbstverfluchung.
    Zu Elias als Bote des Messias sh. Maleachi.
    Nicht die Unterscheidung von Innen und Außen (Hellenen und Barbaren, Guten und Bösen; Basis der kontemplativen Beziehung zur Objektivität), sondern die von „Im Angesicht“ und „Hinter dem Rücken“ (Israeliten und Hebräer; Grundlage der praktisch-moralischen, der messianischen Beziehung zur Objektivität): die Hereinnahme der Beziehung aufs Andere ins Denken ist das Tor zur Theologie (der Satz gilt auch gegen die Verinnerlichung der gesellschaftlichen Kritik: Intersubjektivität, der Beweis durch Unwiderlegbarkeit, ist gegen Gemeinheit nicht gefeit).
    Die Mechanik ist deshalb die Kerndisziplin der gesamten Physik, weil sie die Beziehungen der Dinge auf die rein äußerliche Beziehung des Stoßes reduziert. Die hier gewonnenen Begriffe und Strukturen sind Ursprung und Maß der gesamten naturwissenschaftlichen Erkenntnis (Raum: von allen Seiten von außen). Hier ist auch die Vorstellung begründet, daß nur Nahwirkungen, Wirkungen durch Berührung, als Erklärung zugelassen, Fernwirkungen hingegen vom Grundsatz her ausgeschlossen sind. Daher hatte die Physik ihre Probleme sowohl mit der Gravitationstheorie (Descartes‘ Versuch, den Fall aus den Trägheitskräften der Zentrifugalbewegung herzuleiten) als auch mit der Optik und der Elektrodynamik (Ätherhypothese).
    Materie keine extensive, sondern intensive Größe, über die Begriffe der Dynamik mit dem Inertialsystem und seiner Metrik verbunden.
    Die toledot sind der Zentralbegriff einer Einheit von Geschichts- und Naturphilosophie (und was heißt „von Geschlecht zu Geschlecht“?).
    Wer der Gottesfurcht zu entkommen versucht, verletzt die Thora. Die Gottesfurcht ist der genaueste Begriff für die Beziehung zur hebräischen Schrift. Und die Gottesfurcht ist das Ende der Herrenfurcht: der Furcht vor der Welt, vor dem Urteil der Welt.
    Ist nicht die griechische Metaphysik nur eine vergeistigte Form des Sternendienstes, und die aristotelische noesis noeseos, das Denken des Denkens, ein Abbild des sinnlosen Kreisens der Planeten? Nicht zufällig hat die Aristoteles-Tradition den intellectus agens in der Mondsphäre lokalisiert. Und die Kugel als Modell der Vollkommenheit ist einsichtig nur im Rahmen des Innen-Außen-Gegensatzes.
    Gott hat auch die Welt erschaffen, aber erst am fünften Tag, als er die „großen Seeungeheuer“ schuf (erschaffen sind Himmel und Erde, die großen Seeungeheuer und die Menschen). Mir scheint, es ist kein Zufall, wenn die Geschichte der Philosophie mit Thales, mit dem Satz „Alles ist Wasser“, beginnt und mit einer Gestalt des Absoluten endet, in dem kein Glied nicht trunken ist.
    Im Licht der Sprache sehen lernen!
    „Ein anderer aber, einer seiner Jünger, sagte zu ihm: Herr, laß mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben. Jesus erwiderte: Laß die Toten ihre Toten begraben.“ (Mt 821f)

  • 08.12.91

    Die islamisch-christliche Differenz im Schöpfungsbegriff: in jedem Augenblick neu und Erhaltung der Welt, reflektiert die Differenz der Beziehung des Islams und des Christentums zur Philosophie, zur Verinnerlichung des Schicksals.
    Im zweiten Schöpfungsbericht werden die Tiere von Gott aus dem Acker gebildet (und dem Menschen zur Benennung vorgeführt), nur im ersten bringt sie die Erde hervor.
    Was ist der Unterschied zwischen der Erde (E. und Himmel), dem Acker (Acker und Adam) und dem Garten Eden (dem Garten der Bäume, die Gott „aus dem Acker … schießen“ ließ)? Und welche Bedeutung haben die vier Flüsse im Garten Eden (Beziehung zu den Wassern oberhalb und unterhalb der Feste)?
    Das Christentum ist eine apokalyptische Religion, sein Grundwort ist das „Maranatha“, das dann freilich im Prozeß der Dogmatisierung (Parusieverzögerung) verdrängt wurde.
    Nicht das Denken, sondern die Mathematik (in der das Denken sich nur auf sich selbst bezieht) ist das Narkotikum.
    Jesus hat das Feuer auf die Erde gebracht, und er wollte, es brennte schon. Nur ist dieses Feuer dann nach innen geschlagen und zum Schwelbrand geworden: so ist das Christentum ausgebrannt.
    Ist nicht heute die Kirche der Lazarus, der tot ist und schon riecht?
    Wer in der Sprache sehen gelernt hat, für den gibt es keine Theorie mehr, sondern nur noch die Wahrheit.
    Zum Genitiv: Hängt der Begriff des Genitivs nicht mit dem genus, mit der Zeugung, mit den toledot zusammen? Aber so, daß dieses Verhältnis (wie in der Trinitätslehre) in die casus mit hereingezogen: in ein Eigentums- und Herrschaftsverhältnis umgewandelt worden ist. Gilt nicht auch hier das vierte Gebot: Du sollst Vater und Mutter ehren?
    Im Genitiv sind die Zeugungen idealistisch geworden (werden Begriffe zeugungsfähig und gezeugt): das ist der blasphemische Sinn des Zeugungsbegriffs, Erbe des hieros gamos und dessen, was die Propheten Hurerei nannten. Die Hegelsche Logik: die Totalität der Anti-toledot, und die Onanie der synthetischen Urteile a priori (die das namenlose Objekt erzeugen). Zusammenhang von Er- und Bezeugen (im Kontext des Beweises)?
    Die Idee des Ewigen hat zwei Konnotationen, die zusammenzubringen sind: Die eine ist, daß sich das Ewige in keinerlei Hinsicht als vergangen denken läßt; die andere aber ist, daß das unabgegoltene Vergangene, die Toten, in die Idee des Ewigen mit hereingehören. Das aber heißt, daß die Idee des Ewigen ohne Erinnerungsarbeit, ohne das Eingedenken: ohne den Gedanken, daß die Toten, die wir nur noch ausbeuten, unsere Richter sein werden (ohne Umkehr des Historismus), nicht zu denken ist.
    Mit jedem Menschen stirbt eine Welt, aber nicht das Zeugen, sondern Gerechtigkeit begründet eine Welt.

  • 12.11.91

    „Je höher der Silbergehalt der Münze wäre, desto größer und denkwürdiger wäre der Ruhm des Königs Sigismund für die Nachwelt und desto strahlender der Abglanz seines Glücks.“ (Nicolaus Copernicus in: Brief der Räte Preußens an Ludwig Dietz; Erich Sommerfeld: die Geldlehre des Nicolaus Copernicus, Vaduz 1978, S. 117).
    „Es ist, dünkt mich, eine sehr unphilosophische Idee, unsere Seele als ein bloß leidendes Ding anzusehen; nein, sie leihet auch den Gegenständen.“ (G.C.Lichtenberg: Aphorismen Briefe Schriften, Hrsg. Paul Requadt, Stuttgart 1953, S. 112) – Anwendung auf eine Theorie des Geldes und der Banken? Und was „unsere Seele“ den Gegenständen „leihet“: ist das nicht ein Teil des geldwirtschaftlichen Erbes der Schuldknechtschaft? Ist das Meer als Symbol der „Völker und Menschenmassen, Nationen und Sprachen“ (Off 1715) nicht genau der Inbegriff dessen, was dann „alle Welt“, das „Ausland“, auch die „Nachwelt“ genannt wurde (die Nachwelt ist die Welt).
    S. auch „Warum hat Deutschland noch kein großes öffentliches Seebad?“ (Lichtenberg, S. 412ff)
    „Und er sagte zu mir: Du hast die Gewässer (ta hydata) gesehen, an denen die Hure sitzt; sie bedeuten die Völker und Menschenmassen, Nationen und Sprachen.“ (Off 1715, vgl. 171: epi hydaton pollon) – „Und das Meer (hä thalassa) gab die Toten heraus, die in ihm waren …“ (2013) – „… auch das Meer ist nicht mehr.“ (211)

  • 10.11.91

    Nicht nur, daß das Auge sonnenhaft ist, die Farben sind augenhaft.
    Verschwindet im Herbst der Unterschied zwischen Blüte und Blatt, wird der ganze Wald zu einer blühenden Landschaft, die dann aber abstirbt (oder einschläft)? Oder sind die Herbstfarben die Farben des Feuers (gelb, rot und braun), während die Farben der Blüten die des Himmels oder des Lichts sind (blau, rot, gelb und weiß). Goethe konstruiert die Farben aus der Beziehung von Dunkel und Hell (Finsternis und Licht), die Differenzen kommen daher, was als Inneres oder als Äußeres gesetzt wird: Hell über Dunkel (Morgen) oder Dunkel über Hell (Abend).
    schamajim ist der Himmel, majim das Wasser. Gibt es zwischen beiden Worten einen Zusammenhang (vgl. den Schöpfungsbericht: das Wasser gleichsam als Nebenprodukt des Himmels, mit der Finsternis und dem Geist Gottes über den Wassern).
    Die Beziehung von außen und innen ist ein vielfältig sich durchdringendes System. Die Grenze zwischen Außen und Innen ist die Haut, die Oberfläche der Dinge, wobei das Innere der Dinge von dem Äußeren nicht zu unterscheiden ist. Die Undurchsichtigkeit und Undurchdringlichkeit der materiellen Dinge: Ist beim Wasser das ganze Innere Oberfläche, nur Grenze zwischen Außen und Innen, weder reines Außen noch reines Innen. Das Wasser leistet Widerstand gegen die Bewegung eines in ihm sich bewegenden Objekts, und das Licht wird im Wasser gebrochen (ist hier die Beziehung zum Himmel, der vielleicht die „ganze Erde“ wie ein Brechungsmedium umgibt, das keine Rückschlüsse zuläßt darauf, was „in“ oder „hinter“ dieser Brechung sich tut?. Und ist das Problem der Seeungeheuer, der Fische, darin begründet, daß das Wasser nur Außenseite, ohne ein Inneres, ist?).
    Beziehung des Wassers zum Geld: Wie das Wasser ist das Geld (der Tauschwert) flüssig und unelastisch zugleich; mit der Erfindung des Geldes (der Gesetze, des Gewaltmonopols des Staates) wird das Schöpfungschaos (der vorgeschichtliche Schuldzusammenhang) in der geschichtlichen Welt evoziert, heraufbeschworen, zusammen mit den Herrschaftsinstitutionen (dem Schöpfungsdrachen als Endzeitdrachen). Der Ursprung des Geldes im Kontext der Schuldknechtschaft (Sklaven, outlaws, Kleinviehnomaden, Söldner) hat sein spätes Echo in Hegels Satz, daß „die bürgerliche Gesellschaft in all ihrem Reichtum nicht reich genug (sei), der Armut zu steuern“ (Philosophie des Rechts).
    schamir sind die Dornen. Und wie heißen die Disteln, der Dornbusch?
    Ist das Wasser mit dem Bekenntnis vergleichbar, in dem auch das Außen und das Innen ununterscheidbar sind (die ins Innere durchgedrungene Oberfläche)?
    Das Innere eines Baumstamms ist die verstockte Erinnerung an seine Lebensdauer (und an die äußeren Bedingungen seines vergangenen Lebens).
    Das Innere einer Wohnung, die sich abschirmt gegen die Außenwelt, heute aber durch ein Versorgungssystem damit verbunden ist: Wasser, Strom, Abfluß, Wärme, Telefon, Radio, Fernsehen, bis hin zu den (irrsinnigen) Möglichkeiten, die Arbeit, die Bankverbindungen, die Einkaufmöglichkeiten ins Innere zu verlegen, die Bindungen an die Außenwelt so zu gestalten, daß das Innere in eine gleichsam embryonalen Zustand zurückversetzt wird. So ernähren wir den Fisch, der uns ernährt. Der Glaube, daß wir uns durch dieses System vor dem Chaos retten können, ist purer Schein (wie heute jedes Bekenntnis): wir exportieren das Chaos nur nach außen; in eine „Außenwelt“, deren Existenz wir mit Hilfe des Bekenntnisses der Wahrnehmung entziehen und leugnen. Dieses System funktioniert nur noch auf der Grundlage der Opfer, die in den Schlacht- und Zuchthäusern, vor allem aber in der sogenannten Dritten Welt, in den „Schuldnerländern“, aus unserem Blickfeld entfernen.
    (Der Mülleimer hat ein Inneres und das Schloß hat ein Inneres, ebenso sind der Himmel und die Hölle Innenräume). Außen und Innen sind unzureichende Deckbegriffe für Im Angesicht und Hinter dem Rücken: Diese bezeichnen den Sachverhalt präziser. Außen und Innen unterliegen der Zweideutigkeit des Raumes: Im Raum ist Rechts und Links nicht zu unterscheiden (Jonas: Ninive, die große Stadt); das Schicksal ist der Inbegriff der Außenwelt als Innenwelt.
    Sind nicht alle Siege (zuletzt auch der über den „Kommunismus“) Pyrrhus-Siege, nur daß wir es noch nicht erkennen? Stößt das, was wir auszustoßen meinen, nicht in Wirklichkeit uns aus? Und produzieren wir nicht selber die Hölle, der wir so verfallen?
    Die genaueste Definition des „Volkes“ ist der Begriff der Schicksalsgemeinschaft. Im Kern des Schicksals steckt jedoch heute die Bekenntnislogik. „Im Namen des Volkes“ (gibt es diese Wendung eigentlich auch in anderen Rechtssystemen?): das hat eine besondere Beziehung zum „deutschen“ Volk, wenn man daran denkt, daß der Name der Deutschen selbst „das Volk“ bezeichnet (was heißt eigentlich „Amalek/Amalekiter“? – „populus lambens“, das „leckende Volk“: das staubleckende Volk – Ps 729, Jes 4923; das hündische Volk – 1 Kön 2119, 2238; Lk 1621). So wird der Rechtsspruch zum Schicksalsspruch; im Namen des Schicksals (und des Rechts) kehrt sich der Objektivierungsprozeß (der Säkularisationsprozeß) gegen seinen eigenen Ursprung.
    Ist die Theologie das Schicksal Gottes (Leugung des Gottesnamens, Theologie als Geschichte der Leugnung des Gottesnamens; was bedeutet der Name „Gott“?): damit der Kern und das Medium der Selbstverfluchung?
    „Die Welt ist alles, was der Fall ist“: Das reicht bis in das Spiegelungssystem des Massenbegriffs, der Materie, hinein. Die gesamte Bewegung des Kosmos ist eine Bewegung des permanenten Fallens. Das Kreisen des Mondes und der Planeten ist (wie der Reproduktionsprozeß der Gesellschaft) resultierend aus Trägheit und Fall.

  • 03.11.91

    Motti:
    Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.
    (Gen 11)

    Die Welt ist alles, was der Fall ist.
    (Wittgenstein: Logisch-philosophischer Traktat)

    Gemeinheit ist kein strafrechtlicher Tatbestand.

    „Dort ziehen Schiffe ihre Bahn, der Leviatan, den du gebildet hast, mit ihm (damit?) zu spielen.“ (Ps 10426) – In welcher Beziehung steht der Leviatan zur Weisheit (zum Heiligen Geist?): beide spielen vor Gott! Vgl. auch den „über den Wassern“ brütenden Geist Gottes: Ist der Leviatan das Ei, das er ausbrütet?

  • 29.10.91

    Welt und Natur (Begriff und Name/Objekt) verhalten sich wie Lachen und Kränkung, dem die Lösung durch Weinen verwehrt ist (jedes Lachen enthält Wut in sich, ist ein Appell an kollektive Gewalt, das Weinen ist das principium individuationis: ein Hilferuf und Appell an den Parakleten). Das unterdrückte, verdrängte Weinen der Natur (das Verstummen des Objekts: des Tiers) ist die Antwort auf das Lachen der Welt (des Schicksals, des Begriffs, der Gesellschaft). Lachen (Wut) und unterdrücktes Weinen verhalten sich wie Prädikat und Subjekt im Urteil (Reversibilität des Urteils: im Prädikat wird das Tun zum Erleiden: das Handeln zur prädikativen Bestimmung des Subjekts, zum Begriff). In jedem Lachen steckt ein Stück wütende Anpassung an die Welt, und in jedem Weinen, in der Trauer, eine Ahnung davon, was der Natur angetan wird. Naturphilosophie ist möglich nur noch als Trauerarbeit (Zusammenhang mit dem Ursprung der Astronomie, des Geldes und der Schrift – Raum, Geld und Bekenntnislogik). Name und Schrift gehören zusammen wie Innen und Außen (theologischer und herrschaftsgeschichtlicher, „kunsthistorischer“ Ursprung der Schrift: vgl. Kafkas „Strafkolonie“), d.h. so, daß mit der Verewigung des Namens in der Schrift (wie im Opfer und in der Apotheose des Helden: im Geld) der Name seine benennende Kraft verliert und zum Begriff wird (Ursprung der Astronomie).
    Hängen terra und terror (Erde und Schrecken) sprachlich zusammen (ist der Terror gleichsam die Innenseite des „Himmels“, der Feste, die die Wasser voneinander scheidet); ist Adam ein Schreckensname und der „Auftrag“ des Menschen, die Erde (adama) zu bearbeiten, eigentlich der der Verarbeitung des Schreckens, der auf der Erde lastet (erkennbar in der Gestalt der Tiere, die Gott Adam zuführte, denen Adam aber durch Benennung die Solidarität verweigert, mit der Folge, daß die Schlange sich rächte; bezeichnet nicht vor allem der „Staub“ das Produkt des Schreckens)? Und hängt die Ausbreitung des Terrors (die den orbis terrarum zum orbis terroris macht) mit der wachsenden widerstandslosen Anpassung an die verweltliche Welt zusammen? – Vgl. den „Schrecken Isaaks“ und die übrigen Schreckens-Stellen in der Schrift („Der Herr nennt dich … Schrecken um und um“ Jer 203,10, vgl. Jer 465, 4929, Ps 3114).
    Weish 716: „doch der Herr lacht über sie“, vgl. Ps 3713: „Der Herr verlacht ihn …“
    Gegen Nietzsche: Der Atheismus ist nicht Gegenstand einer „fröhlichen“, sondern der traurigsten Wissenschaft. Die Trauer und den Schmerz des Atheismus durch Lachen übertäuben ist barbarisch.

  • 27.10.91

    Es hilft nichts, man muß zu dem Punkt, den die Gottesidee bezeichnet, seinen Anker auswerfen, um aus dem Verblendungszusammenhang ausbrechen zu können.
    Bezeichnet das Bekenntnis des Namens nicht auch das Nachfolgegebot? Das Bekenntnis „zu“ etwas ist ein Bekenntnis im Rahmen von Komplizenschaft (Gemeinschaftskitt), das Bekenntnis zu einer apriorischen Kollektivschuld.
    Adam beruft sich auf Eva, Eva auf die Schlange; dann verflucht Gott die Schlange, dann Eva und am Ende Adam (und die Erde).
    Waren die drei Weisen aus dem Morgenland Chaldäer? Und worauf bezieht sich der Satz „Wir haben seinen Stern gesehen“.
    Hängt der Mord des Ägypters durch Moses mit der Anwesenheit des Paulus bei der Steinigung des Stephanus zusammen?
    Schizophrenie-Lernen ist das einzige Mittel gegen die Identitätssucht. Wenn die Idolatrie ein Mittel zur Stabilisierung der Begriffsbildung, zur Durchsetzung der Herrschaft des Tauschprinzips, war, dann ist die Philosophie die Verinnerlichung der Idolatrie.
    Die Bedeutung dessen, was mit dem Angesicht Gottes bezeichnet wird, wäre verständlicher, wenn man sich daran erinnern könnte, was der erste Blickkontakt mit der Mutter für einen selbst bedeutet hat.
    Zu den Frauen im Stammbaum Jesu:
    – Rahab ist eine Errettete aus Jericho (und war zuvor eine Dirne).
    – Rut ist eine Moabiterin, ihre Geschichte weist zurück auf die des Weibes und der Töchter Lots, auf die die Errettung aus Sodom, den Anblick der Katastrophe und das Erstarren zur Salzsäule, sowie den Inzest (nachdem Lot sie den Männern Sodoms hat preisgeben wollen).
    – Tamar hat es mit ihrem Schwiegervater getrieben; ihr Schwager war Onan.
    – Bethseba war die Frau des Urias (des Hethiters); aber der Stammbaum Jesu geht über den Ehebruch mit David.
    Hier kommen fast alle Perversionen vor. Und hier ist mit Händen zu greifen, wie die christliche Sexualmoral den unbefangenen Blick auf die Bibel verstellt. Adornos „erstes Gebot der Sexualmoral: der Ankläger hat immer unrecht“ ist ein Prinzip der Exegese. Die christliche Sexualmoral ist eine Gottesfurcht-Vermeidungs- und -Verhinderungsstrategie. Sie substituiert der Gottesfurcht die Herrenfurcht, subsumiert die Religion unter die Welt – Ergebnis der Rezeption der Philosophie, der Verinnerlichung des Schicksals als Prinzip der Begriffsbildung.
    Nur der Gott, der die Welt erschaffen hat, hat auch das Wasser erschaffen; der Gott, der im Anfang Himmel und Erde erschuf, hat nicht das Wasser erschaffen, für ihn war es mit der Finsternis gleichsam als Nebenprodukt der Schöpfung da.
    Bubers Problem scheint seine Art des Archaismus zu sein, die mit seinem ambivalenten Verhältnis zum Christentum zusammenhängt. An den chassidischen Erzählungen kann man wahrnehmen, wie er dazu neigt, hier gleichsam einen Evangelienton hereinzubringen. Seine Arbeiten zur Schrift, auch seine Bibel-Übersetzung erinnern eher an feudalzeitliche (mittelalter-christliche) Verhältnisse als an altorientalische. Hier scheint er einem Einfluß zu unterliegen, der aus christlichen Traditionen stammt: der Bekenntnislogik und dem darin begründeten Religionsverständnis. Wie auf andere Weise Drewermann steht auch Buber unter dem Bann des gleichen Prinzips, gegen das er anzukämpfen versucht. Buber hat ein gleichsam konfessionelles Verständnis des Judentums; das macht es, daß er von Christen „besser“ verstanden wurde als von Juden. Hier lag die Differenz zwischen Buber und Rosenzweig: Gegen dieses Selbstverständnis Bubers richtete sich Rosenzweigs Kritik des Religionsbegriffs (Buber war ihm zu „religiös“, und „Gott hat nicht die Religion, sondern die Welt erschaffen“).
    Ab wann und wo kommt in der Bibel der Begriff der Welt vor? Luther scheint nicht selten „alle Welt“ einzusetzen, wo es eigentlich „die ganze Erde“ heißen müßte.
    Der Sympathisantenbegriff war ein Namenstabu.
    Das Bekenntnis hat präzise die Struktur und die Wirkung des Vorurteils; deshalb ist der Antisemitismus das Grundvorurteil (und z.B. die Ausländerfeindschaft ein Derivat des Antisemitismus). Das Bekenntnis hält der Frage cui bono nicht stand. Und das Bekenntnis spaltet die Schrift auf in das Reich der Erscheinungen (Produkt der wissenschaftlichen Bibelkritik) und das unerkennbare Ding an sich. Das Bekenntnis verwandelt jede Erkenntnis in Apologetik. Es fördert das Selbstmitleid und verwandelt das parakletische Denken in ein apologetisches Denken (Verschiebung der Armut und Fremdheit ins Selbst). Dieser Konfessionalismus wird durch die Physik gestützt.
    Die Umkehr und die sieben unreinen Geister: Maria Magdalene als Heilige der endgültigen Umkehr.
    Das „Gehet hin in alle Welt und lehret alle Völker“ hat etwas zu tun mit
    – der Übernahme der Schuld der Welt und mit
    – der Einheit von Lehren und Lernen: Es gibt kein Lehren, das nicht gemeinsames Lernen ist. „Überzeugen ist unfruchtbar“.
    Götzendienst, Bilderdienst und Sternendienst gehören zusammen und lassen sich nicht voneinander trennen.

  • 18.10.91

    Die ersten Gefangen waren Gefangene aus Kriegen oder Gefangene im Rahmen der Schuldknechtschaft.
    Sind die himmlischen Heerscharen die Wasser oberhalb des Firmaments?
    Der cäsarische Weltbegriff im Rahmen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation unterscheidet sich vom davidischen, der in den Königstraditionen, insbesondere in England, erhalten geblieben ist. Der davidische Weltbegriff enthält das reflektorische Moment in der Selbstbezeichnung der Hebräer, während der cäsarische Weltbegriff das projektive Moment in der Fremdbezeichnung der Barbaren enthält (zusammengefaßt in der Selbst- und Fremdbezeichnung der Deutschen, die sich nur noch als Barbaren verstehen: die Zivilisation wird durchs Ausland vertreten, deshalb die Ausländerfeindschaft – um die Last der Zivilisation endlich abwerfen zu können).
    Das Römische Reich ist sowohl von innen, durch die Krise des Latifundiensystems, als auch von außen, durch den Barbareneinfall, zugrunde gegangen.
    Aufarbeitung von Wut in Zorn, oder Rückgewinnung der prophetischen Kraft (die prophetische Kritik der Idolatrie war Staatskritik: seitdem gehören Staatskritik und Kunstkritik zusammen: der Begriff des Schöpferischen in der Kunst ist ein Reflex der Weltschöpfung durch den Staat).
    Die Bäume sind der manifeste Ausdruck des Kampfs gegen die Schwerkraft und des Strebens zum Licht. Was bedeuten vor diesem Hintergrund der Baum der Erkenntnis und der des Lebens? Der Kampf gegen die Schwerkraft ist der Grund für die Verstockung der Bäume, während das Streben zum Licht ihr alljährliches neues Leben begründet.
    Es gibt kein Bekenntnis ohne Totenkult: das ist der Grund für die Pyramiden wie für die Mausoleen im staatskapitalischen Sozialismus und nicht zuletzt für die christliche Trinitätslehre (die Vergöttlichung Jesu und deren säkularisierte Gestalt im modernen Naturbegriff) wie für den Zusammenhang von Heiligenverehrung und Reliquienkult.
    Die Verfluchung nach dem Sündenfall ergeht direkt nur an Adam, während sie an Eva zusammen mit der messianischen Verheißung ergeht (um aus Adam etwas Brauchbares zu machen, muß man ihn in Tiefschlaf versetzen und ihm ein Stück aus seiner Seite herausnehmen).
    Die Bedeutung der Hegelschen Philosophie liegt darin, daß sie das Moment der Vergegenständlichung am Begriff (Vergegenständlichung des Begriffs und des Objekts) herausgearbeitet (und zur Grundlage der Dialektik gemacht) hat. Nur daß Hegel dann am Ende die Partei des Begriffs (der Vergegenständlichung als Voraussetzung und Sinnesimplikat der „Wissenschaftlichkeit“ seiner Philosophie gegen die Unmittelbarkeit: die Partei der Entfremdung) ergreift. Die „Trunkenheit“ des Absoluten ist die notwendige Folge daraus.
    In einem Zug, der auf den Abgrund zubraust, hilft es wenig, sich über einen Schaffner zu beschweren, der einen wegen Fahrens ohne gültigen Ausweis belangen will. Die Gemeinheit reizt zweifellos und nicht unbegründet zur Empörung. Aber angesichts der Gesamtsituation wäre diese Empörung völlig unangemessen; insbesondere würde sie an der Situation nichts ändern: Der Zugführer ist besoffen; Frage, ob es nicht möglich ist, gemeinsam mit dem Schaffner den Zugführer aus dem Verkehr zu ziehen und den Zug mit Mitteln, die Aussicht auf Erfolg haben, jedenfalls die Katastrophe nicht beschleunigen, zum Halten zu bringen. Es gibt Situationen, in denen es auf die Wirkung und nicht aufs Rechthaben ankommt.
    Das Christentum studieren, weil nur so die Verführungsmechanismen sich bestimmen lassen (Bekenntnislogik; Empörung und moralisches Urteil; Feinddenken und Ausgrenzung von Verrätern; Christologie und die Vergöttlichung des Opfers: Natur- und Staatsmetaphysik; Materialismus als Ideologie und Totenkult; Trinitätslehre, Dialektik und Gemeinheit: Herrschafts-, Schuld- und Verblendungszusammenhang; Religion als Blasphemie: Atheismus und das Fortleben von Auschwitz).
    Die sogenannten Terrristenprozesse sind genau an jener empfindlichen Stelle installiert, an der das offizielle Christentum und das Rechtssystem (die beide über den Bekenntnis- und den Personbegriff verbunden sind) sich gegen ihre kritische Selbstaufklärung abschirmen. Die Grundlage, daß Schuld sich individuell muß festmachen lassen, die den Vorteil hat, daß sie Kirche und Recht exkulpiert, kann sich gegen den Schuldvorwurf nur wehren, wenn sie ihn qua Kollektivität (über die „gerichtskundigen“ eigenen Vorurteile) in den Gegner hinein(zurück-)projiziert. Auch wenn Mord kein Mittel der Aufklärung ist: Gemeinheit ist ungeeignet, zur Herstellung des Rechtsfriedens beizutragen. Beide Seiten unterliegen der gleichen Verblendung.

Adorno Aktueller Bezug Antijudaismus Antisemitismus Astrologie Auschwitz Banken Bekenntnislogik Benjamin Blut Buber Christentum Drewermann Einstein Empörung Faschismus Feindbildlogik Fernsehen Freud Geld Gemeinheit Gesellschaft Habermas Hegel Heidegger Heinsohn Hitler Hogefeld Horkheimer Inquisition Islam Justiz Kabbala Kant Kapitalismus Kohl Kopernikus Lachen Levinas Marx Mathematik Naturwissenschaft Newton Paranoia Patriarchat Philosophie Planck Rassismus Rosenzweig Selbstmitleid Sexismus Sexualmoral Sprache Theologie Tiere Verwaltung Wasser Wittgenstein Ästhetik Ökonomie